Aktuelles

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 7. Dezember 2022

Erhöht Tropenfrucht das Risiko und das Fortschreiten von Morbus Parkinson?

Der Konsum der tropischen Frucht Graviola (Annona muricata) könnte das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen und die Symptomatik verschlimmern bzw. das Fortschreiten der Krankheit beschleunigen [Lan 2022]. In den beheimateten Ländern der Frucht ist die Prävalenz atypischer Parkinson-Erkrankungen höher als anderswo.

Verantwortlich hierfür sind vermutlich die enthaltenen Acetogenine, denen unter anderem eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird. Im Tierexperiment störten die Substanzen die Zellkraftwerke (Mitochondrien) der Neurone und schädigten diese. Auch die sogenannte Tau-Aggregation, eine Zusammenlagerung von Tau-Proteinen, trat verstärkt auf.

In Deutschland sind Extrakte sowie Säfte und Tees aus der Frucht auf dem Markt erhältlich. Beworben werden die Produkte unter anderem zur Unterstützung des Atmungs- und Nervensystems. Inwieweit diese Parkinson fördern könnten, ist noch unklar.

Quelle: Springer Medizin

News: Beratungs- und Praxistools
Datum: 6. Dezember 2022

Lernplattform Wegweiser stellt Lernkurs zu Gesundheitsapps zur Verfügung

Gesundheitsapps in Form von Trackern für Trinken, Essen, Sport und Achtsamkeit schießen wie Pilze aus dem Boden. Auch das Angebot von Apps zur Unterstützung bei Erkrankungen wächst kontinuierlich. Groß ist der Unterschied in der Qualität der angebotenen Informationen und Funktionen. Schwierig ist die Beurteilung von Datenschutz und Vertraulichkeit der eingegebenen Daten.

Die Stiftung Gesundheitswissen hat aus diesem Grund die Plattform „Gesundweiser“ insbesondere für Schülerinnen und Schüler, erschaffen. Neu im Angebot ist der spielerische Lernkurs „Die APPokalypse? – Cleverer Umgang mit Gesundheits-Apps“. Hier wird zum Beispiel dargestellt, worauf man beim Herunterladen einer Gesundheits-App achten sollte oder wie man seine sensiblen Daten besser schützen kann. Der Kurs dient als eine Art Navigation durch die Informationswelt im Bereich Gesundheit.

Laut Anbieter wird das Wissen mithilfe einer fiktiven Familie und ihres Umfelds vermittelt: Im Spiel wird sie mit der neuen App 42 konfrontiert, die „die Beste ever“ sein soll. Mit alltäglichen Fragestellungen (Was sind alles Gesundheits-Apps? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Worauf sollte ich achten, wenn ich sie herunterlade und nutze? Und wie kann ich die Informationen, die die App vermittelt, einordnen?) navigiert sich die Familie durch den Dschungel der Werbeversprechen und nimmt diese kritisch unter die Lupe.

Hier geht es zum Wegweiser.

News: Fort- und Weiterbildungen
Datum: 5. Dezember 2022
Zu den Fort- und Weiterbildungen

Geschmacks- und Geruchsstörungen in der Ernährungstherapie

Typ: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 27.02.2023
Veranstaltet von: freiraum Seminare
Referierende: Julia von Grundherr
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 115 EUR statt 140 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:

Geruchs– und Geschmacksstörungen sind als Symptome von SARS Covid 2 und Long Covid mehr denn je ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Ernährungsfachkräften sind sie als häufiges Phänomen z.B. bei onkologischen und geriatrischen Patienten schon lange bekannt. Die Referentin zeigt, wie Ernährungstherapie und -beratung in Kombination mit sensorischem Training die Geschmacks- und Geruchswahrnehmung der Betroffenen   verbessern und dadurch unter anderem bei der Vermeidung von Mangelernährung helfen kann. Nach einem Überblick über die Grundlagen der Sinnesphysiologie, mögliche Störungen und deren Ursachen sowie die wichtigsten Gruppen von Betroffenen stellt die Referentin den Stand der Erkenntnisse und die aktuellen Empfehlungen zu Geruchs- und Geschmackseinschränkungen vor.

Im Mittelpunkt des praktischen Seminarteils steht das von ihr selbst für Krebskranke entwickelte sensorische Geruchs- und Geschmackstraining, das bei Betroffenen in vielen Fällen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und des Ernährungsverhaltens führen kann. Dabei eignet es sich nicht nur für onkologische Patienten, sondern auch für Menschen mit Geruchs- und Geschmacksstörungen anderer Genese (Long Covid, geriatrische Patienten). Es kann sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich durchgeführt werden.  Julia von Grundherr wurde im vergangenen Jahr für die Entwicklung ihres Geruchs- und Geschmackstrainings im Rahmen der TASTE-Studie mit dem Nutricia Förderpreis für medizinische Ernährungsforschung ausgezeichnet.

Inhalte:

  • Grundlagen der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung
  • Veränderungen/Störungen im onkologischen und geriatrischen Setting
  • Therapieansätze bei Geschmacksveränderungen
  • Geruchs- und Geschmackstraining
  • Tertiärprävention bei Geschmacksveränderungen
  • Praxisteil mit Übungen in Anlehnung an das von der Referentin entwickelte Training

Weitere Informationen und Anmeldung

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 2. Dezember 2022

Adipositas erhöht COVID-19-Erkrankungsrisiko

Personen mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko, sich mit COVID-19 zu infizieren und weisen im Vergleich zu Normalgewichtigen häufiger einen schweren Verlauf auf.

Die zugrundeliegenden Mechanismen wurden in einer prospektiven Kohortenstudie erforscht, aus der mögliche Ursachen hervorgehen [Gao 2022].

  1. Zum einen weist das Fettgewebe sogenannte ACE-2-Rezeptoren auf, an die die Viren andocken können.
  2. Zum anderen zeigte sich, dass die Fettkompartimente (Arme, Beine, Stamm) zum klinischen Risiko beitragen. Die Muskelmasse hingegen nicht. Eine Vermehrung der Fettmasse erhöht also das Risiko. Zusammenhängend damit kann auch die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen (z. B. Zytokine wie TNF-alpha, Interleukin) im Fettgewebe eine Rolle spielen.
  3. Zudem erhöhen vorhandene Störungen des Zucker-, Insulin- und Fettstoffwechsels das Risiko.

Quelle: SpringerMedizin

News: Beratungspraxis
Datum: 1. Dezember 2022

Ernährungspraxis: Kohlenhydratqualität steigern

  1. Modifizierte Auswahl von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln
    • Bevorzugte Wahl von Lebensmitteln mit einer niedrigen Blutzuckerwirkung bzw. einem niedrigen glykämischen Index: z. B. kalorienfreie Getränke, frische Fleisch- und Fischwaren, Eier, Käse, viele Gemüse und Pilze, einige Samen und Nüsse
    • Gemäßigter Verzehr von Lebensmitteln einer mäßigen Blutzuckerwirkung bzw. mit einem mittleren glykämischen Index: z. B. Vollkornprodukte, Obst, magere Milchprodukte
    • Begrenzte Zufuhr von Lebensmitteln einer hohen Blutzuckerwirkung bzw. mit einem hohen glykämischen Index: z. B. Weißmehlprodukte, Süßwaren, Zucker, die meisten Snacks, Kuchen und Feinbackwaren
    • Bevorzugte Wahl von Lebensmitteln mit einem niedrigen Kohlenydrat-Ballaststoff-Index (<6)
    Weitere Informationen für Mitglieder:
    • Recherche-Tabellentool Glykämischer Index von Lebensmitteln (Link)
    • Recherche-Tabellentool Ballaststoffgehalte von Lebensmitteln (Link)
  2. Mahlzeitenmodifikationen
    • Reduzieren/ Verkleinern von Menükomponenten mit starker Bluzuckerwirkung: z. B. kleinere Portionen kohlenhydratreicher Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Nudeln, Reis, Weißmehlprodukte (Brot, Brötchen, Couscous etc.), dafür mehr Gemüse, proteinreiche Komponenten (z. B. Hülsenfrüchte)
    • Austausch von Menükomponenten mit starker Blutzuckerwirkung: z. B. Gemüsepüree statt Kartoffelbrei, Nussmehle statt Weizenmehl, Gemüsepizzateig statt Teig aus Weizenmehl, Gemüsepuffer statt Kartoffelpuffer, Samenbrote statt Brote aus Weißmehl, Nudeln aus Hülsenfrüchten, Nüsse statt Chips und Salzstangen
  3. Sonstige Optionen
    • Ernährungstagebuch führen: Kohlenhydratzufuhr dokumentieren
    • bei insulinpflichtigem Diabetes mellitus: konsistente Verteilung der Kohlenhydratzufuhr über den Tag
    • verarbeitete Produkte: Achten auf Nährwerttabelle
    • Modifizieren der Mahlzeitenanzahl und/oder -uhrzeit: Begrenzen der Zufuhr von Lebensmitteln mit einer niedrigen Blutzuckerwirkung bzw. einem niedrigen glykämischen Index am Abend

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