Aktuelles

News: Beratungspraxis
Datum: 24. November 2022

Ernährungspraxis: Optionen für eine reduzierte Oxalsäurezufuhr

Meiden oxalsäurereicher Lebensmittel

  • Getreide/-erzeugnisse: Amaranth, Weizenkleie
  • Gemüse, Kräuter und Pilze: Portulak, frische  Pfefferminze, Gänsefuß, Spinat, Yamswurzel,  Mangold, Sauerampfer, Süßkartoffel, rote Bete, rote  Rübe, Petersilie, Kartoffel, Kohl, Rhabarber
  • Obst: Sternfrucht, unreife Stachelbeere
  • Nüsse und Samen: Erdnuss, Mandel, Cashewkern,  Haselnuss, Walnuss
  • Sonstiges: Kakao, Sojabohne und Tofu, Schokolade
  • Getränke: schwarzer und grüner Tee, Kaffee

Moderater Verzehr von Lebensmitteln mit mittlerem Oxalsäuregehalt

  • Gemüse, Kräuter und Pilze:  grüne Bohne, Löwenzahn,  Tomate, Salat
  • Obst: Johannisbeere,  Erdbeere, Himbeere, Apfel

Bevorzugen oxalsäurearmer Lebensmittel

  • Milch/-erzeugnisse
  • Fleisch, Wurst und Eier
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • pflanzliche Öle und Fette
  • Wasser
  • Obst: Kirsche, Aprikose,  Birne

Wichtig: Die Angaben für Gehalte an Oxalsäure in Lebensmitteln können stark voneinander abweichen. Grund hierfür sind vermutlich unterschiedliche Sorten und Zubereitungsmethoden bei Angaben für gegarte Lebensmittel.

Weitere Optionen

  • ausreichende Zufuhr an Kalzium, Magnesium und Eisen: Mineralstoffe bilden mit freier Oxalsäure im Darm unlösliche bzw. schwer lösliche Komplexe, was die Bioverfügbarkeit von Oxalsäure vermindert
  • ausreichende Zufuhr an Ballaststoffen: Ballaststoffe binden Oxalsäure im Darm, in dessen Folge die die Verfügbarkeit und die Ausscheidung über die Nieren abnimmt
  • begrenzte Zufuhr an Vitamin C: beim Abbau von Vitamin C fällt im Körper Oxalsäure an. Von Hochdosen an Vitamin C ist daher abzuraten
  • Zubereitung oxalsäurereicher Lebensmittel mit Milch/- erzeugnissen: die in Milch/-erzeugnissen enthaltenen Mineralstoffe wie Kalzium vermindern die Verfügbarkeit von Oxalsäure im Darm und dessen Ausscheidung über die Nieren
  • Zubereitungstechniken – Kochen/Wässern oxalsäurereicher Lebensmittel: Oxalsäure geht beim Kochen/ Wässern ins (Koch-)Wasser über; dieses ist anschließend wegzuschütten
News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 23. November 2022

Auswirkung der Adipositas auf Blutgefäße verschiedener Organe

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Adipositas auf die Funktion und Struktur der Blutgefäße einzelner Organe auswirkt [Bon 2022].

Demnach sind die Auswirkungen vielfältig. Die Blutgefäße in der Leber und im Fettgewebe sind immer weniger in der Lage, überschüssige Fette zu verarbeiten. Die Gefäße in den Nieren entwickeln eine manifeste Stoffwechselstörung. Die Blutgefäße in den Lungen sind entzündlichen Prozessen ausgesetzt. Und in den Hirngefäßen ist der Transport gestört.

Während sich die Lebergefäße bei einer Gewichtsabnahme und Umstellung der Ernährung wieder vollständig regenerieren können, sind die Blutgefäße der Nieren dauerhaft geschädigt. Die Forschenden schließen daraus, dass einige Gefäße ein „Gedächtnis“ für Stoffwechselerkrankungen entwickeln können, das irreparabel ist.

Quelle: idw

News: Fach- und Sachbücher, Leitlinien
Datum: 22. November 2022

Sachbuch: Superfoods

Das Buch „Superfoods“ von Reinhild Berger der Reihe Ernährung mini aus der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft Stuttgart setzt sich äußerst kritisch mit als Superfoods bezeichneten Lebensmitteln auseinander.

Für Reinhild Berger, über viele Jahrzehnte in verschiedenen Bereichen der Pharmazie tätig, handelt es sich bei der Bezeichnung um einen „genialen Marketing-Trick“, der der wissenschaftlichen Überprüfung jedoch nur selten standhält.

In den ersten Kapiteln geht die Autorin der Frage nach, was Superfoods gemeinhin sind, wie sie angeboten und vermarktet werden und auf welche Inhaltsstoffe die angepriesenen Eigenschaften in der Regel zurückgehen. Anschließend beleuchtet sie die rechtliche Lage, verknüpft mit den sich daraus ergebenden Strategien der Hersteller und Produzenten. Im dritten Kapitel führt ein kurzer Streifzug durch die seriösen Quellen im Internet, deren Bemühungen um Aufklärung meist nicht bis zum Verbraucher durchdringen.

Darauffolgend beschäftigt sich der Hauptteil mit den einzelnen Superfoods. Sehr gut recherchiert und mit zahlreichen praktischen Hinweisen versehen wird dem Leser vor Augen geführt, dass die meisten angepriesenen Produkte nicht das halten, was sie versprechen.

So manches Mal sind durchaus gesundheitliche Gefahren damit verbunden (z. B. der Verzehr von Aloe Vera-Blättern als Gemüse), so manches Mal gibt es preisgünstigere Alternativen (z. B. Vitamin C-reiches Obst und Gemüse). Für die Mehrzahl der angepriesenen gesundheitlichen Wirkungen fehlt es jedoch schlichtweg an wissenschaftlicher Evidenz.

Das Buch ist unter anderem bei geniallokal.de erhältlich.

News: Fort- und Weiterbildungen
Datum: 21. November 2022
Zu den Fort- und Weiterbildungen

Ernährung im Fokus: Der Darm, das Multitalent

Typ: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 07.12.2022
Veranstaltet von: Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel (AK NEM) im Lebensmittelverband Deutschland e. V.
Referierende: Dr. med. Thomas Schettler, Prof. Dr. Marie-Christine Simon, Prof. Dr. Andreas Schwiertz, Dr. Mathias Schmidt
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: kostenfrei
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig für das individuelle Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit – das ist breiter wissenschaftlicher Konsens. Dies beinhaltet auch eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen gesundheitsförderlichen Stoffen, die wir unserem Körper regelmäßig über Lebensmittel zur Verfügung stellen müssen. Zentrales Verdauungsorgan ist der Darm, da hier die Aufnahme der lebenswichtigen Stoffe erfolgt. Der Darm spielt jedoch nicht nur eine zentrale Rolle in der Verdauung, sondern erfüllt darüber hinaus weitere wichtige Aufgaben im Körper. Dazu zählt beispielsweise der Beitrag des Darms zur Immunabwehr. Diskutiert wird auch die Bedeutung des individuellen Mikrobioms und der Mikrobiota, also die Lebensgemeinschaft der Mikroorganismen im Darm, und deren Einfluss auf die Gesundheit. Es sind noch viele Fragen offen, aber unstrittig ist, dass der Gesunderhaltung des Darms eine entscheidende Rolle zukommt. Im Rahmen der Veranstaltung sollen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung einerseits und die Rolle von ausgewählten Pflanzen andererseits im Kontext Darmgesundheit beleuchtet werden. Hierzu wird zunächst der Darm als Organ mit seinen vielfältigen Funktionen näher betrachtet. Daran anknüpfend werden neueste Erkenntnisse in der Forschung über das Mikrobiom und die Mikrobiota präsentiert. Anschließend werden ausgewählte Pflanzen und deren Inhaltsstoffe vorgestellt, die ebenfalls Einfluss auf die Darmgesundheit haben können. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Ernährung für die Gesunderhaltung des Darms und für das damit verbundene Wohlergehen des Menschen besser zu verstehen.

Inhalte:

  • Begrüßung und Einführung
  • Die Bedeutung des Darms für den Körper und das Wohlbefinden
  • Mikrobiom und Mikrobiota – Der Einfluss der Ernährung auf die Darmgesundheit
  • Welche Rolle können Pflanzen für die Darmgesundheit spielen?

Weitere Informationen und Anmeldung

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 18. November 2022

Personalisierte Ernährung: APNAS-Modell

KlientInnenumfragen zufolge wünschen sich viele personalisierte Ernährungsempfehlungen. Aktuell stehen entsprechende Konzepte aber eher nur privilegierten Menschen zur Verfügung und sind wenig evidenzbasiert. Die meist kostenpflichtigen Angebote beschränken sich zudem in der Regel auf Lebensstilfaktoren und biomedizinische Parameter wie Genotyp- oder Mikrobiom-Daten. Daraus resultieren jedoch überwiegend keine statistisch sichtbaren Verbesserungen der Ernährung oder des Lebensstils, so Prof. Britta Renner von der Universität Konstanz.

Unabhängig von der Evidenz können personalisierte Empfehlungen aber die Motivation zur Ernährungsumstellung erhöhen und eine höhere Akzeptanz hervorbringen. Dieser auch als Barnum-Effekt ließ sich in Studien bereits nachweisen und ruft stärkere Reaktionen als die einer genetischen Disposition hervor [Tur 2019].

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat unter der Leitung von Prof. Britta Renner ein adaptives System zur personalisierten Ernährung erarbeitet und als Preprint publiziert [Ren 2022]. Das als APNAS – Adaptive Personalized Nutrition Advice Systems bezeichnete Modell sieht vor, mehr phänotypische Messgrößen einzubeziehen. So sollen digitale Hilfsmittel wie zum Beispiel Selbst- und Biomonitoring-Tools, Feedback-Systeme oder auf künstlicher Intelligenz basierende Algorithmen bereitgestellt werden.

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