Aktuelles

Vitamin B12: Störende Einflüsse auf Versorgung und Vorkommen
Datum: 16. Mai 2022
Zum Beitrag der Woche

Vitamin B12 – Ernährungstherapeutische Aspekte

Vitamin B12 ist am Abbau von Fettsäuren sowie Aminosäuren beteiligt und spielt im Folsäure- sowie Homocysteinstoffwechsel eine große Rolle. Es handelt sich um ein wasserlösliches Vitamin der B-Gruppe und enthält ein Kobaltatom, wovon sich der Name Cobalamin ableitet. Vitamin B12 ist lichtempfindlich.

Inhalt

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 13. Mai 2022

Medikamenten-Special

Veränderte Omega-3-Fettsäure gegen Fettleberhepatitis

Die modifizierte Fettsäure Icosabutat erweist sich in klinischen Tests als effektive Substanz gegen eine nicht-alkoholische Fettleberentzündung. Die Fettsäure hemmte sowohl Entzündungsprozesse selbst als auch eine Vernarbung der Leber [Fra 2022].

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung führt auf Dauer zur Fibrose (Vermehrung und Vernarbung von Lebergewebe), was schließlich in eine Leberzirrhose münden kann. Bislang gibt es keine geeigneten Wirkstoffe gegen die Erkrankung. Die modifizierte Fettsäure wird daher unter Experten bereits als Durchbruch in der Therapie bezeichnet.

Im Gegensatz zu den natürlichen Omega-3-Fettsäuren ist Icosabutat strukturell so verändert, dass sie dem Körper nicht mehr als Energiesubstrat zur Verfügung steht und so in der Leber ihre Wirkung entfalten kann.

Starke Gewichtsreduktion unter Tirzepatid

Der GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid ist ein Wirkstoff, der die Rezeptoren für gleich zwei im Darm gebildete Inkretin-Hormone, nämlich GIP (glucose-dependent insulinotropic polypeptide) und GLP-1 (glucagon-like peptide-1), aktiviert. Der Wirkstoff wird seit einiger Zeit in der Diabetestherapie verwendet.

Eine aktuell laufende Studie hat nun vorab informiert, dass der Wirkstoff zu teils massiven Gewichtsabnahmen bei Personen mit Adipositas geführt hat. Additiv zu einer kalorienreduzierten Ernährung und gesteigerter körperlicher Aktivität konnte das Gewicht von durchschnittlich 105 kg dosisabhängig um 16 % bzw. 16 kg (5 mg Wirkstoffdosis), um 21,4 % bzw. 22 kg (10 mg Wirkstoffdosis) sowie um 22,5 % bzw. 24 kg (15 mg Wirkstoffdosis) reduziert werden.

Das sind durchaus beeindruckende Gewichtsabnahmen, denen jedoch häufige Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und chronische Verstopfung gegenüberstehen. Zudem steigt möglicherweise das Risiko für eine akute Pankreatitis sowie Gallensteine.

Metformin bedingt Vitamin B12-Mangel

Bis zu 30 % der Menschen mit Diabetes mellitus unter Metformintherapie weisen einen Mangel an Vitamin B12 und damit ein erhöhtes Risiko für eine Neuropathie auf. Metformin hemmt die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm. Nach 4-jähriger Metformineinnahme lagen die Vitamin B12-Spiegel im Blut unter 400 pmol/l [Did 2021]. Die Betroffenen zeigten Symptome einer peripheren und autonomen Neuropathie.

Eine Supplementation mit Vitamin B12 scheint dem entgegenzuwirken. Nach einem Jahr 1000 μg Vitamin B12 täglich stiegen die Blutspiegel wieder an und die Symptome (Schmerzen) sowie die Lebensqualität besserten sich.

Behandlung mit GLP1-Agonisten bei Adipositas erhöht Gallensteinrisiko

GLP1-Agonisten (Dulaglutid, Exenatid, Semaglutid, Liraglutid und Lixisentid) sind zur Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Die Wirkstoffe werden zunehmend auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Eine Metaanalyse zeigt, dass dies zu Erkrankungen der Gallenblase oder der Gallengänge, insbesondere zu Gallensteinen, führen kann [Liy 2022].

GLP1-Agonisten fördern die Insulinsekretion in der Bauchspeicheldrüse und verzögern die Magenentleerung. Das führt zu einer schnelleren Sättigung.

Schnelle Gewichtsabnahmen indes erhöhen das Risiko von Gallensteinen. Auch unter GLP1-Agonisten kommt es zum raschen Gewichtsverlust. Verstärkend kommt hinzu: Die Wirkstoffe führen zu einer verzögerten Entleerung der Gallenblase, bedingt durch die Hemmung von Cholecystokinin.

News: Fort- und Weiterbildungen
Datum: 12. Mai 2022
Übersicht: Fort- und Weiterbildungen

9. Cannstadter Adipositas-Meeting

Typ: Hybrid-Kongress (online und Präsenz)
Ort: Großer Kursaal Bad Cannstatt, Königsplatz 1, 70372 Stuttgart
Datum: 21.05.2022
VeranstalterIn: Klinikum Stuttgart
Ermäßigung/ Kosten: kostenfrei
Kurzbeschreibung laut Anbieter:

Es bewegt sich etwas in der Gesundheitspolitik zugunsten unserer Adipositas-Patienten. Im Rahmen des jüngst verabschiedeten Gesetzentwurfs zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) ist die Einführung des Disease Management Program (DMP) Adipositas auf dem Wege. Wir möchten Sie ganz herzlich zu unserem 9. Cannstatter Adipositas-Meeting am Samstag, den 21. Mai 2022 einladen, um diese Entwicklung gemeinsam zu erörtern. Wir freuen uns über unseren Ehrengast Karin Maag, unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses und Vorsitzende des Unterausschusses für DMP-Programme.

In drei Diskussionsrunden werden wir die jetzigen Problempunkte ansprechen und eine Perspektive für eine bessere Versorgung aufzeichnen. Wir freuen uns auf eine hochkarätige Diskussionsrunde mit namhaften Spezialisten aus dem konservativen und operativen ärztlichen Fachgebiet, Therapeuten und Betroffenen unserer Selbsthilfegruppe. In der Abschlussdiskussion werden wir Vorschläge und Anliegen zur Umsetzung des DMP Adipositas auch für den niedergelassenen Praxisalltag resümieren.

Weitere Informationen und Anmeldung

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 11. Mai 2022

Kurznotizen

Hohe Cholesterinwerte kein Risikofaktor für Demenz?

Hohe Cholesterinwerte gelten als Risikofaktor für die Ausprägung einer Demenz. Das betrifft hohe LDL-Werte sowie bestimmte Genvarianten von ApoE und ApoB und damit für die familiäre Hypercholesterinämie. Eine cholesterinsenkende Therapie mit Statinen zeigte in Cochrane Reviews jedoch keine relevanten kognitiven Vorteile.

Eine Registerstudie aus Norwegen scheint den fehlenden Zusammenhang zu bestätigen [Mun 2022]. Demnach weisen Personen mit familiärer Hypercholesterinämie kein höheres Risiko für eine Demenz auf und auch die Statintherapie ist ohne Einfluss. Allerdings waren die TeilnehmerInnen noch sehr jung. Zudem erhielten PatientInnen mit familiärer Hypercholesterinämie fast immer Statine. Kritische Stimmen merken an, dass die Statintherapie auch das Demenzrisiko normalisiert haben könnte.

Neue Nomenklatur für Nierenkrankheiten

Eine Arbeitsgruppe deutschsprachiger Nephrologen hat gemeinsam mit dem Bundesverband Niere e.V. eine neue Nomenklatur für Nierenkrankheiten erarbeitet. Die neuen Begriffe sollen präzise sein, konsistent verwendet werden und sich an den Bedürfnissen von PatientInnen orientieren. Vermieden werden zukünftig „Niereninsuffizienz“, „veränderte Nierenfunktion“ oder „Nierenerkrankung“. Stattdessen präferiert die Arbeitsgruppe den Begriff „abnorme Nierenfunktion“. Aus „terminaler Niereninsuffizienz“ oder „Dialysepflichtigkeit“ wird „Nierenversagen“ (engl.: kidney failure, KF) und aus „chronischer Niereninsuffizienz“ wird „chronische Nierenkrankheit“ (engl.: chronic kidney disease, CKD). Die neue Nomenklatur soll noch in diesem Jahr in die Aus- und Weiterbildung übernommen und eingeführt werden [ÄrzteZeitung 2022].

Datum: 10. Mai 2022
Zur Übersicht: Leitlinien

Aktualisiert: Recherche-Tabellentool zu Leitlinien und Behandlungsempfehlungen

Das Recherche-Tabellentool stellt eine Übersicht zu den aktuellen Leitlinien und Behandlungsempfehlungen von Erkrankungen und Kostformen der jeweiligen Fachgesellschaften bereit. Die Ansicht kann vielfältig angepasst werden.

  • Filter: Filtern nach Elementen in den jeweiligen Spalten; Anlegen mehrerer Filter gleichzeitig möglich.
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Schilddrüse: Das Organ im Überblick
Datum: 9. Mai 2022
Zum Beitrag

Schilddrüse und Schilddrüsenhormone

Für eine normale körperliche und geistige Entwicklung ist eine ausreichende Versorgung mit Jod über die Nahrung alternativlos. Im Erwachsenenalter sind die in der Schilddrüse gebildeten Hormone, die Jod benötigen, an allen Lebensvorgängen beteiligt.

Indes nehmen Schilddrüsenerkrankungen immer weiter zu. Das Medikament L-Thyroxin ist mittlerweile eines der am häufigsten ärztlich verordneten Medikamente zur Therapie von Funktionsstörungen der Schilddrüse. Vor allem die Autoimmunkrankheiten Hashimoto-Thyreoiditis (Form der Schilddrüsenunterfunktion) und Morbus Basedow (Form der Schilddrüsenüberfunktion) halten Einzug in unsere Gesellschaft. Das hat weitreichende Folgen für Entwicklung, Wachstum, Stoffwechsel, Energieumsatz, Temperaturregulation sowie die normale Gehirnentwicklung und -funktion eines jeden Betroffenen.

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News: Fort- und Weiterbildungen
Datum: 5. Mai 2022
Übersicht: Fort- und Weiterbildungen

Kompaktkongress Allergie

Typ: Kongress (online und Präsenz)
Ort: Pullman Berlin Schweizerhof; Budapester Straße 25; 10787 Berlin
Datum: 21.05.2022
VeranstalterIn: IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin MVZ
Ermäßigung/ Kosten: Präsenz- und Onlineteilnahme 25 EUR
Kurzbeschreibung laut Anbieter:

Wieso nehmen Allergien exponentiell zu? Welche Faktoren fördern ihre Entwicklung? Inzwischen ist die Bedeutung vieler endogener und exogener Einflussfaktoren gut belegt, woraus sich diagnostische Optionen sowie Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Da diese bis heute in der Praxis zu wenig Beachtung finden, möchten wir auf diesem Kongress nicht nur zielgerichtete Diagnostik und Therapiemöglichkeiten vorstellen, sondern haben uns bewusst dafür entschieden, die Allergie als Immundefekt in den Fokus zu stellen.

Weitere Informationen und Anmeldung

News: Beratungspraxis
Datum: 4. Mai 2022
Hintergrundbeitrag: Chronische Niereninsuffizienz – Ernährungstherapie

Chronische Niereninsuffizienz: Diät statt Phosphatbinder

Die bei chronischer Niereninsuffizienz häufig auftretende Hyperphosphatämie wird zumeist mit Phosphatbindern behandelt. Damit sollen das Fortschreiten einer renalen „Mineral and Bone Disorder“ (MBD) oder eines renalen Hyperparathyreoidismus verhindert werden. Prof. Kirsch von der Universität Graz bescheinigt den Medikamenten jedoch eine geringe Evidenz und verweist stattdessen auf das diätetische Potenzial einer Phosphatreduktion [ÄrzteZeitung 2022]. Damit kann sich der Phosphatspiegel effektiver, kostengünstiger und mit weniger Nebenwirkungen senken lassen. Neben Lebensmitteln mit einem natürlich hohen Phosphatgehalt gilt es auch die Produkte zu berücksichtigen, denen Phosphate als Zusatzstoffe zugesetzt werden.

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 3. Mai 2022
Hintergrundbeitrag: Reizdarmsyndrom – Ernährungstherapie

9 Empfehlungen für die Ernährungsberatung beim Reizdarmsyndrom

Die US-amerikanische Gastroenterologengesellschaft AGA (American Gastroenterological Association) hat auf Basis einer umfangreichen Literaturrecherche für die ernährungstherapeutische Behandlung des Reizdarmsyndroms 9 Empfehlungen formuliert [Che 2022].

  1. Geeignet sind PatientInnen, deren Beschwerden mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängen und die gewillt sind, die Nahrung umzustellen. Ein zertifizierter Ernährungsberater kann dabei unterstützen.
  2. PatientInnen mit psychischen Störungen, einem hohen Risiko für Mangelernährung oder Essstörungen sind eher ungeeignet für eine Ernährungsumstellung bzw. Diät.
  3. Eine spezielle Diät sollte auf einen festen Zeitraum begrenzt werden. Bei Nicht-Ansprechen während diesen Zeitraums ist die Maßnahme abzusetzen und ggf. zu ersetzen.
  4. Vor der eigentlichen Ernährungsberatung sollten die PatientInnen ein mindestens 3-tägiges Ernährungs- und Symptomtagebuch führen.
  5. Besonders empfehlenswert sind täglich etwa 25-35 g lösliche Ballaststoffe in Form von Flohsamenschalen, Mais, Haferkleie sowie Fruchtfleisch von Obst und Gemüse.
  6. Die beste Evidenz und den Diäten beim Reizdarmsyndrom (insbesondere vom Diarrhö-Typ) weist derzeit die FODMAP-Diät auf. Diese vermag Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu steigern.
  7. Die FODMAP-Ernährung sollte in 3 Phasen durchlaufen werden: 1. Restriktion (4-6 Wochen), 2. schrittweises Wiedereinführen, 3. Abstimmen der Ernährung auf die Person (Personalisierung).
  8. Für die Empfehlung einer glutenfreien Diät fehlt es derzeit an Evidenz. Die Studienlage ist sehr widersprüchlich.
  9. Bestimmte Biomarker könnten das Ansprechen auf Ernährungsmaßnahmen voraussagen. Diese müssen mittelts IgG-Titer-Bestimmung jedoch zuerst identifiziert werden.
News: Beratungspraxis
Datum: 2. Mai 2022
Hintergrundbeitrag: Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel im Faktencheck bei Medizin transparent

Lysin gegen Herpes?

Im Internet werden zur Bekämpfung und/oder Vorbeugung von Lippenherpes Präparate mit Lysin beworben. Laut Medizin transparent gibt es dafür keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Verfügbare Studien sind klein und von unklarer Qualität. Ausführliche Hintergrundinformationen sind auf der Website von Medizin transparent zu finden.

Spermidin gegen Demenz?

Nahrungsergänzungsmittel mit Spermidin werden unter anderem zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und zum Schutz gegen Demenz beworben. Die auch in Nahrungsmitteln vorkommende Substanz soll Autophagie-Prozesse (Selbstreinigung) der Zellen anregen. Studien hierzu gibt es kaum, mit hoher Aussagekraft keine. Ausführliche Hintergrundinformationen sind auf der Website von Medizin transparent zu finden.

News: Wissen und Wissenschaft
Datum: 2. Mai 2022
Hintergrundbeitrag: Pankreatitis – Ernährungstherapie

Pankreatitis: Genetische und Lebensstilfaktoren in Summe mit hohem Risiko

Rauchen ist ein starker Risikofaktor für die Entstehung einer akuten Pankreatitis. In Kombination mit einem hohen Alkoholkonsum steigt die Wahrscheinlichkeit noch deutlicher. Weitere Risikofaktoren sind Mutationen von Pankreasenzym-Genen und/oder des CFTR-Gens, hohe Triglyzeridspiegel (familäre Hypertriglyzeridämie, Alkohol) sowie die Blutgruppe B, Störungen des Darmmikrobioms und ein Magnesiummangel bzw. ein verändertes Magnesium-Transportsystem [ÄrzteZeitung 2022].

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