Anamnese und Anamnesebogen

Die Anamnese, abgeleitet vom griechischen Wort „anamnēsis“, das „Erinnerung“ bedeutet, ist ein fundamentaler Schritt in der medizinischen und therapeutischen Praxis. In der Ernährungsberatung bezeichnet die Anamnese den systematischen Prozess der Datenerhebung über den Klienten. Dies umfasst nicht nur die aktuellen Ernährungsgewohnheiten, sondern auch die medizinische Vorgeschichte, den Lebensstil, körperliche Aktivitäten und andere Faktoren, die die Ernährung und Gesundheit beeinflussen können.

Einführung

Definition

Die Anamnese dient als Grundlage für die Erstellung eines individuellen Ernährungsplans und ermöglicht es dem Ernährungsberater, die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen jedes Klienten zu verstehen. Durch eine gründliche Anamnese kann der Berater potenzielle Ernährungsprobleme identifizieren, Risikofaktoren erkennen und gezielte Empfehlungen geben, die auf den individuellen Zielen und Bedürfnissen des Klienten basieren.

Zweck

Der Hauptzweck der Anamnese in der Ernährungsberatung ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die Klientinnen und Klienten sowie deren Ernährungsgewohnheiten zu gewinnen. Dies ist entscheidend, um maßgeschneiderte und effektive Ernährungsempfehlungen zu geben. Ohne eine gründliche Anamnese könnten wichtige Aspekte der Ernährung und Gesundheit der ratsuchenden Personen übersehen werden, was zu weniger optimalen oder sogar schädlichen Empfehlungen führen könnte.

Ein weiterer zentraler Zweck der Anamnese ist die Identifizierung von Ernährungsproblemen oder -störungen. Durch das Sammeln detaillierter Informationen über die Ernährungsgewohnheiten, den Lebensstil und die medizinische Vorgeschichte können die Beratenden potenzielle Problembereiche identifizieren und gezielte Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen entwickeln.

Schließlich dient die Anamnese auch dazu, Vertrauen zwischen den beratenen Personen und den Beratenden aufzubauen. Ein offener und ehrlicher Dialog während der Anamnese kann dazu beitragen, eine positive und unterstützende Beziehung zu etablieren, die für den Erfolg der Ernährungsberatung entscheidend ist.

Anamnese im ETP bzw. G-NCP

Die Anamnese ist nicht nur ein wichtiger Schritt in der Ernährungsberatung, sondern ein integraler Bestandteil des gesamten ernährungstherapeutischen Prozesses bzw. des G-NCP. 

Innerhalb dieses Prozesses spielt die Anamnese eine zentrale Rolle im Ernährungsassessment. Hier werden durch gezielte Befragung und Untersuchung der Klientinnen und Klienten relevante Daten gesammelt, um den aktuellen Ernährungszustand und mögliche Ernährungsprobleme zu identifizieren. Diese Informationen sind entscheidend, um im nächsten Schritt geeignete Ernährungsdiagnosen zu stellen und Ernährungsinterventionen zu planen bzw. zu implementieren.

Die Beratenden nutzen die Anamnese, um ein umfassendes Bild der individuellen Ernährungssituation zu erhalten. Dies beinhaltet nicht nur die aktuellen Ernährungsgewohnheiten, sondern auch den gesundheitlichen Zustand, Medikamenteneinnahme, Lebensstil und andere Faktoren, die die Ernährung beeinflussen können. Nur mit diesen detaillierten Informationen können gezielte und individuell angepasste Ernährungsempfehlungen gegeben werden.


Anamnese und Anamnesebogen

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Erfassen des Ernährungszustandes

Ziele

Die Erfassung des aktuellen Ernährungszustands ist ein zentrales Element der Anamnese. Es geht darum, ein klares Bild davon zu bekommen, wie sich die Klientinnen und Klienten derzeit ernähren und welche Nährstoffe sie in welchen Mengen zu sich nehmen. Dies ist entscheidend, um festzustellen, ob es Mangelerscheinungen, Überernährung oder andere Ernährungsprobleme gibt.

Dazu gehört unter anderem:

  • Erfassen der Nährstoffzufuhr
  • Erfassen der Flüssigkeitszufuhr
  • Erfassen der Lebensmittelauswahl
  • Erfassen der Mahlzeitenstruktur/ -häufigkeit
  • Erfassen von Emotionen, Rahmenbedingungen etc.
  • Erfassen besonderer Ernährungsformen, Vorlieben und Abneigungen

Methoden der Erfassung

Um den aktuellen Ernährungszustand der Klientinnen und Klienten präzise zu erfassen, können die Beratenden verschiedene Methoden und Aufgaben nutzen:

  1. Typischer Wochenverlauf: Die Klientinnen und Klienten erstellen eine detaillierte Übersicht über eine typische Woche, in der sie Schlafmuster, Arbeitszeiten, Mahlzeiten, Snacks und körperliche Aktivitäten festhalten. Dies gibt den Beratenden einen umfassenden Einblick in den Lebensstil und die Ernährungsgewohnheiten.
  2. Ernährungsprotokoll: Hierbei handelt es sich um ein detailliertes Tagebuch, in dem die Klientinnen und Klienten über mehrere Tage hinweg alles aufzeichnen, was sie essen und trinken. Dies kann auch die Portionsgrößen, Zubereitungsmethoden und sogar die Stimmung während der Mahlzeiten beinhalten.
  3. Fotografisches Ernährungstagebuch: Anstelle oder zusätzlich zum schriftlichen Protokoll können die Klientinnen und Klienten Fotos von ihren Mahlzeiten und Snacks machen. Dies bietet eine visuelle Darstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten und kann oft detaillierter sein als schriftliche Aufzeichnungen.
  4. 24-Stunden-Rückruf: Bei dieser Methode werden die Klientinnen und Klienten gebeten, sich detailliert an alles zu erinnern, was sie in den letzten 24 Stunden gegessen und getrunken haben. Dies kann mündlich in einem Gespräch oder schriftlich erfolgen.
  5. Fragebögen zur Ernährung: Standardisierte Fragebögen können verwendet werden, um spezifische Aspekte der Ernährung zu bewerten, wie z.B. den Verzehr von Obst und Gemüse, den Konsum von Fast Food oder die Einhaltung bestimmter Diäten.
  6. Apps und digitale Tools: Es gibt zahlreiche Apps und digitale Werkzeuge, die es den Klientinnen und Klienten ermöglichen, ihre Ernährung zu verfolgen, Nährstoffinformationen zu erhalten und ihre Daten mit den Beratenden zu teilen.

Durch den Einsatz dieser Methoden können die Beratenden ein umfassendes Bild vom aktuellen Ernährungszustand erhalten und gezielte Empfehlungen für Verbesserungen geben.

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Hilfreiche Kommunikationsmittel

Eine effektive Kommunikation ist entscheidend, um den Ernährungszustand der Klientinnen und Klienten präzise zu erfassen. Die Beratenden sollten sowohl offene als auch gezielte Fragen stellen, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Hier sind einige hilfreiche Fragen und Kommunikationsmittel:

  1. Offene Fragen: Diese Art von Fragen ermutigt die Klientinnen und Klienten, ausführlich zu antworten und ihre Gedanken und Gefühle zu teilen.
    • „Erzählen Sie mir von Ihren typischen Mahlzeiten an einem Arbeitstag.“
    • „Wie fühlen Sie sich normalerweise nach dem Essen?“
  2. Gezielte Fragen: Diese Fragen sind spezifisch und zielen darauf ab, konkrete Informationen zu erhalten.
    • „Wie viele Portionen Obst und Gemüse essen Sie täglich?“
    • „Trinken Sie regelmäßig alkoholische Getränke?“
  3. Aktives Zuhören: Es ist wichtig, aufmerksam zuzuhören und durch nonverbale Signale (z.B. Kopfnicken) zu zeigen, dass man dem Gesagten Aufmerksamkeit schenkt.
  4. Reflektierendes Feedback: Dies bestätigt, dass die Beratenden das Gesagte verstanden haben und gibt den Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, Klarstellungen vorzunehmen.
    • „Also sagen Sie, dass Sie sich meistens müde fühlen, nachdem Sie eine große Mahlzeit gegessen haben?“
  5. Vermeidung von Fachjargon: Es ist wichtig, klare und verständliche Sprache zu verwenden, um sicherzustellen, dass die Klientinnen und Klienten die gestellten Fragen und gegebenen Informationen verstehen.
  6. Einsatz von Visualisierungen: Manchmal kann es hilfreich sein, Bilder, Diagramme oder andere visuelle Hilfsmittel zu verwenden, um bestimmte Konzepte zu veranschaulichen oder um den Klientinnen und Klienten zu helfen, ihre Ernährungsgewohnheiten besser zu beschreiben.
  7. Empathie zeigen: Es ist wichtig, Verständnis und Mitgefühl zu zeigen, insbesondere wenn Klientinnen und Klienten über sensible oder emotionale Themen sprechen.

Durch den Einsatz dieser Fragen und Kommunikationsmittel können die Beratenden sicherstellen, dass sie alle notwendigen Informationen erhalten, um den Ernährungszustand der Klientinnen und Klienten genau zu bewerten.

Mögliche Verzerrungen durch Selbstbericht

Die Selbstberichterstattung von Ernährungsgewohnheiten ist ein gängiges Mittel in der Ernährungsberatung. Allerdings kann es hierbei zu verschiedenen Verzerrungen kommen, die das erfasste Bild beeinflussen:

  • Soziale Erwünschtheit: Klientinnen und Klienten neigen dazu, ihr Verhalten in einem positiveren Licht darzustellen, um den Erwartungen des Beratenden oder der Gesellschaft gerecht zu werden. Sie könnten beispielsweise den Konsum von als „ungesund“ geltenden Lebensmitteln herunterspielen oder den von „gesunden“ Lebensmitteln übertreiben.
  • Erinnerungsverzerrung: Es ist nicht immer einfach, sich genau an alle konsumierten Lebensmittel und Mengen zu erinnern, insbesondere wenn die Anamnese mehrere Tage oder Wochen zurückliegt.
  • Unkenntnis über Lebensmittel: Manchmal wissen Klientinnen und Klienten nicht genau, was sie konsumieren, besonders wenn es sich um Fertigprodukte oder Restaurantmahlzeiten handelt.
  • Schwierigkeiten bei Mengenangaben: Es kann herausfordernd sein, genaue Portionen oder Mengen ohne konkrete Messungen zu schätzen.

Umgang mit Verzerrungen

  • Verwendung von standardisierten Fragebögen: Diese können helfen, die Informationen systematisch und konsistent zu erfassen.
  • Ernährungstagebücher: Das Führen eines Ernährungstagebuchs über mehrere Tage kann ein genaueres Bild der tatsächlichen Ernährungsgewohnheiten liefern.
  • Fotografische Aufzeichnungen: Das Fotografieren von Mahlzeiten mit einem Smartphone kann eine visuelle Referenz für Portionen und Lebensmittelauswahl bieten.
  • Schulung der Klientinnen und Klienten: Eine kurze Schulung darüber, wie man Portionen schätzt oder was bestimmte Lebensmittel beinhalten, kann die Genauigkeit der Berichte verbessern.
  • Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung: Wenn Klientinnen und Klienten dem Beratenden vertrauen und sich nicht beurteilt fühlen, sind sie wahrscheinlicher ehrlich.

Es ist wichtig, dass Beratende sich der möglichen Verzerrungen bewusst sind und Strategien entwickeln, um diese zu minimieren und die Genauigkeit der gesammelten Informationen zu erhöhen.

Bestandteile der Anamnese

Allgemeine Daten

Die allgemeinen Daten bieten einen ersten Überblick über die Klientinnen und Klienten und können bereits erste Hinweise auf spezifische Ernährungsbedürfnisse oder -probleme geben.

  • Alter: Das Alter kann Einfluss auf den Nährstoffbedarf haben. Beispielsweise haben ältere Menschen oft einen verminderten Energiebedarf, während Kinder und Jugendliche, die sich im Wachstum befinden, einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen haben können.
  • Geschlecht: Männer und Frauen können unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse haben, insbesondere in Bezug auf Kalorien, Eisen und bestimmte Vitamine.
  • Beruf: Der Beruf kann Aufschluss über den täglichen Energiebedarf geben. Körperlich anstrengende Berufe erfordern oft eine höhere Kalorienzufuhr, während Bürojobs zu einem eher sitzenden Lebensstil führen können.
  • Familienstand und Lebenssituation: Alleinstehende könnten andere Ernährungsgewohnheiten haben als Personen, die in einer Familie oder Wohngemeinschaft leben. Die Anzahl und das Alter der Kinder im Haushalt können ebenfalls Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten haben.
  • Kultureller und religiöser Hintergrund: Bestimmte Kulturen und Religionen haben spezifische Ernährungsvorschriften oder -gewohnheiten, die berücksichtigt werden sollten.

Die Erfassung dieser allgemeinen Daten ist oft der erste Schritt in der Anamnese und legt den Grundstein für die weiteren Untersuchungen und Gespräche.

Medizinische Vorgeschichte

Ein tiefes Verständnis für die medizinische Vorgeschichte der Klientinnen und Klienten ist entscheidend, um maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen zu geben. Die medizinische Vorgeschichte kann direkte Auswirkungen auf den Ernährungszustand und die Ernährungsbedürfnisse haben.

  • Frühere Krankheiten: Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder gastrointestinale Störungen können spezifische Ernährungsanforderungen oder -beschränkungen mit sich bringen.
  • Aktuelle gesundheitliche Probleme: Akute gesundheitliche Probleme, wie Infektionen oder Verletzungen, können den Nährstoffbedarf vorübergehend verändern.
  • Medikamenteneinnahme: Einige Medikamente können den Appetit, die Nährstoffaufnahme oder den Stoffwechsel beeinflussen. Es ist wichtig zu wissen, welche Medikamente die Klientinnen und Klienten einnehmen und wie diese ihre Ernährung beeinflussen könnten.
  • Allergien und Unverträglichkeiten: Informationen über Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die Ernährungsempfehlungen sicher und verträglich sind.
  • Operationen: Vorangegangene Operationen, insbesondere solche, die den Verdauungstrakt betreffen, können die Art und Weise beeinflussen, wie der Körper Nahrungsmittel verarbeitet und Nährstoffe aufnimmt.

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zur medizinischen Vorgeschichte stellen und alle relevanten Informationen sorgfältig dokumentieren. Dies stellt sicher, dass die Ernährungsempfehlungen den individuellen gesundheitlichen Bedürfnissen und Herausforderungen der Klientinnen und Klienten entsprechen.


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Anamnese und Anamnesebogen

Ernährungsanamnese

Energiezufuhr

Die Energiezufuhr bezieht sich auf die Menge an Kalorien, die Klientinnen und Klienten täglich durch Nahrung und Getränke aufnehmen. Eine angemessene Energiezufuhr ist entscheidend für die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts und die Unterstützung der körperlichen Aktivität.

  • Täglicher Kalorienbedarf: Abhängig von Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und Aktivitätsniveau hat jeder Mensch einen bestimmten Kalorienbedarf. Wie nah kommen die Klientinnen und Klienten diesem Bedarf mit ihrer aktuellen Ernährung?
  • Quellen der Energiezufuhr: Aus welchen Lebensmitteln und Getränken beziehen die Klientinnen und Klienten den Großteil ihrer Kalorien? Dies kann Aufschluss über die Qualität ihrer Ernährung geben.
  • Schwankungen in der Energiezufuhr: Gibt es Tage, an denen die Klientinnen und Klienten deutlich mehr oder weniger essen als gewöhnlich? Was sind die Gründe dafür?
  • Verhältnis von Makronährstoffen: Wie verteilt sich die Energiezufuhr auf Kohlenhydrate, Proteine und Fette? Dies kann Hinweise auf mögliche Ernährungsungleichgewichte geben.
  • Bewusstsein über Energiezufuhr: Sind sich die Klientinnen und Klienten ihrer täglichen Kalorienaufnahme bewusst? Verfolgen sie ihre Energiezufuhr mithilfe von Apps oder Ernährungstagebüchern?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zur Energiezufuhr stellen. Dies ermöglicht es ihnen, ein Verständnis für die Ernährungsgewohnheiten der Klientinnen und Klienten zu entwickeln und Empfehlungen zu geben, die darauf abzielen, eine ausgewogene und angemessene Energiezufuhr sicherzustellen.

Flüssigkeitsaufnahme

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich, von der Temperaturregulierung bis zur Verdauung. Die Menge und Art der konsumierten Flüssigkeiten können erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Klientinnen und Klienten haben.

  • Tägliche Flüssigkeitsaufnahme: Wie viel Flüssigkeit nehmen die Klientinnen und Klienten täglich zu sich? Kommen sie der allgemeinen Empfehlung von etwa 2 Litern pro Tag nahe?
  • Hauptquellen der Flüssigkeitszufuhr: Welche Getränke konsumieren die Klientinnen und Klienten am häufigsten? Dies kann Wasser, Tee, Kaffee, Säfte, Softdrinks oder Alkohol umfassen.
  • Wasserzufuhr: Wie viel reines Wasser trinken die Klientinnen und Klienten täglich? Wasser ist oft die beste Quelle für Flüssigkeitszufuhr, da es kalorienfrei ist und den Körper effizient hydratisiert.
  • Koffeinhaltige Getränke: Wie oft konsumieren die Klientinnen und Klienten koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee oder Energy-Drinks? Ein übermäßiger Koffeinkonsum kann zu Dehydration und anderen gesundheitlichen Problemen führen.
  • Alkoholkonsum: Wie oft und in welchen Mengen konsumieren die Klientinnen und Klienten Alkohol? Alkohol kann den Körper dehydrieren und sollte in Maßen konsumiert werden.
  • Bewusstsein über Flüssigkeitszufuhr: Sind sich die Klientinnen und Klienten der Bedeutung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr bewusst? Verfolgen sie ihre tägliche Flüssigkeitsaufnahme?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zur Flüssigkeitszufuhr stellen. Dies ermöglicht es ihnen, potenzielle Mängel oder Überschüsse in der Flüssigkeitsaufnahme der Klientinnen und Klienten zu identifizieren und entsprechende Empfehlungen zu geben.

Nährstoffzufuhr

Die Nährstoffaufnahme gibt einen Einblick in die Qualität und Quantität der konsumierten Lebensmittel und wie diese die Gesundheit und das Wohlbefinden der Klientinnen und Klienten beeinflussen können.

  • Makronährstoffe
    • Kohlenhydrate: Wie viel und welche Art von Kohlenhydraten konsumieren die Klientinnen und Klienten? Dies kann einfache Zucker, komplexe Kohlenhydrate oder Ballaststoffe umfassen.
    • Proteine: Welche Proteinquellen sind in der Ernährung der Klientinnen und Klienten enthalten? Dies kann tierische oder pflanzliche Proteine umfassen.
    • Fette: Welche Art von Fetten konsumieren die Klientinnen und Klienten? Dies kann gesättigte, ungesättigte oder Transfette umfassen.
    • Ballaststoffe: Wie ist die Aufnahme von Ballaststoffen, die für eine gesunde Verdauung wichtig sind?
  • Mikronährstoffe
    • Vitamine: Haben die Klientinnen und Klienten ausreichende Mengen aller notwendigen Vitamine in ihrer Ernährung?
    • Mineralien: Wie steht es um die Aufnahme von Mineralien wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink?
    • Spurenelemente: Werden auch Spurenelemente wie Selen, Kupfer und Mangan in ausreichenden Mengen aufgenommen?
  • Biaktive Substanzen
    • Sekundäre Pflanzenstoffe: Welche sekundären Pflanzenstoffe, wie Flavonoide, Carotinoide oder Saponine, sind in der Ernährung der Klientinnen und Klienten enthalten? Diese Stoffe können gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zur Nährstoffaufnahme stellen. Dies ermöglicht es ihnen, potenzielle Mängel oder Überschüsse in der Ernährung der Klientinnen und Klienten zu identifizieren und entsprechende Empfehlungen zu geben.

Lebensmittelauswahl

Die Auswahl der Lebensmittel, die Klientinnen und Klienten regelmäßig konsumieren, gibt Aufschluss über ihre Ernährungsgewohnheiten und Vorlieben. Dieser Bereich der Anamnese hilft den Beratenden, maßgeschneiderte Empfehlungen zu geben, die den Geschmack und die Vorlieben der Klientinnen und Klienten berücksichtigen.

  • Hauptnahrungsmittel: Welche Lebensmittel bilden die Grundlage der Ernährung der Klientinnen und Klienten? Dies kann Getreide, Fleisch, Gemüse, Obst oder Milchprodukte umfassen.
  • Bevorzugte Lebensmittel: Gibt es bestimmte Lebensmittel, die die Klientinnen und Klienten besonders gerne essen oder regelmäßig in ihre Ernährung integrieren?
  • Gemiedene Lebensmittel: Welche Lebensmittel meiden die Klientinnen und Klienten, sei es aufgrund von Allergien, Unverträglichkeiten, persönlichen Vorlieben oder anderen Gründen?
  • Zubereitungsmethoden: Wie bereiten die Klientinnen und Klienten ihre Lebensmittel zu? Bevorzugen sie gebratene, gekochte, rohe oder gedünstete Lebensmittel?
  • Bio und Regional: Legen die Klientinnen und Klienten Wert auf biologisch angebaute oder regional produzierte Lebensmittel?
  • Verarbeitete Lebensmittel: Wie oft konsumieren die Klientinnen und Klienten verarbeitete Lebensmittel oder Fertiggerichte? Dies kann Aufschluss über ihre Ernährungsgewohnheiten und den Nährstoffgehalt ihrer Ernährung geben.
  • Ergänzungsprodukte: Verwenden die Klientinnen und Klienten Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine oder andere Ergänzungsprodukte?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zur Lebensmittelauswahl stellen. Dies ermöglicht es ihnen, ein klares Bild von den Ernährungsgewohnheiten der Klientinnen und Klienten zu erhalten und Empfehlungen zu geben, die auf ihren individuellen Vorlieben und Bedürfnissen basieren.

Mahlzeitenmanagement

Das Management von Mahlzeiten bezieht sich darauf, wie Klientinnen und Klienten ihre Mahlzeiten planen, zubereiten und konsumieren. Ein effektives Mahlzeitenmanagement kann dazu beitragen, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen und gesundheitliche Ziele zu erreichen.

  • Planung
    • Mahlzeitenplanung: Planen die Klientinnen und Klienten ihre Mahlzeiten im Voraus oder entscheiden sie spontan, was sie essen?
    • Einkaufsverhalten: Wie oft gehen sie einkaufen? Planen sie ihre Einkäufe anhand einer Liste oder kaufen sie spontan ein?
  • Zubereitung
    • Kochgewohnheiten: Wie oft kochen die Klientinnen und Klienten selbst? Verwenden sie frische Zutaten oder greifen sie häufig auf Fertiggerichte zurück?
    • Zubereitungsmethoden: Welche Methoden zur Lebensmittelzubereitung bevorzugen sie? Zum Beispiel Dämpfen, Braten, Grillen oder Rohkost.
  • Mahlzeitenstruktur
    • Mahlzeitenfrequenz/-häufigkeit: Wie oft essen die Klientinnen und Klienten täglich? Gibt es regelmäßige Hauptmahlzeiten und Snacks oder essen sie unregelmäßig?
    • Regelmäßigkeit: Essen sie zu regelmäßigen Zeiten oder variiert ihr Essensrhythmus?
    • Mahlzeitenzusammensetzung: Wie setzen sich die Mahlzeiten der Klientinnen und Klienten zusammen? Welchen Anteil haben Proteine, Kohlenhydrate, Fette und Gemüse in ihren Mahlzeiten? Gibt es eine ausgewogene Verteilung der Nährstoffe?
  • Essumgebung
    • Wo: Essen die Klientinnen und Klienten hauptsächlich zu Hause, bei der Arbeit oder in Restaurants?
    • Mit wem: Nehmen sie ihre Mahlzeiten alleine, mit der Familie oder mit Kolleginnen und Kollegen ein?
  • Herausforderungen
    • Welche Schwierigkeiten oder Hindernisse treten beim Mahlzeitenmanagement auf? Dies könnte Zeitmangel, fehlende Kochkenntnisse oder ein begrenztes Budget umfassen.

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zum Mahlzeitenmanagement stellen. Dies ermöglicht es ihnen, die Gewohnheiten und Herausforderungen der Klientinnen und Klienten zu verstehen und Empfehlungen zu geben, die ihnen helfen, ihre Ernährungsgewohnheiten zu optimieren.

Genussmittel und Snacking

enussmittel und Snacks können einen erheblichen Einfluss auf die Gesamternährung und Gesundheit der Klientinnen und Klienten haben. Es ist wichtig, ein Verständnis für ihre Gewohnheiten in diesen Bereichen zu entwickeln, um maßgeschneiderte Empfehlungen geben zu können.

  • Genussmittel
    • Kaffee und Tee: Wie oft und in welchen Mengen konsumieren die Klientinnen und Klienten koffeinhaltige Getränke? Welche Art von Zusätzen verwenden sie (z.B. Zucker, Milch)?
    • Alkohol: Wie oft trinken die Klientinnen und Klienten Alkohol und in welchen Mengen? Welche Art von alkoholischen Getränken bevorzugen sie?
    • Tabak: Rauchen die Klientinnen und Klienten oder konsumieren sie andere Tabakprodukte? Wenn ja, wie oft und in welcher Menge?
  • Snacking:
    • Häufigkeit: Wie oft nehmen die Klientinnen und Klienten Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten zu sich?
    • Art der Snacks: Welche Art von Snacks bevorzugen sie? Handelt es sich um gesunde Optionen wie Obst und Nüsse oder eher um verarbeitete Snacks wie Chips und Schokolade?
    • Gründe für das Snacking: Snacken die Klientinnen und Klienten aus Hunger, Langeweile, Stress oder anderen Gründen?
    • Ort des Snackens: Wo snacken sie am häufigsten? Zuhause, bei der Arbeit, unterwegs?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zu Genussmitteln und Snacking-Gewohnheiten stellen. Dies ermöglicht es ihnen, potenzielle Bereiche zu identifizieren, in denen Veränderungen vorgenommen werden könnten, um die Ernährungsgewohnheiten der Klientinnen und Klienten zu verbessern.

Einkaufsmanagement

Das Einkaufsmanagement bezieht sich darauf, wie Klientinnen und Klienten ihre Lebensmittel und Getränke auswählen, kaufen und lagern. Ein bewusstes Einkaufsverhalten kann dazu beitragen, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sicherzustellen.

  • Einkaufsplanung
    • Einkaufsliste: Nutzen die Klientinnen und Klienten eine Einkaufsliste, um gezielt Lebensmittel zu kaufen und Impulskäufe zu vermeiden?
    • Budget: Welches Budget steht für den Lebensmitteleinkauf zur Verfügung? Wie beeinflusst dies die Auswahl der Produkte?
  • Einkaufsorte
    • Supermärkte vs. Biomärkte: Wo kaufen die Klientinnen und Klienten hauptsächlich ein? Bevorzugen sie konventionelle Supermärkte, Biomärkte oder Bauernmärkte?
    • Online-Einkauf: Bestellen sie Lebensmittel auch online? Wenn ja, wie oft und welche Produkte?
  • Produktauswahl
    • Verpackung: Achten die Klientinnen und Klienten auf die Verpackung von Produkten? Bevorzugen sie unverpackte oder umweltfreundlich verpackte Lebensmittel?
    • Herkunft und Qualität: Wie wichtig sind Faktoren wie Bio-Qualität, regionale Herkunft oder Fair Trade beim Einkauf?
  • Lagerung
    • Haltbarkeit: Wie lagern die Klientinnen und Klienten ihre Lebensmittel, um deren Frische und Haltbarkeit zu gewährleisten?
    • Vorratshaltung: Halten sie einen Vorrat an Lebensmitteln zu Hause? Wenn ja, welche Produkte lagern sie vorrangig?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zum Einkaufsmanagement stellen. Dies ermöglicht es ihnen, die Einkaufsgewohnheiten und -präferenzen der Klientinnen und Klienten zu verstehen und Empfehlungen zu geben, die ihnen helfen, bewusstere und gesündere Einkaufsentscheidungen zu treffen.

Diäten und Gewichtsveränderungen

Die Geschichte der Gewichtsveränderungen und der Diätversuche kann wertvolle Einblicke in die Ernährungsgewohnheiten, den Erfolg von Ernährungsstrategien und mögliche Herausforderungen bieten, denen sich Klientinnen und Klienten gegenübersehen.

  • Geschichte von Gewichtsveränderungen: Haben die Klientinnen und Klienten in der Vergangenheit erhebliche Gewichtsschwankungen erlebt? Wenn ja, was waren die Gründe dafür?
  • Vorherige Diätversuche: Welche Diäten oder Ernährungspläne haben die Klientinnen und Klienten in der Vergangenheit ausprobiert? Was waren die Ergebnisse und wie fühlten sie sich dabei?
  • Erfolg und Herausforderungen: Bei welchen Diäten oder Ernährungsänderungen hatten die Klientinnen und Klienten Erfolg? Wo traten Schwierigkeiten oder Herausforderungen auf?
  • Gründe für das Beenden von Diäten: Warum haben die Klientinnen und Klienten bestimmte Diäten oder Ernährungspläne beendet? Lag es an mangelnder Motivation, Schwierigkeiten bei der Einhaltung oder anderen Gründen?
  • Lernergebnisse: Was haben die Klientinnen und Klienten aus ihren vorherigen Diätversuchen gelernt? Gibt es bestimmte Strategien oder Ansätze, die sie in Zukunft vermeiden oder beibehalten möchten?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zu vorherigen Diäten und Gewichtsveränderungen stellen. Dies ermöglicht es ihnen, Empfehlungen zu geben, die auf den Erfahrungen und Lernergebnissen der Klientinnen und Klienten basieren und ihnen helfen, zukünftige Ernährungsziele effektiver zu erreichen.

Ernährungsvorlieben und Abneigungen

Um maßgeschneiderte und realistische Ernährungsempfehlungen zu geben, ist es wichtig, die Ernährungsvorlieben und -abneigungen der Klientinnen und Klienten zu kennen. Dies hilft den Beratenden, Empfehlungen zu geben, die nicht nur gesund, sondern auch schmackhaft und zufriedenstellend für die Klientinnen und Klienten sind.

  • Lieblingsnahrungsmittel: Welche Lebensmittel oder Gerichte genießen die Klientinnen und Klienten besonders gerne? Dies kann Hinweise auf bestimmte Nährstoffe geben, die in ihrer Ernährung häufig vorkommen.
  • Nahrungsmittelabneigungen: Gibt es Lebensmittel, die die Klientinnen und Klienten nicht mögen oder aus bestimmten Gründen meiden? Dies kann auf potenzielle Nährstofflücken in ihrer Ernährung hinweisen.
  • Diätbeschränkungen: Folgen die Klientinnen und Klienten bestimmten Diäten oder haben sie bestimmte Ernährungsphilosophien? Zum Beispiel vegetarisch, vegan, paleo oder andere.
  • Kulturelle oder religiöse Ernährungsvorschriften: Einige Klientinnen und Klienten haben spezifische Ernährungsvorschriften aufgrund ihrer Kultur oder Religion, die berücksichtigt werden sollten.
  • Textur- oder Konsistenzpräferenzen: Einige Menschen haben Vorlieben oder Abneigungen gegenüber bestimmten Texturen oder Konsistenzen von Lebensmitteln, was bei der Empfehlung von Rezepten oder Mahlzeitenplänen berücksichtigt werden sollte.

Indem die Beratenden diese Vorlieben und Abneigungen berücksichtigen, können sie sicherstellen, dass die Ernährungsempfehlungen nicht nur gesund, sondern auch ansprechend und nachhaltig für die Klientinnen und Klienten sind.

Hunger und Sättigung

Das Verständnis von Hunger- und Sättigungsgefühlen ist entscheidend, um das Essverhalten und die Ernährungsgewohnheiten der Klientinnen und Klienten zu bewerten. Diese Gefühle können sowohl durch physische als auch durch emotionale Faktoren beeinflusst werden.

  • Regelmäßigkeit von Hungergefühlen: Wie oft verspüren die Klientinnen und Klienten Hunger? Gibt es bestimmte Zeiten des Tages, zu denen der Hunger besonders stark oder schwach ist?
  • Reaktion auf Hunger: Warten die Klientinnen und Klienten, bis sie wirklich hungrig sind, bevor sie essen, oder essen sie zu festgelegten Zeiten, unabhängig von ihrem Hungergefühl?
  • Sättigungsgefühl: Wie oft und nach welchen Mahlzeiten fühlen sich die Klientinnen und Klienten satt? Gibt es Mahlzeiten, nach denen sie sich übermäßig voll oder immer noch hungrig fühlen?
  • Emotionales Essen: Essen die Klientinnen und Klienten in Reaktion auf emotionale Auslöser wie Stress, Langeweile oder Traurigkeit, anstatt auf physische Hungergefühle zu reagieren?
  • Faktoren, die die Sättigung beeinflussen: Welche Lebensmittel oder Getränke führen dazu, dass sich die Klientinnen und Klienten satt fühlen? Gibt es bestimmte Nahrungsmittel, die sie meiden, weil sie nicht sättigend sind?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zu Hunger und Sättigung stellen, um ein tieferes Verständnis für das Essverhalten der Klientinnen und Klienten zu erhalten. Dies kann helfen, Ernährungsempfehlungen zu geben, die nicht nur gesund, sondern auch zufriedenstellend sind und den individuellen Bedürfnissen entsprechen.

Flüssigkeitsaufnahme

Ernährungs- und Kochgewohnheiten

Die Art und Weise, wie Klientinnen und Klienten ihre Mahlzeiten zubereiten und konsumieren, kann einen erheblichen Einfluss auf ihre Nährstoffaufnahme und ihre allgemeine Ernährungsqualität haben. Es ist wichtig, diese Gewohnheiten zu verstehen, um maßgeschneiderte Empfehlungen geben zu können.

  • Häufigkeit des Kochens: Wie oft kochen die Klientinnen und Klienten zu Hause im Vergleich zum Essen außer Haus oder dem Konsum von Fertiggerichten?
  • Kochkenntnisse: Verfügen die Klientinnen und Klienten über die notwendigen Fähigkeiten und das Wissen, um gesunde Mahlzeiten zuzubereiten? Gibt es bestimmte Techniken oder Rezepte, die sie regelmäßig verwenden?
  • Verwendung von Zusatzstoffen: Wie oft verwenden die Klientinnen und Klienten Salz, Zucker, Fette oder andere Zusatzstoffe bei der Zubereitung ihrer Mahlzeiten?
  • Mahlzeitenplanung: Planen die Klientinnen und Klienten ihre Mahlzeiten im Voraus oder entscheiden sie spontan, was sie essen möchten?
  • Essensumgebung: Wo essen die Klientinnen und Klienten normalerweise? Essen sie oft vor dem Fernseher, am Schreibtisch oder in einer ruhigen Umgebung ohne Ablenkungen?
  • Einkaufsgewohnheiten: Wo kaufen die Klientinnen und Klienten ihre Lebensmittel ein? Achten sie auf Bio-Qualität, regionale Produkte oder bestimmte Ernährungssiegel?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zu den Ernährungs- und Kochgewohnheiten stellen. Dies ermöglicht es ihnen, Empfehlungen zu geben, die den Alltag und die Vorlieben der Klientinnen und Klienten berücksichtigen und so eine nachhaltige Ernährungsumstellung erleichtern.

Soziales Umfeld und Ernährung

Das soziale Umfeld kann einen erheblichen Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten und -entscheidungen haben. Es ist wichtig, diese Faktoren während der Anamnese zu berücksichtigen, um ein vollständiges Bild der Ernährungsumgebung der Klientinnen und Klienten zu erhalten.

  • Familienstruktur: Leben die Klientinnen und Klienten allein, mit einem Partner, mit ihrer Familie oder in einer WG? Wer trifft die Entscheidungen über den Lebensmitteleinkauf und die Mahlzeitenzubereitung?
  • Kulturelle und religiöse Einflüsse: Gibt es kulturelle oder religiöse Praktiken, die die Ernährungsgewohnheiten beeinflussen? Dies kann die Auswahl bestimmter Lebensmittel, Fastenzeiten oder andere Ernährungspraktiken umfassen.
  • Soziale Aktivitäten: Wie oft essen die Klientinnen und Klienten außer Haus, z.B. in Restaurants, bei Freunden oder bei Veranstaltungen? Dies kann Einfluss auf die Art der konsumierten Lebensmittel und die Portionsgrößen haben.
  • Unterstützungssystem: Haben die Klientinnen und Klienten Unterstützung von Familie oder Freunden bei ihren Ernährungszielen? Oder gibt es Personen in ihrem Umfeld, die diese Ziele möglicherweise behindern?
  • Wirtschaftliche Faktoren: Welche Rolle spielt das Budget bei den Ernährungsentscheidungen? Müssen die Klientinnen und Klienten Kompromisse bei der Lebensmittelauswahl eingehen aufgrund finanzieller Einschränkungen?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zum sozialen Umfeld und dessen Einfluss auf die Ernährung stellen. Dies ermöglicht es ihnen, Empfehlungen zu geben, die realistisch und umsetzbar sind, unter Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Kontexte der Klientinnen und Klienten.

Psychologische Faktoren und Essverhalten

Das Essverhalten kann stark von psychologischen Faktoren beeinflusst werden. Emotionen, Stress, Selbstbild und andere mentale Zustände können die Art und Weise beeinflussen, wie Klientinnen und Klienten sich ernähren und wie sie über Essen denken.

  • Emotionales Essen: Greifen die Klientinnen und Klienten zu Essen als Reaktion auf emotionale Auslöser wie Stress, Traurigkeit oder Langeweile?
  • Selbstbild und Körperwahrnehmung: Wie sehen sich die Klientinnen und Klienten selbst? Gibt es Bedenken hinsichtlich des Körpergewichts oder des Aussehens, die das Essverhalten beeinflussen?
  • Essstörungen: Gibt es Anzeichen von Essstörungen wie Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating? Es ist wichtig, solche Themen sensibel und mit Fachkenntnis anzugehen.
  • Stress und Essen: Wie beeinflusst Stress das Essverhalten? Essen die Klientinnen und Klienten mehr oder weniger, wenn sie gestresst sind?
  • Gewohnheiten und Routinen: Gibt es festgelegte Muster oder Routinen im Essverhalten, die durch psychologische Faktoren beeinflusst werden?

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zu den psychologischen Faktoren stellen, die das Essverhalten beeinflussen. Dies ermöglicht es ihnen, Empfehlungen zu geben, die nicht nur die physischen, sondern auch die emotionalen und mentalen Bedürfnisse der Klientinnen und Klienten berücksichtigen.

Lebensstil und körperliche Aktivität

Der Lebensstil und das Maß an körperlicher Aktivität spielen eine entscheidende Rolle für den Ernährungszustand und die Ernährungsbedürfnisse der Klientinnen und Klienten. Ein aktiver Lebensstil kann zu einem erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf führen, während ein überwiegend sitzender Lebensstil das Risiko für bestimmte gesundheitliche Probleme erhöhen kann.

  • Sportliche Aktivitäten: Wie oft und wie intensiv treiben die Klientinnen und Klienten Sport? Welche Art von Sport oder Übung wird bevorzugt? Dies kann den Kalorienbedarf sowie den Bedarf an bestimmten Nährstoffen, wie Proteinen oder Elektrolyten, beeinflussen.
  • Tägliche Aktivitäten: Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus? Verbringen die Klientinnen und Klienten viel Zeit sitzend am Schreibtisch oder sind sie den Großteil des Tages auf den Beinen?
  • Rauchgewohnheiten: Rauchen kann den Stoffwechsel beeinflussen und den Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen erhöhen.
  • Alkoholkonsum: Regelmäßiger Alkoholkonsum kann die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen und den Bedarf an bestimmten Nährstoffen erhöhen.
  • Stresslevel: Chronischer Stress kann den Appetit und die Verdauung beeinflussen und zu ungesunden Ernährungsgewohnheiten führen.
  • Schlafgewohnheiten: Wie viele Stunden Schlaf bekommen die Klientinnen und Klienten durchschnittlich pro Nacht? Ein unzureichender oder gestörter Schlaf kann den Appetit, den Stoffwechsel und die Energielevels beeinflussen.
  • Aufenthalt im Freien: Wie viel Zeit verbringen die Klientinnen und Klienten täglich im Freien? Ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien, insbesondere bei Sonnenschein, beeinflusst die Vitamin D-Produktion im Körper, die für die Knochengesundheit und andere Körperfunktionen wichtig ist.

Die Beratenden sollten während der Anamnese detaillierte Fragen zum Lebensstil und zur körperlichen Aktivität stellen, um ein umfassendes Bild von den täglichen Gewohnheiten und Aktivitäten der Klientinnen und Klienten zu erhalten. Dies ermöglicht es, Ernährungsempfehlungen zu geben, die den individuellen Lebensstil und die körperlichen Aktivitäten berücksichtigen.

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  • Zuletzt aktualisiert 13. Februar 2024
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