Anamnese – Body Mass Index

Der BMI ist der am häufigsten verwendete Indikator zur Beurteilung der Körpermasse. Dieser bezieht das Gewicht auf die Körperoberfläche und gibt an, wie viel Kilogramm Körpermasse auf einen Quadratmeter fallen.

Berechnung:
BMI [kg/ m2] =
Körpergewicht [kg]
 
(Körperlänge [m])2

Anhand des BMI lässt sich das Gewicht eines Menschen grob in Unter-, Normal- und Übergewicht einteilen, wobei der Bereich des Normalgewichts (Ideal- bzw. wünschenswertes Gewicht) als der Gewichtsbereich definiert ist, mit dem die geringste Sterblichkeit und höchste Lebenserwartung einhergeht.

Einteilung des Gewichts bei Erwachsenen anhand des BMI
Einteilung
BMI (kg/m2 )
Risiko für Begleiterkrankungen
starkes Untergewicht
 16
hoch
mäßiges Untergewicht
16 – 17
erhöht
leichtes Untergewicht
17 – 19
gering erhöht
Normalgewicht
19 – 24,9
niedrig
Präadipositas
25 – 29,9
gering erhöht
Adipositas Grad 1
30 – 34,9
erhöht
Adipositas Grad 2
35 – 39,9
hoch
Adipositas Grad 3
 40
sehr hoch

Kritikpunkte

Obwohl der BMI nicht nur in der Praxis sondern auch in wissenschaftlichen und epidemiologischen Studien standardmäßig zur Beurteilung der Köpermasse eingesetzt wird, ist dessen Aussagekraft begrenzt. So ist die Aussagekraft des Wertes in erster Linie auf durchschnittlich große Kaukasier mittleren Alters beschränkt. Für Menschen anderen Alters, anderer Körperkonstitution oder ethnischer Zugehörigkeit ist der BMI weniger aussagekräftig.[is-logout]Für Mitglieder: Zum Weiterlesen bitte einloggen.[/is-logout][is-login] 

Alter

Mit dem Alter verschiebt sich der Normbereich des BMI nach oben. Für Menschen über 65 Jahre wird ein BMI bis 29 kg/ m2 als normal erachtet, was bei einem 1,70 m großen Senioren etwa 84 kg entspräche. Dennoch ist die Definition für Adipositas bislang streng auf den Grenzwert 30 kg/ m2 beschränkt. Bereits durch eine Gewichtszunahme von 3 kg würde der vormals normalgewichtige Senior nun als adipös eingestuft werden.

Körpergröße

Der BMI hat eine gute Aussagekraft bei einer durchschnittlichen Größe von 1,70 m. Starke Abweichungen hiervon führen häufig zu einer fehlerhaften Interpretation. So wird der BMI bei Menschen unter 1,55 m oft zu hoch und bei Personen über 1,90 m häufig zu niedrig bewertet.

Besondere Lebensumstände

Der BMI geht von einer durchschnittlichen Körperzusammensetzung aus und setzt bei Erhöhung eine Zunahme der Fettmasse voraus. Lebensumstände, die mit einer Vergrößerung anderer Gewebetypen wie etwa der Muskelmasse einhergehen, führen folglich zu einer falschen Beurteilung. Der BMI ist beispielsweise nicht anwendbar auf Sportler, Bodybuilder, Schwerstarbeiter, Schwangere und Stillende.

Ethnische Zugehörigkeit

Die zur Einteilung der BMI-Kategorien und Abschätzung des Krankheitsrisikos herangezogenen Studien umschlossen in erster Linie Menschen europiden Typs. Unterschiede in der Statur, der Körperzusammensetzung und im Stoffwechsel erschweren die Übertragbarkeit der Grenzwerte auf andere ethnische Bevölkerungsgruppen. Besonders bei Asiaten, die eine durchschnittlich kleinere und schmalere Statur aufweisen, ist das KHK-Risiko bereits bei BMI-Werten erhöht, die allgemeinhin als normal gelten. Hier wird der Normalgewichtsbereich mit 18,5-23 kg/m2 angegeben, während das Risiko bei 23-27,5 kg/m 2 bereits leicht erhöht und ab 27,5 kg/m2 deutlich erhöht ist [WHO 2004].

Mangelnder Risikozusammenhang

Der BMI steht seit langem in der Kritik kein aussagekräftiger Indikator für das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko zu sein. Wie der Medizin seit längerem bekannt ist, geht das höchste Risiko vor allem vom viszeralen Bauchfett aus. Das subkutane Fettgewebe an Hüften und Gesäß hat aufgrund der geringen Stoffwechselaktivität kaum metabolische Auswirkungen. Frauen mit gynoider Fettverteilung weisen folglich bei gleichem BMI ein geringeres KHK-Risiko auf als Frauen und Männer mit androider Fettverteilung. [/is-login]