Asthma bronchiale – Krankheitsbild und Ernährungstherapie

Bei Asthma kommt der entzündungshemmenden Ernährungsweise ein wichtiger Stellenwert zu. Denn durch eine Störung des Immunsystems kommt es zu häufigen oder chronischen Entzündungen der Bronchien. Die Ernährung sollte zudem reich an Antioxidantien sein, um den oxidativen Stress zu lindern.

Krankheitsbild Asthma bronchiale im Überblick

Definition und Häufigkeit

Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Verengung der Atemwege (Atemwegsobstruktion) sorgt bei einem Asthmaanfall für Luftnot. Es kommt zur vermehrten Abgabe von Schleim, einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und der Bildung von Ödemen in der Bronchialschleimhaut. Reize sorgen für eine zunehmende Überempfindlichkeit der Atemwege und die damit verbundenen Entzündungsprozesse.

In den meisten Fällen beginnt Asthma bronchiale bereits im Kindesalter. In Deutschland sind etwa 5 % der Erwachsenen und zirka 10 % der Kinder betroffen. Frauen erkranken öfter als Männer. Europaweit ist Asthma vor allem in Schottland (18,4 %) oder England (15,4 %) weit verbreitet. Im Vergleich dazu liegt Deutschland bei 6,8 % [Mas 2004]. Die Sterblichkeitsrate hat in Deutschland in den letzten 10 Jahren deutlich abgenommen, was auf die Therapie zurückzuführen ist.

Ursachen und Risikofaktoren

Allergisches Asthma wird häufig ausgelöst durch Milbenkot, Blütenpollen, Tierhaare, Schimmelpilze oder Nahrungsmittel. Weitere auslösende Faktoren für Asthmaanfälle können kalte und trockene Luft, starke körperliche Anstrengung, Zigarettenrauch (auch Passivrauchen), Luftverschmutzung (Abgase, Ozon), emotionaler Stress, Infektionen der Atemwege (Erkältung, Grippe) und Medikamente (Schmerzmedikamente, Beta-Blocker) sein.

Risikofaktoren
  • familiäre Disposition
  • bereits bestehende andere atopische Erkrankung
  • Übergewicht oder Adipositas
  • frühgeburtliches Untergewicht
  • Mikronährstoffmangel
  • Kinder von rauchenden Eltern (vor allem Mütter)
  • übertriebene Hygiene
  • Verwendung von Haushaltssprays (Lufterfrischer, Glasreiniger)
  • Infektanfälligkeit

Formen und Klassifizierung

Das allergische (extrinsische) Asthma ist die häufigste Form. Die Reaktion der IgE-Antikörper ist die alleinige Ursache für die Erkrankung. Ausgelöst wird allergisches Asthma durch den Kontakt mit einem Allergen. Mastzellen, als Schaltstelle der allergischen Reaktion, schütten Histamin aus, welches die Entzündung einleitet.

Die allergische Reaktion tritt nicht zwingend sofort auf und kann sich bis zu einigen Stunden ausbilden. Ebenso wird der Allergenkontakt nicht zwingend über die Atemwege initiiert.

Nicht allergisches (intrinsisches) Asthma

Das nicht allergische (intrinsische) Asthma entsteht ohne allergische Ursache. Als Auslöser gelten Virusinfektionen oder eine zu starke körperliche Belastung, Klimafaktoren (Kälte), chemische Stoffe (Tabakrauch, Duftstoffe) oder Medikamente. Auch psychisch belastende Situationen können einen Asthmaanfall begünstigen.

Mischformen

Mischformen entstehen durch eine Kombination aus allergischem (extrinsischem) und nicht allergischem (intrinsischem) Asthma. So kann sich aus einer entzündlichen Veränderung der Atemwege eine verstärkte Empfindlichkeit gegenüber unspezifischen Reizen entwickeln und auch umgekehrt. Kinder entwickeln sehr leicht Mischformen.

Symptome

Typisch ist das Auftreten der sogenannten Asthmatrias:

  • Verkrampfen der Bronchialmuskulatur
  • Anschwellen der Schleimhaut
  • vermehrtes Schleimabsondern

Hinzu kommen:

  • Atemnot, Luftnot
  • Kurzatmigkeit
  • Husten
  • trockene Rasselgeräusche, Pfeifen und Brummen beim Ausatmen
  • Brustenge
  • Brustschmerzen
  • blaue Lippen

Die Symptome treten nur in der akuten Phase eines Asthmaanfalls auf, in der Zwischenzeit ist der Patient meist beschwerdefrei.

Entstehung

Pathophysiologisch sind folgende 3 Mechanismen von Bedeutung: die Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur, Ödeme in der Bronchialschleimhaut und die Bildung von dickem zähem Schleim in den Bronchien. Diese Mechanismen verursachen eine starke Einengung der Bronchien, wodurch sich der Atemwegswiderstand erhöht.

Der Luftstrom wird beim Ausatmen behindert. Während eines Asthmaanfalls und mit zunehmender Ausweitung auf weitere Bronchialbaumabschnitte steigt der Atemwegswiderstand weiter an. Durch vermehrte Atemarbeit ist der Luftstrom nicht zu erhöhen, hingegen droht ein weiterer Kollaps der Bronchien. Die Kraft der Lunge sich zusammenzuziehen reicht nicht mehr aus um sich vollständig zu entleeren. Die Atemmuskulatur muss aktiv zur Ausatmung eingesetzt werden. Eine starke Verengung der Atemwege kann zum air trapping, einer Lungenüberdehnung durch Atemluft in einem abgeschlossenen Lungenbereich, führen.

Die Menge der Atemluft, die permanent in der Lunge bleibt, steigt. Die Folge ist eine überhöhte Atemfrequenz, gleichwohl längere Atemzyklen erforderlich wären. Der Gasaustausch wird teilweise aufrecht erhalten. Jedoch muss mehr Atemarbeit geleistet werden, der Sauerstoffverbrauch ist erhöht und das Abhusten ist beeinträchtigt.

Im Bronchialbaum liegen minderbelüftete neben normal belüfteten Lungenbläschen. Die Störung im Gasaustausch sorgt für einen Sauerstoffmangel im arteriellen Blut. Die Kohlendioxidabatmung bleibt zuerst noch unbeeinträchtigt. Letztlich wird die Belüftung der Lungenbläschen dem Stoffwechsel jedoch nicht mehr gerecht und es kann nicht mehr genügend Kohlendioxid abgeatmet werden.

Komplikationen und Folgen

Asthma kann viele mögliche Folgen mit sich bringen, dazu gehören die Exazerbation des Asthmas. Hier kommt es zur Verschlimmerung der Asthmaanfälle bis hin zum Status asthmaticus. Dabei handelt es sich um einen lang anhaltenden schweren Asthmaanfall über Stunden oder Tage, der intensivmedizinisch behandelt werden muss.

Zudem tritt eine respiratorische Insuffizienz auf. Dabei ist die Lunge nicht mehr in der Lage, aus der eingeatmeten Luft genügend Sauerstoff und Kohlendioxid aufzunehmen.

Weitere Komplikationen
  • chronische Atemwegsverengung (Obstruktion)
  • akutes Lungenemphysem (umkehrbare Überblähung der Lunge)
  • chronische Bronchitis (chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut)
  • Bronchiektasien (nicht umkehrbare Erweiterung und Aussackung der Bronchien)
  • Cor pulmonale mit pulmonaler Hypertonie (Drucksteigerung in der rechten Herzhälfte, hervorgerufen durch eine Drucksteigerung im Lungenkreislauf)
  • Azidose (Übersäuerung des Blutes)
  • Hyperventilation
  • Pneumothorax (Zusammenfall der Lunge, akute Lebensgefahr)

Diagnostik

Im ersten Schritt erfolgt eine ausführliche Anamnese. Hierbei werden folgende Fragen erfasst: Leiden Familienangehörige bereits unter Asthma? Haben Sie Allergien oder Heuschnupfen? Welche Beschwerden bestehen und wann treten diese auf? Rauchen Sie? Hatten Sie in letzter Zeit einen Infekt? Im zweiten Schritt erfolgen allgemeine körperliche Untersuchungen, wie Blutdruck- und Pulsmessung, Körpergewichts- und Körpergrößenmessungen.

Weitere Untersuchungen
  • Perkussion
  • Auskultation
  • Spirometrie
  • Peak-Flow-Messung
  • Ganzkörperplethysmographie
  • Histamin-Provokationstest
  • Labordiagnostik
  • Röntgen
  • Sputumdiagnostik
  • Allergiediagnostik

Therapie

Die Therapie gliedert sich in die Säulen medikamentöse Behandlung, Unterstützung durch Ernährungsinterventionen und Anpassungen des Lebensstils.

Ernährungsziele und diätetische Prinzipien

Ernährungsziele

Beim allergischen Asthma gilt es, Lebensmittel zu meiden, die eine allergische Reaktion auslösen. Zudem können entzündliche Prozesse durch die Ernährung gehemmt bzw. vermindert werden. Die ausreichende Versorgung mit allen essenziellen Makro- und Mikronährstoffen wird insbesondere über die ausreichende Zufuhr von pflanzlichen Lebensmitteln (Gemüse, Obst, Nüsse und Samen, pflanzliche Öle) sowie Fisch gewährleistet.

Diätetische Prinzipien

Die Ernährung sollte reich an Antioxidantien (Vitamin C, Beta-Carotin, Vitamin E) sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren (insbesondere Omega-3-Fettsäuren) sein. Ein hoher Salzkonsum kann die Empfindlichkeit der Atemwege gegenüber Histamin verstärken. Asthmatiker sollten daher auf ihren Kochsalzkonsum achten.

Nährstoffe und Nahrungsinhaltsstoffe

Der bei der akuten Form zum Teil massiv auftretende Flüssigkeitsverlust birgt ein hohes Risiko für Komplikationen. Durch den entzündungsbedingt erhöhten Übertritt von Flüssigkeit ins Gewebe sowie die Mediatoren-vermittelte Gefäßerweiterung kommt es zu einem schnellen Blutdruckabfall bis hin zu Schockzuständen. Eine frühzeitige, ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die Prognose daher mitunter entscheidend. Allerdings kann sowohl eine zu geringe als auch eine zu aggressive Substitution die Letalität erhöhen. Bei milden Formen ist mit etwa 2 bis 4 Litern pro 24 Stunden zu rechnen; bei einem schweren Verlauf sogar bis zu 10 Litern am Tag.

Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, Selen, etc.)

Die ausreichende Zufuhr an Antioxidantien reduziert den oxidativen Stress, der durch die Erkrankungen in größerem Ausmaß auftritt. Denn die chronischen entzündlichen Prozesse erhöhen die Bildung sogenannter Radikale.

Lebensmittel und spezielle Produkte

Gemüse und Obst

Studien zeigen, dass eine ausreichende Gemüse- und Obstzufuhr mit positiven Effekten auf die Vermeidung der Entstehung von Asthma verbunden ist [Rom 2006]. Von besonderer Bedeutung sind die enthaltenen Antioxidantien, wie beispielsweise Vitamin C [Pat 2006].

Entzündungshemmende Lebensmittel wie bestimmte Gemüse, Obst, Kräuter und Gewürze können das Beschwerdebild verbessern. Das Weglassen entzündungsfördernder Nahrung wie Arachidonsäure-reiche Fleischerzeugnisse unterstützen dabei.

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