Fach- und Sachbücher, Magazine und Kompendien

Fach- und Sachbuchempfehlungen für Ernährungsberater und -therapeuten sowie Interessierte der letzten 5 Jahre.

Vorstellungen Fachbuch

Zucker – Fette – Proteine (Makronährstoffe im interdisziplinären Diskurs)

Von der Dr. Rainald Wild Stiftung ist ein interdisziplinärer Diskurs zu „Zucker – Fette – Proteine“ im Buchformat erschienen. Mit Beiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aus den Heidelberger Ernährungsforen 2017, 2018 und 2019 werden verschiedene Fragestellungen beleuchtet, wie beispielsweise

  • Wie begründet sich der historische Image-Wandel von Fett, Protein oder Zucker?
  • In welchem Umfang sind tierische Proteinquellen wie Fleisch und Milch (noch) unverzichtbar, welche alternativen Quellen sind bereits verfügbar?
  • Wie kann der weltweite Bedarf an ernährungsphysiologisch günstigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren nachhaltig gedeckt werden?
  • Welche Herausforderungen an die Rezeptur von Lebensmitteln ergeben sich aus den aktuellen Reformulierungsstrategien, z. B. zur Reduktion des Fett- und Zuckergehaltes von Lebensmitteln?

Das Inhaltsverzeichnis sowie weitere Informationen zum Bezug finden sich auf der Website der Dr. Rainald Wild Stiftung.

Das Werk bietet einen umfassenden Einblick in das Themenspektrum Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten von A wie Apfelallergie bis Z wie Zöliakie. Der Fokus liegt dabei auf der Diagnose und der Therapie, ohne dass dabei die pathophysiologischen Zusammenhänge zu kurz kommen. Die Definitionen und Begriffsklärungen gleich zu Anfang sind ein wichtiger und in anderen Werken oft schmerzlich vermisster Einstieg.

Den AutorInnen ist ihr großer Erfahrungsschatz als MedizinerIn bzw. ÖkotrophologIn sowie ihre Zusammenarbeit deutlich anzumerken. Zahlreiche PatientInnenberichte erläutern die therapeutischen Schlussfolgerungen. Diese werden praxistauglich in indikationsbezogene Ernährungspläne und Empfehlungen umgesetzt. Besonders wertvoll: häufig gleichzeitig vorliegende Indikationen werden in Lebensmitteltabellen ebenso berücksichtigt wie transparent erläutert. So lassen sich diese individuell in die Beratung einbauen und in der Praxis anwenden.

Das Buch ist insgesamt sehr schlüssig gegliedert. Abbildungen und Tabellen lockern insbesondere den Praxisteil auf und liefern den BeraterInnen und TherapeutInnen ein wertvolles Nachschlagewerk.

Der im August erschienene Band der Buchreihe „Ernährungspraxis“ bietet auf den Punkt gebrachtes Grundlagen- und Praxiswissen zur Ernährung in den verschiedenen Lebensphasen zwischen Säuglings- und Jugendalter.

Der erste Teil des Buches deckt die Grundlagen der gesunden Kinderernährung ab. Dabei werden auch Zusammenhänge der Ernährung mit der kognitiven Entwicklung, dem Schlaf, der Bewegung, der Zahngesundheit oder der Allergieprävention erläutert. In Ergänzung mit Beispielen aus der Praxis wird die Relevanz der Ernährung auf alle Entwicklungszyklen gut sichtbar. So finden sich Informationen zur vegetarischen und veganen Beikosteinführung ebenso wie zu Baby-led weaning oder zur individuellen Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln. In einzelnen Kapiteln zur Ernährung bei Säuglingen sowie Kindern und Jugendlichen werden die Besonderheiten zur Ernährung in den verschiedenen Lebensabschnitten oder auch alternative Ernährungsformen dargestellt. Im letzten Kapitel geht es um „Essen lernen – Wege zur gesunden Ernährung“.

Im zweiten Teil des Werkes befassen sich die Autoren hingegen mit ernährungstherapeutischen Strategien bei Erkrankungen von Kindern. Schwerpunkte bilden hierbei Untergewicht und Mangelernährung, Übergewicht und Adipositas, Diabetes mellitus, Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und seltener Stoffwechselerkrankungen. Das letzte Kapitel widmet sich ketogenen Ernährungstherapien.

Taschenatlas Ernährung (8. Auflage 2020)

Ob zum Erlernen und Auffrischen der Grundlagen oder fürs schnelle Nachschlagen bei konkreteren Fragestellungen – der Taschenatlas Ernährung vermittelt schnell den gewünschten Wissensüberblick. Zahlreiche, gut durchdachte Grafiken stellen Zusammenhänge anschaulich dar.

Das Buch gliedert sich in Grundlagen (Zusammensetzung des Körpers, Energiehaushalt und Nahrungsaufnahme), Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine, Vitamin-Interaktionen, Mineralstoffe, nicht-nutritive Nährstoffe) und Praktische Aspekte/Ernährungsmedizin (Lebensmittelsicherheit, Nahrungsmittelqualität, Ernährung in speziellen Lebenssituationen, Ernährungszustand, Ernährungsmedizin). Im Anhang finden sich zudem weitere Angaben zu Lehrbüchern, Nährwerttabellen, PC-Software sowie Internet-Adressen und Leitlinien.

Inhaltlich beeindruckt das Werk nicht nur durch die klar abgegrenzten und an der Praxis ausgerichteten Themengebiete. Davon abgesehen, dass der Autor mutig gängige Empfehlungen von gestern, heute und vielleicht auch morgen gegenüberstellt und unter fachlichen Argumenten auseinanderdröselt, bietet das Buch auch Einblicke in den Beratungsprozess über die Inhalte hinaus.

In nur wenigen (oder keinen) Fachbüchern gibt es Kapitel wie „Praxis der Diabetesschulung“ mit Abschnitten zu „Pädagogische Kompetenz, Medieneinsatz und Körpersprache“ und „Gruppenschulung oder Einzelberatung“ oder „Motivation – der Schlüssel zum Erfolg“ mit „Werkzeugen zur Motivationsfindung“ und „Konzepten zur Verhaltensänderung“. Das kommt in den medizinisch-wissenschaftlich aufbereiteten Exemplaren doch meist zu kurz. Auch das Thema „Stress und Zeitmanagement“ für den Berater hat ein eigenes Kapitel. Somit finden sich hier viele Aspekte unter einem Dach vereint, für die man normalerweise mehrere Bücher lesen muss.

Mutig ist das Buch auch deshalb, weil der Autor standardisierte Empfehlungen hinterfragt und gleichzeitig Erklärungen dafür vorschlägt, warum Debatten zur Diabetikerernährung so widersprüchlich geführt werden. Dabei macht er sich wenig angreifbar, da die Informationen mit Quellen belegt sind. Zudem wird anhand der Themenauswahl und -reihenfolge, der Tipps und Tricks sowie prägnanten Formulierungen schnell ersichtlich, dass der Autor einen eigenen, sehr großen Erfahrungsschatz mitbringt.

Das Fachbuch bietet eine mehrperspektivische Sicht auf ernährungsmedizinische und ernährungstherapeutische Fragestellungen. Die Inhalte stammen dabei aus der Feder von Ärzten und Ernährungsmedizinern, von Diätassistenten und Ernährungswissenschaftlern sowie von Pflegern und Apothekern.

Die Fragestellungen beziehen sich insbesondere auf den klinischen Alltag und die Antworten dienen allen genannten Berufsgruppen als professionelle Unterstützung bei der Betreuung der Patienten. Die Themen werden knapp, aber auf den Punkt behandelt. Es gibt keine ausschweifenden wissenschaftlichen Querschnitte, sondern praxisorientiertes Grundlagenwissen mit den Erfahrungswerten der Autoren.

Besonderer Fokus liegt auf der Analyse und Interpretation des Ernährungszustandes der Patienten bei Überernährung, Fehlernährung und Mangelernährung; vor und nach Operationen sowie auf dem gesamten Genesungsprozess.

Das Werk von Hans Konrad Biesalski wird bald zu den Klassikern unter den Mikronährstoff-Fachbüchern gehören. Das Buch kommt auf den ersten Blick erst einmal unscheinbar daher, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber als durchaus gelungenes Nachschlagewerk. Neben dem Grundlagenwissen findet sich am Anfang eines jeden Mikronährstoffs eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen.

Neben den Erläuterungen zur Funktionsweise von Vitaminen und Mineralstoffen legt der Autor Wert auf die Sachverhalte Upper Level, Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen Medikamenten und Risikogruppen sowie Therapieoptionen. Damit wird insbesondere das Wissen um den fachgerechten Umgang mit Unterversorgungen und Erkrankungsspezifika vermittelt. Dabei erfährt der Leser auch, wie Vitamine und Mineralstoffe sicher und gezielt eingesetzt werden können. Insgesamt ist das Fachbuch vor allem praktizierenden Ernährungsberatern und -therapeuten sowie -medizinern zu empfehlen.

Praktische Diätetik (2. Auflage 2018)

Im ersten Teil des Werkes geht es vor allem um die Themenschwerpunkte der gesunden Ernährung und Prävention. So erfährt der Leser hier die wichtigsten Grundlagen der Ernährung von Erwachsenen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie Ernährung von Säuglingen, Klein- und Schulkindern sowie Älteren. Auch kulturelle Aspekte werden in diesem Abschnitt berücksichtigt. Im zweiten und dritten Teil werden die Grundlagen der Vollkost und Leichten Vollkost mit zahlreichen Praxisbeispielen behandelt. Anschließend werden vegetarische und konsistenzdefinierte Kostformen vorgestellt.

Ab Kapitel 6 geht es um die Ernährungstherapie bei den einzelnen Krankheitsbildern. So werden beispielsweise für gastroenterologische, nephrologische und onkologische Erkrankungen die diätetischen Behandlungsmöglichkeiten umfassend erläutert. Auch energiedefinierte Diäten bekommen ihren eigenen Abschnitt. Des Weiteren finden Ernährungsfachkräfte die Grundlagen von protein- und elektrolytdefinierten sowie fettdefinierten Diäten. Abgerundet wird das Ganze mit einem Abschnitt zu den Eliminationsdiäten. In den beiden letzten Teilen widmet sich das Werk der keimreduzierten Kost und der enteralen Ernährung sowie oralen Nahrungssupplementen.

Das Buch enthält zahlreiche praktische Übungen und Rechenbeispiele. Seit der ersten Auflage wurden die Kapitel Vollkost, vegetarische Kostformen, Weizenallergie und Nichtzöliakie-Nichtweizenallergie-Weizensensitivität, bariatrische Chirurgie, Diabetes mellitus, enterale Ernährung und orale Nahrungssupplemente erweitert. Aktualisiert wurden die Rubriken weiterführende Literatur, Fach- und Patientengesellschaften sowie Informationen aus dem Internet. Neue und aktualisierte Leitlinien sind ebenfalls eingeflossen. Neu sind zudem die Themen Pesco-Vegetarismus, Gallensteine, Atherosklerose und Sojaallergie. Die praxisnahe Darstellung der diätetischen Möglichkeiten sowie viele koch- und küchentechnische Tipps erleichtern die Umsetzung im Alltag. Übungsaufgaben festigen das erworbene Wissen.

Ernährungsmedizin (5. Auflage 2017)

Das Fachbuch „Ernährungsmedizin“ von Hans-Konrad Biesalski zählt noch immer zu den Standardwerken der Ernährungswissenschaft, der Ernährungsmedizin sowie der Ernährungsberatung und -therapie. Auf 1.064 Seiten mit 222 Abbildungen werden die Grundlagen anschaulich sowie wissenschaftlich aktuell aufbereitet.

Erstmals im deutschsprachigen Raum wird beschrieben und eindrücklich aufgezeigt, was unsere Arbeit als professioneller Beratungsprozess von Möchtegern-Beratern und deren Verständnis von „Beratung und Begleitung“ unterscheidet und trägt damit maßgeblich zu einer Professionalisierung und Akademisierung unserer Arbeit bei.

Anhand des längst im anglosächsischen Raum bekannten Konzeptes des „nutrition care process-Modells NCP“ wird in fünf Schritten aufgezeigt, was unseren beruflichen Prozess ausmacht: Ernährungstherapeutisches Assessment, Ernährungstherapeutische Diagnose, die Planung, die ernährungstherapeutische Intervention und das ernährungstherapeutische Monitoring inkl. Evaluation.

Doch anders als in anderen Werken wird nicht „trocken“ und relativ praxisfern aufgezeigt, was das heißt, sondern die Autoren haben es als Kollegen verstanden, den Transfer in unsere Beratungspraxis zu schaffen.

Vorstellungen Sachbuch

Neustart für die Nieren

Die Autorin Dr. Andrea Flemmer hat ein allgemein gut verständliches Buch zum wichtigsten Filterorgan des Körpers – die Nieren – verfasst. Das Werk umfasst dabei 3 Bereiche:

  1. Aufbau und Funktion der Nieren: Organe immenser Leistung, Nierenprobleme erkennen
  2. Die Nieren schützen: Gefahren, Erkrankungen, Problemen vorbeugen und Ursachen behandeln
  3. Gesunderhaltung der Nieren: gesunde Ernährung und die Kraft der Pflanzen, Bewegung, die wichtigsten Nierentipps

Die Autorin erklärt, wie einfache Umstellungen in Ernährung und Lifestyle die Nieren reinigen sowie stärken können und so Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Ein 7-Tage-Plan mit Rezepten sowie eine Liste mit den 10 wichtigsten Nierentipps runden das praktische Werk ab.

Ganzheitliche Ernährung beim metabolischen Syndrom (1. Auflage 2021)

Dr. Andrea Wirrwitz-Bingger schlägt die EINE Ernährungsform für alle Krankheitsbilder des metabolischen Syndroms vor. Ansatzpunkt für die Umstellung ist der veränderte Stoffwechsel, der mit einer ganzheitlichen Ernährungsweise wieder in Balance gebracht werden soll.

Im ersten Teil des Werkes widmet sich die Autorin den theoretischen Grundlagen. Es werden die einzelnen Krankheitsbilder, Risikofaktoren und die Rolle des Mikrobioms vorgestellt. Im zweiten Teil geht um die Umstellung der Ernährung. Hier gibt es eine Übersicht über die einzelnen Nährstoffe. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, die sich im Wesentlichen an denen einer ausgewogenen Ernährungsweise orientieren (ausreichend Eiweiß, mehr „flüssige“ Fette, Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index, reichlich Ballaststoffe).

Anschließend werden die Empfehlungen in Lebensmittel und Speisen übersetzt. Die Autorin betont, dass es sich nicht um eine „Schmalkost“ handelt, sondern auch üppige Mahlzeiten bei der richtigen Lebensmittelauswahl möglich sind. Ergänzt werden die theoretischen Grundlagen im Schlussteil um rund 100 Beispielgerichte.

Weitere Informationen sind zum Beispiel bei Thalia erhältlich.

Wunderwaffe Basenfood (1. Auflage 2021)

Das Sachbuch von Prof. Vormann liefert einen aktuellen Einblick in das präventive und therapeutische Potenzial basischer Nahrungsmittel und Speisen.

Das erste Kapitel liefert Ausführungen zum Säure-Basen-Haushalt in Bezug zu Gesundheit und Krankheit. Hier werden in verständlicher Sprache Zusammenhänge zwischen Säuren und Basen, sauer und basisch wirkenden Lebensmitteln sowie Organen, physiologischen Geweben und Erkrankungen erläutert. Entsprechende wissenschaftliche Hintergrundinfos finden sich am Ende des Buches.

Im zweiten Kapitel liegt der Fokus auf den Ursachen und Auswirkungen von oxidativem Stress durch Übersäuerung. Nachfolgend gibt es noch Informationen zu diagnostischen Möglichkeiten des Säure-Basen-Status im Körper, eine PRAL-Tabelle mit folgendem Beispieltagesplan sowie praktischen Tipps zum Ausgleich einer Übersäuerung.

Der anschließende Rezeptteil bietet die Grundlage zur Umsetzung im Alltag. Die Rezepte sind laut Rezensenten schmackhaft und einfach zuzubereiten.

Weitere Informationen sind beim Becker Joest Volk Verlag erhältlich.

Wunschfigur ohne Diät (1. Auflage 2020)

Die Rezensenten auf Amazon sind sich einig: Ein motivierendes Buch mit Ratschlägen, die verständlich und in sich schlüssig sind und mit Rezepten, die zudem einfach nachzukochen sind.

Martina Amon erhebt dabei durchaus den Anspruch, aus vielen Diäten eine einzige zu machen. Mit 6 Schlüsseln soll es so nachhaltig möglich sein, Gewicht zu reduzieren und dem Wunschgewicht näher zu kommen.

Bei den Schlüsseln geht es weniger um den Fokus auf einzelne Nährstoffe, sondern vielmehr um systemische Ansätze:

  • Schlüssel 1: Bringe deine Hormone in Balance
  • Schlüssel 2: Stoppe deinen Heißhunger
  • Schlüssel 3: Stärke deinen Darm
  • Schlüssel 4: Kurble deinen Stoffwechsel an
  • Schlüssel 5: Reduziere den täglichen Stress
  • Schlüssel 6: Leine den inneren Schweinehund an

Mit eigenen persönlichen und beruflichen Erfahrungen füttert die Autorin den Leser mit Zusammenhängen aus Biologie und Physiologie oder Psychologie und Gesellschaft. So erklärt sie, wie Heißhunger entsteht und aus uns selbst kommt. Sie schildert den Einfluss von Darm und Stoffwechsel auf Hunger und Sättigung, auf Energiebedarf und -verbrauch. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Schlüsselfaktor Stress. Hier werden Zusammenhänge zwischen Hormonen und Gewichtszunahme in Verbindung mit Dauerstress anschaulich dargestellt. Abschließend wird der innere Schweinehund ins Visier genommen: wo lauert er und wie kann er in die Flucht geschlagen werden?

Die Informationen sind sehr übersichtlich. Textboxen, Beispiele aus dem Alltag und praktische Tabellen motivieren zum Weiterlesen. Rezepte wie Quinoa-Chili oder Blumenkohl-Süßkartoffel-Auflauf sind in die einzelnen Kapitel eingestreut und machen Lust aufs Nachkochen. Ganz klar steht der praktische Nutzen hier im Vordergrund.

Weitere Details beim thieme-Verlag.

Low FODMAP (1. Auflage 2020)

Die FODMAP-Diät reduziert den Gehalt an Fermentierbaren Oligosacchariden, Disacchariden, Monosacchariden, And (und) Polyolen (Zuckeralkoholen). Die Diät zeigt beim Reizdarmsyndrom durchaus vorzeigbare Erfolge. Die Autorin erklärt in ihrem Buch, wo diese Substanzen enthalten sind, warum Betroffene darauf mit Symptomen reagieren und wie diese Substanzen in der täglichen Ernährung reduziert werden können.

Dabei geht sie im ersten knackigen theoretischen Teil auch auf Differenzialdiagnosen bzw. weitere typische Unverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Weizenallergie, Weizensensitivität) oder Beschwerdebilder (Colitis ulzerosa, Morbus Crohn) ein.

In der Umsetzungsphase erfährt der Leser, warum und wie die Umstellung in 3 Phasen erfolgt. Ergänzend werden weitere unterstützende natürliche Therapeutika vorgestellt. Anschließend nimmt die Autorin die relevanten Lebensmittelgruppen unter die Lupe und stellt Tipps für die Zubereitung der Speisen bereit. Enthalten sind hier auch Lebensmitteltabellen zum schnellen Nachschlagen.

Im letzten Teil finden sich nach Lebensmittelgruppen sortierte Gerichte.

Insgesamt ist das Buch ein praktischer Ratgeber für Betroffene. Dennoch empfiehlt sich nicht die Umsetzung in Eigenregie, sondern in Begleitung einer erfahrenen Fachkraft. Die FODMAP-Diät ist eine stark einschränkende Diät, die erst unter Berücksichtigung zahlreicher individueller Gegebenheiten erfolgversprechend ist. Dabei kann das Buch ein wertvoller Ratgeber sein.

Weitere Details beim humboldt-Verlag.

Außen schlank, innen fett (1. Auflage 2020)

Zu Beginn des Buches räumen die Autoren ordentlich mit dem Mythos „Schlank = gesund“ auf. Sie stellen das Konzept des gesunden Übergewichts vor und nehmen den Body Mass Index kritisch ins Visier. Anschließend werden wissenschaftliche Erkenntnisse zum ungesunden Schlanksein ergänzt. Ihren Ausführungen zufolge ist jeder Fünfte mit Normalgewicht ein TOFI (thin outside, fat inside*) und damit gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.

Im Anschluss an die theoretischen Vorbemerkungen kann der Leser sein eigenes Risiko anhand eines Checks zu Lebensstil und Lebensphase ergänzt mit Erkenntnissen aus dem „Körper-Scan“ einschätzen lernen. Hier werden relevante Diagnoseinstrumente vorgestellt. Die Kombination aus Risikofaktoren mit Körperdaten erlaubt eine recht gute Beurteilung, ob ich TOFI-gefährdet bin oder nicht.

Im nächsten Kapitel geht es dann auch direkt zu den Risiko-vermindernden Alltagsstrategien. Neben Aspekten zur Ernährung kommen auch die Lebensstilfaktoren Bewegung und Stressreduktion nicht zu kurz. Im Fokus steht dabei der qualitative Fettverlust („Gesundabspecken, ohneabzunehmen“).

Schlussendlich gibt es m letzten Abschnitt 40 auserwählte und Appetit-machende Rezepte, sortiert nach Gerichten vegetarisch, mit Fisch und mit Fleisch sowie nach Salaten und Suppen.

*thin outside, fat inside = außen schlank, innen fett

Das Sachbuch schildert neben allgemeinen Informationen zur Verdauung insbesondere die Hege und Pflege des Magen-Darm-Systems. Schon das Inhaltsverzeichnis deutet auf eine erfrischende Nüchternheit, das ohne Schlagzeilen-trächtige Versprechungen auskommt.

Im ersten Kapitel werden die einzelnen Bestandteile des Verdauungstrakts vorgestellt. Anschließend geht es um erste Hilfe bei verschiedenen Symptomen. Im dritten Kapitel stellt die Autorin verbreitete Magen-Darm-Erkrankungen ausführlich vor. Darauf folgt ein spannender Blick auf die einzelnen Nährstoffe aus Darmperspektive. Schlussendlich kommen verschiedene Diäten unter die Lupe, die mit den Informationen aus den vorhergegangenen Kapiteln in eine individuelle Ernährung gegossen werden.

Der Leser wir dabei mit Checklisten, Selbsttests und einem Schritt-für-Schritt-Plan motiviert, die für ihn relevanten Aspekte in die eigene Ernährung umzusetzen. So enthält das Buch zum Beispiel:

  • ein Wochenprotokoll für Stuhlentleerungen
  • einen Sport-, Bewegungs- und Ernährungscheck
  • eine Bestandsaufnahme zum Verzehr von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen
  • eine Checkliste zu Ballaststoffen sowie eine Lebensmittelliste mit löslichen Ballaststoffen
  • einen Check zur Flüssigkeitszufuhr
  • eine Bestandaufnahme zur Gemüse- sowie Obstzufuhr inklusive Vielfalt
  • einen Check zum Verzehr von Milchprodukten bei verschiedenen Symptomen
  • eine Qualitätsanalyse von Getreide und Getreideprodukten

Layout und Design des Buches sind dabei sehr kurzweilig. Zahlreiche Abbildungen, Infoboxen und selbst ausfüllbare Fragestellungen motivieren zum Weiterlesen und Umsetzen.

Inhaltlich bleibt die Autorin innerhalb wissenschaftlich fundierter Aussagen und fasst diese verständlich und für die Praxis tauglich zusammen.

Fit mit Zucker (2. Auflage 2019)

Das Werk des Autors Johannes Coy setzt sich kritisch mit der Begrifflichkeit Zucker auseinander. Entgegen vieler medialer Darstellungen ist Zucker nicht gleich Zucker. Es gibt eine Bandbreite an verschiedenen Substanzen, die allesamt der Bezeichnung Zucker zugeordnet werden können, aber durch unterschiedliche Wirkungen und damit ein differenziertes Risikoprofil für die Gesundheit charakterisiert sind.

So ist es zwar richtig, dass zu viel klassischer Haushaltszucker gesundheitsschädlich ist. Aber andere natürliche Zucker haben eine geringe Wirkung auf den Blutzucker- sowie Insulinspiegel und können teilweise sogar mit guten Effekten auf den Gehirn- oder Darmstoffwechsel schmücken. Hierzu zählen beispielsweise Galactose, Trehalose oder auch Isomaltulose sowie deren Kombination mit natürlichen Zuckeraustauschstoffen wie Erythrit. Das Buch stellt die Fakten dabei auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Forschung dar.

Reste-Essen reloaded (2. Auflage 2019)

„Reste-Essen reloaded“ ist die erweiterte Neuauflage des 2011 erschienenen Ratgebers „Teller statt Tonne“. Hinzugekommen sind viele Tipps und Tricks zum Umgang mit Essens-Resten sowie Empfehlungen und Links zum Thema. In einem neuen Kapitel  werden Tipps vorgestellt, wie Essensreste auch bei Problemlösungen im Haushalt helfen können. Silber kann man z.B. mit verdorbener Milch reinigen, Hunde mit dem Kochwasser von Kartoffeln entlausen und Flecken von Schmier- und Kettenfetten mit Butter oder Eigelb entfernen.

Die ketogene Diät: mehr Lebensqualität durch Gewichtsstabilisierung und verminderte Nebenwirkungen. Die ketogene Diät ist eine – wenn auch noch immer kontrovers diskutierte – erfolgversprechende Ernährungsform bei (metastasierenden) Krebserkrankungen. Für viele Krebspatienten ist die ketogene Ernährung mit einer verbesserten Lebensqualität verbunden, ohne auf Geschmack und Genuss verzichten zu müssen. Die ketogene Diät ist eine erfolgversprechende Ernährungsform bei (metastasierenden) Krebserkrankungen. Für viele Krebspatienten ist die ketogene Ernährung mit einer verbesserten Lebensqualität verbunden, ohne auf Geschmack und Genuss verzichten zu müssen.

Die kohlenhydratreduzierte, zuckerfreie und fettreiche Kost verhindert eine zusätzliche Auszehrung des Körpers durch konventionelle und schlecht verträgliche Therapien wie Chemo- und Strahlentherapien. Die Muskelmasse wird besser erhalten, Entzündungsvorgänge werden abgemildert und Kraftreserven langsamer verbraucht. Einen zusätzlichen positiven Effekt versprechen die sogenannten Ketonkörper, die bei einer ketogenen Ernährung gebildet werden. Basierend auf aktuellen Daten und Argumenten der Forschung räumt der Ratgeber »Ketogene Ernährung bei Krebs« mit Vorurteilen und Klischees zur ketogenen Ernährung auf und gibt Betroffenen einen umfassenden Einblick in die medizinisch bedeutsamen Elemente der Ketoküche.

Die Autoren vermitteln dabei verständlich, wie ein genussvoller, abwechslungsreicher Ernährungsplan mit raffinierten ketogenen Rezepten zusammengestellt werden kann und wie die ketogene Ernährung erfolgreich in den Alltag integriert werden kann. So gibt es neben einem Beispielmenüplan und Empfehlungen für unterwegs oder zwischendurch auch Nährwertberechnungen, Infos zu Zuckeraustauschstoffen und zu den Besonderheiten einzelner Lebensmittel.

Das Buch „Die Ernährungsdocs“ ist angelehnt an die gleichnamige TV-Reihe im NDR-Fernsehen. Hier stellen sich regelmäßig Patienten mit den verschiedensten Krankheitsbildern vor, die zumeist schon eine Odyssee an medizinischen Untersuchungen und Therapien hinter sich gebracht haben, ohne dass es ihnen wirklich besser geht. Drei Ärzte nehmen sich ihnen vorrangig mit Veränderungen des Lebensstils, insbesondere der Ernährung, an, und helfen den Patienten hier so manches Mal auf verblüffende Weise.

Der Erfolg gibt ihnen Recht – in Anlehnung daran ist dieses Buch entstanden. Und auch wenn es sich um die verschiedensten Krankheitsbilder handelt, so sind es doch immer wieder die gleichen Ernährungsgrundsätze, die eine positive Veränderung bewirken. Natürlich sind die Sachverhalte im Buch äußerst vereinfacht und stoßen bei so manchem fachkundigen Leser auf Unverständnis. Aber Ernährungssachverhalte im medizinischen Kontext sind äußerst komplex und genau darin liegt auch die Schwierigkeit: es so einfach wie möglich zu erklären. Insofern ist dieses Werk gelungen. So manches Mal bekamen wir beim Lesen allerdings den Eindruck, als sei die Ernährung ein Allheilmittel. Hier empfehlen wir in der nächsten Auflage definitiv einen Hinweis darüber, dass es sich um eine Ergänzung zu den schulmedizinischen Behandlungen handelt.

Die Verfasser wollen es als eine Art „Werkzeugkasten“ verstanden wissen. Es gilt, in Groß-  wie auch Kleinstädten einen regionalen Markt zu schaffen, auf dem sich Verbraucher und Produzenten aus dem Umkreis von etwa 100 km treffen können, sei es virtuell oder real. Anhand vieler Beispiele wird aufgezeigt, wie Food Policy Councils in anderen Ländern die notwendige Ernährungswende – in vielen Fällen bereits sehr erfolgreich – bewerkstelligen. Deutschland hat 2016 mit dem Kölner Ernährungsrat begonnen, dessen Beispiel bereits einige Städte gefolgt sind und dem erwartungsgemäß noch viele folgen werden.

Landwirte und Gärtnerinnen sitzen an einem Tisch mit Foodaktivisten aus der Stadt und Bürgerinnen und Bürgern, die wissen wollen, woher ihr Essen kommt. Eine neue soziale Bewegung entsteht, die regionale Netzwerke zwischen Produzenten und Konsumenten knüpft und ihre Ziele im produktiven Dialog mit der Politik verfolgt. Es ist bereits später als fünf vor zwölf. Aber es ist noch nicht zu spät. Wir können das schaffen. Alle Macht den Räten!

Der Ernährungskompass (1. Auflage 2018)

Es ist für unsere Begriffe schon anmaßend, das Fazit ALLER wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung anzukündigen. Aber ein Verlag braucht wohl einen Titel, der laut ist und eine Geschichte noch dazu, die zieht. Kritiker zweifeln an seiner Krankheitsgeschichte und noch vielmehr an daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen, dass Fastfood krank und echtes Essen selbst bereits geschädigte Organe heilen und Altersleiden verhindern kann. Hinzu kommt, dass der Autor nicht Wissenschaftler, sondern Journalist ist und demzufolge sicherlich auch gut weiß, wie etwas zu schreiben ist, um gelesen zu werden. Das sollte man beim Lesen des Buches immer im Hinterkopf behalten.

Laut den Rezensenten auf Amazon und Co. aber scheint dem Autor unabhängig davon ein gutes Buch gelungen zu sein. So “habe er wichtige ernährungswissenschaftliche Begriffe verständlich gemacht” und “wesentliche Grundlagen zusammengetragen”.

Und so ist das Buch in seiner Gesamtheit durchaus eine Reise durch verschiedenste, bereits vielfach veröffentlichte Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich “alle Studien” auch eher als Metaanalysen und Reviews, die einem die schwere Arbeit abnehmen und relevante Einzelstudien zu einem bestimmten Thema auswerten und beurteilen.

Das Buch gliedert sich in 4 Hauptkapitel und 2 Grundlagenkapitel. Die drei Hauptkapitel widmen sich den Themenfeldern Zöliakie, ATI-Sensitivität und typische sowie atypische Getreideallergien. Die Autoren des Buches bezeichnen dabei alle Weizen- und Glutensensitivitäten als eigentliche ATI-Sensitivität. Alle 3 Erkrankungsbilder lösen lokale Entzündungen aus und sollten medizinisch ernstgenommen werden.

Die Autoren schildern auf wissenschaftlich hohem Niveau, warum sich die Beschwerden einer ATI-Sensitivität vor allem außerhalb des Darmes zeigen. Diese ist eine immunvermittelte Erkrankung, deren Wirkungsweise nun belegt ist. Es handelt sich um Mechanismen, die aufgrund einer Wechselwirkung zwischen angeborenem und erworbenem Immunsystem ablaufen. Eine weitere Besonderheit des Buches liegt in der Vorstellung asymptomatischer Weizenallergien, die nur wenigen Experten bekannt sind und eine neue Diagnostik erfordern. Die Experten stellen verschiedene Ausprägungsformen anhand konkreter Patientenfälle vor. Der Vollständigkeit halber gibt es zudem einen Exkurs der Intoleranzen gegen Laktose, Fruktose und Histamin.

Zuvor jedoch gibt das zweite Kapitel über die Immunologie des Darms die Grundlage für das Verständnis aller dargestellten Erkrankungsbilder. Denn der Darm entscheidet darüber, was in der Nahrung Freund und was Feind ist. Und das Organ sendet Informationen und Signale darüber an alle anderen Organsysteme des Menschen und übt damit einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit aus. Das Dreieck aus Ernährung, Immunsystem und Darmbakterien bildet damit das Kernstück des zweiten Kapitels. Kapitel 1 indes fokussiert die Geschichte des Weizens, um zu veranschaulichen, in welcher kurzen Zeitspanne der Mensch doch mit Weizen konfrontiert ist.

Abgerundet wird das Buch durch eine Spezialsprechstunde, in der Patienten und ihre Diagnosen, Symptome sowie Behandlungen vorgestellt werden. Hierbei geht es vor allem um die Würdigung der Gesamtheit der Person, da sich in der Medizin nicht alles auf feste und vergleichbare Erkrankungsbilder reduzieren lässt. Dies schließt auch die Behandlung ganzer Familien mit ein.

Bereits in seinem Buch Flexi-Carb hat Nicolai Worm wissenschaftlich fundiert dargelegt, warum es sich lohnt, die Kohlenhydratzufuhr an den eigenen Lebensstil anzupassen. In der Neuerscheinung „Die Flexi-Diät“ widmet er sich nun gezielt dem Thema Abspecken und liefert damit ein flexibles Konzept für Abnehmwillige.

Im ersten Teil des Buches geht es vor allem um die Grundlagen des erfolgreichen Abnehmens. Der Autor stellt gängige Diätkonzepte vor, beleuchtet deren Erfolgsquoten und räumt mit Abspeckmythen auf. Anschließend legt er anhand aktueller Erkenntnisse dar, warum seiner Ansicht nach eine mediterrane Low Carb Ernährung in Kombination mit Mahlzeitenersatz der geeignetste Weg ist, um an Gewicht zu verlieren und Abnehmerfolge dauerhaft zu halten. Das Integrieren proteinreicher Shakes wird in diesem Konzept jedoch nicht zur Pflicht, sondern bleibt dem Leser selbst überlassen.

Der anschließende Praxisteil enthält eine in mehrere Phasen unterteilte Schritt-für-Schritt-Anleitung, die es ermöglicht, sofort mit der Umstellung zu starten. Eine gemeinsam mit den Kolleginnen Heike Lemberger und Franca Mangiameli entwickelte Ernährungspyramide dient dabei als Orientierung bei der Lebensmittelauswahl. Einziges Manko ist hier das Außerachtlassen ökologischer Aspekte und der starke Fokus auf tierische Eiweißquellen. Über 50 Rezepte, Beispielwochenpläne, einfache Bewegungsübungen und zusätzliche Lifestyletipps geben dem Leser alles in die Hand, was dieser für eine erfolgreiche Umsetzung der Flexi-Diät braucht. Das vorgestellte Konzept bietet dabei Raum für individuelle Anpassungen und lädt den Leser ein, seinen eigenen Weg zu finden.

Dieses Buch ist sowohl für Ernährungsfachkräfte als auch interessierte Verbraucher geeignet. Design und Schreibweise wirken einladend und lockern den anspruchsvollen fachlichen Inhalt auf. Wesentliche ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse werden auf verständliche Weise erklärt und praktische Tabellen, Schaubilder und Beispiele helfen dabei, das Gelesene zu verinnerlichen.

Sascha Fast verfolgt in seinem Buch ein übergeordnetes Motto, das in unserem heutigen Leben oft zu kurz kommt: das Prinzip der bedingungslosen Selbstverantwortung. Während wir sehr gut darin sind, die Schuld für unser (potenzielles) fehlerhaftes Verhalten in anderen Menschen, den Rahmenbedingungen oder unserer Erziehung zu suchen, übertragen wir die eigentliche Verantwortung doch nur ungern auf uns selbst. Dabei sind wir die Einzigen, die Einfluss auf das nehmen, was wir denken, fühlen und tun.

Unter der Prämisse dieser bedingungslosen Selbstverantwortung also streift der Autor durch unseren Lebenswandel und erklärt recht einleuchtend die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Ruhe, Bewegung, Mobilität, Fasten, Harmonie und Kognition. In authentischer Manier reflektiert er diese essenziellen Bestandteile des Lebenswandels auch in Bezug auf sich selbst. Und selbst wenn sich hier nicht jeder zu 100% wiederfinden wird, so ergeben seine Erfahrungen und Denkansätze doch einen guten Rundumblick auf das eigene Leben.

Nicht alles ist für jeden erreichbar oder von jedem erfüllbar – der Autor stellt sehr hohe Ansprüche an sich selbst, die sich nicht so einfach auf jeden übertragen lassen. Doch das ist auch kein Muss, geht es doch vielmehr darum, seinen eigenen Lebensstil und das eigene Verhalten zu analysieren und zu reflektieren. Allein das scheint doch angesichts heutiger Lebensweisen als hoher Anspruch, der erst einmal erlernt und dann gelebt werden will.

Aus diesem Aspekt heraus lädt das Buch dazu ein, dargestellte Zusammenhänge und Vorschläge – seien es Reflexionsfragen, Trainingsvorschläge oder Ernährungsempfehlungen – auf sich selbst zu adaptieren und den eigenen Weg zu finden. Zudem verzichtet der Autor auf überflüssige Floskeln und geht recht selbstkritisch mit sich um, was das Gelesene umso wahrhaftiger und realistischer macht. Ziel ist nicht die absolute Selbstoptimierung oder der perfekte Lebensstil, sondern das Schaffen guter Voraussetzungen für eine hohe Leistungsfähigkeit.

Dazu gehört auch, sich an unterschiedliche Rahmenbedingungen, Ereignisse und Erfordernisse jederzeit anpassen zu können. Somit akzeptieren wir auch den nie endenden Prozess, der immer neue Fragestellungen aufwirft und immer neue Erkenntnisse generiert. Es ist mit Sicherheit nicht der bequemste oder einfachste Weg, sein Leben zu ändern. Aber es ist der mit den langfristig besten Erfolgsaussichten.

Einfach ehrlich essen (1. Auflage 2017)

Im Buch „Einfach ehrlich essen“ zeigt die Autorin auf, dass unser Körper über ein fein abgestimmtes System von Hunger und Sättigung verfügt. Die Kunst liege vor allem darin, wieder mehr auf den Körper zu hören und zu erkennen, was wir wann wirklich brauchen. Dabei wird auch beleuchtet, welche Faktoren uns davon abhalten „ehrlich zu essen“.

Hirntuning (1. Auflage 2017)

Das Buch des Biohackers Dave Asprey – Erfinder bzw. Schöpfer der sogenannten Bullteproof-Methode – widmet sich in seinem nächsten Werk ganz den verschiedenen Methoden des Biohackings, um die Leistungsfähigkeit des eigenen Gehirns zu steigern.

Dazu analysierte er in den letzten 10 Jahren nicht nur die Wirkung verschiedener Nahrungsmittel auf die Gehirnleistung, sondern bezieht sich in seinen Ausführungen ebenso auf die Bereiche Licht, Sport, Sauerstoffversorgung, Schlaf und Wasser. Zum einen unterstreicht der Autor seine Aussagen durch wissenschaftliche Belege. Zum anderen aber – und das macht das Lesevergnügen so spannend – schildert er seine eigenen Erfahrungen. Demnach scheint es in dem Buch keine Methode zu geben, die er nicht selbst an sich ausprobiert hat. In Teilen verweist er aber auch darauf hin, dass „seine“ Methoden nicht automatisch für jeden gelten und plädiert für eine Kultur des Selbsttestens.

Basis aller Betrachtungen und Grundlage seiner Theorien ist die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Zellkraftwerke unseres Körpers – den Mitochondrien. Diese sind in hohen Konzentrationen in Herz, Gehirn, Netzhaut (und bei Frauen in den Eierstöcken) enthalten und steuern maßgeblich unsere körperliche und geistige Fitness. Asprey geht davon aus, dass nur gesunde Mitochondrien und damit eine voll leistungsfähige Energieproduktion zu einem erstrebenswerten Leben führen kann. Viele von uns geben sich mit viel weniger zufrieden als eigentlich möglich wäre.

Magazine und Kompendien

Süß und fettig (Sonderheft ErnährungsUmschau)

Die ErnährungsUmschau bietet ein Sonderheft mit dem Titelthema „Süß und fettig“ an. Darin geht es um eine möglichst sachliche Auseinandersetzung mit Zucker, Kohlenhydraten und Fetten, die in der medialen Öffentlichkeit selten neutral betrachtet werden. Das Sonderheft hingegen wirbt mit „Zwischentönen und Hintergrundinformationen“ zu Inhaltsstoffen, physiologischen Wirkungen, Anbau bzw. Herstellung, Verwendung sowie rechtlichen und diätetischen Aspekten der verschiedenen Lebensmittel.

Die 96 Seiten gliedern sich dabei in verschiedene Abschnitte:

  • Kohlenhydrate (traditionelle und alternative Kohlenhydratlieferanten)
  • Zucker (Zuckerarten, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe)
  • Fette und Öle (Pflanzenöle, Fettaustauschstoffe, Fettersatzstoffe)

Das Sonderheft ist für 15 Euro (PDF-Download) bzw. 17,50 Euro (Postversand) im Online-Shop der ErnährungsUmschau erhältlich.

Fleischatlas 2021

Der Fleischatlas erscheint seit 2014 einmal jährlich und stellt die globalen Zusammenhänge der industrialisierten Produktion von Fleisch sowie des Fleischkonsums dar. Die Ausgabe 2021 widmet sich der komplexen Thematik in 19 Kapiteln und 51 Infografiken.

Zudem gibt es auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung einen Podcast zum Thema sowie mehrere Faktenvideos, zum Beispiel zu den Arbeitsbedingungen oder den Emissionen in der Fleischindustrie. Mehrere Einzelbeiträge zum Heft können online gelesen und alle Infografiken kostenfrei heruntergeladen werden.

Der Fleischatlas kann online bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellt oder als frei verfügbare PDF-Datei bezogen werden.

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