Selbstständigkeit: Businessplan

Die Selbstständigkeit in der Ernährungsberatung und -therapie stellt kein leichtes Unterfangen dar. Es bedarf neben dem fachlichen Know How vielen weiteren Kompetenzen, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Die Marktsituation als solche ist heikel: der Begriff der Ernährungsberatung ist rechtlich nicht geschützt und so tummelt sich auf dem Markt so mancher Anbieter, der qualitative Defizite aufweist. Dennoch ist es möglich, sich am Markt zu behaupten.

Wer ein Unternehmen gründen oder neue Produkte einführen möchte, muss einen Businessplan erstellen. Darunter wird ein Geschäftskonzept verstanden, dass das unternehmerische Vorhaben beschreibt. Die geplanten Strategien, Maßnahmen, Ziele und Rahmenbedingungen werden hier nachvollziehbar und verständlich dargestellt. Der Businessplan ist ein individuelles Konzept, an dem Geldgeber ihre Kreditentscheidung ausrichten. Er soll zeigen, in wie weit das Vorhaben durchführbar und wirtschaftlich tragfähig ist. Durch dieses Konzept lässt sich das unternehmerische Vorhaben planen und kontrollieren. Der Businessplan umfasst etwa 20 Seiten und stellt alle wesentlichen Punkte zusammen, die bei einer Unternehmensgründung bedacht werden müssen.

Zusammenfassung

In der Zusammenfassung sollten Sie den Leser für Ihr Geschäftskonzept interessieren und ihn dazu gewinnen, ihr Geschäftskonzept finanziell, materiell sowie ideell zu unterstützen. Es ist somit wichtig, das eigene Konzept überzeugend und bewusst kurz, auf maximal 2 Seiten, darzustellen. Informieren Sie den Leser über Ihre Dienstleistung, Zielgruppe, den Standort, über Chancen und Risiken, Marketingstrategien und die Finanzierung Ihrer Geschäftsidee.

Geschäftsidee

Unter diesem Punkt können Sie die Motive (z.B. eine originelle Geschäftsidee, eigenverantwortliches Arbeiten) Ihres Gründungsvorhabens, Ihre Planungen und aktuellen Entwicklungen beschreiben. Gehen Sie auf Ihre künftigen Dienstleistungen ausführlicher ein und benennen Sie wichtige Details. Im Hinblick auf einen potenziellen Geldgeber sollten Sie überzeugend darstellen, ob mit Ihrer Dienstleistung wirklich Geld verdient werden kann.

Analyse: Markt, Kunden, Standort

Um ein Unternehmen zu gründen, sind Kenntnisse über den Gesundheits- und Beratungsmarkt erforderlich. Hier können z.B. Informationen über den demografischen Wandel mit veränderter Altersstruktur und einer Zunahme an chronischen Erkrankungen einfließen, die die Angebotsentwicklung der Ernährungsberatung beeinflussen. Wesentlicher Bestandteil des Geschäftskonzeptes ist auch die Zielgruppenorientierung. Wird der Kundenkreis effektiv eingegrenzt, können Leistungsspektrum und Angebot besser auf die Bedürfnisse abgestimmt werden. An dieser Stelle können Sie anführen, wer zur Zielgruppe gehört, wie groß diese ist und wie viel Einkommen Ihre Kunden haben. Unter Berücksichtigung des Marktvolumens und der Zielgruppenzusammensetzung sollten Sie ebenfalls die Höhe der Bezahlung darstellen und erläutern, warum es sich lohnt, die Dienstleistung bei Ihnen zu erwerben. Die wichtigsten Mitbewerber und deren Qualifikationen lassen sich durch eine Konkurrenzanalyse ermitteln. Im Businessplan benennen Sie Ihre Konkurrenten und deren Leistungsspektrum. Dabei sollten Sie sich überlegen, wie sich Ihr Angebot von denen der Mitbewerber unterscheidet. Entscheidend für Ihren Unternehmenserfolg ist schließlich auch die Wahl des Standortes. Diese sollten Sie in ihrem Geschäftskonzept begründen können.

Unternehmerprofil/Gründerperson

Unter diesem Punkt stellen Sie Ihren Lebenslauf mit Ihren fachlichen und persönlichen Kompetenzen sowie Schlüsselqualifikationen dar. Neben Ihren sozialen Kompetenzen sollten Sie auch kaufmännische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten und Fertigkeiten erwähnen. Benennen Sie weiterhin plausibel Ihre Motivation und Ihre Stärken sowie Branchenkenntnisse und einschlägige Erfahrungen. In kurzer Form können Sie ebenfalls Ihre Schwächen beschreiben.

Marketingstrategien

Hier wird erläutert, wie Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam machen, wie Sie sich Ihrer Zielgruppe präsentieren und wie Sie Ihre Dienstleistungen bewerben wollen.  Ein detaillierter Zeitplan beschreibt die einzelnen Schritte (z.B. Praxiseröffnung, Gewinnung der ersten Kunden) zu bestimmten Zeitpunkten. Außerdem stellen Sie Ihre Preiskalkulation dar und erklären, wie Sie Ihre Dienstleistung bekannt machen werden. Zudem sollten Sie Ihre Werbestrategien und eingesetzte Medien beschreiben. Möglicherweise bestehen Netzwerke und Kooperationen, die Sie nutzen können. Neben einem effektiven Markteintritt und Maßnahmen zur Steigerung Ihres Bekanntheitsgrades, ist auch die Kundenpflege wichtig.

Chancen und Risiken

Da Sie Ihr unternehmerisches Vorhaben realistisch einschätzen, erläutern Sie diesbezüglich mögliche Chancen und Risiken. Stellen Sie einerseits das Alleinstellungsmerkmal Ihrer Dienstleistung dar und zeigen Sie, wie Sie sich dadurch von Mitbewerbern abheben können. Andererseits sollten Sie sich mit möglichen Risiken früh auseinandersetzen, um vorbereitet zu sein. Beschreiben Sie, welche Faktoren die Realisierung Ihrer Ziele behindern, wie Sie auf Veränderungen reagieren können und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt. Vielleicht spielen Sie ein Best-Case- und ein Worst-Case-Szenario durch und ermitteln, wie die Unternehmensentwicklung jeweils aussehen könnte.

Rechtsform

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen Ihres Unternehmens werden durch die Rechtsform bestimmt. Für die verschiedenen Rechtsformen gibt es unterschiedliche Voraussetzungen (z.B. Kapital; Personen, die Verantwortung übernehmen), die bei einer Gründung beachtet werden müssen. Die Rechtsform wirkt sich unter anderem auf die Haftung, auf steuerliche Aspekte oder auch das Anmeldeverfahren bei Ämtern aus.

Personalplanung

Überlegen Sie, wie Ihre Personalplanung in den nächsten drei bis fünf Jahren aussehen soll. Falls Sie einen oder mehrere Mitarbeiter einstellen möchten, könnten dies evtl. freie Mitarbeiter oder Aushilfen sein. Möglicherweise stellen Sie Mitarbeiter nur stundenweise an oder Sie arbeiten mit einer weiteren Ernährungsfachkraft zusammen, die andere Spezialisierungen hat. Dadurch erweitern Sie Ihr Leistungsspektrum. Die Qualifikationen von möglichen Mitarbeitern oder Partnern sollten Sie in ihrem Businessplan beschreiben. Zur Darstellung der Personalstruktur bietet sich die Erstellung eines Organigramms an.

Finanzierung

In Ihrer Finanzplanung benennen Sie zunächst die geplanten Investitionen, die Sie in der ersten Zeit tätigen werden. Alle Anschaffungen der nächsten drei bis fünf Jahre werden dabei aufgelistet, woraus sich der Kapitalbedarf und die jährliche Abschreibung ergeben. Im folgenden Liquiditätsplan sind alle Ausgaben und Einnahmen aufgeführt, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind. Weiterhin müssen Sie eine Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen, die Umsätze, Ausgaben und Gewinne umfasst. Zudem werden Eigen- und Fremdkapital erfasst und bestimmten Posten zugeordnet. Die Finanzplanung sollte dabei mit Zahlen und Fakten belegt sein. Ihre Kalkulationen sollten Sie in Form von Tabellen und Übersichten beifügen.

Downloads

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  Beratungspraxis - Beratungsmanagement in der Ernährungsberatung
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