Ernährung bei chronischen Entzündungen

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Chronische Entzündungsprozesse spielen bei so gut wie jeder Erkrankung eine Rolle, von Allergien bis rheumatische Erkrankungen, von Adipositas bis Diabetes mellitus, von Arteriosklerose bis Gicht und Darmerkrankungen [Hot 2006]. Fast alle Autoimmunkrankheiten münden in chronische Entzündungen. Grundsätzlich ist zwischen akuten und chronischen Entzündungen zu unterscheiden.

Akute Entzündungen lassen sich durch Ernährung nur wenig bis gar nicht beeinflussen. Das ist auch nicht gewollt, ist die Entzündung hier doch meist notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Chronische Entzündungsprozesse hingegen lassen sich durch eine Änderung des Lebensstils und damit auch der Ernährung gezielt beeinflussen. Und das ist wichtig. Denn diese sogenannten stillen Entzündungen stellen Risikofaktoren für viele Zivilisationskrankheiten wie Gefäßerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Darmerkrankungen dar.

Verschiedene Inhaltsstoffe unserer Nahrung wirken entzündungshemmend, andere wiederum entzündungsfördernd. Langfristig kommt es auf die Balance zwischen fördernden und hemmenden Einflüssen in unserer Ernährung an. Der Effekt von einzelnen Inhaltsstoffen ist dabei individuell sehr unterschiedlich. Das gilt für entzündungsfördernde gleichermaßen wie für entzündungshemmende Substanzen.

Neben Ernährungsfaktoren spielen auch andere Lebensstilfaktoren eine Rolle. Zu wenig Bewegung, Rauchen, viel Alkohol, Stress und ein zu hoher Anteil an viszeralem Bauchfett fördern chronische Entzündungen.

Anwendungsfelder

Bei folgenden Symptomen und Krankheitsbildern kann die Umstellung auf eine Ernährung, die reich an entzündungshemmenden Lebensmitteln ist, hilfreich sein.

Betroffene OrganeErkrankungsbilder (Auswahl)
Magen und DarmMorbus Crohn, Colitis ulzerosa, Divertikulose und Divertikulitis, Reizdarmsyndrom, Enteritis, Gastritis
Leber, Galle, PankreasFettleber, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Gallensteine
HautAkne, Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis
Knochen und GelenkeRheuma und rheumatische Erkrankungen (rheumatische Arthritis)
AtemwegeAsthma, Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)
SchilddrüseHashimoto-Thyreoiditis
degenerative/ neuronale ErkrankungenMultiple Sklerose, Krebserkrankungen
StoffwechselerkrankungenArteriosklerose, Diabetes mellitus, Gicht

Entzündungshemmende Lebensmittelinhaltsstoffe

Es gibt zahlreiche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, die entzündungshemmende Effekte entfalten. Die Wirkung ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich, sodass es hier einige Zeit brauchen kann, bis der Einzelne die bei ihm hilfreichen Lebensmittel ausfindig gemacht hat.

Im Internet gibt es zahlreiche Listen und Tabellen mit entzündungshemmenden und/oder entzündungsfördernden Lebensmitteln. Häufig erfährt man dabei nicht, welche Inhaltsstoffe, Eigenschaften oder zugrunde liegenden Mechanismen für die Wirkungen verantwortlich sind. Während einige Substanzen die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe hemmen, fördern andere die Ausschüttung entzündungshemmender Botenstoffe.

Andere Inhaltsstoffe von Lebensmitteln wiederum wirken antioxidativ. Im chronischen Entzündungsgeschehen sorgen verschiedene Reaktionen für erhöhten oxidativen Stress. Mittels antioxidativ wirkender Substanzen kann diesem Stress entgegengewirkt werden. Dabei kann zwischen direkt antioxidativ wirkenden Stoffen und Stoffen, die körpereigene Antioxidationssysteme fördern, unterschieden werden.

Und wiederum andere Inhaltsstoffe beeinflussen verschiedene an Entzündungsreaktionen beteiligte Immunzellen und Zytokine in ihrer Aktivität.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren gelten als potente Entzündungshemmer. Die Fettsäuren fördern einerseits die Bildung entzündungshemmender Mediatoren (Eicosanoide wie verschiedene Thromboxane, Leukotriene und Prostaglandine). Andererseits vermögen die Fettsäuren Entzündungsprozesse über die Bildung von Zytokinen (Interleukine, TNF-alpha) zu beeinflussen.

Bioaktive Substanzen (Sekundäre Pflanzenstoffe)

Viele sekundäre Pflanzenstoffe besitzen antientzündliche Eigenschaften. In der Regel sind die Konzentrationen an diesen Substanzen in Nahrungsmitteln eher gering. Deshalb kommt es weniger darauf an, einzelne Lebensmittel in hohen Mengen zu konsumieren, sondern vielmehr ein breites Spektrum an diesen Lebensmitteln zu verzehren.

Sekundäre Pflanzenstoffe lassen sich in verschiedene Gruppen und Untergruppen unterteilen. Insgesamt – so schätzt man – gibt es mehr als 250.000 Stoffe, die diesen einzelnen Gruppen zuzuordnen sind. Allein der Gruppe der Flavonoide werden über 8.000 Substanzen zugeordnet. Als besonders entzündungshemmend gelten Vertreter der Anthocyane, Flavanole und Flavonole – allesamt Untergruppen der Flavonoide. Ebenso weisen Vertreter der Sulfide, Senfölglykoside (Glucosinolate) und Phenolsäuren entzündungshemmende Eigenschaften auf. Einzelne, bekannte Substanzen mit hohem antientzündlichen Potenzial sind Kurkumin, Resveratrol, Capsaicin, Bromelain oder Quercetin.

Die meisten der genannten Verbindungen beeinflussen Entzündungsprozesse über deren antioxidative Kapazität. Hier sind insbesondere auch die ätherischen Öle in Kräutern und Gewürzen zu nennen.

Ballaststoffe und probiotische Kulturen

Probiotika und Ballaststoffe modulieren Entzündungen im Wesentlichen über die Bildung der kurzkettigen Fettsäure Butyrat.

Butyrat führt im Darm zu einer Absenkung des pH-Wertes und wirkt dadurch Entzündungen sowie oxidativem Stress entgegen [Ham 2007]. Außerdem vermindert die Fettsäure die Bildung und Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen wie TNF-alpha oder verschiedener Interleukine.

Vitamine und Mineralstoffe

Einige Vitamine und Mineralstoffe besitzen ein antioxidatives Potenzial und greifen auf diesem Wege positiv in das Entzündungsgeschehen ein. Unter den Vitaminen stechen die Vitamine A, C, D und E hervor. Während die Vitamine A, C und E in erster Linie antioxidativ wirken, reguliert Vitamin D vor allem die Entwicklung und Reifung von Immunzellen [Jef 2009]. Unter den Mineralstoffen sind Magnesium, Zink, Selen sowie Kupfer erwähnenswert.

Weitere Substanzen und Faktoren

Die Aminosäure Phenylalanin verzögert den Abbau der Enkephaline im Gehirn und wirkt auf diesem Wege entzündungshemmend.

Die Substanzen Chondroitin und Glukosamin sollen Schmerzen und Schwellungen entzündeter Gelenke vermindern. Der zugrunde liegende Mechanismus hierfür ist vermutlich auf die verminderte Wirkung verschiedener Entzündungsmediatoren im Gelenk zurückzuführen. Wissenschaftliche Untersuchungen kommen jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Neben einzelnen Inhaltsstoffen werden auch bestimmte Ernährungsweisen bzw. praktizierende Ernährungsformen mit entzündungshemmenden Effekten in Verbindung gebracht. So zeigte sich in wissenschaftlichen Studien eine hemmende Wirkung des intermittierenden Fastens auf verschiedene Entzündungsfaktoren. Ebenso scheint die mediterrane Ernährung in ihrer Gänze einen entzündungshemmenden Einfluss auszuüben. Dies wurde unter anderem erfolgreich an Pateinten mit Multiple Sklerose gezeigt. Bei einigen Migränepatienten indes zeigte sich die ketogene Ernährung als potenter Entzündungshemmer.

Die beobachteten Effekte sind vermutlich mit einem niedrigen Zucker- und Kohlenhydratverzehr, einem hohen Gemüse- und Kräuterkonsum sowie die Verwendung entzündungshemmender Öle und Fette inklusive fettem Seefisch zu erklären.

 

 

Entzündungsfördernde Lebensmittelinhaltsstoffe

Omega-6-Fettsäuren und Trans-Fettsäuren

Im Gegensatz zu den Omega-3-Fettsäuren wirken Omega-6-Fettsäuren entzündungsfördernd. Eine der wichtigsten und in Lebensmitteln mengenmäßig am bedeutsamsten ist die Fettsäure Arachidonsäure. Diese fördert die Bildung und Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe. Es ist jedoch nicht zielführend, Omega-6-Fettsäuren komplett aus dem Speiseplan zu verbannen, da auch diese beim Menschen essenzielle, sprich lebensnotwendige Wirkungen entfalten.

Neben den Omega-6-Fettsäuren gibt es noch eine weitere Gruppe an Fettsäuren, die entzündungsfördernd wirken können: Trans-Fettsäuren. Diese entstehen in erster Linie bei der Härtung von Pflanzenölen und finden sich vorrangig in Backwaren, Chips oder Fertigprodukten.

Bioaktive Substanzen (Sekundäre Pflanzenstoffe)

Unter den bioaktiven Substanzen gibt es auch Vertreter, die eher entzündungsfördernde Eigenschaften besitzen. Diese lassen sich durch geeignete Zubereitungs- und Verarbeitungsmethoden in aller Regel effektiv reduzieren. Oftmals entscheidet auch die Verzehrsmenge darüber, ob Entzündungen messbar gefördert werden oder nicht.

Zu diesen Substanzen zählen insbesondere Lektine und die Phytinsäure.

Weitere Faktoren

Auch Zucker und hohe Mengen an raffinierten Kohlenhydraten gelten als entzündungsfördernd. Entgegen vieler Mutmaßungen aber spielt Zucker im chronischen Entzündungsgeschehen nur dann eine Rolle, wenn es nach dem Verzehr zu andauernden hohen Blutzuckerspiegeln sowie Blutzuckerspitzen kommt. Der Einfluss ist dabei umso stärker, je länger und öfter diese Zustände anhalten. Dann gelten größere Mengen an Zucker und rasch resorbierbaren Kohlenhydraten als Risikofaktor für Insulinresistenz und damit verbundene Stoffwechselerkrankungen.

Gluten als Bestandteil von Getreide kann bei entsprechend veranlagten Menschen bzw. mit bestimmten Vorerkrankungen wie entzündlichen Darmerkrankungen bestehende Entzündungsprozesse triggern.

Des Weiteren ist Alkohol bzw. Ethanol potenziell entzündungsfördernd.

 

 

Entzündungshemmende und -fördernde Lebensmittel

Die antientzündlichen Mechanismen sind Lebensmitteln aufgrund der Komplexität der Inhaltsstoffe nicht immer einfach zuzuordnen. Verschiedene Inhaltsstoffe wie zum Beispiel die Vitamine A, C und E unterstützen sich in ihrer Wirkung gegenseitig. Das spricht dafür, einzelne Substanzen nicht in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, sondern kombiniert im natürlichen Verbund zu verzehren. Zudem ist die Wirksamkeit bei isolierten Substanzen oft strittig.

Gemüse und Obst sowie Pilze

Die zahlreich in Obst und Gemüse vertretenen entzündungshemmenden Substanzen machen diese Lebensmittel zu einem wahren antientzündlichen Cocktail. Darum sollten die meist energiearmen und nährstoffreichen Vertreter täglich auf dem Speiseplan stehen. Gemüse und Obst enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Zusammen mit Pilzen sind einige Vertreter zudem eine gute Quelle für Ballaststoffe.

Die Hülsenfrüchte nehmen unter den Gemüsen eine kleine Sonderstellung ein. Bei sensibel veranlagten Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen können einige Inhaltsstoffe entzündungsfördernd wirken. Mit der richtigen Zubereitung lässt sich die Konzentration an diesen Substanzen jedoch häufig minimieren.

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungshemmender

Inhaltsstoff

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungsfördernder

Inhaltsstoff

Gemüse und Pilze

Artischocke, Schwarzwurzel

Ballaststoffe (Inulin)

Bohnen (dicke, Kidneybohne)

Lektine (Trigger)

Brokkoli

Senfölglykoside (Sulforaphan), Flavonoide (Kaempferol), Magnesium

Erbsen

Lektine (Trigger)

Chinakohl, Endivie

Hydroxyzimtsäuren

Kichererbsen

Lektine (Trigger)

Pilze

Ballaststoffe

Linsen

Lektine (Trigger)

Portulak, Spinat und Mangold

Vitamin C und E, Beta-Carotin, Zink, Magnesium

Sojabohnen

Lektine (Trigger)

Rote Bete

Betalain, Magnesium

Zwiebel, Lauch

Sulfide

Obst

Ananas

Bromelain

Dunkle Beeren

Quercetin, Anthocyane (Flavonoide); Vitamin C

Kirschen

Anthocyane (Flavonoide)

Zitrusfrüchte

Vitamin C

Fleisch und Fisch, Milchprodukte

Die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren sind besonders in fettem Seefisch enthalten. Fleisch und Wurst aus Massentierhaltung hingegen sind eher reich an den entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren. Doch auch hier spielen Aufzucht und Fütterung eine große Rolle: Fleisch von Tieren aus Weidehaltung bzw. Gras- und Heufütterung enthält höhere Mengen an Omega-3- und geringere Mengen an Omega-6-Fettsäuren. Auch Wildfleisch enthält nennenswerte Mengen an entzündungshemmenden Fettsäuren.

Fermentierte Milchprodukte fördern im Dickdarm dort ansässige physiologische Darmbakterien und stärken damit eine „antientzündliche Darmflora“.

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungshemmender

Inhaltsstoff

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungsfördernder

Inhaltsstoff

Fisch

Hering. Sprotte

Omega-3-Fettsäuren

Lachs

Omega-3-Fettsäuren

Makrele

Omega-3-Fettsäuren

Thunfisch

Omega-3-Fettsäuren

Fleisch und Wurst

Leber (Innereien)

Kupfer, Vitamin A, Zink, Omega-3-Fettsäuren (Dorschleber)

Fleisch aus Massentierhaltung

Omega-6-Fettsäuren

Muskelfleisch von Weidetieren

Omega-3-Fettsäuren, Selen

Wurst

Omega-6-Fettsäuren

Wildfleisch

Omega-3-Fettsäuren

Milchprodukte

Fermentierte Milchprodukte

Probiotische Kulturen

Fette Milchprodukte aus Massentierhaltung

 Omega-6-Fettsäuren

Käse

Zink

Milchprodukte von Weidetieren

Omega-3-Fettsäuren

Nüsse und Samen sowie Pflanzenöle

Nüsse und Samen enthalten wertvolle Ballaststoffe sowie die antioxidativ wirkenden Mineralstoffe Magnesium, Selen und Zink. Walnüsse sind zudem reich an Omega-3-Fettsäuren.

Die meisten Vertreter enthalten allerdings auch Lektine und Phytinsäure, die bei sensibel veranlagten Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen entzündungsfördernd wirken können. Der Gehalt kann durch vorheriges Einweichen reduziert werden.

Das antientzündliche Potenzial von Pflanzenölen betreffend ist in erster Linie das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren entscheidend. Zusätzlich enthalten die meisten Pflanzenöle reichlich Vitamin E. Kaltgepresste Pflanzenöle enthalten meist mehr entzündungshemmende Inhaltsstoffe als erhitzte, raffinierte Varianten. Diese sollten nicht zum Braten oder starkem Erhitzen verwendet werden.

In der alltäglichen Praxis wird die Bedeutung der Pflanzenöle immer in den Vordergrund gestellt. Zu bedenken bleibt aber, dass in der Regel nicht sehr hohen Mengen an reinem Pflanzenöl aufgenommen wird. Vielmehr spielt hier die Verarbeitung der Lebensmittel eine Rolle. Fertigprodukte und Fast Food werden oft mit preiswerteren Ölen hergestellt. Diese weisen in aller Regel ein ungünstiges Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren auf.

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungshemmender

Inhaltsstoff

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungsfördernder Inhaltsstoff

Nüsse

Cashew, Erdnuss, Haselnuss, Mandel, Paranuss

Ballaststoffe, Magnesium, Selen, (Vitamin E, Zink)

Erdnüsse

Omega-6-Fettsäuren

Macadamia, Walnuss

Ballaststoffe, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Vitamin E

Samen

 

 

 

Chiasamen, Leinsamen

Ballaststoffe, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren

Indische Flohsamenschalen

Ballaststoffe

Sesam

Omega-6-Fettsäuren

Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne

Ballaststoffe, Magnesium, (Vitamin E, Zink)

Sonnenblumenkerne

Omega-6-Fettsäuren

Pflanzenöle

 

 

 

Hanföl, Leinöl

Omega-3-Fettsäuren

Distelöl

Omega-6-Fettsäuren

Kokosnussöl

Antioxidantien

Erdnussöl

Omega-6-Fettsäuren

Lebertran, Haifischöl, Heringsöl

Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A und E

Maiskeimöl

Omega-6-Fettsäuren

Rapsöl, Walnussöl, Weizenkeimöl

Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E

Sonnenblumenöl

Omega-6-Fettsäuren

Kräuter und Gewürze

Unter den Kräutern und Gewürzen gibt es zahlreiche Inhaltsstoffe mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Ein Großteil ist auf die antioxidativ wirksamen ätherischen Öle zurückzuführen. Auch wenn die Zufuhr eines Gewürzes in kleinen Mengen nur vergleichsweise wenig Wirkung zeigt, so kann die regelmäßige Zufuhr und das Kombinieren verschiedener Gewürze und Kräuter durchaus positive Effekte erzielen.

Entzündungsfördernde Substanzen, die in den üblich verzehrten Gewürzmengen Entzündungen fördern, sind bislang nicht bekannt.

Lebensmittel

Entzündungshemmender Inhaltsstoff

Lebensmittel

Entzündungshemmender Inhaltsstoff

Bärlauch

ätherisches Öl, Vitamin C, Senfölglykoside, Flavonoide

Kümmel

ätherisches Öl, Flavonoide, Cumarine

Basilikum

ätherisches Öl, Terpene, Flavonoide

Lorbeer

ätherisches Öl

Bohnenkraut

ätherisches Öl, Gerbstoffe

Meerrettich

Vitamine C und B2, Magnesium, Senfölglykoside, Flavonoide, ätherisches Öl

Borretsch

Vitamin A, ätherisches Öl

Muskatnuss

ätherisches Öl

Brunnenkresse

Senfölglykoside, Vitamin C

Oregano

Vitamin C, ätherisches Öl, Gerbstoffe

Chili

Capsaicin

Paprika

Capsaicin, Vitamin C

Currykraut

ätherisches Öl

Petersilie

Vitamin A, B2 und C; Apiin, ätherisches Öl

Dill

ätherisches Öl, Vitamine A und C

Pfeffer

ätherisches Öl, Flavonoide

Gewürznelke

ätherisches Öl, Flavonoide (Quercetin), Phenolsäuren

Pfefferminze

ätherisches Öl, Phenolsäuren, Flavonoide

Ingwer

Vitamin C, Flavonoide, Zink

Piment

ätherisches Öl, Gerbstoffe

Kardamom

ätherisches Öl

Rosmarin

ätherisches Öl, Gerbstoffe

Kerbel

ätherisches Öl, Vitamin C, Carotinoide

Senf

Senfölglykoside, ätherisches Öl

Knoblauch

Sulfide

Salbei

ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbstoffe

Kreuzkümmel

ätherisches Öl, Gerbstoffe, Luteolin und Apigenin (Flavonoide)

Thymian

Carnosol und Carnosolsäure

Kurkuma

ätherisches Öl, Kurkumin

Vanille

Zimtsäureester (Flavonoide)?

Getreide, Brot und Backwaren

Getreidekörner enthalten sowohl entzündungsfördernde Substanzen als auch antioxidativ wirksame Mineralstoffe wie Selen und Magnesium. Die entzündungsfördernden Substanzen sind nicht direkt wirksam, sondern gelten eher als triggernd. Bei Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten sowie Darmerkrankungen können sich diese Faktoren daher negativ auf das Krankheitsbild und den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken. In diesen Fällen ist ein Weglassen und/oder gezieltes Austesten einzelner Nahrungsmittel und Produkte ratsam.

Auch hier gilt: Durch bestimmte Zubereitungs- und Verarbeitungsmethoden kann der Gehalt an entzündlichen Stoffen verringert werden. Hierzu zählt beispielsweise das Schälen von Getreide, die Sauerteigführung beim Backen von Brot oder auch das Einweichen und Keimen von Getreide.

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungshemmender Inhaltsstoff

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungsfördernder Inhaltsstoff

Sauerteigprodukte

probiotische Kulturen

Fertigbackwaren

Trans-Fettsäuren, Gluten

Vollkornprodukte aus Gerste, Hafer, Hirse, Roggen und Weizen

Ballaststoffe, Magnesium, Zink, (Selen)

Produkte aus Gerste, Hafer, Roggen und Weizen

Gluten, Phytinsäure

Weizenkleie

Ballaststoffe, Magnesium

Weitere Lebensmittel

Es gibt noch einige weitere Lebensmittel mit diskutierten anti- oder proentzündlichen Wirkungen.

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungshemmender Inhaltsstoff

Lebensmittel (Auswahl)

Entzündungsfördernder Inhaltsstoff

Algen (Braunalgen, Meeresalgen, Spirulina)

Fucoidan, Magnesium

Süßungsmittel, Süß-waren und Zucker

Glukose (Zucker)

Grüner Tee

Catechine (Flavonoide)

Alkoholische Getränke

Alkohol (Ethanol)

Knochenbrühe

Chondroitin und Glukosamin

Fertigprodukte, Chips

Omega-6-Fettsäuren, Trans-Fettsäuren Zucker, Gluten

Fazit und praktische Hinweise

Für Lebensmittel finden sich zahlreiche entzündungshemmende und -fördernde Mechanismen sowie Inhaltsstoffe. Dabei kommt es nicht einzig und allein darauf an, entzündungsfördernde durch entzündungshemmende Speisen und Produkte zu ersetzen. Dabei würden zu viele dennoch wertvolle Lebensmittel unter den Tisch fallen. Vielmehr ist eine gute Balance entscheidend.

Dafür ist kein Fokus auf einzelne Lebensmittel notwendig. Gemeinhin reicht es, bestimmte Nahrungsmittelgruppen zu bevorzugen und andere einzuschränken sowie auf einige Zubereitung- und Verarbeitungsmethoden zu achten.

 

 

Downloads

Für unsere Mitglieder stehen Infokarten inklusive der im Text dargestellten Lebensmitteltabellen zu Beratungs- und Präsentationszwecken sowie als Handout für Patienten und Klienten zur Verfügung.

  Infokarten entzündungshemmende Ernährung
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  Miniposter Entzündungshemmende Ernährung
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