Ernährungsinterventionen

Kurzbeschreibung/Definition

Der Bereich der Ernährungsinterventionen gliedert sich in 2 wesentliche Abschnitte: die Planung und die Umsetzung der ernährungstherapeutischen Interventionen. Während die Planung der Intervention die Handlungen der ETF abbildet, orientiert sich die Umsetzung an Maßnahmen, die auf konkrete Verhaltensänderung des Klienten abzielen. Die ernährungstherapeutische Fachkraft wägt im Schritt der Planung mögliche Ziele, daraus abgeleitete Interventionen und den jeweiligen Nutzen für die Zielerreichung gegeneinander ab.

Ziele/Zweck

  • Überblick über relevante Ziele und Handlungen
  • ganzheitliches Erfassen der ernährungstherapeutischen Betreuung

Die ernährungstherapeutische Planung

Die Überlegung von ernährungstherapeutischen Maßnahmen leitet sich aus den Ernährungsdiagnosen bzw. -problemen ab. Die Ziele richten sich indes an wissenschaftlich begründeten Theorien einerseits und die Stärkung langfristiger Gesundheitskompetenz des Klienten andererseits aus. Anschließend werden die Ziele auf Wirksamkeit (Relevanz und Effektivität) und Umsetzbarkeit geprüft. Dabei werden individuelle Ressourcen und Hindernisse des Klienten berücksichtigt. Es werden die geeigneten sowie umsetzbaren Ziele ausgewählt.

Eine ernährungstherapeutische Intervention setzt sich aus mehreren einzelnen Maßnahmen zusammen. Maßnahmen zielen auf Veränderung der Ursachen und/oder Anzeichen/Symptome ab, was zur Lösung des Problems führt. Es werden gezielt Handlungspläne entworfen:

  • Erkennen und Benennen fachlich korrekter sowie indizierter ernährungstherapeutischer Ziele
  • Erkennen und Benennen fachlich korrekter sowie indizierter ernährungstherapeutischer Maßnahmen
  • Während dieser Phase werden auch die für die Verlaufskontrolle sowie deren Beurteilung notwendigen Indikatoren festgelegt.

Die ernährungstherapeutische (Umsetzung der) Intervention

In dieser Phase werden gemeinsam mit dem Klienten die zur Umsetzung der ausgewählten Ziele notwendigen Maßnahmen erarbeitet. Langfristig gilt es, eine bedarfsdeckende Ernährung angepasst an die spezifischen Bedürfnisse des Klienten sicherzustellen. Hierbei kann zwischen Maßnahmen nach kurz-, mittel- und langfristigen Zielen unterschieden werden. Das Befähigen des Klienten, die Maßnahmen in die Realität umzusetzen, gehört ebenso zu den Aufgaben der ernährungstherapeutischen Fachkraft.

Hilfreiche Fragen zur konkreten Maßnahmenplanung

  • Welche Lebensmittel/-gruppen können empfohlen werden?
  • Welche Mengen können empfohlen werden?
  • Gibt es sinnvolle Zeitfenster für den Verzehr?
  • Wie können die Lebensmittel konsumiert werden (Spezialprodukte, Zubereitungsmöglichkeiten, Integration in Speisen etc.)?
  • Gibt es hilfreiche Tipps zu Einkauf, Lagerung und Verarbeitung?
  • Welche Kompetenzen braucht der Klient zur Umsetzung dieser Maßnahme?
  • Welche Informationen müssen dem Klienten zur Umsetzung dieser Maßnahme vermittelt werden?
  • Wie kann der Nutzen/die Wirksamkeit dieser Maßnahme überprüft werden?

Beispiele für ernährungstherapeutische Maßnahmen anhand der obigen erfassten Ziele (Ernährungstherapie, 2018)

Anpassen der Nahrungskonsistenz

  • weiche oder pürierte Kost
  • Mahlzeiten verkleinern
  • Mahlzeitenhäufigkeit erhöhen
  • Einsatz enteraler Ernährungsprodukte

Klärung der Angst vor Verschlucken

  • Anpassen der Nahrungskonsistenz
  • Weglassen problematischer Lebensmittel

Steigerung der Energieaufnahme

  • Mahlzeitenhäufigkeit erhöhen
  • energiereiche (Zwischen-)Mahlzeiten
  • Lebensmittel mit niedrigem Energiegehalt reduzieren
  • Energiedichte der Mahlzeiten steigern (z. B. Einsatz von Spezialprodukten)
  • Einsatz oraler Nahrungssupplemente
  • Einsatz enteraler Ernährungsprodukte

Steigerung der Proteinaufnahme

  • proteinreiche Lebensmittel bevorzugen
  • Proteingehalt der Mahlzeit erhöhen
  • Steigern des Konsums von Milch und Milchprodukten
  • Steigern des Konsums pflanzlicher Eiweißquellen
  • Einsatz proteinreicher Spezialprodukte
  • Einsatz oraler proteinreicher Nahrungssupplemente
  • Einsatz enteraler Ernährungsprodukte

Kategorien von Ernährungsinterventionen (eNCPT)

Versorgung mit Lebensmitteln und/oder Nährstoffen

Interventionen umfassen den gesamten Bereich der Ernährung (oral, enteral, parenteral, Supplemente).

Ernährungs-Edukation

Interventionen umfassen einen formalisierten Instruktionsprozess zur Vermittlung von Wissen sowie zur Ausbildung von Fähigkeiten/Fertigkeiten zur Erhaltung oder Verbesserung der Gesundheit.

Ernährungs-Beratung

Interventionen umfassen unterstützende Prozesse in der Zusammenarbeit zwischen der ETF und dem Klienten.

Koordination der Ernährungsbehandlung

Interventionen umfassen die interprofessionelle Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten.

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