Ernährungstagebuch: Auf Spurensuche

Das Ernährungstagebuch ist ein wertvolles Instrument in der Ernährungsberatung und fester Bestandteil der meisten ErnährungstherapeutInnen. Es bietet sowohl den KlientInnen als auch den Beratenden einige Vorteile und kann bei verschiedenen Erkrankungen spezifisch angepasst werden.

Einführung

In der Welt der Ernährungsberatung und -therapie sind Werkzeuge, die sowohl dem Berater als auch dem KlientInnen Einblicke in die täglichen Ernährungsgewohnheiten bieten, von unschätzbarem Wert. Das Ernährungstagebuch hat sich als eines dieser zentralen Werkzeuge etabliert. Es dient nicht nur der bloßen Dokumentation von Nahrungsaufnahme, sondern geht weit darüber hinaus. Es ermöglicht eine tiefgreifende Reflexion und Analyse der Ernährungsmuster und -gewohnheiten.

Für professionelle ErnährungsberaterInnen oder -therapeutInnen bietet das Tagebuch wertvolle Einblicke in die täglichen Entscheidungen, Vorlieben und möglichen Herausforderungen der Ratsuchenden. Es bildet somit die Grundlage für gezielte, individuell angepasste Empfehlungen und Interventionen. In einer Branche, in der personalisierte Beratung und Betreuung im Mittelpunkt stehen, ermöglicht das Ernährungstagebuch eine noch genauere und effektivere Herangehensweise an die Bedürfnisse jedes Einzelnen.


Ernährungstagebuch: Auf Spurensuche

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Grundlegende Nutzung des Ernährungstagebuchs

Nutzen für den Ratsuchenden

  • Selbstreflexion: Das Aufzeichnen der täglichen Nahrungsaufnahme fördert das Bewusstsein für die eigenen Ernährungsgewohnheiten.
  • Motivation: Das Festhalten von Fortschritten kann motivierend wirken und dazu anregen, geeignetere Entscheidungen zu treffen.
  • Erkennen von Mustern: Durch das Dokumentieren können ungeeignete Muster oder Trigger für ungesunde Gewohnheiten identifiziert werden.

Nutzen für den Beratenden

  • Individuelle Beratung: Das Tagebuch bietet einen detaillierten Einblick in die Ernährungsgewohnheiten, wodurch gezielte Empfehlungen gegeben werden können.
  • Verlaufskontrolle: Regelmäßige Einträge ermöglichen es, den Fortschritt zu überwachen und die Beratung entsprechend anzupassen.
  • Basis für Diskussionen: Das Tagebuch kann als Ausgangspunkt für Gespräche über Ernährungsgewohnheiten und -ziele dienen.

Bestandteile des Ernährungstagebuchs

Das Ernährungstagebuch ist mehr als nur ein einfaches Protokoll dessen, was ein Klient täglich zu sich nimmt. Es ist ein detailliertes Instrument, das sowohl quantitative als auch qualitative Daten über die Ernährungsgewohnheiten liefert.

  • Mahlzeiten: Hierbei geht es nicht nur um die Nahrung selbst, sondern auch um den Kontext. Wann wurde gegessen? Wo? In Gesellschaft oder alleine?
  • Snacks: Oft werden kleinere Snacks im Laufe des Tages übersehen, obwohl sie eine bedeutende Rolle in der Gesamtkalorienaufnahme spielen können.
  • Getränke: Von Wasser über Säfte bis hin zu alkoholischen Getränken – die Flüssigkeitsaufnahme kann erhebliche Auswirkungen auf die Ernährung und das Wohlbefinden haben.
  • Gefühle & Umstände: Dieser qualitative Aspekt ist entscheidend. Wie fühlte sich der Klient beim Essen? Gab es besondere Umstände, die die Essenswahl beeinflusst haben könnten?

Tipps für die effektive Nutzung des Tagebuchs

  • Genauigkeit ist entscheidend: KlientInnen sollten ermutigt werden, so detailliert wie möglich zu sein. Dies beinhaltet zum Beispiel auch das Wiegen von Lebensmitteln, wenn möglich und sinnvoll.
  • Unmittelbare Dokumentation: Das Aufschreiben direkt nach dem Essen verhindert das Vergessen von Details.
  • Ehrlichkeit: Das Tagebuch ist ein Werkzeug zur Selbstreflexion und zur Arbeit mit dem Beratenden. Es sollte ohne Scham oder Zurückhaltung geführt werden.

Analyse und Überprüfung

Einmal erstellt, ist das Ernährungstagebuch ein dynamisches Werkzeug, das regelmäßig überprüft und analysiert wird. Diese Überprüfung ermöglicht es sowohl dem Ernährungsberatenden als auch dem Ratsuchenden, Fortschritte zu verfolgen, Muster zu erkennen und gezielte Anpassungen vorzunehmen.

  • Ernährungsmuster: Gibt es bestimmte Zeiten oder Tage, an denen der Klient zu ungesunden Lebensmitteln neigt? Gibt es regelmäßige Mahlzeiten oder werden diese oft übersprungen?
  • Nährstoffaufnahme: Wird eine ausgewogene Ernährung erreicht oder gibt es Mängel in bestimmten Nährstoffgruppen?
  • Emotionale Trigger: Lassen sich Verbindungen zwischen Stimmungen und Ernährungsentscheidungen erkennen? Zum Beispiel das Greifen zu Süßigkeiten bei Stress.
  • Reaktionen und Unverträglichkeiten: Zeigen sich Muster von Unwohlsein oder Verdauungsproblemen nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel?

Vorteile der regelmäßigen Überprüfung

  • Zielgerichtete Anpassungen: Basierend auf den Erkenntnissen aus dem Tagebuch können spezifische Empfehlungen und Anpassungen vorgenommen werden.
  • Motivation: Das Sehen von Fortschritten oder das Erkennen und Überwinden von Hindernissen kann für die KlientInnen sehr motivierend sein.
  • Verantwortlichkeit: Ein regelmäßiger Check-in mit dem Ernährungsberater fördert das Gefühl der Verantwortlichkeit und das Engagement des Ratsuchenden.
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Mögliche Anpassungen an medizinische Diagnosen und Lebensstilaspekte

Das Ernährungstagebuch sollte flexibel genug sein, um den individuellen Bedürfnissen jedes Einzelnen gerecht zu werden. Abhängig von medizinischen Diagnosen und Lebensstilaspekten können verschiedene Anpassungen vorgenommen werden:

Medizinische Diagnosen

  • Erkrankungen des Verdauungssystems: Hier könnten spezielle Abschnitte für die Dokumentation von Symptomen wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung hinzugefügt werden.
  • Stoffwechselerkrankungen: Ein erweiterter Abschnitt zur Dokumentation von Blutzuckerwerten oder der Aufnahme bestimmter Makronährstoffe könnte hilfreich sein.
  • Allergien und Unverträglichkeiten: Ein Abschnitt, in dem KlientInnen spezifische Reaktionen auf Lebensmittel notieren können, wäre sinnvoll.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ein Abschnitt zur Dokumentation der Salz- und Fettzufuhr, insbesondere gesättigte Fette, könnte hinzugefügt werden. Auch ein Bereich zur Überwachung des Blutdrucks könnte nützlich sein.
  • Osteoporose: Ein spezieller Bereich zur Überwachung der Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr kann hilfreich sein, um sicherzustellen, dass der Klient genug von diesen wichtigen Nährstoffen erhält.
  • Nierenprobleme: Ein Abschnitt zur Überwachung der Proteinzufuhr und möglicherweise der Flüssigkeitszufuhr könnte hinzugefügt werden.

Lebensstilaspekte

  • Sportliche Aktivität: Ein zusätzlicher Abschnitt, in dem KlientInnen ihre sportlichen Aktivitäten und den Zeitpunkt ihrer Mahlzeiten in Bezug auf diese Aktivitäten dokumentieren können.
  • Berufliche Anforderungen: Bei Schichtarbeit könnte eine flexible Zeiteinteilung für Mahlzeiten hilfreich sein, um den veränderten Schlafrhythmus und Arbeitszeiten Rechnung zu tragen.
  • Familien- und Sozialleben: Ein Abschnitt, in dem besondere Anlässe oder gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie oder Freunden dokumentiert werden können.
  • Ältere Erwachsene: Ein Abschnitt zur Überwachung der Ballaststoffzufuhr und möglicherweise der Flüssigkeitszufuhr, da ältere Menschen oft Schwierigkeiten haben, genug zu trinken.
  • Reisen/Unterwegs: Ein flexibler Abschnitt, in dem KlientInnen ihre Mahlzeiten und Snacks dokumentieren können, wenn sie unterwegs sind oder reisen, um sicherzustellen, dass sie auch in diesen Zeiten ausgewogen essen.
  • Kulturelle/Religiöse Ernährungsvorschriften: Ein Abschnitt, der speziell darauf ausgerichtet ist, die Einhaltung kultureller oder religiöser Ernährungsvorschriften zu überwachen, z. B. Fastenzeiten, koschere oder halal Lebensmittel.

Durch diese spezifischen Anpassungen wird das Ernährungstagebuch zu einem maßgeschneiderten Werkzeug, das KlientInnen dabei unterstützt, ein genaues Bild der eigenen Ernährungsgewohnheiten im Kontext des gesamten Alltags zu erhalten.

Checkliste für die Ernährungsberatung

Aus den genannten Auswertungsmöglichkeiten lässt sich eine Checkliste ableiten.

  1. Ernährungsmuster prüfen:
    • [ ] Mahlzeitenzeiten feststellen.
    • [ ] Regelmäßigkeit der Mahlzeiten überprüfen.
    • [ ] Snacking-Gewohnheiten identifizieren.
  2. Art der Nahrungsaufnahme analysieren:
    • [ ] Verzehrte Lebensmittelgruppen feststellen.
    • [ ] Bevorzugte und vermiedene Lebensmittel notieren.
    • [ ] Verzehr von verarbeiteten vs. frischen Lebensmitteln bewerten.
  3. Mengenverzehr bewerten:
    • [ ] Mengenangaben mit empfohlenen Tagesdosen vergleichen.
    • [ ] Über- oder Unterverzehr bestimmter Nährstoffe identifizieren.
  4. Essgewohnheiten verstehen:
    • [ ] Orte des Verzehrs notieren (z.B. zu Hause, Restaurant, Arbeit).
    • [ ] Soziale Essgewohnheiten erkennen (alleine, mit Familie, mit Freunden).
  5. Emotionales Essen identifizieren:
    • [ ] Zusammenhänge zwischen Stimmung und Nahrungsaufnahme prüfen.
    • [ ] Häufige emotionale Trigger für Essanfälle feststellen.
  6. Einflussfaktoren herausarbeiten:
    • [ ] Externe Trigger für Essgewohnheiten identifizieren.
    • [ ] Muster in Begleitumständen erkennen (z.B. Essen bei Stress).
  7. Gesundheitszustand berücksichtigen:
    • [ ] Zusätzliche Angaben wie Blutzucker oder Medikamente prüfen.
    • [ ] Einfluss der Ernährung auf den gesundheitlichen Zustand bewerten.
  8. Veränderungen und Fortschritte verfolgen:
    • [ ] Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten über die Zeit beobachten.
    • [ ] Fortschritte in Richtung Ernährungsziele feststellen.
  9. Feedback und Empfehlungen geben:
    • [ ] Positive Aspekte der Ernährungsgewohnheiten hervorheben.
    • [ ] Bereiche zur Verbesserung aufzeigen.
    • [ ] Individuelle Ernährungsempfehlungen basierend auf den Erkenntnissen geben.

Diese Checkliste kann ErnährungsberaterInnn und -therapeutInnen helfen, das Ernährungstagebuch systematisch auszuwerten und dem Ratsuchenden ein fundiertes Feedback zu geben. Es ist wichtig, dabei stets einfühlsam und unterstützend zu agieren.

Visualisierungs- und Kreativitätstechniken für die Auswertung ohne Software

Visualisierungsmöglichkeiten

Das menschliche Gehirn verarbeitet visuelle Informationen oft schneller und effektiver als textbasierte Daten. Durch die Integration von Visualisierungstechniken in das Ernährungstagebuch können KlientInnen und BeraterInnen leichter Muster und Trends in den Ernährungsgewohnheiten erkennen.

  1. Gemüseverzehr visualisieren: Wie von Ihnen vorgeschlagen, können verzehrte Gemüsesorten mit einem Textmarker markiert werden. Dies gibt einen schnellen Überblick darüber, welche und wie viele verschiedene Gemüsesorten über die Woche hinweg verzehrt wurden.
  2. Farbcodierung: Verwenden Sie verschiedene Farben für verschiedene Nahrungsmittelgruppen. Zum Beispiel könnte Grün für Gemüse, Rot für Fleisch und Blau für Kohlenhydrate stehen. Dies hilft, die Nahrungsaufnahme auf einen Blick zu erfassen.
  3. Sticker für besondere Leistungen: Wenn der Klient an einem Tag besonders gesunde Entscheidungen getroffen hat oder ein gesetztes Ziel erreicht hat, kann er einen Sticker oder ein besonderes Symbol in sein Tagebuch kleben.
  4. Diagramme zeichnen: Zeichnen Sie gemeinsam mit dem KlientInnen Diagramme, die den Verzehr bestimmter Nahrungsmittelgruppen über die Woche hinweg darstellen. Dies kann helfen, Muster oder Defizite zu erkennen.
  5. Fotodokumentation: Ermutigen Sie die KlientInnen, Fotos von den Mahlzeiten zu machen und diese ins Tagebuch einzukleben. Dies bietet eine visuelle Erinnerung und kann helfen, Portionsgrößen besser einzuschätzen.
  6. Thematische Tage: Führen Sie thematische Tage ein, wie z.B. „Obst-Tag“, an dem der Ratsuchende versucht, so viele verschiedene Obstsorten wie möglich zu essen. Dies kann motivieren und ihm neue Ideen für die Ernährung geben.
  7. Herausforderungen setzen: Setzen Sie wöchentliche Herausforderungen, wie z.B. „Drei Tage ohne Zucker“ oder „Jeden Tag ein neues Gemüse probieren“, und lassen Sie die KlientInnen diese in ihren Tagebüchern markieren.
  8. Gefühlsbarometer: Neben den Mahlzeiten können auch Gefühle oder das Sättigungsgefühl skizziert oder notiert werden. Dies kann helfen, emotionale Essmuster zu erkennen.
  9. Rezeptetausch: Wenn der Ratsuchende ein besonders gesundes und leckeres Rezept entdeckt hat, kann er es ins Tagebuch kleben und mit dem Beratenden teilen.
  10. Wassertracker: Erstellen Sie eine Tabelle oder ein Diagramm, in dem die KlientInnen täglich die eigene Wasseraufnahme markieren können. Dies erinnert sie daran, ausreichend zu trinken.

Durch diese konkreten Vorgehensweisen wird das Ernährungstagebuch zu einem interaktiven und motivierenden Tool, das die KlientInnen aktiv in den Beratungsprozess einbindet und ihm hilft, seine Ernährungsgewohnheiten besser zu verstehen und zu verbessern.

Kreativitätstechnik: Punktesysteme

Punktesysteme können eine innovative und motivierende Methode sein, um KlientInnen bei der Verfolgung ihrer Ernährungsziele zu unterstützen. Durch das Sammeln von Punkten für gesunde Ernährungsentscheidungen können sie nicht nur ihre Fortschritte verfolgen, sondern sich auch selbst herausfordern, ihre Punktzahl zu steigern.

Mögliche Punktesysteme

  • Pflanzenpunkte: Für jede verzehrte pflanzliche Nahrungsquelle erhält der Klient Punkte. Dies fördert eine vielseitige pflanzliche Ernährung und kann dazu beitragen, die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen zu erhöhen.
  • Obst- und Gemüsepunkte: Ein System, bei dem KlientInnen Punkte für jede Portion Obst oder Gemüse sammeln, die sie täglich essen. Das Ziel könnte sein, täglich fünf Punkte zu erreichen, was „5 am Tag“ entspricht.
  • Hydrationspunkte: Punkte für jedes Glas Wasser oder jede andere gesunde Flüssigkeit, die im Laufe des Tages getrunken wird, um eine ausreichende Hydration zu fördern.
  • Aktivitätspunkte: Obwohl dies nicht direkt mit der Ernährung zu tun hat, könnten KlientInnen auch Punkte für körperliche Aktivität sammeln, um einen ganzheitlichen Ansatz für einen gesunden Lebensstil zu fördern.
  • Proteinpunkte: Für den Verzehr von proteinreichen Lebensmitteln, insbesondere pflanzlichen Proteinen wie Linsen, Bohnen oder Tofu.
  • Vollkornpunkte: Für den Verzehr von Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Quinoa oder braunem Reis.
  • Entscheidungspunkte: Für bewusste Entscheidungen, wie das Wählen einer gesünderen Option beim Essen gehen oder das Ablehnen von zuckerhaltigen Snacks.
  • Kochpunkte: Für das Zubereiten von Mahlzeiten zu Hause, was oft gesünder ist als Essen gehen.
  • Saisonalitätspunkte: Für den Verzehr von saisonalem und regionalem Obst und Gemüse.
  • Entspannungspunkte: Für Aktivitäten, die das Wohlbefinden fördern, wie Meditation, Yoga oder das Lesen eines Buches.

Vorteile von Punktesystemen

  • Motivation: Das Sammeln von Punkten kann für KlientInnen eine spielerische und motivierende Methode sein, ihre Ernährungsziele zu verfolgen.
  • Selbstbewusstsein: Das Erreichen von Punktezielen kann das Selbstbewusstsein und das Gefühl der Selbstwirksamkeit stärken.
  • Klare Ziele: Punktesysteme bieten klare und messbare Ziele, die den Ratsuchenden dabei helfen können, konkrete Ernährungsentscheidungen zu treffen.

Belohnungssysteme und Motivation

Ein effektives Punktesystem sollte auch mit einem Belohnungssystem verknüpft sein. Die Idee ist, dass KlientInnen, wenn sie eine bestimmte Punktzahl erreichen, sich selbst mit etwas Positivem belohnen können. Dies stärkt die Motivation und fördert das kontinuierliche Engagement für gesunde Ernährungsgewohnheiten.

  • Nicht-materielle Belohnungen: Dies könnten Dinge wie ein entspannendes Bad, ein Spaziergang im Park oder ein Filmabend zu Hause sein. Die Idee ist, Aktivitäten zu wählen, die das Wohlbefinden fördern und nicht mit Essen in Verbindung stehen.
  • Kleine materielle Belohnungen: Dies könnten Dinge wie ein neues Buch, ein Musikalbum oder ein kleines Schmuckstück sein. Es ist wichtig, dass diese Belohnungen nicht zu teuer sind und nicht mit ungesunden Essgewohnheiten in Verbindung stehen.
  • Langfristige Ziele setzen: KlientInnen könnten auch größere Belohnungen für langfristige Ziele festlegen. Zum Beispiel könnte jemand, der konsequent über mehrere Monate hinweg seine Punkteziele erreicht, eine größere Belohnung wie einen Tagesausflug oder ein neues Kleidungsstück planen.

Das Einbinden von Belohnungen in das Punktesystem kann die Motivation und das Engagement erheblich steigern. Es bietet auch eine Gelegenheit, über gesunde Selbstfürsorge und positive Verstärkung nachzudenken.

Herausforderungen und Ziele

Ein zentrales Element eines erfolgreichen Ernährungstagebuchs ist die Fähigkeit, klare und erreichbare Ziele zu setzen und regelmäßige Herausforderungen zu integrieren, die den Ratsuchenden motivieren und engagieren.

  • Setzen von wöchentlichen oder monatlichen Herausforderungen
    • Herausforderungen können eine spielerische Art sein, KlientInnen zu ermutigen, neue Lebensmittel auszuprobieren, ihre Ernährungsgewohnheiten zu diversifizieren oder bestimmte Ernährungsziele zu erreichen.
    • Beispiele: „Probieren Sie diese Woche drei neue Gemüsesorten aus“ oder „Trinken Sie in den nächsten 7 Tagen täglich 8 Gläser Wasser“.
  • Zielsetzung und Fortschrittsüberwachung
    • Das Festlegen konkreter, messbarer Ziele kann KlientInnen helfen, fokussiert und motiviert zu bleiben.
    • Fortschrittsüberwachung ermöglicht es, Erfolge zu feiern und Bereiche zu identifizieren, die weitere Aufmerksamkeit erfordern.
  • Motivation und Selbstreflexion
    • Das Tagebuch kann als Werkzeug zur Selbstreflexion dienen, indem Gefühle, Erfolge und Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrer Ernährung dokumentiert werden.
    • Regelmäßige Überprüfungen und Reflexionen tragen dazu bei, die Motivation aufrechtzuerhalten und ein tieferes Verständnis für Ernährungsgewohnheiten sowie -ziele zu entwickeln.

Summary: Die langfristigen Vorteile eines Ernährungstagebuchs

Die regelmäßige Führung eines Ernährungstagebuchs kann weit über die unmittelbare Überwachung der täglichen Nahrungsaufnahme hinaus Vorteile bieten. Hier sind einige der langfristigen Vorteile:

  • Bewusstsein und Achtsamkeit: Durch das tägliche Aufzeichnen der Nahrungsaufnahme entwickeln KlientInnen ein erhöhtes Bewusstsein für ihre Ernährungsgewohnheiten und können achtsamer essen.
  • Erkennen von Mustern: Mit der Zeit sind Muster in der Ernährung erkennbar, z.B. bestimmte Zeiten des Tages, an denen zu ungesunden Snacks gegriffen oder Mahlzeiten ausgelassen werden.
  • Verantwortlichkeit: Das Wissen, dass sie ihre Nahrungsaufnahme dokumentieren müssen, kann dazu motivieren, gesündere Entscheidungen zu treffen.
  • Erfolg messen: Ein Ernährungstagebuch bietet eine konkrete Möglichkeit, den Fortschritt in Richtung Ernährungsziele zu messen und zu visualisieren.
  • Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit: Das Erreichen von kleinen und großen Ernährungszielen durch die Verwendung eines Tagebuchs kann das Selbstvertrauen und das Gefühl der Selbstwirksamkeit stärken.
  • Grundlage für professionelle Beratung: Für ErnährungsberaterInnen bietet das Tagebuch eine solide Grundlage, um Ratschläge zu geben, Pläne anzupassen und den Fortschritt der KlientInnen zu überwachen.

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Ernährungstagebuch: Auf Spurensuche

Weiterführende Ressourcen

Für Ernährungsberater und -therapeuten, die das Ernährungstagebuch in ihre Praxis integrieren möchten, gibt es eine Vielzahl von Ressourcen und Tools, die den Prozess unterstützen und erleichtern können.

  • Digitale Apps: Es gibt zahlreiche Apps, die speziell für das Tracking von Nahrungsaufnahme und Ernährung entwickelt wurden. Einige dieser Apps bieten auch Funktionen wie Barcode-Scanner, Nährstoffanalysen und Integration mit Fitness-Trackern.
    • MyFitnessPal: Eine der bekanntesten Apps zur Nahrungsaufnahme- und Ernährungsverfolgung. Sie bietet Funktionen wie einen Barcode-Scanner, Nährstoffanalysen und Integration mit Fitness-Trackern.
  • Bücher und Fachliteratur: Es gibt viele Bücher, die sich mit dem Thema Ernährungstagebuch und Selbstüberwachung befassen. Diese können sowohl für den Berater als auch für den Klienten nützlich sein.
    • Die Ernährungs-Docs – Mein Ernährungstagebuch“ von Dr. med. Silja Schäfer, Dr. med. Matthias Riedl und anderen: Ein praktischer Leitfaden zur Führung eines Ernährungstagebuchs und zur Reflexion der eigenen Ernährungsgewohnheiten.
  • Online-Kurse und Webinare: Viele Ernährungsexperten bieten Online-Kurse oder Webinare an, die sich auf das Thema Ernährungstagebuch konzentrieren. Diese können eine hervorragende Möglichkeit sein, sich weiterzubilden und neue Techniken und Ansätze zu lernen.
  • Vorlagen und Druckmaterialien: Für diejenigen, die eine physische Version des Ernährungstagebuchs bevorzugen, gibt es viele druckbare Vorlagen und Journale, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurden.
    • Printable Food Diary: Eine Website, die druckbare Vorlagen für Ernährungstagebücher anbietet (auf englisch).

Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass das Ernährungstagebuch nur ein Werkzeug unter vielen ist. Es sollte in den Kontext einer umfassenden Ernährungsberatung eingebettet sein und immer den individuellen Bedürfnissen und Umständen des Ratsuchenden angepasst werden.

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  • Zuletzt aktualisiert 14. Februar 2024
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