Formen der Wissensvermittlung

Es gibt verschiedene Arten und Formen der Wissensvermittlung. Diese unterscheiden sich in spezifischen Merkmalen wie Interaktion, Gesprächskultur, Zielformulierungen oder Kommunikationsstrategien. In der Praxis sind die Grenzen meist fließend – relativ salopp und ohne weitere Hintergedanken wird von Coaching, Beratung oder Seminar gesprochen. Gerade aber in Bezug auf Fort- und Weiterbildungen ist ein Verständnis der Begriffsdefinitionen sehr wichtig.

Seminar

In einem Seminar geht es darum, dass sich die Studierenden vertiefende Inhalte zu einem bestimmten Themengebiet erarbeiten. Der Lehrstoff wird dabei nicht von Ihnen als Lehrende/r selbst aufbereitet und dargeboten, sondern die Studierenden eignen sich die Lerninhalte selbständig an. Materialien, die zur Erarbeitung der Lerninhalte nötig sind, werden zentral zur Verfügung gestellt. Ein Seminar ist eine Lern- und Lehrveranstaltung, die dazu dient, Wissen in kleinen Gruppen interaktiv zu erwerben oder zu vertiefen. Seminare werden von einem Seminarleiter bzw. Trainer durchgeführt.

Schulung

Unter einer Schulung versteht man eine Veranstaltung, in der sich eine meist relativ kleine Zahl von Personen mit einem bestimmten Thema auseinandersetzt. Das Ziel von Schulungen ist die Vermittlung eines bestimmten zuvor definierten Wissensgebietes. Schulungen dienen meist der beruflichen Fort- und Weiterbildung. Ein Weiterbildungskurs kann sowohl von einer Firma direkt als Inhouse-Schulung angeboten werden, als auch von externen Schulungszentren. Die Bezeichnungen Lehrgang, Fortbildungskurs, Weiterbildung, Schulungskurs oder auch Schulungslehrgang Synonyme für Schulung, während Begriffe wie Ausbildung, Einweisung, Lehre, Schule, Unterricht zwar sinnverwandt, aber nicht bedeutungsgleich sind. Schulungen sind meist moderiert, wobei es jedoch nicht essentiell ist, dass der Moderator gegenüber den anderen Teilnehmern fachlich dominiert. Gehen Schulungen über die reine Wissensvermittlung und den Erfahrungsaustausch hinaus,  spricht man eher von einem Workshop. In einem Workshop entsteht oft  etwas Neues (z.B. neue Strategien, Arbeitsabläufe, Lösungsansätze etc.) im Gegensatz zu einem Lehrgang oder einer Schulung. Viele Unternehmen veranstalten unternehmensinterne Schulungen zur Erweiterung der Fachkenntnisse ihrer MitarbeiterInnen.

Workshop

Ein Workshop (englisch für Werkstatt) ist ein Lehrgang, in dem der Moderator den anderen Teilnehmern nicht immer fachlich voraus sein muss – oft handelt es sich um einen Erfahrungsaustausch der Teilnehmer auf gleicher Ebene. Praxisbezogene Lehrgänge gehen teils über Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch hinaus und schaffen Neues oder geben den Teilnehmern Anregungen für weitere Entwicklungen.

In moderierten Workshops kommen Menschen zusammen, die gemeinsam Strategien entwickeln, Probleme lösen oder voneinander lernen wollen. Je stärker dabei Interaktionen zwischen den Teilnehmern ausgelöst werden und je weniger Vorbereitetes präsentiert wird, desto mehr neue Erkenntnisse gewinnen die Teilnehmer durch das Lernen voneinander.

Online-Workshops werden über das Internet durchgeführt. Dabei wird ein elektronisches Meetingsystem (EMS) eingesetzt, das den Teilnehmern elektronische Werkzeuge zur Verfügung stellt, die die aus traditionellen Workshops bekannten Interaktionsformen wie Brainstorming (Brainwriting), Kategorisierung, Abstimmungen und Diskussionen unterstützen. Das EMS wird von einem Moderator gesteuert. Synchrone Online-Workshops werden regelmäßig durch eine Telefon- oder Webkonferenz ergänzt.

Mehrtägige Workshops bei denen die meisten Teilnehmer nicht aus dem Veranstaltungsort kommen (sondern übernachten müssen) werden oft als Camp bezeichnet, im Internet-Bereich auch BarCamp.

Ein Referat ist ein Vortrag über ein Thema, der in einer begrenzten Zeit (etwa 10-30 Minuten) gehalten wird.

Vortrag/ Referat

Die häufigsten Formen sind mündliche Berichte, Fachvorträge bei Tagungen, Kurzreferate bei Seminaren oder Übungsreferate in der Schule.

Coaching

Der Begriff Coaching stammt vom englischen ‚to coach‘ (betreuen, trainieren) und bezeichnet den Prozess der Entwicklung von Fertigkeiten (Skills) im Sport und im Beruf. In der heutigen Bedeutung umfasst er eine oft längerfristige Beratung bei der Entwicklung und Umsetzung von persönlichen Zielen und Perspektiven einschließlich Unterstützung zur eigenständigen Bewältigung von Veränderungen. Damit können Selbstmanagement und Umsetzungskompetenzen gefördert werden. Coaching gilt auch als wichtige Führungskompetenz zur Entwicklung der Leistungsfähigkeit und Motivation von Mitarbeitern. Der Begriff Coach ist nicht geschützt, und es gibt auch keine staatlich anerkannte Ausbildung für diese Tätigkeit. Das gilt sowohl für betriebsinterne als auch für externe Berater.

Beratung

Hilfe zur Selbsthilfe, Der Begriff Beratung bezeichnet umgangssprachlich ein strukturiertes Gespräch oder eine korrespondierende Kommunikationsform (Brief, E-Mail o. ä.) oder auch eine praktische Anleitung, die zum Ziel hat, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen oder sich der Lösung anzunähern. Meist wird Beratung im Sinne von „jemandem in helfender Absicht Ratschläge erteilen“ verwendet.

Therapie

Die Therapie (griechisch θεραπεία therapeia „das Dienen, die Bedienung, die Dienstleistung, die Pflege der Kranken“) bezeichnet in der Medizin die Maßnahmen zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen. Ziel des Therapeuten ist die Ermöglichung oder Beschleunigung einer Heilung, die Beseitigung oder Linderung der Symptome und die Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Funktion. Verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung einer Krankheit werden oft als Therapieoptionen bezeichnet.

Training

Der Begriff Training oder das Trainieren steht allgemein für alle Prozesse, die eine verändernde Entwicklung hervorrufen. Der Begriff wurde aus dem englischen für Übung, Schulung, Lehrgang, Weiterbildung oder Fortbildung übernommen.

Trainings-Effekte entstehen beim Menschen durch die Verarbeitung von Reizen. Diese Reize können aus dem Menschen selbst hervorgehen, indem zum Beispiel Vorgänge auf der kognitiven Ebene einen Reiz für Veränderungen auf der körperlichen und emotionalen Ebene darstellt. Ebenso können Reize von außen kommen, indem zum Beispiel eine (langfristige) Veränderung der Lufttemperatur die entsprechende Anpassung des gesamten Organismus erfordert. Das heißt, dass sogenanntes sportliches Training, das den Menschen auf der körperlichen, kognitiven und emotionalen Ebene beeinflusst, mannigfache Trainingseffekte bedingen kann.

Bei Training allgemein ist die Vermeidung von Unter- und Überforderung von großer Wichtigkeit, da andernfalls die Wirkung des Trainings nicht optimal ist.

Kurs (Lehrveranstaltung)

Ein Kurs ist ein Sammelbegriff für Lehrveranstaltungen unterschiedlichster Formen. Er beschreibt den Weg von einem Ausgangspunkt zu einem Lernziel (vgl. Curriculum). Ein Kurs erlaubt es, ein Lernangebot zu einem (Dienstleistungs-)Produkt zu machen, dessen Gesamtkosten sich mehrere Teilnehmer teilen können. Darin unterscheidet er sich vom Einzelunterricht.

Unter einem Kurs werden neben der klassischen Präsenzveranstaltung auch Angebote des Fernunterrichts oder des E-Learnings verstanden. Der Begriff wird darüber hinaus für Lernbeiträge in Fachzeitschriften verwendet. Umgangssprachlich wird in der Regel unter einem Kurs die Präsenzveranstaltung mit zwei Elementen gefasst: Das eigentliche Lernprodukt mit dem konkreten Durchführungsangebot.

Analyse

Eine Analyse ist eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt oder Subjekt in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet werden. Dabei dürfen die Vernetzung der einzelnen Elemente und deren Integration nicht außer Acht gelassen werden.