Ernährung bei Gastritis

Der erste wesentliche Behandlungsschritt liegt in der Beseitigung der Ursache. Bei der bakteriellen Gastritis steht die Behandlung mit Antibiotika im Vordergrund, bei der Therapie der Autoimmungastritis hingegen die Behandlung mit Vitamin B12.

Wurde ein Befall mit Helicobacter pylori diagnostiziert, wird dieser mit Hilfe einer Eradikationstherapie behandelt. Hierbei wird meist ein Protonenpumpenhemmer mit zwei bis drei Antibiotika eingesetzt. Allerdings ist zu beachten, dass nicht jeder positive Nachweis des Bakteriums zwangsläufig eine Eradikation erfordert. Aufgrund der Nebenwirkungen und der Gefahr der Resistenzentwicklung sollte diese möglichst nur bei vorliegenden Komplikationen, bei dauerhafter gleichzeitiger Einnahme von NSAR oder anderweitig erhöhtem Risiko für Magenkarzinome erfolgen.

Neben der Behandlung einer eventuell vorliegenden Helicobacterinfektion konzentriert sich die Therapie vordergründig auf die Beseitigung einer vorhandenen perniziösen Anämie. Je nach Verlauf können hierfür Vitamin-B12-Infusionen notwendig werden.

Eine spezielle „Magendiät“ gibt es nicht, da die Verträglichkeit verschiedener Lebensmittel von Patient zu Patient unterschiedlich ist. Als allgemeingültige Ernährungsempfehlung kann eine leichte Vollkost verordnet werden, wobei lediglich individuell unverträgliche Speisen vermieden werden sollten. Besondere Vorsicht ist bei Lebensmitteln und Zubereitungsweisen gegeben, die erfahrungsgemäß häufiger beschwerdefördernd sind.

Praxisempfehlungen

  • mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen
  • sehr kalte bzw. heiße Speisen vermeiden
  • Speisen lieber mit milden Gewürzen und Kräutern würzen, scharfe Gewürze nur sparsam verwenden
  • Zubereitungsarten, bei denen viel Fett zum Einsatz kommt bzw. dieses stark erhitzt wird wie beispielsweise Frittieren, sollten ebenso vermieden werden wie geröstete Speisen
  • Lebensmittel, die erfahrungsgemäß die Säureproduktion im Magen fördern wie kohlensäurehaltige Getränke, Bohnenkaffee und sehr süße Speisen sollten möglichst durch besser verträgliche Alternativen ersetzt werden
  • Nikotin fördert ebenfalls die Magensäureproduktion, so dass ein Rauchstopp in jedem Fall anzuraten ist

Probiotika

Die begleitende Behandlung mit Probiotika kann bei einer bakteriellen Gastritis helfen, die Ansiedlung von Helicobacter pylori herabzusetzen und die Entzündung der Magenschleimhaut zu verringern [Les 2007]. Der zugrundeliegende  Mechanismus ist noch weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass Probiotika die Barriere-Funktion der Magenschleimhaut verbessern [Got 2006]. Studien haben zudem gezeigt, dass Probiotika die Nebenwirkungen der Antibiotika-Therapie bei einer bakteriellen Gastritis vermindern können.

Alkohol

Die Wirkung von Alkohol auf die Magensäuresekretion ist konzentrationsabhängig. Niedrigprozentige Getränke bewirken eine mäßige Stimulation der Magensäuresekretion, während hochprozentige Getränke keinen Effekt ausüben. Die maximale Stimulation erfolgt durch Bier, Wein, Champagner und einige Aperitifs. Dies wird durch die enthaltenen Dicarboxylsäuren Bernsteinsäure und Maleinsäure verstärkt.

Die akute Gastritis tritt infolge der direkten toxischen Wirkung großer Alkoholmengen auf, was durch bestimmte Medikamente wie Antirheumatika noch verstärkt wird. Klinisch manifestiert sich diese Schädigung als akute (hämorrhagische) Gastritis. Eine wichtige Komplikation ist das Mallory-Weiss-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine lebensbedrohende obere Gastrointestinalblutung aus Schleimhautrissen nach heftigem Würgen oder Erbrechen. Alkohol führt zudem zu schweren Veränderungen der gastrointestinalen Mukosa mit dem Auftreten ausgeprägter Schleimhautverletzungen und Blutungen. Es kommt zur morphologischen und funktionellen Schädigung der Dünndarmmukosa mit der Folge einer Malabsorption von Vitaminen (insbesondere Thiamin), aber auch Aminosäuren und Fetten. Aufgrund der vermehrten Durchlässigkeit werden Endotoxine über das Pfortadersystem aufgenommen und der Leber zugeführt. Symptome sind unter anderem ein Druck- und Völlegefühl im Oberbauch mit Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Magenblutungen.

Endoskopische Untersuchungen an gesunden Probanden ergaben, dass die Alkohol-induzierten Läsionen innerhalb von 30 Minuten nach Alkoholkonsum entstehen und zu ihrer Abheilung mehr als 24 Stunden benötigen [Fra 2004]. Potenzierend wirken hierbei der kombinierte Gebrauch nichtsteroidaler Antiphlogistika und eine Leberzirrhose mit portaler Hypertonie. Ob ein Zusammenhang zwischen chronischem Alkoholkonsum und der Inzidenz von Helicobacter pylori-Infektionen, der Ulcera peptica in Magen und Duodenum sowie des Magenkarzinoms besteht, ist noch nicht sicher [Pel 2008].

Downloads

Unseren Mitgliedern stehen PDF-Downloads zum Thema kostenfrei als Download zur Verfügung. Diese sind auch in unserem Medienshop erhältlich.

  Miniposter Lebensmittelliste Gastritis
Bitte loggen Sie sich mit Ihren Zugangsdaten ein, um die Datei herunterzuladen.

  Fachinfo Gastritis
Bitte loggen Sie sich mit Ihren Zugangsdaten ein, um die Datei herunterzuladen.