Als Hepatitis (griech. hépar, hépatos = Leber, -itis = Entzündung) wird eine entzündliche Erkrankung der Leber verstanden, die zu einer Schädigung der Leberzellen und zu Störungen der Organfunktion führt. Diese wird vorwiegend durch Hepatitisviren ausgelöst. Heute sind die Erreger A, B, C, D, und E bekannt. In Deutschland sind vorwiegend die Hepatitis A, B, und C verbreitet. Es fehlen exakte Häufigkeitsangaben.
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Krankheitsbild Hepatitis im Überblick
Ursachen und Risikofaktoren
Hepatitisviren werden fäkal-oral (Hepatitis A und E) oder parenteral (B, C, D) übertragen. Der fäkal-orale Übertragungsweg ist meist verunreinigtes Wasser bzw. verunreinigte Nahrungsmittel. Für eine parenterale Ansteckung sind virushaltige Blutkonserven und Spritzen verantwortlich.
Die Inkubationszeit (Zeit, in der sich erste Symptome abzeichnen) beträgt vier Wochen bis zu einem halben Jahr. Eine chronische Hepatitis kann aus einer Hepatitis B, C und D entstehen, aber auch durch Gifte, Alkohol, Drogen, Medikamente oder erbliche Stoffwechselerkrankungen. Eine Hepatitis wird dann als chronisch bezeichnet, wenn sie mindestens sechs Monate besteht, langsam fortschreitet und mit einem ständigen Untergang von Leberzellen einhergeht. Im günstigen Fall bleibt die Funktionsfähigkeit der Leberläppchen erhalten (=chronisch-persistierende Form). Im ungünstigen Fall entwickelt sich frühzeitig eine Leberzirrhose. Hierbei schrumpft das Gewebe und verhärtet sich, so dass die Leberläppchen ihre Funktionsfähigkeit verlieren (=chronisch-aggressive Form). Bei der chronischen Hepatitis B und C kann sich zudem ein Leberkarzinom entwickeln.
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Entstehung
Alkoholkonsum führt bei Patienten mit einer chronischen Hepatitisinfektion zu einem beschleunigten Verlauf. Hieraus resultiert eine erhöhte Inzidenz für Leberzirrhose sowie für das primäre hepatozelluläre Karzinom (HCC). Das Virus vermehrt sich ab einem täglichen Konsum von etwa 10 g Alkohol deutlich schneller, da beide „Noxen“ teilweise über die gleichen beziehungsweise zusätzliche Pathomechanismen die Leber potenzierend schädigen [[Saf 2004](http://www.ncbi.nlm.nih.gov./pubmed/15349807)]. Bei einer ausgeheilten Hepatitis-B-Infektion ohne histologischen Befund besteht hingegen keine absolute Kontraindikation gegen einen moderaten Alkoholkonsum.
Symptome
Eine Hepatitis geht zunächst mit grippeähnlichen Symptomen einher. Zudem entwickelt sich häufig Gelbsucht (Ikterus), die durch den Übertritt von Bilirubin (Farbstoff) in die Blutbahn ausgelöst wird.
Bei der akuten Hepatitis treten in der Regel keine Folgesymptome auf. In einigen Fällen kann sich jedoch ein akutes Leberversagen entwickeln. Symptome sind:
- schwere akute Hepatitis
- Gelbsucht (Ikterus)
- Appetitlosigkeit (Inappetenz), Erbrechen
- Bewusstseinsstörungen/ Schläfrigkeit (Somnolenz) und
- Delirium
Bei der chronischen Hepatitis können die typischen Symptome fehlen. Symptome sind:
- vergrößerte Leber und Milz, schwere akute Hepatitis
- Gelbsucht (Ikterus)
- Appetitlosigkeit (Inappetenz), Erbrechen, Gewichtsabnahme
- Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (Aszites)
- Bewusstseinsstörungen/ Schläfrigkeit (Somnolenz), Delirium,
- Zunahme von Brustdrüsengewebe beim Mann (Gynäkomastie)
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Blutungen der Speiseröhre
- Hepatische Enzephalopathie
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Ernährungstherapie
Die Deckung des Energie-, Makro- und Mikronährstoffbedarfs ist mit einer flüssigkeitsreichen, obstangereicherten leichten Vollkost zu erreichen. Da viele Patienten häufig Abneigungen (Aversionen) gegenüber Fleisch und Fett aufweisen, sollte möglichst ovolaktovegetabil und nicht zu fettreich ernährt werden. Geachtet werden muss darauf, dass individuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgeschaltet werden. Auf Alkohol ist vollständig zu verzichten. Zeigt sich eine Leberinsuffizienz, ist auf eine laktovegetabile eiweißarme (täglich unter 0,5 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht) fettreduzierte, vitamin- und flüssigkeitsreiche leichtverdauliche Kost zurück zu greifen.
Alkohol ☞
Die akute Alkoholhepatitis ist lebensbedrohend. Auslöser ist ein Exzess bei chronischem Missbrauch. Der Konsum führt bei Patienten mit chronischer Hepatitis zu einem beschleunigten Verlauf, da das Virus und Ethanol die Leber über die gleichen Pathomechanismen schädigen [Saf 2004].
Hieraus resultiert eine erhöhte Inzidenz für Leberzirrhose sowie für das primäre hepatozelluläre Karzinom (HCC).
Das Virus vermehrt sich ab einem täglichen Konsum von etwa 10 g Alkohol deutlich schneller, da beide „Noxen“ teilweise über die gleichen beziehungsweise zusätzliche Pathomechanismen die Leber potenzierend schädigen [Saf 2004]. Bei einer ausgeheilten Hepatitis-B-Infektion ohne histologischen Befund besteht hingegen keine absolute Kontraindikation gegen einen moderaten Alkoholkonsum.