Ernährungsberatung: Körperanalysen

Zur Körperanalyse gibt es unterschiedliche Verfahren, die einen oder mehrere Körperbestandteile messen können. Der größte Unterschied liegt in der Messgenauigkeit bzw. in der Reproduzierbarkeit der erhobenen Messdaten. Die angewandten Methoden lassen sich in 4 Kategorien einteilen:

  • Anthropometrische Messgeräte
  • Infrarot-Spektroskopie
  • Bioelektrische Impedanzanalysen
  • diverse Widerstandsmessungen

Bewertungskriterien

Zwei wichtige Kriterien zur Bewertung der Methoden sind die Validität und die Reliabilität der Daten. Damit können Aussagen getroffen werden, ob die erhobenen Messwerte unter gleichen und ähnlichen Bedingungen wiederholt gemessen werden können und wie exakt die Werte im Vergleich mit einer oder mehreren wissenschaftlichen Referenzmethoden sind.

Zwei weitere Kriterien liegen in der Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Daten. Werden nur einzelne Körperbestandteile gemessen und daraus Rückschlüsse auf die gesamte Körperzusammensetzung getroffen, handelt es sich um “pars-pro-toto”-Methoden. Hierzu zählen die anthropometrischen Messverfahren ebenso wie die Infrarot-Spektroskopie. Werden jedoch Widerstandsmesswerte des gesamten Körpers erfasst, können Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der einzelnen Körperkompartimente (z.B. Wasser-, Muskel- und Fettanteil) gezogen werden. Hierbei handelt es sich um “pro-toto”-Methoden, wozu die Bioelektrische Impedanzanalyse zählt.

Anthropometrische Messverfahren

Messungen einfacher Körpergrößen werden als anthropometrische Verfahren zusammengefasst. Hierbei werden Längen, Breiten und Höhen sowie Umfänge, Durchmesser und Dicken (Hautfaltendicke) erfasst.

Calipometrie (Hautfaltenmessung)

Die Schichtdickenmessungen der Haut und des Unterhautfettgewebes werden mit Calipern bzw. Tastzirkeln ermittelt. Durch die Messung des subkutanen Fettgewebes an verschiedenen Körperstellen werden Rückschlüsse auf den Gesamtfettgehalt des Körpers gezogen. Unterschiede zwischen einzelnen Calipern liegen in den verwendeten Referenzmethoden bzw. Eichverfahren.

Dieses Verfahren weist leistungslimitierende Faktoren auf. Die Vorteile liegen im geringen Anschaffungspreis sowie der leichten Handhabung der Methode. Die Nachteile sind unkorrekte Messdaten und die begrenzte Möglichkeit, den realen Gesamtfettgehalt des Körpers zu berechnen. Zwischen dem Unterhautfettgewebe und dem Gesamtfettgehalt des Körpers besteht kein direkter Zusammenhang. Zudem weist das Unterhautfettgewebe stark temperaturabhängige Eigenschaften auf und unterliegt großen Schwankungen im Wassergehalt. Die Wiederholbarkeit der Messungen liegt bei durchschnittlich 5-10% Abweichung und ist damit als unzureichend einzustufen.

Insbesondere zur Dokumentation von Prozessen wie beispielsweise Diätverläufen oder Trainingserfolgen ist diese Methode ungeeignet, da das Unterhautfettgewebe eher als stoffwechselinaktives Gewebe zu bezeichnen ist. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist damit stark begrenzt und kann lediglich als Orientierung dienen. Aufwendig ist die Methode dann, wenn an bis zu 9 Körperstellen gemessen wird, um genauere Rückschlüsse ziehen zu können. Auch erzeugen bestimmte Körperstellen bei einigen Probanden ein Schamgefühl.

Diameter- und Umfangmessungen

Diametermessungen dienen der Erfassung der fettfreien Körpermasse und basieren auf der Annahme, dass das menschliche Skelett einen konstanten fettfreien Anteil aufweist. Es gibt verschiedene Diameter/ Umfangmesser im Angebot. Zu erwarten ist eine 50-67%ige Übereinstimmung mit Referenzmethoden. Diese Messungen sind somit ungenau und unzureichend aussagekräftig.

Infrarot-Spektroskopie

Nur wenige Geräte, die auf der Infrarot-Spektroskopie basieren, sind im Handel erhältlich. Im Vergleich zu verschiedenen Referenzmethoden und Analysemethoden weichen die erhobenen Messdaten stark ab. Schwierig zu beurteilen ist die Tatsache, dass hier oftmals Angaben zur körperlichen Aktivität der Probanden erfasst werden müssen. Somit weichen die Ergebnisse in Abhängigkeit dieser Angaben stark voneinander ab. Zudem fehlen wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich der Validität und Reproduzierbarkeit der Daten.

Bei der “Futrex”-Methode beispielsweise wird eine Nah-Infrarot-Messung des Bizeps vorgenommen. Diese Daten erlauben einen nur sehr geringen Rückschluss auf die Gesamtkörperzusammensetzung.

Bioelektrische-Impedanzanalyse

Die Bioelektrische Impedanzanalyse basiert auf dem Aufbau eines elektromagnetischen Feldes, so dass eine Art Wechselstrom durch den Körper geleitet wird. Der Widerstand des Körpers ist dabei individuell verschieden, so dass Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des gesamten Körpers gezogen werden können.

Während Fettgewebe den Strom schlecht leitet und damit einen hohen Widerstand erzeugt, ist dies bei Muskelgewebe genau anders herum. Dieser Mechanismus ist auf den jeweiligen Flüssigkeits- bzw. Wasser- und Elektrolytgehalt der Gewebe zurückzuführen. Das Fettgewebe besitzt einen sehr geringen Wasseranteil, Muskelgewebe hingegen besteht zu etwa 75% aus Wasser. Wasser leitet Strom sehr gut.

Hierbei wird jedoch noch nicht differenziert, wie der durch einen hohen Wasseranteil des Körpers gemessene Widerstand zustande kommt. So können Wassereinlagerungen (Ödeme) zu falschen Messergebnissen führen.

Resistanz ist der Anteil der Impedanz, der als “Ohm’scher Widerstand” bekannt ist. Reaktanz wiederum ist als kapazitiver Widerstand zu verstehen. Wird in der Impedanzmessung zwischen diesen beiden Widerständen differenziert, werden die Körperzellmembranen und damit die Lokalisation der Gewebe sowie die Masse dieser Gewebe in die Messwerte einbezogen.

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