Kongress für menschliche Medizin – Update 2016

Derzeit leiden rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an einer Demenz. Experten schätzen, dass es weltweit etwa 40 Millionen Betroffene gibt. Mit der zunehmenden Bedeutung der neurodegenerativen Erkrankungen setzte sich auch der dritte Kongress für menschliche Medizin am 16. und 17. April 2016 in Frankfurt am Main auseinander.

Die Veranstalter Prof. Jörg Spitz von der Akademie für menschliche Medizin und evolutionäre Gesundheit durch Spitzen-Prävention und Apotheker Uwe Gröber von der Akademie für Mikronährstoffmedizin begrüßten über 200 Mediziner, Wissenschaftler und interessierte Privatpersonen zu der Veranstaltung am Campus Riedberg der Johann-Wolfgang von Goethe Universität. Schwerpunktthema der zweitägigen wissenschaftlichen Tagung: Demenz.

In 19 Vorträgen stellten die geladenen Referenten neue und bewährte Ansätze zur Vorbeugung und Therapie von neurodegenerativen Erkrankungen vor. Neben traditionellen Beiträgen zu den Einflüssen von Nährstoffen auf unsere Gehirnprozesse ergänzten Experten angrenzender Fachrichtungen aus den Bereichen Stressforschung, Spiraldynamik oder auch der Umweltmedizin die Veranstaltung.

Unter den Ernährungsvorträgen dominierte in Bezug auf Demenzerkrankungen das Thema Zucker. Dr. Hans-Ulrich Grimm klärte das Publikum erst einmal auf äußerst unterhaltsame Art und Weise über die "Hintermänner" der Zuckerindustrie auf. Sein Buch "Garantiert gesundheitsgefährdend. Wie uns die Zuckermafia krank macht" befasst sich mit dem Einfluss der Lobby und thematisiert die Folgen der zunehmenden Zuckersucht. Der Mediziner Kurt Mosetter referierte indes über einen durchaus nützlichen Zucker für unser Denkorgan, die Galaktose. Er plädierte zudem für eine interdisziplinäre Herangehensweise und Stärkung der präventiven Bemühungen im Hinblick auf degenerative Erkrankungen. Diplom-Ökotrophologin und Buchautorin Ulrike Gonder widmete sich in ihrem Vortrag dem Gehirnstoffwechsel und der Ketolysefähigkeit. Insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen ist die ketogene Ernährung ein bisher unterschätzter Ansatz. Die (Zucker-)Problematik der weit verbreiteten nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung und die damit einhergehende notwendige Lebensstilintervention ist ein Spezialgebiet von Dr. Nicolai Worm. Im Rahmen seines Vortrages am zweiten Kongresstag verdeutlichte er die Schwierigkeiten in der Diagnostik und ging detailliert auf die Folgen einer fruktose-reichen Ernährung ein.

Insgesamt ermöglichte die Auswahl der Referenten und die Zusammenstellung der Vorträge einen erfrischend differenzierten Blick auf den Themenkomplex Demenz, in dem einmal mehr deutlich wurde, durch welche verschiedenen Mechanismen die Ernährung Einfluss auf Prävention und Therapie nehmen kann.