Ernährungsberatung: Kooperationsmöglichkeiten

In der Ernährungsberatung und -therapie gibt es vielseitige Kooperationsmöglichkeiten. Gerade deswegen ist aber auch oft schwer, eine gute und nachhaltige Auswahl zu treffen. Denn die Anforderungen an Kooperationen können sehr speziell sein und eine hohe fachliche Expertise erfordern. Auf der anderen Seite bergen Kooperationen aber auch eine hohe Kundenbindung und -akquise.

Arzt/ Physiotherapiepraxis

Eine Zusammenarbeit mit Arzt- und Physiotherapiepraxen bezieht sich in der Regel auf Leistungsangebote der Ernährungsberatung und -therapie. Hier hängen die Synergieeffekte häufig von Krankenkassen und dem guten Willen des Kooperationspartners ab. Es sind jedoch auch andere Formen der Zusammenarbeit möglich. So können Begleitkonzepte für spezifische Zielgruppen angeboten werden, die als eine Art zusätzlicher Service zu verstehen sind und sich nicht ausschließlich auf die Leistungserbringung einer Beratung beziehen. Ebenso können gemeinsam Aktionstage organisiert und durchgeführt werden. Insbesondere Apotheken führen regelmäßig bestimmte Aktionen durch, wo eine Ernährungsfachkraft durchaus einen zusätzlichen Anreiz bieten kann. Ärzte wiederum bieten ihren Patienten bestimmte Präventionsmaßnahmen an, die sich durch Angebote von Ernährungsfachkräften ergänzen lassen.

Möglich sind Informationsveranstaltungen (Ernährungsinformation), Aktionstage (Ernährungsaufklärung), Ernährungsberatung, Patienten-/ Kundenschulungen (Ernährungsbildung) aber auch die Schulung von Praxismitarbeitern.

Lebensmittel- und Naturkostgeschäfte

Die Zusammenarbeit mit Lebensmittel- und Naturkostgeschäften kann wie bei allen Kooperationen auf unterschiedliche Weise gestaltet werden. Diese richtet sich in erster Linie nach dem jeweiligen Zweck. Möglich sind Angebote der Ernährungsinformation, -bildung und -beratung. Ernährungstherapeutische Maßnahmen bieten sich hier eher nicht an. Schwierig ist zudem das Angebot einer Einkaufsberatung, da hier die Verlockung groß ist, Nahrungsmittel zu bewerten und nicht zu empfehlen, was dem Inhaber missfallen könnte. Es ist jedoch möglich, eine Einkaufsberatung von vornherein auf Informationen zu Etiketten, Erläuterungen zu Inhaltsstoffen oder Herstellungsverfahren zu begrenzen, ohne eine direkte Produktbewertung vorzunehmen. Insbesondere für Allergien und Unverträglichkeiten könnte eine derartige Einkaufsberatung interessant sein. Ebenso können Ernährungsfachkräfte eine Verkostungsaktion des Geschäftes ergänzen oder bereits im Vorfeld als Berater unterstützen.

Teilweise bietet es sich ebenso an, bei Interesse die Mitarbeiter des jeweiligen Geschäftes zu schulen und zu unterstützen.

Organisationen und Verbände

Die Kooperation mit Organisationen und Verbänden kann auf unterschiedlichste Art und Weise gestaltet werden. Es können Vorträge, Seminare, Workshops, Kochkurse, einzelne Aktionen (z.B. Ernährungs- und Körperanalysen), wissenschaftliche Ausarbeitungen oder das Erstellen von Fach- sowie Verbrauchermedien angeboten werden. Der Vorteil in der Kooperation mit Organisationen und Verbänden liegt in der gemeinsamen Nutzung einzelner Ressourcen, so dass hier Synergieeffekte auftreten können. Zudem arbeiten Organisationen und Verbände in der Regel unabhängig und frei von wirtschaftlichen Interessen. Häufig finden Kooperationen im Rahmen von Projekten statt.

Sport- und Fitnessvereine

Eine Zusammenarbeit mit Bewegungszentren bzw. Sportvereinen sowohl im Leistungs- als auch im Freizeitsportbereich kann für beide Seiten mit großen Vorteilen verbunden sein. Insbesondere Sportbegeisterte interessieren sich in aller Regel auch für ihre Ernährung, so dass hier ein zusätzlicher Service durch Ernährungsfachkräfte hohes Interesse wecken kann. Berücksichtigt wird dabei in erster Linie der Einfluss der Nahrung auf Leistungsfähigkeit, Regenerationsfähigkeit, Nährstoffbedarfsdeckung sowie die Gewichtsentwicklung. Weitere Angebote decken gezielte Empfehlungen für die Trainings-, Wettkampf- sowie Erholungszeiten ab.

Die Form der Kooperation kann ähnlich wie bei anderen Kooperationspartnern vielseitig angeboten werden: von Maßnahmen der Ernährungsinformation und -bildung bis zu einer persönlichen, individuellen und längerfristigen Einzelberatung.

Unternehmen/ Betriebliche Gesundheitsförderung

Kooperationen mit Unternehmen, Organisationen bzw. Küchen nehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Der Anteil des Außer-Haus-Verzehrs steigt kontinuierlich an, was zum einen auf das Angebot (Küchen, Fast-Food-Ketten, Snackbars, Restaurants, Cafés etc.) zurückzuführen ist, zum anderen aber ebenso durch längere/ flexiblere Arbeitszeiten bedingt ist. Auch der zunehmende Wettbewerbsdruck, steigende psychische Erkrankungen, höhere Fehlzeiten und längere Krankheitsperioden der Mitarbeiter sensibilisieren Unternehmen für einen verstärkten Fokus auf die betriebliche Gesundheitsförderung. Des Weiteren spielen die Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit eine Rolle. Ernährungsfachkräften obliegt hier ein großes Repertoire an möglichen Angeboten für Unternehmen, Schulen und Organisationen, insbesondere wenn diesen eigene Küchen/ Kantinen zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind bestimmte Maßnahmen, die die Gesundheit der Mitarbeiter fördern sollen, bis zu einem Gesamtbetrag von 500 EUR für die Unternehmen steuerfrei (§3 Nr. 34 ESTG). Die geförderten Maßnahmen müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§20 und 20a des SGB V entsprechen und können damit bezuschusst werden. Damit fallen unter die Steuerbefreiung insbesondere Leistungen, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen genannt sind.

Für Ernährungsfachkräfte gibt es verschiedene Möglichkeiten, Leistungen für Unternehmen anzubieten. Möglich sind beispielsweise:

  • Kochkurse
  • allgemeine Hinweise zur Ernährung im Rahmen eines Gesundheitstages
  • Küchenberatung
  • individuelle (z.B. auf die Arbeitssituation bezogene) Ernährungsberatung, beispielsweise bei Schichtarbeitern
  • Geschmacksverkostungen
  • Beispiele für ein gesundes Frühstück im Büro
  • Beratung bei der Zertifizierung der „Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung“
  • Beratung für Verpflegungsangebote auch unabhängig von Küchen/ Kantinen
  • Vorträge, Seminare, Gruppentrainings, Kurse, Projekte etc.
  • Erstellen und Umsetzen von Konzepten
  • Zusatzstoffberatung

In einigen Fällen bieten sich Kooperationen mit anderen Leistungserbringern im Gesundheitsbereich (z.B. Präventionsmediziner, Physiotherapeuten, Unternehmensberater) an, um eine möglichst breite Angebotspalette (z.B. in Form von Modulen) zur Verfügung stellen zu können.

Küchen- und Kantinenberatung

Die Küchenberatung ist ein hilfreiches Instrument, um eine an die Mitarbeiter/ Gäste angepasste Speisenplanung zu initiieren. Hierfür kommen nicht nur vorhandene Küchen und Kantinen in Unternehmen in Betracht, sondern insbesondere auch Caterer und Lieferdienste. Die Angebote dafür sind bislang begrenzt, die Möglichkeiten aber enorm. Dabei geht es nicht zwangsläufig um gesündere Mahlzeiten. Ebenso können Alternativangebote für eine saisonale, ökologische oder nachhaltige Ernährungsweise entwickelt werden.

Downloads

Unseren Mitgliedern stehen PDF-Downloads zum Thema kostenfrei als Download zur Verfügung. Diese sind auch in unserem Medienshop erhältlich. In der Fachinfo finden sich neben der bereits hier aufgeführten Beschreibung der einzelnen Leistungen auch Angaben zu deren Vorteilen und zur Honorargestaltung.

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