Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Das Handout liefert das Nährstoffprofil von Chrom, einschließlich seiner Funktionen im Glukosestoffwechsel, der therapeutischen Relevanz bei Glukosetoleranzstörungen und Diabetes mellitus sowie den empfohlenen Zufuhrwerten und möglichen Nahrungsquellen.
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Funktionen
- Glukosetoleranzfaktor (GTF): Essenzieller Bestandteil des GTF, der die Insulinwirkung verstärkt und potenziert.
- Insulinrezeptormodulation: Bindet an den extrazellulären Teil des Insulinrezeptors und verbessert dessen Signalübertragung.
- Kohlenhydratstoffwechsel: Zentraler regulatorischer Knotenpunkt in der Aufrechterhaltung der metabolischen Homöostase.
- Insulinsignalkaskade: Verstärkt die Tyrosinkinase-Aktivität der intrazellulären Rezeptordomäne.
Therapeutische Relevanz
- Glukosetoleranzstörungen: Ein Chrommangel kann zu gestörter Glukosetoleranz führen, die durch Substitution reversibel ist.
- Diabetes mellitus: Mögliche, aber wissenschaftlich umstrittene Rolle bei der Behandlung manifester Diabetes-Erkrankungen.
- Kardiovaskuläre Erkrankungen: Potenzieller Nutzen wird diskutiert, Studienlage ist jedoch inkonsistent.
- Stoffwechselstörungen: Besonders relevant bei Störungen der Glucoseregulation.
Bedarf und Zufuhr
- Empfehlung in Deutschland (DGE, μg pro Tag): Schätzwerte für angemessene Zufuhr: Jugendliche und Erwachsene 30–100 μg.
- Internationale Empfehlungen: Vergleichbare Schätzwerte existieren international.
- Tatsächliche Aufnahme in Deutschland: Oft unterhalb des empfohlenen Bereichs, was auf ein Risiko für subklinische Mängel hindeutet.
Vorkommen
- Gewürze: Hohe Konzentrationen (100 μg in 150–200 g).
- Getreideprodukte: Weizenkeime (100 μg in 80 g), Weizenkleie (100 μg in 300 g), Vollkornbrot (100 μg in 200 g).
- Tierische Lebensmittel: Rinderleber (100 μg in 200–500 g), Rindfleisch (100 μg in 300 g), Käse (100 μg in 300–1000 g).
- Pflanzliche Lebensmittel: Weiße Bohnen (100 μg in 500 g), Gemüse und Obst (100 μg in 400 g).
- Öle: Maiskeimöl (100 μg in 300 g).
Eigenschaften und Einflüsse
- Eigenschaften: Liegt in Lebensmitteln ausschließlich in dreiwertiger Form (Cr³⁺) vor; sehr geringe intestinale Resorptionsrate von nur 1–3%.
- Aktive Formen: Dreiwertiges Chrom (Cr³⁺) als Bestandteil des Glukosetoleranzfaktors.
- Verminderte Aufnahme durch: Phytate in Getreide.
- Erhöhte Aufnahme durch: Aminosäuren, Vitamin C, Oxalat.
- Transport: Nach Aufnahme primär an Transferrin, das Plasma-Transportprotein, gebunden.
Möglicher Mangel
- Ursachen: Unzureichende Zufuhr, geringe Bioverfügbarkeit oder erhöhter Bedarf.
- Symptome: Zentral ist die gestörte Glukosetoleranz mit beeinträchtigter postprandialer Glucose-Clearance.
- Risikogruppen: Personen mit einseitiger Ernährung, möglicherweise Diabetiker.
Toxizität
- Ursachen: Unterscheidung zwischen sechswertigem Chrom (Cr⁶⁺, industriell, hochtoxisch) und dreiwertigem Chrom (Cr³⁺, in Nahrung, geringe Toxizität).
- Symptome: Bei Cr³⁺ kaum toxische Effekte bekannt.
- Sichere Dosis: Keine tolerierbare obere Aufnahmemenge (UL) durch EFSA oder IOM festgelegt aufgrund der geringen Toxizität von Cr³⁺.
Bestimmung Status
- Chromkonzentration im Blut: Spiegelt die Körperspeicher nur unzureichend wider.
- Urinausscheidung: Kein verlässlicher Indikator für den langfristigen Versorgungsstatus.
- Diagnostische Herausforderungen: Kein einzelner Biomarker bildet den Gesamtversorgungszustand zuverlässig ab.
Nahrungsergänzung (NEM)
- Maximale Dosierung: Keine festgelegte Höchstgrenze aufgrund geringer Toxizität von Cr³⁺.
- Geeignete Verbindungen: Dreiwertiges Chrom (Cr³⁺).
- Wirksamkeit: Klar indiziert zur Behebung eines nachgewiesenen Mangels; therapeutischer Einsatz bei Diabetes oder zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen wissenschaftlich umstritten.
- Einschränkungen: Inkonsistente Evidenz könnte auf sehr geringe und variable Bioverfügbarkeit sowie diagnostische Schwierigkeiten zurückzuführen sein.
Zugelassene Health Claims
- Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei. Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei.