Chronische Entzündung – Kurzportrait zum Krankheitskomplex

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Chronische Entzündungen sind langanhaltende Immunreaktionen, die durch Infektionen, Autoimmunprozesse oder Umweltfaktoren ausgelöst werden und Gewebe dauerhaft schädigen können. Sie treten häufig bei älteren Erwachsenen oder Menschen mit Vorerkrankungen auf.

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Zuletzt aktualisiert:

23. August 2026

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Definition und Verbreitung

  • Definition: Lang andauernde Entzündungsreaktion über Wochen bis Jahre, ausgelöst durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Umweltfaktoren
  • Verbreitung: Möglich in jedem Alter, häufiger bei älteren Erwachsenen, Frauen und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden
  • Deutschland: Schätzungsweise 10–20 % der Bevölkerung betroffen

Ursachen und Risikofaktoren

  • Erkrankungen (hoch): Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Leiden, Adipositas, Autoimmun- und Atemwegserkrankungen
  • Lebensstil (hoch): Bewegungsmangel/ falsche Belastung und Überbelastungen, Rauchen, Alkohol, Stress, Schlafmangel
  • Ernährung (mittel): Zucker, Transfette, verarbeitetes Fleisch, raffinierte Kohlenhydrate
  • Umwelt & Soziales (mittel): Luftverschmutzung, Chemikalien, Isolation, geringes Einkommen, schlechte Gesundheitsversorgung
  • Genetik (mittel–gering): Prädisposition u. a. über TNF-, IL-6-, IL-1-Gene
  • Medikamente (gering): NSAR, Kortikosteroide, Antidepressiva, Antihypertensiva (modulierender Einfluss)

Formen

  • Akut: Kurzfristige Abwehrreaktion mit Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerz
  • Subakut: Übergangsstadium, Symptome weniger stark, Entzündung noch aktiv
  • Chronisch: Langanhaltend über Wochen bis Jahre, oft verbunden mit Autoimmunerkrankungen oder chronischen Infektionen

Entstehung/ Verlauf

  • Persistenz: Dauerhafte Reize (Infektionen, Chemikalien) aktivieren das Immunsystem kontinuierlich.
  • Zellinfiltration: Makrophagen, Lymphozyten und Plasmazellen sammeln sich im Gewebe.
  • Gewebeschädigung: Entzündungsmediatoren und freie Radikale zerstören Zellen und Matrix.
  • Fibrose: Narbengewebe durch Fibroblasten beeinträchtigt Gewebefunktion.
  • Remodelling: Strukturelle Umbauvorgänge verändern Gewebe und Funktion.
  • Systemisch: Folgen wie Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust.

Symptome

  • Körperlich: Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Hautausschläge, Fieber, Schwellungen, Atembeschwerden, Schlafstörungen, Gewichtsverlust
  • Psychisch: Niedergeschlagenheit, Angst, Depression, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, emotionale Instabilität
  • Ernährungsbezogen: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, unregelmäßiges Essverhalten
  • Leistungsbezogen: Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit, eingeschränkte Konzentration, Probleme im Alltag

Folgen und Komplikationen

  • Komplikationen: Gewebezerstörung, Organfunktionsverlust, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Folgeerkrankungen: Rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Häufige Begleiterkrankungen: Diabetes mellitus, Adipositas, Asthma bronchiale

Diagnostik

  • Anamnese: Symptome/ Erkrankungsanamnese, Verlauf, Familienanamnese, Lebensstil, Allergien
  • Anthropometrie: Größe, Gewicht, BMI
  • Labor: Entzündungsmarker (CRP, BSG), Blutbild, Autoantikörper
  • Apparativ: Ultraschall, MRT, Röntgen

Therapiesäulen (nach Relevanz)

  • Wichtig: Behandlung der Grunderkrankung(en), wenn vorhanden
  • Medikamentöse Therapie: NSAR, Kortikosteroide, Biologika, Immunsuppressiva
  • Ernährung: Mediterrane Kost, entzündungshemmende Lebensmittel, wenig Zucker & Verarbeitetes
  • Lebensstil: Regelmäßige Bewegung, Stressabbau, guter Schlaf, Rauchstopp
  • Weitere Maßnahmen: Physiotherapie, Akupunktur, Stressbewältigung
  • Chirurgische Therapie: Gelenkersatz, Abszessdrainage, Fisteloperationen