Chronische Nierenkrankheit – Kurzportrait zum Krankheitsbild

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Die chronische Niereninsuffizienz ist ein fortschreitender Funktionsverlust der Nieren, der zu einer Ansammlung von Stoffwechselabfällen und Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt führt. Sie entwickelt sich meist schleichend, betrifft vor allem ältere Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck und kann im Endstadium eine Dialyse oder Transplantation erforderlich machen.

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Zuletzt aktualisiert:

23. August 2026

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Definition und Verbreitung

  • Definition: Fortschreitender Verlust der Nierenfunktion mit Ansammlung von Abfallstoffen im Blut und Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
  • Verbreitung: Steigt mit dem Alter, häufiger bei Männern; Haupt-Risikofaktoren sind Diabetes und Bluthochdruck
  • Deutschland: Ca. 10–15 % der Erwachsenen betroffen, rund 6 Mio. Menschen

Ursachen und Risikofaktoren

  • Erkrankungen (hoch): Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas
  • Lebensstil (mittel-hoch): Rauchen, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum, Stress
  • Ernährung (mittel): Viel Salz, zu viel Eiweiß, ungesunde Fette, zu wenig Flüssigkeit
  • Umwelt & Soziales (mittel): Luftverschmutzung, niedriger sozioökonomischer Status, eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsversorgung
  • Genetik (mittel–gering): Prädisposition u. a. über Gene APOL1, KIF26A
  • Medikamente (gering): NSAR, ACE-Hemmer, Diuretika (bei Langzeitgebrauch belastend)

Entstehung/ Verlauf

  • Nephronverlust: Schädigung und Abnahme der funktionellen Einheiten der Niere.
  • Kompensation: Verbleibende Nephrone hypertrophieren, Hyperfiltration entsteht.
  • Fibrose: Entzündung und Narbenbildung verschlechtern die Nierenfunktion.
  • Funktionsabnahme: GFR sinkt, Toxine und Elektrolytstörungen (Uremie) treten auf.
  • Blutdruckdysregulation: Gestörte Kontrolle führt oft zu Hypertonie.
  • Endstadium: Fortschreitendes Versagen mit Dialyse- oder Transplantationspflicht.

Stadien

  • Überbegriff: Chronische Niereninsuffizienz = fortschreitendes Versagen mit Abfallstoffansammlung im Blut
  • Stadium 1: Leichte Einschränkung, normale/erhöhte GFR, meist symptomarm
  • Stadium 2: Leichte bis mäßige Einschränkung, GFR leicht erniedrigt, erste Symptome (z. B. Müdigkeit)
  • Stadium 3: Fortgeschritten, unterteilt in 3a (mäßig) und 3b (schwer), deutliche Funktionsstörung
  • Stadium 4: Schwere Niereninsuffizienz, Vorbereitung auf Nierenersatztherapie nötig
  • Stadium 5: Endstadium (ESRD), Dialyse oder Transplantation erforderlich

Symptome

  • Körperlich: Müdigkeit, Schlafstörungen, Juckreiz, Ödeme, Bluthochdruck, veränderte Urinmenge, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mundgeruch, metallischer Geschmack
  • Psychisch: Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit, Angst, Depression
  • Ernährungsbezogen: Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen, vermehrter Durst
  • Leistungsbezogen: Schwäche, schnelle Erschöpfung, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

Folgen und Komplikationen

  • Komplikationen: Bluthochdruck, Anämie, Elektrolytstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Folgeerkrankungen: Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit
  • Häufige Begleiterkrankungen: Osteoporose, Stoffwechselstörungen

Diagnostik

  • Anamnese: Symptome, Krankheitsverlauf, familiäre Vorbelastung
  • Anthropometrie: Größe, Gewicht, BMI
  • Labor: Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte, Phosphat, Urinanalysen
  • Apparativ: Ultraschall, Nierenbiopsie, MRT, CT

Therapiesäulen (nach Relevanz)

  • Medikamentös: ACE-Hemmer, AT-II-Blocker, Diuretika, Phosphatbinder, Erythropoetin, Vitamin-D-Analoga
  • Ernährung: Eiweiß-, Salz-, Kalium- und Phosphatreduktion
  • Lebensstil: Rauchstopp, Bewegung, Gewichtsreduktion, Blutdruck- & Blutzuckerkontrolle
  • Weitere Maßnahmen: Psychosoziale Betreuung, Schmerztherapie, palliative Versorgung
  • Chirurgisch: Dialyse, Nierentransplantation