Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Die chronische Niereninsuffizienz ist ein fortschreitender Funktionsverlust der Nieren, der zu einer Ansammlung von Stoffwechselabfällen und Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt führt. Sie entwickelt sich meist schleichend, betrifft vor allem ältere Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck und kann im Endstadium eine Dialyse oder Transplantation erforderlich machen.
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Definition und Verbreitung
- Definition: Fortschreitender Verlust der Nierenfunktion mit Ansammlung von Abfallstoffen im Blut und Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
- Verbreitung: Steigt mit dem Alter, häufiger bei Männern; Haupt-Risikofaktoren sind Diabetes und Bluthochdruck
- Deutschland: Ca. 10–15 % der Erwachsenen betroffen, rund 6 Mio. Menschen
Ursachen und Risikofaktoren
Entstehung/ Verlauf
- Nephronverlust: Schädigung und Abnahme der funktionellen Einheiten der Niere.
- Kompensation: Verbleibende Nephrone hypertrophieren, Hyperfiltration entsteht.
- Fibrose: Entzündung und Narbenbildung verschlechtern die Nierenfunktion.
- Funktionsabnahme: GFR sinkt, Toxine und Elektrolytstörungen (Uremie) treten auf.
- Blutdruckdysregulation: Gestörte Kontrolle führt oft zu Hypertonie.
- Endstadium: Fortschreitendes Versagen mit Dialyse- oder Transplantationspflicht.
Stadien
- Überbegriff: Chronische Niereninsuffizienz = fortschreitendes Versagen mit Abfallstoffansammlung im Blut
- Stadium 1: Leichte Einschränkung, normale/erhöhte GFR, meist symptomarm
- Stadium 2: Leichte bis mäßige Einschränkung, GFR leicht erniedrigt, erste Symptome (z. B. Müdigkeit)
- Stadium 3: Fortgeschritten, unterteilt in 3a (mäßig) und 3b (schwer), deutliche Funktionsstörung
- Stadium 4: Schwere Niereninsuffizienz, Vorbereitung auf Nierenersatztherapie nötig
- Stadium 5: Endstadium (ESRD), Dialyse oder Transplantation erforderlich
Symptome
- Körperlich: Müdigkeit, Schlafstörungen, Juckreiz, Ödeme, Bluthochdruck, veränderte Urinmenge, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mundgeruch, metallischer Geschmack
- Psychisch: Konzentrationsprobleme, Verwirrtheit, Angst, Depression
- Ernährungsbezogen: Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen, vermehrter Durst
- Leistungsbezogen: Schwäche, schnelle Erschöpfung, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
Folgen und Komplikationen
- Komplikationen: Bluthochdruck, Anämie, Elektrolytstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Folgeerkrankungen: Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit
- Häufige Begleiterkrankungen: Osteoporose, Stoffwechselstörungen
Diagnostik
- Anamnese: Symptome, Krankheitsverlauf, familiäre Vorbelastung
- Anthropometrie: Größe, Gewicht, BMI
- Labor: Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte, Phosphat, Urinanalysen
- Apparativ: Ultraschall, Nierenbiopsie, MRT, CT
Therapiesäulen (nach Relevanz)
- Medikamentös: ACE-Hemmer, AT-II-Blocker, Diuretika, Phosphatbinder, Erythropoetin, Vitamin-D-Analoga
- Ernährung: Eiweiß-, Salz-, Kalium- und Phosphatreduktion
- Lebensstil: Rauchstopp, Bewegung, Gewichtsreduktion, Blutdruck- & Blutzuckerkontrolle
- Weitere Maßnahmen: Psychosoziale Betreuung, Schmerztherapie, palliative Versorgung
- Chirurgisch: Dialyse, Nierentransplantation