Chronische Wunden – Kurzportrait zum Krankheitskomplex

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Chronische Wunden sind Verletzungen, die über Wochen nicht abheilen und häufig durch Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Druckbelastung entstehen. Sie betreffen vor allem ältere Menschen und gehen oft mit Schmerzen, Infektionen und erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einher.

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Zuletzt aktualisiert:

23. August 2026

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Definition und Verbreitung

  • Definition: Wunden, die länger als 4–6 Wochen nicht abheilen; häufig bedingt durch Diabetes, venöse Insuffizienz oder Druckgeschwüre
  • Verbreitung: Besonders bei älteren Menschen, Diabetikern und Personen mit Durchblutungsstörungen; Geschlechterverteilung unterschiedlich
  • Deutschland: Ca. 1–2 % der Bevölkerung betroffen (800.000–1.000.000 Menschen)

Ursachen und Risikofaktoren

  • Erkrankungen (hoch): Diabetes mellitus, pAVK, venöse Insuffizienz, Autoimmunerkrankungen, Bettlägerigkeit/ Immobilität
  • Lebensstil (hoch): Rauchen, Bewegungsmangel, Alkoholmissbrauch
  • Ernährung (mittel): Protein- und Vitaminmangel, Übergewicht
  • Umwelt & Soziales (mittel): Schlechte Wohnbedingungen, Isolation, unzureichende Versorgung
  • Genetik (gering): Familiäre Häufungen, bisher wenig erforscht
  • Medikamente (gering): Kortikosteroide, Immunsuppressiva, bestimmte Antibiotika

Formen

  • Akut: Heilt innerhalb von 4–6 Wochen, meist nach Verletzungen
  • Chronisch: Besteht länger als 6 Wochen, Heilung gestört durch Grunderkrankungen
  • Venös: Folge venöser Insuffizienz, typischerweise an den Beinen mit Schwellungen
  • Arteriell: Durch unzureichende arterielle Durchblutung, sehr schmerzhaft, schwer heilend
  • Diabetisch: Speziell bei Diabetes, oft an den Füßen, mit hohem Komplikationsrisiko

Entstehung/ Verlauf

  • Entzündung: Immunzellen reinigen Gewebe und bekämpfen Erreger.
  • Proliferation: Fibroblasten bilden Kollagen, Granulationsgewebe entsteht, Angiogenese verbessert Durchblutung.
  • Remodellierung: Umbau und Stabilisierung des Gewebes, Kollagenreifung.
  • Chronifizierung: Gestörte Heilungsphasen durch anhaltende Entzündung, Durchblutungsstörung oder erneute Verletzung.
  • Gewebeverlust: Fortschreitende Schädigung, eingeschränkte Narbenbildung, Funktionsverlust.

Symptome

  • Körperlich: Rötung, Schwellung, Schmerzen, Wundsekretion, Gewebeschädigung, langsame Heilung, Hautveränderungen, Ekzeme, Juckreiz, Entzündung
  • Psychisch: Angst, Stress, emotionale Belastung, Schlafstörungen, Frustration, Depression
  • Ernährungsbezogen: Mangelernährung, Gewichtsverlust, reduzierte Nahrungsaufnahme, Nährstoffdefizite
  • Leistungsbezogen: Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Infektanfälligkeit, eingeschränkte Mobilität

Folgen und Komplikationen

  • Komplikationen: Infektionen, Gewebezerfall, systemische Entzündungsreaktionen, Amputationen
  • Folgeerkrankungen: Diabetes mellitus, arterielle Verschlusskrankheit
  • Häufige Begleiterkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, neuropathische Störungen

Diagnostik

  • Anamnese: Symptome, Krankheitsverlauf, Risikofaktoren, Begleiterkrankungen
  • Anthropometrie: Gewicht, Größe, BMI
  • Labor: Blutwerte, Entzündungsmarker, Glukosespiegel
  • Apparativ: Ultraschall, Röntgen, MRT

Therapiesäulen (nach Relevanz)

  • Chirurgisch: Wunddebridement, Hauttransplantationen, Wundverschlussverfahren
  • Medikamentös: Antibiotika, Schmerzmittel, wundheilungsfördernde Medikamente, lokale Antiseptika
  • Ernährung: Hochkalorische, eiweißreiche Kost, Supplemente (Vitamine, Mineralstoffe)
  • Lebensstil: Rauchstopp, Bewegung, Stressreduktion, konsequente Hygiene
  • Weitere Maßnahmen: Physiotherapie, Kompression, Hydrotherapie, psychologische Unterstützung