Colitis ulzerosa – Kurzportrait zum Krankheitsbild

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Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die mit wiederkehrenden Entzündungen und Geschwüren der Dickdarmschleimhaut einhergeht. Sie verläuft meist schubweise, beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter und kann unbehandelt schwere Komplikationen verursachen.

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Zuletzt aktualisiert:

23. August 2026

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Definition und Verbreitung

  • Definition: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit Entzündung und Ulzerationen der Dickdarmschleimhaut
  • Verbreitung: Häufig bei jungen Erwachsenen, Männer und Frauen gleich betroffen, familiäre Häufung möglich
  • Deutschland: Ca. 150.000–250.000 Betroffene (0,2–0,3 % der Bevölkerung)

Ursachen und Risikofaktoren

  • Genetik (hoch): Prädisposition durch Gene wie NOD2, IL23R, ATG16L1
  • Erkrankungen (hoch): Autoimmunerkrankungen, Morbus Crohn, rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes
  • Ernährung (mittel): Fett- und zuckerreich, ballaststoffarm, Unverträglichkeiten
  • Lebensstil (mittel): Rauchen, Übergewicht, Stress, Bewegungsmangel
  • Umwelt & Soziales (mittel): Luftverschmutzung, sozioökonomische Bedingungen, eingeschränkter Zugang zu Versorgung, Hygiene
  • Medikamente (gering): NSAR, Antibiotika, orale Kontrazeptiva

Formen

  • Akut: Plötzliche Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl
  • Chronisch: Langanhaltende Entzündung, meist schubweise, mit wiederkehrenden Symptomen
  • Proktitis: Entzündung des Rektums, häufig mit Schmerzen und Blutungen
  • Linksseitig: Befall von Rektum und linker Kolonhälfte, lokalisierte Beschwerden
  • Pancolitis: Gesamter Dickdarm betroffen, schwere Verläufe mit erhöhtem Komplikationsrisiko

Entstehung

  • Entzündung: Schleimhautentzündung im Kolon mit Schädigung der Epithelzellen
  • Immunzellen: Infiltration durch T-Lymphozyten und Makrophagen, Verstärkung der Entzündung
  • Zellschädigung: Ulzerationen und Geschwürbildung in der Darmschleimhaut
  • Zytokine: Freisetzung proinflammatorischer Botenstoffe (TNF-α, IL-1, IL-6) verstärkt und chronifiziert den Prozess
  • Gewebeveränderungen: Fibrose und Umbau der Darmwand, Funktionseinschränkungen

Symptome

  • Körperlich: Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber, Müdigkeit, Blähungen, Appetitlosigkeit, Dehydration, Anämie
  • Psychisch: Angst, Depression, Reizbarkeit, Stress, Schlafstörungen
  • Ernährungsbezogen: Mangel- und Nährstoffdefizite, verminderte Nahrungsaufnahme, Übelkeit
  • Leistungsbezogen: Erschöpfung, reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit, eingeschränkte Konzentration, allgemeines Unwohlsein

Folgen und Komplikationen

  • Komplikationen: Darmperforation, Blutungen, toxisches Megakolon, Elektrolytstörungen, erhöhtes Krebsrisiko
  • Folgeerkrankungen: Colorektales Karzinom, primär sklerosierende Cholangitis
  • Häufige Begleiterkrankungen: Arthritis, Hauterkrankungen, Augenentzündungen, Lebererkrankungen

Diagnostik

  • Anamnese: Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
  • Anthropometrie: Gewicht, Größe, BMI
  • Labor: Blutbild, CRP, Stuhluntersuchung
  • Apparativ: Koloskopie, bildgebende Verfahren (MRT, Ultraschall)

Therapiesäulen (nach Relevanz)

  • Medikamentös: 5-Aminosalicylate, Kortikosteroide, Immunmodulatoren, Biologika
  • Chirurgisch: Kolektomie, Ileorektale Anastomose
  • Ernährungstherapie: Hochkalorische, ballaststoffarme, ggf. glutenfreie Kost
  • Lebensstil: Stressreduktion, Bewegung, ausreichend Schlaf
  • Weitere: Psychosoziale Unterstützung, Probiotika, Supplemente