Folsäure – kleiner Steckbrief

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Dieses Handout dient zur Schwangerschaftsberatung, zur Behandlung von Folsäuremangel-Anämie, zur Unterstützung bei Herz-Kreislauf-Risiken (erhöhtes Homocystein) sowie zur Aufklärung bei Medikamenten, die den Folatstoffwechsel stören.

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Zuletzt aktualisiert:

31. März 2026

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Funktionen

  • DNA-Synthese: Wichtig für die Bildung und Reparatur der Erbsubstanz.
  • Zellteilung: Unverzichtbar für Wachstum und Entwicklung.
  • Blutbildung: Beteiligung an der Bildung roter Blutkörperchen.
  • Homocystein-Stoffwechsel: Abbau der Aminosäure Homocystein, senkt Risiko für Gefäßschäden.

Therapeutische Relevanz

  • Schwangerschaft: Senkt Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind.
  • Anämie: Behandlung von Blutarmut, die durch Folsäuremangel verursacht wird.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erhöhter Homocysteinspiegel wird mit Arteriosklerose in Verbindung gebracht.
  • Krebsprävention: Ausreichende Versorgung schützt, sehr hohe Zufuhr könnte jedoch Risiko erhöhen.

Bedarf und Zufuhr

  • DGE (µg pro Tag): Erwachsene 300; Schwangerschaft 550; Stillzeit 450; Kinder altersabhängig 120–250.
  • RDA/EFSA (µg pro Tag): Erwachsene 330; Schwangerschaft 600; Stillzeit 500.
  • Ist-Zufuhr (Deutschland): Durchschnittlich 200–250 µg pro Tag – häufig unterhalb der Empfehlung.

Vorkommen

  • Tierische Lebensmittel: eher geringe Vorkommen; Leber, Eier.
  • Pflanzliche Lebensmittel: Grünes Blattgemüse (Spinat, Feldsalat), Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Zitrusfrüchte.
  • Besonderheiten: Folsäure ist hitze- und lichtempfindlich; beim Kochen gehen große Mengen verloren.

Eigenschaften und Einflüsse

  • Eigenschaften: Wasserlöslich, empfindlich gegen Hitze und Sauerstoff.
  • Aktive Formen: Tetrahydrofolat und Derivate, wirken als Überträger von Kohlenstoffgruppen.
  • Verminderte Aufnahme durch: Alkohol, chronische Darmerkrankungen, bestimmte Medikamente.
  • Erhöhte Aufnahme durch: Frische, schonend gegarte Lebensmittel (z.B. Dämpfen von Gemüse).
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Methotrexat, Trimethoprim und Antiepileptika hemmen Folsäurestoffwechsel.
  • Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Zusammenarbeit mit Vitamin B12 und B6 im Homocystein-Stoffwechsel.

Möglicher Mangel

  • Ursachen: Geringe Aufnahme über die Nahrung, hoher Bedarf in Schwangerschaft, Alkoholmissbrauch, Darmkrankheiten, Medikamente.
  • Symptome: Blutarmut, Blässe, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Zungenbrennen, erhöhte Fehlbildungsrate in Schwangerschaft.
  • Risikogruppen: Schwangere, ältere Menschen, Alkoholkranke, Patienten mit Darmerkrankungen oder Medikamententherapie.

Toxizität

  • Ursachen: Sehr hohe Zufuhr durch Nahrungsergänzung.
  • Symptome: Verdeckung eines Vitamin-B12-Mangels möglich; kann neurologische Schäden verschleiern.
  • Sichere Dosis (UL, EFSA): Erwachsene 1.000 µg pro Tag.

Bestimmung Status

  • Serum-Folat: Normalwert über 4 ng/ml, Werte unter 3 ng/ml deuten auf Mangel.
  • Erythrozyten-Folat: Spiegelt längerfristigen Folatstatus, Normalwert über 150 ng/ml.
  • Homocystein im Blut: Erhöht bei Folatmangel, unspezifisch.

Nahrungsergänzung (NEM)

  • Maximale Dosierung: EFSA-Obergrenze 1.000 µg pro Tag.
  • Geeignete Verbindungen: Folsäure (synthetische Form, stabil) oder Folat (aktive Form, z. B. 5-MTHF).
  • Wirksame Kombinationen: Mit Vitamin B12 und B6 zur Senkung des Homocysteins.
  • Besonderheiten beim Kauf: Für Schwangere empfohlen sind 400 µg Folsäure pro Tag zusätzlich zur Ernährung.

Zugelassene Health Claims

  • Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei.
  • Folat trägt zur normalen psychischen Funktion bei.
  • Folat trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
  • Folat trägt zu einer normalen Aminosäuresynthese bei.
  • Folat trägt zu einer normalen Blutbildung bei.
  • Folat trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Folat trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.