Jod – Das Wichtigste in Kürze

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Das Handout beschreibt das Nährstoffprofil von Jod, einschließlich seiner Funktionen, therapeutischen Relevanz, empfohlenen Zufuhrmengen sowie Vorkommen in Lebensmitteln. Es werden auch die Auswirkungen von Jodmangel und -toxizität auf die Gesundheit sowie Hinweise zur Nahrungsergänzung gegeben.

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Zuletzt aktualisiert:

31. März 2026

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Funktionen

  • Schilddrüsenhormone: Unverzichtbarer Baustein der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).
  • Stoffwechselregulation: Steuert über die Schilddrüsenhormone die metabolische Aktivität des gesamten Körpers.
  • Wachstum und Entwicklung: Essenziell für die normale Organentwicklung, besonders für die neurologische und kognitive Entwicklung.
  • Genexpression: Wirkt durch Schilddrüsenhormone synergistisch mit den Vitaminen A und D bei der Steuerung der Genexpression.

Therapeutische Relevanz

  • Kropf (Struma): Verhindert die Bildung einer Schilddrüsenvergrößerung als Anpassungsreaktion auf Jodmangel.
  • Neurologische Entwicklung: Verhindert irreversible Entwicklungsschäden beim ungeborenen Kind durch Mangel während der Schwangerschaft.
  • Hashimoto-Thyreoiditis: Ein chronischer Jodüberschuss kann in Kombination mit Selenmangel Autoimmunprozesse begünstigen.
  • Hypothyreose: Eine ausreichende Jodversorgung ist Grundvoraussetzung für die normale Schilddrüsenfunktion.

Bedarf und Zufuhr

  • Empfehlung in Deutschland (D-A-CH, µg pro Tag): Säuglinge 80; Kinder 90-150; Jugendliche und Erwachsene 150; Schwangere 220; Stillende 230.
  • Internationale Empfehlung (WHO, µg pro Tag): Grundsätzlich vergleichbar mit D-A-CH-Werten; weltweit wird eine Salzjodierung von 20-40 mg Jod pro kg Salz empfohlen.
  • Tatsächliche Aufnahme in Deutschland: Es bestehen Hinweise darauf, dass ein ausreichender Anteil der Bevölkerung nicht die Referenzwerte erreicht. Z. B. rund 30 % der Erwachsenen und 44 % der Kinder/Jugendlichen haben eine Zufuhr unterhalb des mittleren Bedarfs.

Vorkommen

  • Tierische Lebensmittel: Seefisch (besonders reich), Meeresfrüchte, Milch und Milchprodukte (durch jodiertes Futter).
  • Pflanzliche Lebensmittel: Algen (sehr hoher Gehalt), Obst und Gemüse aus jodreichen Böden.
  • Besonderheiten: Jodiertes Speisesalz (15-25 µg/g) ist in Deutschland die wichtigste Jodquelle. Angereicherte Backwaren, Wurst und Käse können täglich bis zu 140 µg zusätzliches Jod liefern.

Eigenschaften und Einflüsse

  • Eigenschaften: Essentielles Spurenelement, wasserlöslich, wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.
  • Aktive Formen: Als Jodid in Nahrungsmitteln, wird in der Schilddrüse zu organischem Jod umgewandelt.
  • Verminderte Aufnahme durch: Goitrogene (z.B. in Kohlgemüse und Wurzelgemüsen), Sojaprodukte, Kaffee (bei gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten).
  • Erhöhte Aufnahme durch: Gleichzeitige Verwendung von jodiertem Speisesalz und angereicherten Lebensmitteln.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Schilddrüsenhormon-Präparate (Levothyroxin) – Resorption wird durch Kaffee und Sojaprodukte reduziert.
  • Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Selen ist wichtig für die Funktion der jodabhängigen Enzyme; Selenmangel kann Nebenwirkungen einer hohen Jodzufuhr verstärken.

Möglicher Mangel

  • Ursachen: Unzureichende Zufuhr über die Nahrung, jodarme Böden, geringer Verzehr von Seefisch, Nicht-Verwendung von jodiertem Salz, salzreduzierte Ernährung.
  • Symptome: Kropfbildung (Struma), Hypothyreose, bei Kindern verminderte kognitive Entwicklung und Wachstumsstörungen, bei Schwangeren Risiko für neurologische Schäden des Fötus.
  • Risikogruppen: Schwangere und Stillende, Personen mit einseitiger Ernährung, Veganer, Menschen mit salzarmer Ernährung, Personen mit Malabsorptionsstörungen.

Toxizität

  • Ursachen: Übermäßige Aufnahme durch hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel (besonders algenbasierte), sehr hoher Konsum jodreicher Lebensmittel.
  • Symptome: Schilddrüsenfunktionsstörungen (Hyper- oder Hypothyreose), erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (besonders Hashimoto-Thyreoiditis).
  • Sichere Dosis (UL, EFSA): 600 µg pro Tag für Erwachsene; akute Toxizität erst bei Dosen über 1 g pro Tag.

Bestimmung Status

  • Jodausscheidung im Urin: Primärer Marker zur Bestimmung des Versorgungsstatus, korreliert gut mit der Jodaufnahme.
  • Schilddrüsenhormone: TSH, fT3, fT4 können bei Verdacht auf eine Funktionsstörung zusätzlich bestimmt werden.

Nahrungsergänzung (NEM)

  • Maximale Dosierung: Empfohlen für Schwangere und Stillende 150-250 µg pro Tag; allgemeine Obergrenze (UL) 600 µg pro Tag.
  • Geeignete Verbindungen: Kaliumjodid ist die Standard-Verbindung in Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Wirksame Kombinationen: Kombination mit Selen kann vorteilhaft sein, besonders bei höherdosierter Jodzufuhr.
  • Besonderheiten beim Kauf: Auf Jodgehalt achten, besonders bei algenbasierten Produkten kann dieser stark schwanken; für Schwangere spezifische Präparate wählen.

Zugelassene Health Claims

  • Jod trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Jod trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
  • Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
  • Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Jod trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.