Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Das Krankheitsbild in der Schnellübersicht stellt sehr kompakt dar: Definition, Ursachen und Risikofaktoren, Formen/ Stadien, Entstehung und Symptome, Folgen, Diagnostik sowie Therapiesäulen von Krebserkrankungen. Die Übersicht kann von Mitgliedern als (PDF-)Handout gedruckt werden.
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Definition und Verbreitung
- Definition: Krebserkrankungen sind ein Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen sich ursprünglich normale Körperzellen unkontrolliert vermehren und krankhaft verändern. Bösartige Tumoren wachsen in umliegendes Gewebe ein und können Ableger in anderen Körperregionen bilden (Metastasen).
- Verbreitung: Krebserkrankungen treten insgesamt häufiger mit zunehmendem Alter auf; der Großteil der Fälle betrifft Menschen ab 50 Jahren.
- Deutschland: In Deutschland leben rund 4 Millionen Menschen, die aktuell an Krebs erkrankt sind oder im Laufe ihres Lebens daran erkrankt waren.
Ursachen und Risikofaktoren
- Erkrankungen (hoch): Chronische Infektionen und Entzündungen wie humane Papillomaviren, Hepatitis B oder C, Helicobacter pylori.
- Lebensstil (hoch): Tabakkonsum, Alkoholkonsum, starkes Übergewicht.
- Umwelt & Soziales (mittel): UV-Strahlung, Radon in Innenräumen, bestimmte Chemikalien und Schadstoffe wie Asbest, Arsen oder Benzol.
- Genetik/ Medikamente: Angeborene genetische Veränderungen wie BRCA-Varianten oder das Lynch-Syndrom; immunsuppressive Medikamente; frühere Chemo- oder Strahlentherapie kann das Risiko für spätere Zweittumoren erhöhen.
Formen
- Karzinome: Bösartige Tumoren aus Oberflächen- oder Drüsengewebe; häufige Beispiele sind Brust-, Lungen- oder Darmkrebs.
- Sarkome: Bösartige Tumoren aus Binde-, Fett-, Muskel- oder Knochengewebe; sie können als Weichteilsarkome oder Knochensarkome auftreten.
- Hämatologische Krebserkrankungen: Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems wie Leukämien, Lymphome und das Multiple Myelom; typisch sind Veränderungen im Blutbild oder Lymphknotenschwellungen.
- Stadien der Ausbreitung: Solide Tumoren werden häufig mit der TNM-Klassifikation und Stadien I bis IV eingeordnet; Stadium IV entspricht meist einer Streuung in entfernte Organe.
Entstehung
- Schädigung des Erbguts: Schäden in der Erbsubstanz können entstehen und bleiben bestehen, wenn Reparaturmechanismen versagen und die betroffene Zelle nicht abstirbt.
- Tumorbildung und Wachstum: Veränderte Zellen teilen sich unkontrolliert und können einen Tumor bilden; bösartige Tumoren wachsen in gesundes Gewebe ein.
- Gefäßneubildung: Tumoren können neue Blutgefäße anregen, um Sauerstoff und Nährstoffe zu erhalten und weiter zu wachsen.
- Ausbreitung: Krebszellen können sich über Blut- und Lymphbahnen ausbreiten und Metastasen in anderen Organen bilden.
- Umgehung des Immunsystems: Krebszellen können Kontrollmechanismen des Immunsystems nutzen, um der Erkennung und Zerstörung zu entgehen.
Symptome
- Körperlich: Knoten oder Schwellungen, schmerzlose Lymphknotenschwellungen, anhaltender Husten oder Heiserkeit, Blut im Stuhl oder Urin, ungewöhnliche Blutungen, Hautveränderungen.
- Psychisch: Ängste, Traurigkeit, depressive Verstimmungen, kognitive Einschränkungen wie Konzentrationsprobleme oder Vergesslichkeit.
- Ernährungsbezogen: ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder frühes Sättigungsgefühl, Übelkeit und Erbrechen, Kachexie mit Verlust von Fett- und Muskelmasse.
- Leistungsbezogen: Fatigue mit anhaltender Erschöpfung, allgemeine Schwäche und verminderte Belastbarkeit.
Folgen und Komplikationen
- Komplikationen: Mangelernährung und Tumorkachexie mit Muskelverlust, Blutbildveränderungen mit Infektanfälligkeit oder Blutungsneigung, Organkomplikationen durch Tumor oder Metastasen wie neurologische Ausfälle oder Knochenschäden.
- Folgeerkrankungen: Nervenschäden durch bestimmte Chemotherapien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen als mögliche Spätfolge bestimmter Therapien, Zweitkrebserkrankungen nach Chemo- oder Strahlentherapie.
- Begleiterkrankungen: Stoffwechselstörungen wie Diabetes können sich unter Krebstherapien verschlechtern; zusätzlich können Lymphödeme nach Lymphknotenentfernung auftreten.
Diagnostik
- Anamnese: Erfassung typischer Beschwerden und Warnsignale, Erhebung von Risikofaktoren wie Rauchen oder Alkohol, Abklärung einer familiären Belastung.
- Labor: Blutbild zur Einordnung von Veränderungen, Tumormarker je nach Tumorart, Urin- und Stuhltests zum Nachweis von Blut.
- Apparativ: Bildgebung wie Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie zur Lokalisation und Ausbreitung; Gewebeentnahme mit histologischer Untersuchung zur Sicherung der Diagnose.
Therapiesäulen
- Medizinische und medikamentöse Therapie: Operation zur Entfernung des Tumors, Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Therapien, Immuntherapien, antihormonelle Therapien bei hormonabhängigen Tumoren.
- Ernährungstherapie: Erhalt des Ernährungszustands und das Vermeiden von Mangelernährung, stufenweises Vorgehen von Anreicherung über Trinknahrung bis zur Sonden- oder Ernährung über die Vene, vorsichtiger Umgang mit hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln und restriktiven Krebsdiäten (siehe Grundlagenartikel).
- Bewegung und Lebensstil: Regelmäßige körperliche Aktivität als unterstützende Maßnahme zur Stabilisierung von Muskelmasse und Leistungsfähigkeit sowie zur Einordnung von Fatigue.
- Supportive Verfahren: Psychoonkologische Unterstützung, symptomlindernde Maßnahmen und palliative Versorgung zur Linderung von Beschwerden und zum Erhalt der Lebensqualität.