Parkinson Krankheit – Krankheitsbild im Kurzportrait

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Das Krankheitsbild in der Schnellübersicht stellt dar: Definition, Ursachen und Risikofaktoren, Formen/ Stadien, Entstehung und Symptome, Folgen, Diagnostik sowie Therapiesäulen der Parkinson Krankheit. Die Übersicht kann von Mitgliedern als (PDF-)Handout gedruckt werden.

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Zuletzt aktualisiert:

27. Mai 2026

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Definition und Verbreitung

  • Definition: Die Parkinson-Krankheit (auch Morbus Parkinson) ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Durch den Verlust von Nervenzellen im Mittelhirn entsteht ein Mangel an dem Botenstoff Dopamin.
  • Verbreitung: Die Erkrankung tritt meist im höheren Lebensalter auf, häufig nach dem 50. bis 60. Lebensjahr.
  • Deutschland: In Deutschland sind schätzungsweise etwa 400.000 Menschen betroffen. Die Zahl nimmt voraussichtlich weiter zu.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Erkrankungen (hoch): REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Ausagieren von Träumen), lang anhaltende Verstopfung, Riechstörung und Depressionen können frühe Anzeichen sein und mit einem höheren Risiko zusammenhängen.
  • Lebensstil (hoch): Bewegungsmangel kann das Risiko erhöhen; körperliche Aktivität kann eher schützend wirken.
  • Ernährung (mittel): Ein hoher Konsum von Milchprodukten wird in Studien mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht; eine mediterrane Ernährungsweise wird eher mit einem niedrigeren Risiko assoziiert.
  • Umwelt und Soziales (mittel): Kontakt mit Pestiziden und ein ländliches Umfeld werden als Risikofaktoren beschrieben.
  • Genetik/ Medikamente (selten): Seltene erbliche Formen kommen vor; außerdem können bestimmte Medikamente (z. B. einige Psychopharmaka oder Mittel gegen Übelkeit) ein ähnliches Parkinson-Syndrom auslösen.

Formen

  • Idiopathische Parkinson-Krankheit: Häufigste Form; ohne erkennbare äußere Ursache, mit typischen Dopamin-Mangel-Symptomen.
  • Erbliche Parkinson-Krankheit: Seltene Form durch Genveränderungen, oft mit früherem Beginn.
  • Atypische Parkinson-Syndrome: Andere fortschreitende Erkrankungen, bei denen Parkinson-Symptome Teil eines größeren Krankheitsbildes sind.

Entstehung

  • Beginn: Durch eine Kombination aus genetischer Anfälligkeit und Umweltfaktoren werden Nervenzellen anfälliger.
  • Proteinablagerungen: Ein Eiweiß (Alpha-Synuklein) kann sich fehlfalten und in Nervenzellen ablagern, wodurch diese geschädigt werden.
  • Ausbreitung: Der Prozess kann in Darm und Riechsystem beginnen und sich über Nervenbahnen zum Gehirn ausbreiten.
  • Dopaminmangel: Wenn im Mittelhirn viele Dopamin-bildende Zellen verloren gehen, entstehen die typischen Bewegungsstörungen.

Symptome

  • Körperlich: Verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit, Zittern in Ruhe, Gangunsicherheit und Stürze im Verlauf.
  • Psychisch: Depressionen, Angst und später auch Denk- und Gedächtnisprobleme bis hin zu einer Demenz.
  • Ernährungsbezogen: Verstopfung, verzögerte Magenentleerung, Schluckstörungen, Übelkeit sowie ungewollter Gewichtsverlust oder Mangelernährung.
  • Leistungsbezogen: Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten wie Anziehen, Essen, Schreiben und Haushaltsführung, sowie Rückzug aus dem sozialen Leben.

Folgen und Komplikationen

  • Komplikationen: Wirkfluktuationen und unwillkürliche Überbewegungen durch die Langzeittherapie, häufige Stürze und Knochenbrüche sowie Schluckstörungen mit dem Risiko für eine Lungenentzündung durch Verschlucken.
  • Folgeerkrankungen: Denk- und Gedächtnisstörungen, Halluzinationen und eine zunehmende Pflegebedürftigkeit im fortgeschrittenen Verlauf.
  • Begleiterkrankungen: Schlafstörungen, Kreislaufprobleme beim Aufstehen und Infektionen wie Harnwegs- oder Atemwegsinfekte.

Diagnostik

  • Anamnese: Verlangsamung der Bewegungen, Muskelsteifheit oder Zittern, frühe nicht-motorische Symptome wie Riechstörung, Verstopfung und Schlafstörungen sowie Medikamenten- und Familiengeschichte.
  • Labor: Es gibt keinen einzelnen Laborwert zur Diagnose; Labor wird vor allem genutzt, um andere Ursachen auszuschließen und Mangelzustände zu erkennen.
  • Apparativ: Magnetresonanztomografie zum Ausschluss anderer Ursachen, Dopamin-Transporter-Bildgebung bei unklaren Fällen und ggf. Tests für Riechstörung oder Schlafstörung.

Therapiesäulen (nach Relevanz)

  • Medikamentöse Therapie: Levodopa und weitere Medikamente zur Linderung der motorischen Symptome, im Verlauf auch Strategien gegen Wirkfluktuationen und Überbewegungen.
  • Aktivierende Therapien: Physiotherapie und regelmäßige Bewegung, dazu Logopädie bei Sprech- oder Schluckstörungen sowie Ergotherapie für Alltagstätigkeiten.
  • Ernährungstherapie: Zeitliche Abstimmung von eiweißreichen Mahlzeiten mit der Medikamenteneinnahme, ausreichende Ballaststoffe und Flüssigkeit gegen Verstopfung, sowie eine mediterrane Ernährungsweise als langfristig günstiges Muster.