Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Dieses Handout dient zur Wissensvermittlung bei Osteoporose, zur Aufklärung in Schwangerschaft und Stillzeit und zur Empfehlung für ältere Menschen sowie zur Unterstützung bei chronischen Nieren- und Darmerkrankungen.
Für den übersichtlichen Druck der folgenden Einträge ist ein Login erforderlich.
Funktionen
- Knochenstoffwechsel: Reguliert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat für stabile Knochen und Zähne.
- Muskelfunktion: Unterstützt Muskelkraft und Koordination.
- Immunsystem: Moduliert Abwehrreaktionen und senkt das Risiko für Infektionen.
- Zellwachstum: Fördert die Teilung und Reifung von Zellen.
Therapeutische Relevanz
- Osteoporose: Senkt das Risiko von Knochenbrüchen durch Verbesserung der Kalziumaufnahme.
- Rachitis/Osteomalazie: Beugt Knochenerweichung im Kindes- und Erwachsenenalter vor.
- Chronische Nierenerkrankungen: Eingeschränkte Umwandlung zu aktiver Form erfordert oft Supplementierung.
- Autoimmunerkrankungen: Ein niedriger Vitamin-D-Status wird mit höherem Risiko, von zum Beispiel Multipler Sklerose, in Verbindung gebracht.
Bedarf und Zufuhr
- Empfehlung in Deutschland (DGE, µg pro Tag): Säuglinge 10; Kinder, Jugendliche und Erwachsene 20; Schwangerschaft und Stillzeit 20 (bei fehlender Sonnenexposition).
- Internationale Empfehlung (RDA/EFSA, µg pro Tag): Erwachsene 15–20; Schwangerschaft und Stillzeit 15–20.
- Tatsächliche Aufnahme in Deutschland: Durchschnittlich 2–4 µg pro Tag laut Nationaler Verzehrsstudie II – deutlich unterhalb der Empfehlung.
Vorkommen
- Tierische Lebensmittel: Fettreiche Fische wie Hering, Lachs, Makrele; Lebertran; Eigelb.
- Pflanzliche Lebensmittel: Nur wenige Quellen wie UV-bestrahlte Pilze.
- Besonderheiten: Haut bildet Vitamin D unter UVB-Licht selbst. Sonneneinstrahlung ist die wichtigste Quelle.
Eigenschaften und Einflüsse
- Eigenschaften: Fettlöslich, Speicherung im Fettgewebe und in der Leber möglich.
- Aktive Formen: Cholecalciferol (Vitamin D3), Ergocalciferol (Vitamin D2), Calcitriol (aktive Hormonform).
- Verminderte Aufnahme durch: Geringe Sonnenexposition, dunkle Hautfarbe, Alter, Übergewicht, Störungen der Fettaufnahme.
- Erhöhte Aufnahme durch: Sonnenexposition, gleichzeitige Fettzufuhr in der Ernährung.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Kortisonpräparate, bestimmte Epilepsiemittel und Cholesterinsenker können den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinträchtigen.
- Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Kalzium und Phosphat wirken eng mit Vitamin D im Knochenstoffwechsel zusammen; Magnesium wird für die Aktivierung benötigt.
Möglicher Mangel
- Ursachen: Zu wenig Sonnenlicht, geringe Aufnahme über die Ernährung, Krankheiten von Darm, Leber oder Niere.
- Symptome: Muskelschwäche, Schmerzen in Knochen und Muskeln, erhöhte Knochenbrüchigkeit.
- Risikogruppen: Säuglinge, ältere Menschen, Personen mit wenig Aufenthalt im Freien, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Schwangere.
Toxizität
- Ursachen: Zu hohe Aufnahme durch Nahrungsergänzung oder Medikamente, nicht durch Sonnenexposition.
- Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Nierensteine, Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen durch zu viel Kalzium im Blut.
- Sichere Dosis (UL, EFSA): Erwachsene 100 µg pro Tag (4.000 I.E.); Kinder je nach Alter 25–50 µg pro Tag.
Bestimmung Status
- 25-Hydroxy-Vitamin D im Serum: Wichtigster Marker, Zielwert 30–50 ng/ml, Mangel unter 20 ng/ml (sehr umstritten).
- Kalzium und Parathormon: Erhöht bei Mangelzuständen, dienen als Ergänzung in der Diagnostik.
Nahrungsergänzung (NEM)
- Maximale Dosierung: RKI/BfR empfehlen 800–1.000 I.E. pro Tag zur Basisversorgung; EFSA-UL 4.000 I.E. pro Tag.
- Geeignete Verbindungen: Vitamin D3 (Cholecalciferol) besser wirksam als Vitamin D2.
- Wirksame Kombinationen: In Kombination mit Kalzium bei Osteoporose besonders effektiv; Magnesium wichtig für Aktivierung.
- Besonderheiten beim Kauf: Präparate in Tropfenform oft besser dosierbar; auf klare Deklaration achten.
Zugelassene Health Claims
- Vitamin D trägt dazu bei, die durch posturale Instabilität und Muskelschwäche bedingte Sturzgefahr zu verringern. Stürze sind bei Männern und Frauen ab 60 Jahren ein Risikofaktor für Knochenbrüche.
- Calcium und Vitamin D tragen dazu bei, den Verlust an Knochenmineralstoffen bei postmenopausalen Frauen zu verringern. Eine geringe Knochenmineraldichte ist ein Risikofaktor für durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche.
- Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
- Vitamin D hat eine Funktion bei der Zellteilung.
- Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei.
- Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme/ Verwertung von Calcium und Phosphor bei.
- Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei.
- Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei.