Vitamin D – kleiner Steckbrief

Inhaltstyp: Kurzprofil ? Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.

Dieses Handout dient zur Wissensvermittlung bei Osteoporose, zur Aufklärung in Schwangerschaft und Stillzeit und zur Empfehlung für ältere Menschen sowie zur Unterstützung bei chronischen Nieren- und Darmerkrankungen.

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Zuletzt aktualisiert:

31. März 2026

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Funktionen

  • Knochenstoffwechsel: Reguliert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat für stabile Knochen und Zähne.
  • Muskelfunktion: Unterstützt Muskelkraft und Koordination.
  • Immunsystem: Moduliert Abwehrreaktionen und senkt das Risiko für Infektionen.
  • Zellwachstum: Fördert die Teilung und Reifung von Zellen.

Therapeutische Relevanz

  • Osteoporose: Senkt das Risiko von Knochenbrüchen durch Verbesserung der Kalziumaufnahme.
  • Rachitis/Osteomalazie: Beugt Knochenerweichung im Kindes- und Erwachsenenalter vor.
  • Chronische Nierenerkrankungen: Eingeschränkte Umwandlung zu aktiver Form erfordert oft Supplementierung.
  • Autoimmunerkrankungen: Ein niedriger Vitamin-D-Status wird mit höherem Risiko, von zum Beispiel Multipler Sklerose, in Verbindung gebracht.

Bedarf und Zufuhr

  • Empfehlung in Deutschland (DGE, µg pro Tag): Säuglinge 10; Kinder, Jugendliche und Erwachsene 20; Schwangerschaft und Stillzeit 20 (bei fehlender Sonnenexposition).
  • Internationale Empfehlung (RDA/EFSA, µg pro Tag): Erwachsene 15–20; Schwangerschaft und Stillzeit 15–20.
  • Tatsächliche Aufnahme in Deutschland: Durchschnittlich 2–4 µg pro Tag laut Nationaler Verzehrsstudie II – deutlich unterhalb der Empfehlung.

Vorkommen

  • Tierische Lebensmittel: Fettreiche Fische wie Hering, Lachs, Makrele; Lebertran; Eigelb.
  • Pflanzliche Lebensmittel: Nur wenige Quellen wie UV-bestrahlte Pilze.
  • Besonderheiten: Haut bildet Vitamin D unter UVB-Licht selbst. Sonneneinstrahlung ist die wichtigste Quelle.

Eigenschaften und Einflüsse

  • Eigenschaften: Fettlöslich, Speicherung im Fettgewebe und in der Leber möglich.
  • Aktive Formen: Cholecalciferol (Vitamin D3), Ergocalciferol (Vitamin D2), Calcitriol (aktive Hormonform).
  • Verminderte Aufnahme durch: Geringe Sonnenexposition, dunkle Hautfarbe, Alter, Übergewicht, Störungen der Fettaufnahme.
  • Erhöhte Aufnahme durch: Sonnenexposition, gleichzeitige Fettzufuhr in der Ernährung.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Kortisonpräparate, bestimmte Epilepsiemittel und Cholesterinsenker können den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinträchtigen.
  • Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Kalzium und Phosphat wirken eng mit Vitamin D im Knochenstoffwechsel zusammen; Magnesium wird für die Aktivierung benötigt.

Möglicher Mangel

  • Ursachen: Zu wenig Sonnenlicht, geringe Aufnahme über die Ernährung, Krankheiten von Darm, Leber oder Niere.
  • Symptome: Muskelschwäche, Schmerzen in Knochen und Muskeln, erhöhte Knochenbrüchigkeit.
  • Risikogruppen: Säuglinge, ältere Menschen, Personen mit wenig Aufenthalt im Freien, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Schwangere.

Toxizität

  • Ursachen: Zu hohe Aufnahme durch Nahrungsergänzung oder Medikamente, nicht durch Sonnenexposition.
  • Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Nierensteine, Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen durch zu viel Kalzium im Blut.
  • Sichere Dosis (UL, EFSA): Erwachsene 100 µg pro Tag (4.000 I.E.); Kinder je nach Alter 25–50 µg pro Tag.

Bestimmung Status

  • 25-Hydroxy-Vitamin D im Serum: Wichtigster Marker, Zielwert 30–50 ng/ml, Mangel unter 20 ng/ml (sehr umstritten).
  • Kalzium und Parathormon: Erhöht bei Mangelzuständen, dienen als Ergänzung in der Diagnostik.

Nahrungsergänzung (NEM)

  • Maximale Dosierung: RKI/BfR empfehlen 800–1.000 I.E. pro Tag zur Basisversorgung; EFSA-UL 4.000 I.E. pro Tag.
  • Geeignete Verbindungen: Vitamin D3 (Cholecalciferol) besser wirksam als Vitamin D2.
  • Wirksame Kombinationen: In Kombination mit Kalzium bei Osteoporose besonders effektiv; Magnesium wichtig für Aktivierung.
  • Besonderheiten beim Kauf: Präparate in Tropfenform oft besser dosierbar; auf klare Deklaration achten.

Zugelassene Health Claims

  • Vitamin D trägt dazu bei, die durch posturale Instabilität und Muskelschwäche bedingte Sturzgefahr zu verringern. Stürze sind bei Männern und Frauen ab 60 Jahren ein Risikofaktor für Knochenbrüche.
  • Calcium und Vitamin D tragen dazu bei, den Verlust an Knochenmineralstoffen bei postmenopausalen Frauen zu verringern. Eine geringe Knochenmineraldichte ist ein Risikofaktor für durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche.
  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Vitamin D hat eine Funktion bei der Zellteilung.
  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme/ Verwertung von Calcium und Phosphor bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei.
  • Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei.