Inhaltstyp: Kurzprofil Unsere Kurzprofile beinhalten übersichtliche Steckbriefe, Checklisten oder auch Kurzportraits zu Ernährungsberatungs- und -Ernährungstherapie-relevanten Aspekten.
Das Handout bietet ein umfassendes Kurzprofil über Zink, das Funktionen wie Enzymaktivität, Immununterstützung und Wundheilung beschreibt. Es behandelt auch die therapeutische Relevanz, empfohlene Zufuhrmengen, Vorkommen in Lebensmitteln, mögliche Mängel und Toxizität sowie Hinweise zur Nahrungsergänzung.
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Funktionen
- Enzymaktivität: Kofaktor für über 100-300 Enzyme im Stoffwechsel (Kohlenhydrate, Fette, Proteine)
- Proteinstruktur: Stabilisiert Zink-Finger-Strukturen in Transkriptionsfaktoren, die die Genexpression steuern
- Immunsystem: Essentiell für Entwicklung und Funktion von Immunzellen
- Wachstum und Entwicklung: Schlüsselrolle bei Zellteilung und Proteinsynthese
- Wundheilung: Unterstützt Gewebereparatur durch Förderung der Zellproliferation und Kollagenbildung
Therapeutische Relevanz
- Durchfallerkrankungen bei Kindern: Verbessert Barrierefunktion und regenerative Kapazität der Darmschleimhaut
- Wundheilung: Fördert Heilungsprozesse bei bestehendem Mangel
- Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Hochdosierte Supplementierung kann Fortschreiten verlangsamen
- Erkältungen: Kann Dauer und Schwere bei frühzeitiger Einnahme reduzieren
- Akrodermatitis enteropathica: Lebensnotwendige Therapie bei dieser genetisch bedingten Erkrankung mit Zinkresorptionsstörung
Bedarf und Zufuhr
- Empfehlung in Deutschland (D-A-CH, mg pro Tag): Männer 10–16; Frauen 7–11; Schwangere 7–13; Stillende 11–14 – abhängig vom Phytatgehalt der Ernährung.
- Internationale Empfehlungen (mg pro Tag): EFSA 9,4–16,3 (Männer) und 7,4–12,7 (Frauen), ebenfalls abhängig vom Phytatgehalt.
- Tatsächliche Aufnahme in Deutschland: Männer im Mittel 10–12 mg/Tag, Frauen 8–9 mg/Tag – bei ausgewogener Mischkost meist ausreichend.
- Risikogruppen: Vegetarier und Veganer (verminderte Zinkbioverfügbarkeit durch Phytate), Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, nach bariatrischer Operation oder bei erhöhter Zinkverlustrate.
Vorkommen
- Tierische Lebensmittel: Fleisch, Innereien (Kalbsleber), Hartkäse (~4 mg/100g), Austern (bis zu 85 mg/100g)
- Pflanzliche Lebensmittel: Vollkorngetreide (Weizenvollkornmehl ~4 mg/100g), Getreidekeime, Nüsse
- Besonderheiten: Tierische Quellen bieten deutlich bessere Bioverfügbarkeit; Obst und Gemüse liefern nur geringe Mengen (~200 µg/100g)
Eigenschaften und Einflüsse
- Verminderte Aufnahme durch: Phytinsäure (in Vollkorn, Hülsenfrüchten), Ballaststoffe, Oxalsäure, Tannine (in Tee, Kaffee), anorganisches Eisen
- Erhöhte Aufnahme durch: Aminosäuren (Histidin, Cystein), organische Säuren (Zitronensäure)
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Tetracycline können unlösliche Komplexe mit Zink bilden
- Wechselwirkungen mit Nährstoffen: Hohe Zinkzufuhr hemmt Kupferresorption; bei längerfristiger Supplementierung Kupfermangel möglich
Möglicher Mangel
- Ursachen: Phytatreiche Ernährung, genetische Malabsorption (Akrodermatitis enteropathica)
- Symptome: Geruchs- und Geschmacksstörungen, Appetitverlust, erhöhte Infektanfälligkeit, Haarausfall, Hautveränderungen (Dermatitis), chronische Durchfälle
- Risikogruppen: Veganer, Personen mit Akrodermatitis enteropathica
Toxizität
- Ursachen: Übermäßige Zufuhr durch hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel
- Symptome: Immunsuppression, hypochrome Anämie (durch sekundären Kupfermangel)
- Sichere Dosis (UL, EFSA): 25 mg pro Tag für Erwachsene
Bestimmung Status
- Zinkkonzentration im Serum/Plasma: Kein zuverlässiger Indikator aufgrund homöostatischer Regulation; normale Werte schließen Mangel nicht aus
- Diagnostische Herausforderung: Kein einzelner, verlässlicher Laborparameter zur Abbildung des Gesamtvorrats
Nahrungsergänzung (NEM)
- Maximale Dosierung: Bei nachgewiesenem Mangel 30-45 mg/Tag; Upper Level 25 mg/Tag
- Geeignete Verbindungen: Zink-Histidin, Zink-Glukonat
- Wirksame Kombinationen: Bei längerfristiger Hochdosierung immer mit Kupfer kombinieren (1 mg Kupfer pro 8-15 mg Zink)
- Besonderheiten beim Kauf: Einnahme auf nüchternen Magen (ca. 1 Stunde vor dem Frühstück); hochdosierte Monopräparate nicht länger als 2-3 Wochen einnehmen
Zugelassene Health Claims
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
- Zink trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei.
- Zink trägt zu einer normalen DNA-Synthese bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.
- Zink trägt zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel bei.
- Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei.
- Zink trägt zu einem normalen Fettsäurestoffwechsel bei.
- Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei.
- Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei.
- Zink hat eine Funktion bei der Zellteilung.
- Zink trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei.
- Zink trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
- Zink trägt zu einem normalen Vitamin-A-Stoffwechsel bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
- Zink trägt zu einem normalen Kohlenhydrat-Stoffwechsel bei.