Labor – Albumin

Albumin wird in der Leber gebildet und macht den mengenmäßig höchsten Anteil der Bluteiweiße aus. Es dient es vor allem dem Transport von schwer löslichen Substanzen wie beispielsweise Bilirubin, freien Fettsäuren, Hormonen und Medikamenten. Zudem ist es für den Erhalt des kolloidosmotischen Drucks im Blut verantwortlich. Albumin wird sowohl im Blut als auch im Liquor und dem Urin bestimmt. Es dient der Abklärung von Erkrankungen, die mit Eiweißveränderungen einhergehen können.

Normwerte

Referenzbereich: Albumin (Quelle)

Wert

Urin
24-Stunden-Sammelurin

<30 mg/ Tag

1. oder 2. Morgenspontanurin

<20 mg/ l

Serum

3500 – 5500 mg/dl

Hinweis: Referenzbereiche des Labors beachten. Der Referenzwert bei Albumin im Urin ist abhängig von der Art der Probe. Der Albumin-Liquorwert ist alleine nicht aussagekräftig.

Interpretation der Werte

Bei Mangelernährung und verminderter Syntheseleistung der Leber kann es zu einem Albuminmangel kommen. Albuminverluste sind zudem bei Erkrankungen der Nieren, des Darms oder großen Wundflächen zu beobachten.

Erhöhte Werte im Serum

  • Dehydratation (z.B. infolge von Erbrechen, Durchfall)

Erniedrigte Werte im Serum

  • schwere Leberzellschäden, entglittene Leberzirrhose
  • Eiweißverlust den Magen-Darm-Trakt (exsudative Enteropathie mit wässrigen Durchfällen)
  • Erkrankungen der Nierenkörperchen (nephrotisches Syndrom)
  • Mangel- oder Unterernährung (z.B. Kwashiokor)
  • Verbrennungen
  • Hyperhydratation
  • erblich bedingter Albuminmangel (hereditäre An- bzw. Hypalbuminämie)

Erhöhte Werte im Urin

  • mäßiger Albuminverlust (Mikroalbuminurie)
    • beginnender Nierenfunktionsverlust, diabetische oder hypertonische Nephropathie
    • 30 – 300 mg/Tag im Sammelurin; 20 –  200 mg/l im Morgenurin
  • starker Albuminverlust (Makroalbuminurie)
    • ausgeprägter Nierenschaden; evtl. andere Ursachen ausschließen
    • >300 mg/Tag im Sammelurin; >200 mg/l im Morgenurin

Erniedrigte Werte im Urin

  • keine klinische Relevanz