Mit Köpfchen durch den Supermarkt

Gesetzliche Vorgaben zu Zutatenlisten und Nährwertangaben machen den Inhalt von Lebensmitteln weitgehend transparent. Doch warum lesen wir diese so selten? Kaufen Sie ein Buch nur wegen des interessanten Covers? Natürlich lesen Sie vorab den Klappentext oder holen sich womöglich erst Bewertungen anderer Leser ein.

Einkaufen liegt in der eigenen Veranwortung

Warum lassen wir uns im Supermarkt aber immer wieder von reizvollen Verpackungen verführen und kaufen Produkte, ohne einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen? Fällt unser Augenmerk doch mal auf die Zutaten, ist die Empörung mitunter groß. Dabei sind auf jedem Produkt die enthaltenen Zutaten aufgelistet – so will es der Gesetzgeber und da kommt kein Hersteller dran vorbei. Auch der Gehalt an Energie und den wichtigsten Nährstoffen muss angegeben sein. Wir müssen uns nur die Zeit nehmen, die Informationen auch zu lesen.

So sollten wir uns nicht blindlinks auf die vielversprechenden Bilder, Gesundheits- und Qualitätshinweise der Vorderseite verlassen. Diese dienen nur dazu, dem Käufer das Produkt schmackhaft zu machen. Ein Blick auf die Zutatenliste offenbart hingegen, ob in der Putenwurst tatsächlich nur Putenfleisch enthalten ist oder ob der Geschmack der Hühnersuppe auch vom Huhn stammt. Interessant ist auch, an welcher Stelle die Zutaten in der Aufzählung gelistet sind, denn die Reihenfolge richtet sich nach den Mengenanteilen im Produkt. Tauchen beispielsweise Kräuter in einer Kräutermischung weit abgeschlagen hinter Salz, Geschmacksverstärkern und Zucker auf, ist das mehr als fragwürdig. Die Nährwertangaben entlarven zudem ungeahnte Kalorien-, Fett- oder Zuckerbomben und ermöglichen den Vergleich verschiedener Produkte. So erweisen sich Fitness-Frühstücksflocken bei näherer Betrachtung als zuckerreiches Produkt mit hoher Energiedichte.

Und auch Lightprodukte sind nicht immer die energieärmste Wahl. Wichtig ist hierbei, auf die Gehaltsangaben pro 100 Gramm beziehungsweise Milliliter Produkt zu achten und sich nicht durch den Bezug auf unrealistisch kleine Portionsmengen verwirren zu lassen.

Kaufen Sie also Ihre Lebensmittel in Zukunft wie ein gutes Buch. Nehmen Sie sich Zeit für den nächsten Einkauf und, wenn nötig, die Lesebrille für das Kleingedruckte gleich mit. Schauen Sie sich vorher genau an, was wirklich Ihren Erwartungen entspricht und damit in Ihren Einkaufskorb darf. Wir sind schließlich mündige Käufer, die die Verantwortung für ihren Einkauf und was sie essen selbst tragen.

Mit Köpfchen durch den Supermarkt

Supermärkte setzen auf allerlei Tricks, um uns zum Kauf von mehr Produkten zu verleiten. Es beginnt schon bei den extra großen Einkaufwägen, die stets den Eindruck erwecken, als hätten wir noch gar nicht viel gekauft und könnten getrost noch etwas hineinlegen. Die Ernüchterung kommt an der Kasse, wenn der gesamte Einkauf auf dem Band ausgebreitet ist.

Wer nur ein paar Sachen braucht, nimmt daher sicherheitshalber lieber einen Einkaufskorb. Auf dem Weg durch den Supermarkt heißt es dann standhaft zu bleiben und schnurstracks an den zahlreichen Angeboten vorbeizugehen. Denn viele vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich schnell als Preisfalle. Beim Vergleich der Grundpreise gibt es oft günstigere Produkte in den Regalen. Diese stehen jedoch meist ganz unten, wo der Käufer sie kaum wahrnimmt. Meist stehen auch begehrte Grundzutaten wie Mehl oder Zucker außerhalb des Blickfeldes, damit auf die Suche nach diesen auch andere potenzielle Kaufobjekte auffallen. Hier hilft es, sich vorab mit einer genauen Einkaufsliste zu bewaffnen. Wer sich hierauf konzentriert und gezielt auf die benötigten Produkte zusteuert, nimmt Lockangebote um sich herum weniger wahr.

Noch effektiver bremst ein festgesetztes Budget den ungenierten Kaufrausch. Reicht das Bargeld nur für das Benötigte, müssen Schokoriegel, Chips und Pudding im Regal bleiben. Doch auch die Hersteller kennen so einige Tricks, ihre Produkte an den Mann bzw. die Frau zu bringen. So sind Silhouetten von schlanken Frauenkörpern, Schlagworte wie „Fitness“ und „Vital“ oder Verheisungen auf „wertvolle Vitamine“ besonders verlockend. Doch die Zutatenliste und die Nährwertangaben auf der Rückseite, offenbaren derartige Produkte oft als kalorienreiche Zuckerfalle.

Downloads

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Lebensstil und Ernährungsformen Mit Köpfchen durch den Supermarkt  Vortrag Bewusst essen aus dem Supermarkt
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Lebensstil und Ernährungsformen Mit Köpfchen durch den Supermarkt  Arbeitsbogen Einkaufsmanagement
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Lebensstil und Ernährungsformen Mit Köpfchen durch den Supermarkt  Anamnesebogen Einkaufen
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