Kleine Übersicht zu Lebensmittelsiegeln

Lebensmittelsiegel gibt es wie Sand am Meer. Und ständig kommen neue hinzu. Die folgende kleine Übersicht bietet daher nur einen Auszug in die Welt der Siegel.

EU-Bio-Siegel

Das Biosiegel steht für biologisch erzeugte Lebensmittel, das 2001 durch die damalige Verbraucherschutzministerin Renate Künast eingeführt wurde. Mit diesem Siegel werden Lebensmittel aus biologischer und ökologischer Landwirtschaft ausgezeichnet, die den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung entsprechen:
  • Die Produkte dürfen nicht mit mineralischem Dünger erzeugt werden.
  • Die Produkte sollen in abwechslungsreichen Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) angebaut werden.
  • Tiere müssen artgerecht gehalten werden.
  • Die Produkte dürfen nicht gentechnisch verändert sein oder mit Hilfe gentechnischer Organismen produziert werden.
  • Die Produkte dürfen nicht mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln (Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden) behandelt worden sein.
  • Die Produkte dürfen zur Konservierung nicht radioaktiv bestrahlt werden.
  • Tiere dürfen nur mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusätze von Antibiotika, Hormonen oder Leistungsförderern gefüttert werden.
Dabei dürfen die Lebensmittel mit bis zu 5% konventionell erzeugte Bestandteile enthalten. Auch Aromen und Zusatzstoffe sind zum Teil erlaubt.

Andere Siegel

  • Bioland (Verband für biologisch-organischen Anbau)
  • Biokreis (Verband für biologischen Anbau, Schwerpunkt Ostbayern)
  • Biopark (Verband ökologischer fleischproduzierender Betriebe, Schwerpunkt Norddeutschland)
  • Demeter (biologisch-dynamischer Anbau nach den anthroposophischen Vorstellungen Rudolf Steiners)
  • Ecoland (ökologischer Landbau mit regionalem Schwerpunkt Hohenloher Land)
  • Ecovin (Verband ökologisch arbeitender Winzer)
  • Gäa (Schwerpunkt östliche Bundesländer, Südtirol, Hessen, Bayern)
  • Naturland (ökologischer Landbau mit sozialen Komponenten)

QS-Siegel

Das QS-Siegel gilt als Mindeststandard konventionell hergestellter landwirtschaftlicher Produkte. Es wurde unter der Federführung der Industrie unter Anregung von Renate Künast, damaliger Verbraucherschutzministerin, nach dem BSE-Skandal entwickelt. Während das Q für Qualität steht, bezeichnet das S die Sicherheit, ohne das besondere Qualitätsmerkmale charakterisiert wurden. Die wichtigsten Kriterien sind:
  • einwandfreie Hygiene
  • dokumentierter Futtermittel- und Medikamenteneinsatz
  • Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung des Fleisches
  • tierschutzgerechter Transport
Diese Kriterien sind keinesfalls mit einer hohen Qualität der gekennzeichneten Produkte gleichzusetzen. Vielmehr sind bereits einiger dieser Produkte ins Zwielicht geraten. Überwacht werden die sogenannten Qualitätsstandards von der QS GmbH.

Steckbriefe ausgewählter Lebensmittelsiegel

 

Downloads

Zum Thema steht ein Miniposter als Download zur Verfügung.

  Miniposter Lebensmittelsiegel