05.08.2024
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: NutriAct-Ernährungsmuster gegen viszerales Bauchfett
Aktuelle Forschungsergebnisse des Kompetenzclusters „NutriAct“ zeigen, dass eine Ernährung mit hohem Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (UFA) das viszerale Bauchfett signifikant reduzieren kann [Mey 2024]. Diese Erkenntnis ist besonders relevant für Personen ab 50 Jahren, da viszerales Fettgewebe mit einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes verbunden ist. Die Studienautoren empfehlen daher, die Ernährungsempfehlungen für diese Altersgruppe anzupassen, um präventiv gegen solche Erkrankungen vorzugehen.
Das NutriAct-Ernährungsmuster, das in der Studie untersucht wurde, setzt auf eine spezifische Zusammensetzung der Makronährstoffe: 35-40 % Fett (davon ≤ 10 % gesättigte Fettsäuren, 15-20 % einfach ungesättigte Fettsäuren und 10-15 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren), 15-25 % Eiweiß und 35-45 % Kohlenhydrate mit mindestens 30 g Ballaststoffen täglich. Diese Ernährung führte bei den Teilnehmern nicht nur zu einer Reduktion des viszeralen Fetts, sondern auch zu einer Verbesserung des LDL-Cholesterin-Spiegels, einem wichtigen kardiometabolischen Risikomarker.
Interessanterweise war die Reduktion des viszeralen Fettgewebes unabhängig von einem signifikanten Gewichtsverlust, was die Bedeutung der Nährstoffzusammensetzung betont. Das NutriAct-Ernährungsmuster könnte daher eine einfache und effektive Möglichkeit sein, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der breiten Bevölkerung zu senken, ohne drastische Diäten oder den Verlust von Muskelmasse zu riskieren. Diese Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt in der Ernährungsprävention und könnten helfen, die Gesundheit älterer Menschen nachhaltig zu verbessern.
Vorgestellt
Tool: Gutsense Symptomtest
Der Gutsense Symptomtest ist entwickelt worden, um Erwachsenen ab 18 Jahren eine schnelle und einfache Möglichkeit zur Selbsteinschätzung ihrer Magen-Darm-Beschwerden zu bieten. Der Test besteht aus wenigen Fragen, die dabei helfen sollen, Beschwerden besser zu verstehen und einzuordnen. Zu den Fragen gehören unter anderem Diagnosen von Ärztinnen und Ärzten, bestehende Verdauungsbeschwerden, weitere bekannte Erkrankungen sowie bereits durchgeführte Untersuchungen.
Wichtig ist zu beachten, dass der Symptomtest keine medizinische Diagnose ersetzt. Bei gesundheitlichen Problemen sollte stets eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. Der Test ist anonym, es werden keine persönlichen Daten gespeichert. Es ist ebenfalls anzumerken, dass der Fragebogen nicht validiert oder standardisiert ist, was seine Aussagekraft einschränken kann.
Im Rahmen des Tests wird auch die familiäre Krankengeschichte, beispielsweise das Vorhandensein von Zöliakie bei Verwandten, erfragt. Dies dient dazu, die Relevanz bestimmter Untersuchungen, wie etwa die auf Zöliakie, besser einschätzen zu können. Der Gut-sense Symptomtest kann somit als ein erster Schritt zur Selbstbeobachtung und Vorbereitung auf ein Arztgespräch genutzt werden.
In der ernährungstherapeutischen Beratung ist der Test jedoch nur als ergänzendes Instrument zu betrachten, der keine ärztliche Diagnose ersetzt. Die fehlende Validierung und Standardisierung des Tests sollten bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.
Beratungspraxis
Pro und Kontra: Lebensmittellisten
Lebensmittellisten werden häufig von Klienten und Patienten genutzt, um klare und strukturierte Vorgaben zu bieten. Diese Listen können zahlreiche Vorteile bieten, aber auch einige Nachteile mit sich bringen, die es zu berücksichtigen gilt.
Vorteile von Lebensmittellisten
- Zeitersparnis: Schneller Zugang zu geeigneten Lebensmitteln für spezifische Diäten oder Krankheitsbilder.
- Einfache Anwendung: Klare Vorgaben erleichtern die Umsetzung und Planung von Mahlzeiten.
- Sicherheit: Reduzierung des Risikos, ungeeignete Lebensmittel zu konsumieren, besonders bei Allergien und Unverträglichkeiten.
- Konsistenz: Einheitliche Empfehlungen fördern die Konsistenz in der Beratung und Betreuung.
- Bildung und Aufklärung: Unterstützung beim Erlernen neuer Ernährungsgewohnheiten und bei der Umstellung auf eine therapeutische Diät.
Nachteile von Lebensmittellisten
- Eingeschränkte Flexibilität: Starre Vorgaben lassen wenig Raum für individuelle Anpassungen, Verträglichkeiten und Vorlieben.
- Mangel an Individualität: Vorgefertigte Listen berücksichtigen keine persönlichen Bedürfnisse, Vorlieben und Abneigungen.
- Potenzielle Nährstoffdefizite: Bei unvollständigen Listen besteht die Gefahr einer unausgewogenen Ernährung und möglichen Nährstoffmängeln.
- Veraltete Informationen: Listen sollten regelmäßig aktualisiert werden, um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben.
- Fehlende Berücksichtigung von kulturellen und sozialen Faktoren: Standardisierte Listen können kulturelle und soziale Unterschiede vernachlässigen.
Einflussfaktoren
Psychische Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Verwendung von Lebensmittellisten. Ein zu rigides Befolgen der Listen kann zu unreflektiertem Essverhalten führen und die Fähigkeit einschränken, auf den eigenen Körper zu hören. Strikte Vorgaben können psychischen Stress und Angst vor Fehlern auslösen, was die Lebensqualität beeinträchtigen kann. In einigen Fällen kann ein zu starres Befolgen der Listen das Risiko für die Entwicklung von Essstörungen erhöhen. Auch die Nachhaltigkeit der Ernährungsgewohnheiten muss berücksichtigt werden. Die dauerhafte Einhaltung strikter Listen kann schwierig sein und zu einer geringen Compliance führen, wodurch die Freude am Essen gemindert und soziale Einschränkungen gefördert werden können. Listen sollten daher flexibel und anpassungsfähig gestaltet sein, um langfristig praktikabel zu bleiben und sich an individuelle Veränderungen anpassen zu können.
Fazit
Lebensmittellisten bieten sowohl Vor- als auch Nachteile in der Ernährungsberatung und -therapie. Sie können die Planung und Umsetzung von Diäten erleichtern, bergen jedoch Risiken wie eingeschränkte Flexibilität und mögliche Nährstoffdefizite. Es ist entscheidend, Lebensmittellisten nicht nur hinsichtlich physiologischer, sondern auch psychischer und langfristiger Aspekte zu bewerten. Eine individualisierte Anpassung der Listen ist notwendig, um sowohl die körperlichen als auch die psychischen Bedürfnisse der Patienten zu berücksichtigen. Langfristige Umsetzbarkeit und psychisches Wohlbefinden sollten dabei stets im Fokus stehen.
☞ Die aktualisierten FETeV-Lebensmittellisten sind individuell anpassbar und damit flexibel in der Beratung und Therapie einsetzbar.
Mitgliederservice/ Interna
Blogazine: Phytoöstrogene in der Ernährung
Phytoöstrogene sind natürliche Pflanzenstoffe, die strukturelle Ähnlichkeiten mit menschlichen Östrogenen aufweisen und in der Lage sind, im Körper östrogenartige Wirkungen zu entfalten. Sie werden zunehmend für ihre potenziellen gesundheitlichen Vorteile untersucht, insbesondere in Bezug auf hormonelle Gesundheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebsprävention. Doch was steckt genau hinter diesen Substanzen? In diesem Beitrag werden Chemie und Stoffwechsel, Vorkommen und Zufuhr, Funktionen sowie deren Bedeutung bei verschiedenen Erkrankungen ausführlich erläutert.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Hashimoto – Was kann die Ernährung für ein beschwerdefreies Leben leisten?
Kategorie: Online-Fortbildung
Datum: 28.09.2024
Veranstaltet von: Essteam
Referierende: Heike Lemberger
Kosten/Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 149 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Experten gehen davon aus, dass inzwischen über 10 Millionen Menschen in Deutschland an einer autoimmunbedingten Schilddrüsenentzündung, der Hashimoto-Thyreoiditis, erkrankt sind. Das fehlgeleitete Immunsystem zerstört dabei die Schilddüse und eine chronische Schilddrüsenentzündung mit Schilddrüsenunterfunktion ist die Folge. Oft leiden die Betroffene unter unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Unwohlsein, Schlafstörungen, Depressionen und ansteigendes Gewicht.
Patient*innen werden gerne an Ernährungsfachkräfte weitergeleitet, in der Hoffnung die gesundheitlichen Probleme mit einer Ernährungsumstellung zu lösen. Die Behandlung von Hashimoto Thyreoiditis wirft für die Ernährungstherapie allerdings viele Fragen auf.
Das Seminar gibt einen kurzen Überblick über Physiologie und Pathologie der Schilddrüse, erklärt was bei einer Hormontherapie zu beachten ist und beantwortet die Frage, ob es eine Schilddrüsendiät gibt.
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