FETeV Newsletter 2024-33

16.09.2024

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Mit Phytoöstrogenen gegen Diabetes?

Eine lignanreiche Ernährung, insbesondere mit dem aus Leinsamen stammendem Secoisolariciresinol, könnte das Risiko für Typ-2-Diabetes (T2D) erheblich senken. Dies geht aus einer 30-jährigen Studie hervor, die über 200.000 Teilnehmer untersuchte. Besonders adipöse Personen und prämenopausale Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel nutzen, profitierten am stärksten von diesem Schutz. Das Risiko bei diesen Gruppen lag um 33 bzw. 25 Prozent niedriger [Wan 2024].

Neben Secoisolariciresinol tragen auch andere Lignane wie Pinoresinol und Matairesinol zur Risikosenkung bei, allerdings in geringerem Ausmaß. Während Secoisolariciresinol mit einer Reduktion des T2D-Risikos um 28 Prozent assoziiert wurde, lagen die Werte für Pinoresinol und Matairesinol bei etwa 6,5 Prozent. Ein höherer Konsum dieser Lignane zeigte ebenfalls eine positive Auswirkung auf Blutfettwerte und Entzündungsmarker, besonders bei Männern.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an lignanhaltigen Lebensmitteln wie Leinsamen, Sesam und Vollkornprodukten ist, einen präventiven Effekt gegenüber Typ-2-Diabetes haben könnte. Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen könnten von einer Ernährungsumstellung profitieren.


Umfrage für Ernährungsfachkräfte: Befragung zu neuen DGE-Ernährungsempfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat in diesem Jahr ihre Lebensmittelempfehlungen aktualisiert. Im Rahmen einer Studie an der Hochschule Fulda wird nun untersucht, wie praxistauglich diese neuen Empfehlungen im Alltag von Ernährungsberatern und -therapeuten sind. Studierende des Studiengangs Diätetik haben hierfür eine Online-Umfrage entwickelt, die bis zum 30.09.2024 geöffnet ist. Die Teilnahme ist anonym und dauert etwa 15 Minuten.

Der Fragebogen beinhaltet sowohl Single-Choice- als auch Multiple-Choice-Fragen, um unterschiedliche Aspekte der Praxistauglichkeit zu erfassen. Alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Der digitale Fragebogen ist unter folgendem Link erreichbar: Umfrage-Link.

Diese Umfrage bietet eine wichtige Gelegenheit, praktische Erfahrungen und Meinungen zu den neuen DGE-Empfehlungen einzubringen und so zur Weiterentwicklung der Ernährungsberatung beizutragen.


Best Practices: Ernährungsmanagement bei Dysphagie

Schluckstörungen (Dysphagie) treten häufig im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfällen, Parkinson oder Multipler Sklerose auf. Diese Störungen erhöhen das Risiko für Mangelernährung und Aspiration, was schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Aspirationspneumonie zur Folge haben kann. Leitlinien betonen daher die Notwendigkeit einer frühzeitigen Erkennung und eines gezielten Ernährungsmanagements, um Mangelernährung vorzubeugen. Standardisierte Screenings zur Detektion von Dysphagie sind von besonderer Bedeutung.

Empfohlen wird eine individuell angepasste Ernährungstherapie, die unter anderem die Modifikation der Konsistenz von Speisen und Getränken umfasst. Durch das Andicken von Flüssigkeiten oder die Anpassung der festen Nahrung können Betroffene leichter schlucken, was das Risiko einer Aspiration reduziert. Zudem können ergänzende Maßnahmen wie Trink- oder Sondennahrung helfen, die Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung sicherzustellen.

Ein multimodaler Therapieansatz unter Einbeziehung von Ernährungsfachkräften, Ärzten und Schlucktherapeuten bietet die besten Erfolgsaussichten. Dieser Ansatz hilft, den Schweregrad der Dysphagie zu bestimmen und eine geeignete Ernährungsstrategie zu entwickeln, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die Risiken von Mangelernährung und Aspiration zu minimieren.

5 zusammenfassende Empfehlungen für das Ernährungsmanagement bei Dysphagie:

  • Texturmodifikation: Konsistenzanpassung von Speisen und Getränken (z.B. Andickung von Flüssigkeiten) zur sicheren Nahrungsaufnahme und Vermeiden von Aspiration.
  • Individuelle Ernährungsplanung: Erstellen eines angepassten Ernährungskonzepts, das den Energie- und Nährstoffbedarf deckt und eine mögliche Mangelernährung verhindert.
  • Einsatz von Trink- und Sondennahrung: Verwenden von Trinknahrung und bei Bedarf Sondennahrung, um die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen.
  • Frühzeitiges Screening und Dysphagie-Assessment: Durchführen eines standardisierten Screenings zur Früherkennung von Dysphagie, um den Schweregrad festzulegen und ein entsprechendes Ernährungsmanagement zu planen.
  • Multimodaler Therapieansatz: Zusammenarbeit von Ärzten, Schlucktherapeuten, Pflege- und Ernährungsfachkräften, um eine umfassende und erfolgreiche Dysphagie-Therapie zu gewährleisten

Blogazine: Arzneimittel-Interaktionen

In einer Welt, in der sowohl Arzneimittel als auch Nahrung integrale Bestandteile unseres täglichen Lebens sind, werden die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nahrungsmitteln immer bedeutender. Was viele nicht wissen: Bestimmte Lebensmittel oder Kostformen können die Wirkung von Medikamenten entweder verstärken, abschwächen oder gar unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Andererseits können Arzneistoffe Nährstoffmängel hervorrufen oder die Nahrungsaufnahme und mit der Nahrung zusammenhängende Körperfunktionen beeinträchtigen.

Galerietool für Mitglieder: Hormon-Steckbriefe

Mitgliedern steht ein kleines Hormon-Galerietool mit 50 bekannten Hormonen zur Verfügung. Die kleinen Hormon-Steckbriefe bieten relevante Informationen wie den Bildungsort des Hormons, seine Hauptwirkungen, mögliche Störungen und relevante Einflussfaktoren wie Ernährung, Stress und Lebensstil.

Das Galertietool ist am Ende des Beitrags verfügbar.


Online-Seminar: Qualifizierung zur prof e.a.t. Fach-ESSpertin Essstörung (3 Blöcke)

Kategorie: Zertifizierung
Datum: 04.-06.10.2024 (Block 1); 01.-03.11.2024 (Block 2); 08.11.2024 (Block 3)
Veranstaltet von: prof.e.a.t.-Akademie
Referierende: Sonja Mannhardt
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 1.100 EUR + Mwst.
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:

Die Beratung und Begleitung von Menschen mit manifesten Essstörungen oder gestörtem Essverhalten fordert von qualifizierten Ernährungsfachkräften sowohl hohe fachliche, beratungsmethodische und psychologische Kompetenzen.

Dieser Qualifikationskurs  befähigt qualifizierte Ernährungsfachkräfte sowohl theoretisch als auch praktisch, diese spezifische Patientengruppe kennen und kompetent zu beraten und zu begleiten.

In 3 Blöcken  (insgesamt 7 Tage und  (2 ECTS) lernen Sie die Krankheitsbilder kennen und verstehen was da is(s)t und was Menschen mit Essstörungen von Ihnen erwarten und brauchen.

Die Fortbildung findet als ONLINE-Seminare statt und schließt mit einem Zertifikat ab.