23.09.2024
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Menschlicher Geruchsrezeptor für Geosmin charakterisiert
Erstmals wurde der menschliche Geruchsrezeptor für Geosmin, eine flüchtige Verbindung mit einem erdigen bis muffigen Geruch, von einem Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (TUM) identifiziert [Bal 2024]. Geosmin ist insbesondere nach Regen auf trockenen Böden wahrnehmbar und spielt auch in der Lebensmittelproduktion eine Rolle. Seine Präsenz in Lebensmitteln wie Fisch oder Wein beeinträchtigt stark die sensorische Qualität und kann auf gefährliche Erreger hinweisen.
Die menschliche Nase reagiert extrem sensibel auf Geosmin. Bereits winzige Mengen reichen aus, um den Geruch wahrzunehmen. Das Forschungsteam konnte zeigen, dass dieser Geruch nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren wie Fruchtfliegen und Kamelen eine wichtige Rolle als chemischer Signalstoff spielt. So warnt er Fruchtfliegen vor verdorbener Nahrung, während er Kamele zu wasserreichen Gebieten lockt.
Die neuen Erkenntnisse über die empfindlichen Geruchsrezeptoren könnten zukünftig zur Entwicklung von Detektionssystemen beitragen, die beispielsweise die Qualität von Lebensmitteln während der Produktion und Lagerung oder die Wasserqualität von Süßwasserreservoirs überwachen.
Vorgestellt
DiGa: PINK! Coach – Digitale Unterstützung bei Brustkrebs
PINK! Coach ist eine digitale Anwendung, die Brustkrebspatientinnen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und mentale Gesundheit begleitet. Durch täglich wechselnde und individuell angepasste Ziele motiviert die App, ohne dabei zu überfordern. Je nach Therapie werden passende Ziele ausgewählt, um eine nachhaltige Verbesserung des gesundheitsrelevanten Verhaltens zu erreichen.
S laut Hersteller
- Ernährungstipps auf dem neuesten Stand der Wissenschaft: Unterstützung für eine gesunde Ernährung, basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
- Bewegungsprogramm nach individuellen Bedürfnissen: Anpassbare Trainingspläne zur Förderung körperlicher Aktivität und Verbesserung des Wohlbefindens.
- Achtsamkeit für die psychische Gesundheit: Übungen und Techniken, um die mentale Gesundheit zu stärken und Stress abzubauen.
- Chatbot mit Tipps zur Selbsthilfe gegen Nebenwirkungen: Direkte Hilfestellung bei Beschwerden und Nebenwirkungen durch den Chatbot, inklusive Tipps zu Hausmitteln und bewährten Verhaltensweisen.
- Hilfe im Alltag durch Termin- und Dokumentenverwaltung: Organisationstools zur Unterstützung im Alltag, wie eine Dokumentenablage und Terminerinnerungen.
- Infothek mit evidenz- und leitlinienbasierten Informationen zu Brustkrebs: Fundierte und aktuelle Informationen rund um die Erkrankung, basierend auf medizinischen Leitlinien.
Mit diesem ganzheitlichen Konzept trägt PINK! Coach dazu bei, Nebenwirkungen zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern und ihren Lebensstil anzupassen. Über Coaching-Module erhalten sie pseudoindividualisierte Informationen, Tipps, Anleitungen und Übungen in den Bereichen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit. PINK! Coach fördert somit positive Bewältigungsstrategien und unterstützt dabei, mit der veränderten Lebenssituation kompetent umzugehen.
Hinweis der FETeV-Redaktion: Wir sehen DiGas, die Informationen im Bereich der Ernährung anbieten, nicht als Ersatz für eine professionelle Ernährungstherapie, sondern als Möglichkeit für eine begleitende Unterstützung.
Beratungspraxis
Best Practices: Wirksame Ernährungsstrategien bei rheumatoider Arthritis
Eine systematische Überprüfung randomisierter, kontrollierter Studien (RCTs) untersuchte 2020 den Einfluss verschiedener Ernährungsweisen und Nahrungsergänzungsmittel auf die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis [Nel 2020]. Insgesamt wurden 27 Studien analysiert, die sich mit verschiedenen Vollwertkostformen (z.B. mediterrane Ernährung, vegane Rohkost), bestimmten Lebensmitteln, Omega-3-Fettsäuren, Mikronährstoffen und Probiotika befassten.
Die Ergebnisse zeigten moderate positive Effekte auf die Krankheitsaktivität bei der mediterranen Ernährung, Ingwerpulver, Zimtpulver, Safran, Quercetin, Ubichinon und Probiotika mit Lactobacillus casei. Andere Substanzen wie Cranberrysaft, Folsäure, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D zeigten keinen signifikanten Effekt.
Schlussfolgerungen im Überblick
- Mediterrane Ernährung: Eine vollwertige mediterrane Ernährung sollte die Grundlage der Ernährung bilden, da sie positive Effekte auf die Entzündungsaktivität haben kann.
- Gewürze als Ergänzung: Ingwer, Zimt und Safran können als Ergänzung ausprobiert werden, da sie möglicherweise einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf zeigen.
- Probiotika: Probiotika, insbesondere mit Lactobacillus casei, können unterstützend wirken und die Krankheitsaktivität reduzieren.
- Gesundes Körpergewicht: Ein gesundes Körpergewicht anzustreben ist wichtig, um die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten. Hierfür sollte auf eine ausgewogene und energieangepasste Ernährung geachtet werden.
- Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln: Ernährungsberater sollten auf evidenzbasierte Informationen zurückgreifen und Patienten vor unwirksamen „Wundermitteln“ schützen. Die Einnahme einzelner Nährstoffe oder Antioxidantien sollte mit Vorsicht erfolgen, da ihre Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist.
Aufgrund der Heterogenität der Studien und der begrenzten Anzahl qualitativ hochwertiger RCTs waren eindeutige Empfehlungen jedoch schwierig.
Seit 2021 wurden weitere Untersuchungen durchgeführt. Hier sind einige relevante Erkenntnisse daraus:
- Anti-entzündliche Ernährung: Eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2021 fand heraus, dass eine anti-entzündliche Ernährungsweise eine effektive Behandlungsstrategie für Erwachsene sein kann. Die Autoren betonten jedoch, dass längere Studien mit einer besseren Methodik notwendig sind, um die langfristigen Effekte dieser Ernährungsinterventionen zu bestimmen [Raa 2021]. Eine weitere Studie aus 2021 hob die positiven Auswirkungen einer anti-entzündlichen Diät, reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Vollkornprodukten, Früchten, Nüssen und Beeren, hervor. Es wurden signifikante Verringerungen von bestimmten Entzündungsmarkern (z.B. CXCL1, CXCL5) beobachtet [Hul 2021].
- Vegane Ernährung: Eine randomisierte Crossover-Studie aus dem Jahr 2022 ergab, dass eine vegane Ernährung über 4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Phase mit individueller Eliminierung und Wiedereinführung von Lebensmitteln, zu einer signifikanten Verbesserung des Disease Activity Score-28 (DAS28) und einer Verringerung der Anzahl geschwollener Gelenke führte [Bar 2022].
- Exklusionsdiät: Eine Studie aus 2021 untersuchte den Einfluss einer 3-monatigen Diät, die Fleisch, Gluten und Laktose ausschließt, im Vergleich zu einer ausgewogenen Ernährung. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verringerung der Entzündung (z. B. durch einen Rückgang des hs-C-reaktiven Proteins) sowie eine Verbesserung der körperlichen und mentalen Gesundheit [Gua 2021].
Diese Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Ernährungsansätze, insbesondere anti-entzündliche Diäten in Verbindung mit einer Mittelmeerkost, positive Effekte auf die Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis haben können. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass auch vegane Ernährungsweisen sowie spezielle Exklusionsdiäten zur Linderung von Entzündungen beitragen können. Weitere langfristige und qualitativ hochwertige Studien sind jedoch notwendig, um spezifische Ernährungsempfehlungen zu bestätigen.
Quellen: Ernährungsexpertise, pubmed und Consensus
Mitgliederservice/ Interna
Blogazine: Sulfide
Unter den sekundären Pflanzenstoffen nehmen Sulfide eine besondere Stellung ein. Diese in verschiedenen Pflanzen vorkommenden Verbindungen zeichnen sich durch ihre einzigartigen chemischen Eigenschaften und vielfältigen gesundheitlichen Vorteile aus. In unserem Blogbeitrag betrachten wir die Chemie und Eigenschaften der Sulfide, ihre natürlichen Quellen, Zufuhrempfehlungen, ihren Stoffwechsel im Körper sowie ihre wichtigen Funktionen und Relevanz bei verschiedenen Erkrankungen.
Hinweis: Die wissenschaftlichen Informationen und Quellenbelege sind für Mitglieder nach dem Login unter jedem Abschnitt verfügbar.
Galerietool: Fettsäure-Steckbriefe
Das Galerietool bietet Steckbriefe zu verschiedenen Fettsäuren, die in Lebensmitteln vorkommen. Es ist filterbar, durchsuchbar und nach verschiedenen Kriterien sortierbar. Folgende Ansichten stehen zur Verfügung:
- Übersicht: Bietet eine übersichtliche Darstellung der Fettsäuren mit kurzen Zusammenfassungen.
- Steckbriefe: Enthält detaillierte Steckbriefe zu den Funktionen, Vorkommen in Lebensmitteln und ernährungsphysiologischer Bedeutung der Fettsäuren.
Hinweis: Das kleine Tool befindet sich am Ende des Hintergrundbeitrages und steht Mitgliedern nach dem Login zur Verfügung.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Optimale Ernährung bei Brustkrebs: Beschwerden lindern – Prognose verbessern
Kategorie: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 28.10.2024 Veranstaltet von: freiraum Seminare
Referierende: Birgit Blumenschein, Christine Reudelsterz
Kosten/ Ermäßigung für Mitglieder: 190 EUR statt 220 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Dipl.-Med.-Päd. und Diätassistentin Birgit Blumenschein begleitet seit vielen Jahren betroffene Frauen im Bereich Essen und Trinken z. B. über Individualberatungen, Seminare und Kochtrainings in der Zeit nach der Brustkrebsdiagnose. In ihrem neuen Buch „Brustkrebs – Die optimale Ernährung für mich“ – gerichtet an diese Frauen – fasst sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse für betroffene Frauen zusammen. Im Webinar stellt die Referentin dar, wie Ernährungsfachkräfte in ihrer Therapiearbeit den Patientinnen Krankheitsselbstkompetenz vermitteln. An Hand ihres Buches und dem darin verarbeiteten Input will Birgit Blumenschein den Teilnehmerinnen im Freiraum-Seminar vermitteln, wie sich im Rahmen der Ernährungstherapie der Zustand der Patientinnen während der anstrengenden Therapie über die Lebensmittel- und Speisenauswahl optimieren lässt, und die Prognose dadurch verbessert werden kann. Das Seminar bietet einen aktuellen Überblick über die wissenschaftlich basierten und aktuellen Ernährungsempfehlungen für Frauen nach der Diagnose Brustkrebs.
Zum Einstieg in das Webinar gibt Dipl. oec. troph. Christine Reudelsterz als Coreferentin einen Überblick über die wissenschaftlich-medizinischen Grundlagen – u. a. über die Ätiologie der Erkrankung, die häufigsten Brustkrebsformen und die wichtigsten Optionen, Ziele und Risiken‚ der medizinischen Tumortherapie (Chemotherapie, Zytostatika).
Inhalte
- Grundlagen zum Mamma-CA
- Ernährungsempfehlungen rund um die Behandlung bei Brustkrebs
- Ernährung vor, während und nach einer Chemotherapie und Operation sowie in der Nachsorge
- Therapiebedingte Nebenwirkungen – Hilfen über die Ernährung
- Mythen
- Gewichtsmanagement
- Ernährungsformen im Vergleich
- Lebensmittelauswahl optimal gestalten
- Übungen und Fallbeispiele
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