FETeV Newsletter 2024-41

11.11.2024

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Zuckerkonsum – Die ersten 1000 Lebenstage entscheiden über Zukunft

Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Zuckerkonsum in den ersten 1000 Lebenstagen – von der Schwangerschaft bis zum zweiten Lebensjahr – einen wesentlichen Einfluss auf die langfristige Gesundheit hat [Gra 2024]. Kinder, deren Zuckerkonsum in dieser Zeit begrenzt wurde, haben ein um 35 Prozent niedrigeres Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Zudem sinken die Risiken für Adipositas um 30 Prozent und für Bluthochdruck um 20 Prozent.

Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), betont die Dringlichkeit politischen Handelns. Sie fordert ein Umfeld, das eine gesunde Ernährung für alle – insbesondere für Schwangere und Kleinkinder – ermöglicht. Laut Bitzer reichen freiwillige Maßnahmen der Industrie nicht aus, um die steigenden Gesundheitsrisiken durch Übergewicht und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzudämmen.

Zur Verbesserung der Gesundheit fordert Bitzer verbindliche Regelungen, darunter Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richten, eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke und eine steuerliche Entlastung gesunder Lebensmittel. Ein Vorschlag zum Schutz von Kindern vor schädlichen Werbeeinflüssen liegt der Bundesregierung seit über einem Jahr vor und sollte dringend umgesetzt werden.


Doku: Emotional Eating – Das hilft dir!

Laut der Weltgesundheitsorganisation hat sich die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. Doch wie beeinflusst die Psyche unseren Appetit und unser Hungergefühl? Biologin Jasmina Neudecker macht sich auf Spurensuche, um herauszufinden was noch hinter unserem Hunger steckt und was uns gegen emotionales Essen hilft.

Dabei lernt sie Tanja Marfo, Influencerin und Model, kennen, die diesen ständigen Konflikt mit dem eigenen Hunger kennt. Seit ihrer Kindheit hat das Verlangen nach Essen ihr Leben bestimmt. Sie geriet dabei in eine Spirale aus Essattacken und Selbsthass. Tanja Marfo hat eine Magenverkleinerung geholfen, sich auch mit der psychischen Seite ihres Körpergewichts auseinanderzusetzen und der Frage: „Wer bin ich unabhängig von meinem zu viel Essen?“

Für die Ernährungspsychologin Prof. Katja Kröller von der Hochschule Anhalt ist die Geschichte kein Einzelfall. Der Anteil der Psyche an unserem Hungergefühl sei sehr viel größer, als wir annehmen. Das beginnt oft schon in der Kindheit: die Schokolade als Belohnung, ein Eis als Trost – Essen ist oft emotional besetzt und dient uns in schwierigen Situationen als Kompensationsmittel.

Auch Körperbilder spielen dabei eine Rolle: Wer nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht, wird noch immer diskriminiert. Und das wirkt sich auch messbar auf die körperliche Gesundheit aus, so der Soziologe Dr. Friedrich Schorb von der Universität Bremen. Er sagt, dass Mobbing und Diskriminierung in Verbindung mit Übergewicht schneller und stärker krank machen, als das Übergewicht allein.


Best Practices: Bariatrische Chirurgie – Auf Gefahr des Alkoholmissbrauchs achten/ hinweisen

Eine Studie der DAK Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie sowie dem Adipositaszentrum des Städtischen Klinikums Dresden-Neustadt hat ein erhöhtes Risiko für Alkoholkonsumstörungen nach Adipositasoperationen aufgezeigt [Rie 2023]. Besonders Männer und Personen, deren Eingriff bereits mehrere Jahre zurückliegt, sind laut den Forschenden häufig betroffen. Von den untersuchten 2.151 Personen, die meist einen Magenbypass oder eine Schlauchmagen-Operation erhalten hatten, zeigten 9,4 Prozent ein riskantes oder schädliches Trinkverhalten.

Die Ergebnisse verdeutlichen den Bedarf an einer intensiven, langfristigen Nachsorge, um die Gesundheit dieser Patientengruppe zu schützen. Eine regelmäßige Betreuung und Aufklärung über die Risiken von Alkoholkonsum nach einer bariatrischen Operation scheinen entscheidend, insbesondere da viele Betroffene laut Studie keine psychotherapeutische Unterstützung erhalten.

Das Forschungsteam weist darauf hin, dass weitere Studien notwendig sind, um die Ursachen besser zu verstehen und die Versorgungslücken zu schließen. Ziel ist es, den Betroffenen gezielter Unterstützung anzubieten und die gesundheitlichen Langzeitrisiken nach Adipositaschirurgie zu minimieren.


Blogazine: Pflanzliche Speiseöle und -fette

Pflanzliche Speiseöle und -fette sind in der modernen Ernährung nicht nur geschmacklich vielseitig, sondern auch von hoher ernährungsphysiologischer Bedeutung. Ihre unterschiedlichen Eigenschaften und Verarbeitungsweisen bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in der Küche und tragen zur Gesundheit bei. In diesem Beitrag werden die Grundlagen von Pflanzenölen und -fetten behandelt, einschließlich ihrer Einteilung, Herstellung, wichtigen Inhaltsstoffe und der ernährungstherapeutischen Relevanz.


Online-Seminar: Zuckerbrot und/oder doch Peitsche –  Strategien zur Motivation und Methodik in der Ernährungsberatung

Kategorie: Online-Fortbildung
Datum: 22.11.2024
Veranstaltet von: Essteam
Referierende: Birgit Blumenschein
Kosten/Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 159 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Den Patientinnen in der Ernährungsberatung und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, scheint zunehmend schwieriger zu werden. Die richtige Motivation zur Ernährungsumstellung zu vermitteln, wird immer anstrengender. Das große WWW, Morbus Google, macht vermeintlich aus allen Ernährungsexpertinnen und viele Ernährungsmythen müssen erst mit Fakten widerlegt werden, um eine professionelle und therapeutische Beratung zu ermöglichen. Wie können moderne Ernährungsfachkräfte die Ratsuchenden motivieren „richtig zu essen“? Wie sind die Erwartungseinstellungen der Ratsuchenden und welche Rolle übernehmen dabei moderne Berater*innen?

Beratung, Coaching, systemisches Vorgehen und Ernährungsandragogik ermöglichen ein zeitgemäßes Handwerkszeug für die Beziehungsgestaltung im Beratungs- und Therapieprozess.

Das Praxisseminar weckt und frischt pädagogische und methodische Handlungs- und Kommunikationsstrategien in der Ernährungsberatung auf, sensibilisiert und lädt zum gemeinsamen Reflektieren und (ggf.) Modifizieren ein.

Inhalte (u.a.)

  • Kommunikation in der Ernährungsberatung
  • Erwartungseinstellungen der Ratsuchenden/Patient*innen
  • (moderne) Beraterinnenrolle, Kranken-/Patientinnenrolle
  • Ernährungsandragogik
  • Transtheoretisches Modell, Health-Belief-Modell
  • (moderne) Beratungs- und Kommunikationsstrategien
  • (Gruppen)Übungen zu motivierender Kommunikation
  • Plenum– Auswertung, Diskussion, Fazit