09.12.2024
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Schützen Ballaststoffe vor Leberkrebs?
Eine neue Analyse untersucht, ob eine ballaststoffreiche Ernährung das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom (HCC, Leberkrebs) senken kann [Wat 2024]. Zwei große Langzeitstudien wurden ausgewertet, in denen Teilnehmende über ihre Ernährung berichteten. Dabei zeigte sich eine umgekehrte Beziehung zwischen der Aufnahme von Ballaststoffen und dem HCC-Risiko. Für Vollkornprodukte konnten keine eindeutigen Zusammenhänge nachgewiesen werden. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Ballaststoffe bereits bei anderen Krebsarten, wie Brust- oder Darmkrebs, als schützender Faktor gelten.
Die protektive Wirkung von Ballaststoffen könnte auf ihre positiven Effekte auf das Mikrobiom und die Darmgesundheit zurückzuführen sein. So fördern sie die Bildung kurzkettiger Fettsäuren, die Entzündungen in der Leber verringern und einer Leberverfettung entgegenwirken. Allerdings bleibt unklar, ob lösliche und unlösliche Ballaststoffe unterschiedlich wirken. Die Datenbasis der Studie, die auf Fragebögen beruht, sowie Veränderungen in Ernährungsmustern über die Jahre erfordern eine vorsichtige Interpretation.
Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von Leberkrebs und steigender Therapiekosten ist eine ballaststoffreiche Ernährung besonders bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen oder Fettleber eine wertvolle präventive Maßnahme. Neben medizinischen Behandlungen bleibt eine ausgewogene Ernährung zentral, um die Progression leberbezogener Erkrankungen zu bremsen.
Vorgestellt
Sachbuch: Gewicht im Griff (Neuauflage)
Der aktualisierte Ratgeber „Gewicht im Griff“ der Verbraucherzentrale NRW liefert alltagstaugliche Ansätze, um Körpergewicht, Gesundheit und Wohlbefinden in Einklang zu bringen. Mit einem bewährten Zehn-Punkte-Plan, basierend auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, zeigt das Buch, wie individuelle Ernährungsgewohnheiten verbessert werden können. Besonders hervorgehoben wird das neue Modell der Ernährungspyramide, das Nüsse als eigenständige Gruppe integriert – ein Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und einer pflanzenbetonten Ernährung.
Das Buch bietet praktische Hilfen, um ungesunde Lebensmittel schrittweise durch gesündere Alternativen zu ersetzen. Neben leicht verständlichen Erklärungen, warum z. B. Vollkornprodukte wertvoller sind, wird auch auf Alternativen wie pflanzliche Produkte oder Süßstoffe eingegangen. Ein Selbsttest am Anfang jedes Kapitels hilft dabei, die eigene Ernährung zu hinterfragen, und Checklisten erleichtern die Überprüfung der Fortschritte.
Abgerundet wird der Ratgeber durch über 60 abwechslungsreiche Rezepte, die Lust auf gesundes Essen machen. Gerade in der festlichen Jahreszeit bietet das Buch Inspiration, um Genuss und eine ausgewogene Ernährung miteinander zu verbinden – für ein gutes Gefühl auf der Waage und mehr Wohlbefinden im Alltag.
Beratungspraxis
Leitlinienempfehlungen: Akute Gicht und Ernährungstherapie
Die aktuelle S3-Leitlinie zur Gicht betont die Bedeutung eines frühzeitigen und umfassenden Behandlungsansatzes. Gicht wird durch Harnsäureablagerungen in den Gelenken verursacht, oft in Verbindung mit genetischen Faktoren, purinreicher Ernährung, Alkoholkonsum oder bestimmten Medikamenten. Der erste Gichtanfall sollte Anlass geben, Betroffene ausführlich über Symptome, Ursachen, Risikofaktoren und den möglichen Krankheitsverlauf aufzuklären. Eine Behandlung allein mit Schmerzmitteln reicht nicht aus, da die Krankheit ohne gezielte Intervention oft fortschreitet.
Zu den Empfehlungen zählen neben einer entzündungshemmenden Therapie bei akuten Anfällen auch langfristige Maßnahmen. Diese umfassen eine pflanzenbasierte, ausgewogene Ernährung und die Reduktion von Übergewicht, ergänzt durch harnsäuresenkende Medikamente. Ziel ist es, Harnsäurekristalle abzubauen, Gichtanfälle zu verhindern und Gelenkschäden vorzubeugen.
Wichtig ist eine empathische Betreuung der Patienten. Ein Gefühl von Frust oder Schuld sollte vermieden werden, da dies oft zu unkontrollierter Einnahme von Schmerzmitteln führt, was langfristig Nieren und Gelenke zusätzlich schädigen kann. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Lebensstil- und medikamentöse Maßnahmen kombiniert, kann den Verlauf der chronischen Erkrankung positiv beeinflussen. Die Leitlinie nennt daher auch einige Ernährungsempfehlungen:
- Reduktion purinreicher Lebensmittel: Lebensmittel mit hohem Purinanteil wie Innereien (z. B. Leber, Niere), Sardellen, Hering und einige Meeresfrüchte sollten reduziert oder vermieden werden. Alternativ sollten purinarme Proteinquellen wie Milchprodukte oder pflanzliche Proteine bevorzugt werden.
- Alkoholkonsum: Alkohol, insbesondere Bier und hochprozentige Spirituosen, kann den Harnsäurespiegel erhöhen und sollte gemieden oder reduziert werden. Geringe Mengen von Wein können tolerierbar sein, sollten aber ebenfalls eingeschränkt werden.
- Kalorienreduktion und Gewichtskontrolle: Übergewicht sollte vermieden oder reduziert werden, da es den Harnsäurespiegel erhöht. Eine kalorienreduzierte, ausgewogene Ernährung wird empfohlen, wobei Crash-Diäten und Fastenkuren vermieden werden sollten, da sie den Harnsäurespiegel kurzfristig ansteigen lassen können.
- Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa 2–3 Litern pro Tag ist wichtig, um die Harnsäureausscheidung zu fördern. Wasser und ungesüßte Tees sind besonders geeignet.
- Fruktosearme Ernährung: Lebensmittel mit hohem Fruktosegehalt, insbesondere gesüßte Getränke und industriell hergestellte Lebensmittel, sollten vermieden werden, da Fruktose die Harnsäureproduktion steigert.
- Förderung pflanzlicher Kost: Eine pflanzenbasierte Ernährung wird empfohlen, da diese reich an Ballaststoffen ist und den Harnsäurespiegel positiv beeinflussen kann. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind hervorzuheben.
- Milch- und Milchprodukte: Der Konsum von fettarmen Milchprodukten wird empfohlen, da sie die Harnsäureausscheidung fördern können.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Serumharnsäurekonzentration zu senken, das Risiko für Gichtanfälle zu reduzieren und die allgemeine Gesundheit der Betroffenen zu fördern.
Mitgliederservice/ Interna
Weihnachtsaktion: Testabo Ernährungsexpertise
Die Ernährungsexpertise bietet kompakte Studienzusammenfassungen für Gesundheitsfachpersonen und reduziert den Zeitaufwand für Recherche und Analyse erheblich. Statt stundenlang englischsprachige Fachliteratur zu lesen, reichen 10-12 Minuten pro Beitrag, um bestens informiert zu bleiben. Pro Monat stehen 3-4 digitale Zusammenfassungen zur Verfügung – ideal für die eigene Fortbildung, auch im Rahmen der geforderten Stunden an informeller Bildungstätigkeit gemäß SVDE-Reglement.
Zur Weihnachtszeit gibt es das Testabo der Ernährungsexpertise für CHF 99 statt CHF 114. Das Abonnement ermöglicht einen einfachen Einstieg und Zugang zu über 150 bisher veröffentlichten Studienzusammenfassungen. Die Themen reichen von Ernährungstrends bis hin zu spezifischen Gesundheitsthemen wie „Female Health“, einer neuen Reihe mit Beiträgen zu PCOS, Endometriose und weiteren Aspekten weiblicher Gesundheit. Unseren Mitgliedern steht der Rabattcode am Schwarzen Brett zur Verfügung.
Das Angebot unterstützt Ernährungsfachkräfte praxisnah und zeitsparend, mit Inhalten, die jederzeit und überall verfügbar sind. Der Fachnewsletter ist im geschützten Mitgliederbereich der Ernährungsexpertise abrufbar.
Ausklang 2024 und Einklang 2025
Wir verabschieden uns für dieses Jahr. Das ereignisreiche 2024 neigt sich dem Ende zu – doch 2025 hält bereits viele spannende Neuerungen bereit. Unsere kleine Roadmap zeigt einen Einblick in fortlaufende Projekte, Updates und Highlights, die im neuen Jahr geplant sind:
Ausbau des Baukastensystems
- Modulare Beratungsmaterialien: Mehr vorgefertigte Templates, die individuell angepasst werden können.
- Interaktive Werkzeuge: Galerietools und Tabellen sowie interaktive PDFs und PowerPoint-Vorlagen, die bereitgestellt werden.
Erweiterung der Tools
- Rezeptdatenbank 2.0: Neue, strukturierte Rezepte mit Nährwerten und Lebensmittelprofilen.
- Linklisten & Selbsthilfe-Tools: Neue kuratierte Sammlungen von Selbsthilfegruppen, Apps und Beratungsangeboten.
Content-Updates & Fortbildungen
- Aktualisierte Blogbeiträge: Überarbeitung der bestehenden Artikel mit klarem Fokus auf Relevanz und Praxisnähe.
- Erweiterte Fortbildungsmöglichkeiten: Zugang zu neuen Workshops, Schulungen und Online-Kursen.
Ein herzliches Dankeschön geht an unsere Mitglieder, die mit ihrem Engagement, ihrem konstruktiven Feedback und ihrer Treue dazu beitragen, dass wir gemeinsam weiter wachsen. Sie sind stets eine Inspiration für uns!
Wir wünschen unseren Mitgliedern und allen Leserinnen und Lesern eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit und einen gesunden Start ins neue Jahr!
| Sammelsurium |
| Der Wunschzettel ist wieder lang, unser Zettel, nicht der der Kinder! Dem Weihnachtsmann wird Angst und Bang, die Elfen schaffen noch geschwinder! Mir scheint, als wär’n die Leut‘ in Gänze, oberflächlich, triebhaft, dumm. Denn irgendwo ist doch die Grenze: wir ersticken im Sammelsurium. Was wär‘, wenn jeder das bestellt, was wirklich zählt auf dieser Welt? Was wär, wenn jeder nur noch schriebe: „Freundschaft, Kekse, Nächstenliebe“? |
| Gefunden unter Gedichtefreund. |
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung der Mangelernährung (2 Termine)
Kategorie: Online-Seminar
Datum: 23.01. und 13.02.2025
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Dr. Bettina Jagemann
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 229 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Bei der Dominanz übergewichtiger Menschen in unserem Land, scheint die Mangelernährung auf den ersten Blick kein Thema zu sein. Tatsächlich sind 20-60 % der Patient*innen bei Aufnahme in eine Klinik mangelernährt. Die Einschätzung des Ernährungsstatus bleibt komplex und sollte weit über die Erhebung des Gewichtes hinausgehen. Auch unter großen „Hüllen“ verstecken sich manchmal ausgeprägte Mangelerscheinungen – besonders nach bariatrischen oder gastroenterologischen Operationen. Diese werden im Klinikalltag oft übersehen.
In diesem Seminar bekommen Sie Tools an die Hand, um Mangelernährung zu erkennen, zu erfassen und dem behandelnden Arzt gegenüber belegen zu können. Wir diskutieren Erfassungsmöglichkeiten, die sowohl ambulant als auch stationär angewendet werden können.
Inhalte:
- Zusammenhang von Mangelernährung und Krankheitsverläufen
- Methoden: Statuserfassung kennenlernen und bewerten
- Ernährungstherapie zur Vermeidung und Behandlung von Mangelernährung bei onkologischen Erkrankungen, CED, Pankreatitis, Leberzirrhose und nach bariatrischen Operationeng
Am 2. Seminartag dürfen Sie gern Fallbeispiele einbringen!
Intensivprogramm: Frauengesundheit im Fokus (Kickoff + 6 Termine)
Die Veranstalter für das in der letzten Woche vorgestellte Intensivprogramm „Frauengesundheit im Fokus“ bieten unseren Mitgliedern einen Rabatt in Höhe von 10 % an. Der Rabattcode ist am Schwarzen Brett zu finden.
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