06.01.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Zusammenhang zwischen Carrageen und Insulinresistenz sowie Diabetes mellitus Typ 2
Ein Lebensmittelzusatzstoff, der in zahlreichen Fertigprodukten wie Milchdesserts, Eiscreme und Fleischwaren enthalten ist, steht im Fokus der Forschung: Carrageen (E 407). Eine aktuelle Studie zeigt, dass dieser Stoff bei gesunden Probanden die Barrierefunktion des Darms beeinträchtigen und eine Entzündungsreaktion auslösen kann [Wag 2024]. Besonders besorgniserregend ist, dass übergewichtige Teilnehmer eine vorübergehende Verminderung ihrer Insulinsensitivität aufwiesen – ein Faktor, der das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen könnte.
Carrageen wird von der Lebensmittelindustrie häufig als Emulgator und Verdickungsmittel verwendet, gilt jedoch als gesundheitlich unbedenklich und ist ohne Mengenbegrenzung zugelassen. Dennoch zeigen Tierversuche und Beobachtungsstudien, dass der Stoff potenziell schädliche Wirkungen haben könnte. So wurden in einer französischen Studie Zusammenhänge zwischen einer erhöhten Carrageen-Aufnahme und einem gesteigerten Risiko für Typ-2-Diabetes festgestellt. Auch bei Menschen mit höherem Körpergewicht zeigte sich in einer Untersuchung ein negativer Einfluss auf die Insulinwirkung in der Leber sowie erhöhte Entzündungsmarker.
Diese Ergebnisse werfen Fragen zur Langzeitwirkung von Carrageen auf, insbesondere bei älteren oder adipösen Personen. Experten fordern daher eine genauere Bewertung des Stoffes, um potenzielle gesundheitliche Risiken besser einschätzen zu können.
Vorgestellt
Dokumentation: Wundermittel Abnehmspritze
Die Diskussion um das sogenannte „Wundermittel Abnehmspritze“ gewinnt weiter an Dynamik. Ursprünglich zur Behandlung von Diabetes Typ 2 entwickelt, hat der Wirkstoff Semaglutid weltweit Aufmerksamkeit erlangt – und einen milliardenschweren Markt geschaffen. Mit einer beeindruckenden Gewichtsabnahme von durchschnittlich 16 Prozent bietet die Spritze vielen Betroffenen neue Hoffnung. Doch die Langzeitfolgen sind noch nicht umfassend untersucht, und Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Verdauungsprobleme bleiben nicht aus. Gleichzeitig treibt die Pharmaindustrie die Entwicklung neuer Präparate voran, die noch höhere Gewichtsverluste versprechen.
Die Wissenschaftsdokumentation „Wundermittel Abnehmspritze“ beleuchtet die Chancen und Risiken dieser medikamentösen Therapie. Sie zeigt, dass der Erfolg nicht allein in der Injektion liegt, sondern maßgeblich von begleitender Lebensstiländerung abhängt. Expertinnen und Experten wie Martina de Zwaan von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft unterstreichen, wie wichtig eine ganzheitliche Behandlung ist. Ohne Ernährungsumstellung und Bewegung droht das Gewicht nach Absetzen der Spritze schnell zurückzukehren – ein Risiko, das viele Patienten fürchten.
Die Debatte über die gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Implikationen dieser neuen Behandlungsoption ist in vollem Gange. Während die Kostenübernahme in vielen Ländern begrenzt bleibt, könnten langfristig Adipositas-bedingte Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck reduziert werden. Doch die eigentliche Herausforderung bleibt: nachhaltige Prävention. Ob die Abnehmspritze ein Wendepunkt im Kampf gegen Adipositas ist oder nur eine von vielen Maßnahmen – darüber entscheidet nicht nur die Forschung, sondern auch die Art, wie wir Ernährung und Bewegung in unseren Alltag integrieren.
Für Interessierte: Eine zweite Dokumentation zum Thema gibt es in der Sendereihe Re: von ZDF/ Arte.
Beratungspraxis
Best Practices gegen: Ich weiß, was ich tun sollte, aber ich tue es nicht!
Viele Menschen kennen die Grundlagen eines gesunden Lebensstils: regelmäßig bewegen, ausgewogen essen, ausreichend schlafen. Doch oft scheitert es daran, diese einfachen Prinzipien langfristig umzusetzen. Hindernisse wie Überforderung, der Glaube an magische Lösungen und der Anspruch, alles perfekt machen zu müssen, blockieren oft den Fortschritt. Mit diesen Strategien lassen sich Hürden überwinden und nachhaltige Erfolge erzielen.
Die größten Hindernisse und wie sie angegangen werden können
Zu viele Ziele auf einmal setzen: Wer versucht, alle Bereiche des Lebens gleichzeitig zu ändern – z. B. täglich Sport treiben, jede Mahlzeit selbst zubereiten und immer ausreichend schlafen – überfordert sich oft. Stattdessen ist es sinnvoll, mit kleinen, realistischen Zielen zu beginnen. Schon ein 10-minütiger Spaziergang oder das Einplanen von mehr Gemüse in die tägliche Ernährung können erste Erfolge bringen. Kleine Schritte schaffen Motivation und sind nachhaltiger als große, unrealistische Pläne.
Fokus auf Mode-Trends statt auf bewährte Grundlagen: Häufig wird nach schnellen Lösungen gesucht, etwa in Form von speziellen Diäten, Nahrungsergänzungsmitteln oder ausgefallenen Routinen. Doch die Basics – wie regelmäßige Bewegung, eine überwiegend unverarbeitete Ernährung und ausreichend Schlaf – sind wissenschaftlich bewährt und wesentlich effektiver. Fortschritte entstehen durch Konsistenz und nicht durch „Geheimwaffen“.
Der Mythos der Perfektion: Viele glauben, dass sie nur dann gesund leben, wenn sie alles perfekt machen: kein Zucker, jeden Tag Sport, 8 Stunden Schlaf – ohne Ausnahme. Das führt zu Frustration und letztlich oft dazu, komplett aufzugeben. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Flexibilität. Auch kleine Fortschritte an schwierigen Tagen zählen und bringen langfristig voran.
Vier Schritte, um nachhaltige Veränderungen zu fördern
Mit den folgenden Ansätzen lassen sich häufige Blockaden überwinden. Sie schaffen nicht nur eine Grundlage für echte Fortschritte, sondern auch für langfristige Zufriedenheit und Erfolg. Denn am Ende zählt nicht Perfektion, sondern die Summe der kleinen Schritte.
Klärung der Motivation: Es lohnt sich, die wahren Gründe für den Wunsch nach Veränderung zu entdecken. Fragen wie „Warum ist dieses Ziel wichtig?“ oder „Was erhoffe ich mir davon?“ schaffen eine starke Basis für langfristige Motivation.
Effektive Maßnahmen priorisieren: Es hilft, herauszufinden, welche kleinen Veränderungen den größten Einfluss haben – wie z. B. mehr Bewegung, besserer Schlaf oder eine proteinreichere Ernährung. Das Setzen von Prioritäten verhindert Überforderung und führt schneller zu sichtbaren Erfolgen.
Realistische Ziele setzen: Minimalziele für schlechte Tage und ambitioniertere Ziele für gute Tage schaffen eine Balance zwischen Flexibilität und Anspruch. Beispielsweise könnte das Ziel an einem stressigen Tag ein kurzer Spaziergang sein, während an entspannten Tagen eine volle Trainingseinheit eingeplant wird.
Ein unterstützendes Umfeld schaffen: Ein strukturiertes Umfeld erleichtert gesunde Entscheidungen. Tipps wie das Vorbereiten von Mahlzeiten, das Platzieren gesunder Snacks in Reichweite oder das Entfernen von Ablenkungen können große Unterschiede machen.
Interna/ Mitgliederservice
Neu auf der Website: Favoritenfunktion für Beiträge und Beratungsmaterialien
Ab sofort können unsere Mitglieder Beiträge, Tools und Beratungsmaterialien mit nur einem Klick als Lesezeichen speichern. So haben Sie Ihre wichtigsten Inhalte immer im Blick! Die gespeicherten Favoriten werden übersichtlich als Liste auf Ihrem personalisierten Schwarzen Brett angezeigt. Die Liste mit den Lesezeichen kann zudem mit einem Klick wieder gelöscht werden.
Den Favoriten-Button finden Sie ganz bequem am Ende jeder Seite – probieren Sie die Funktion direkt aus und erleichtern Sie sich den Zugriff auf Ihre wichtigsten Ressourcen.
Wichtiger Hinweis: Leider gab es technische Probleme mit den Funktionen auf der Website, sodass wir diese vorerst deaktivieren mussten. Wir arbeiten an einer Lösung!
Neu auf der Website: Audio- bzw. mp3-Funktion unserer Beiträge
Eine weitere neue Funktion ist die Audio- bzw. Vorleseversion unserer Beiträge. Diese ist für Mitglieder angelegt und zusätzlich als mp3-Download verfügbar. Die Funktion ist für alle, die ihr Wissen zum Beispiel während der Zugfahrt oder beim Kochen vertiefen möchten oder einen Beitrag schlichtweg einmal vorgelesen haben wollen.
Das Erstellen der mp3-Dateien nimmt ordentlich Zeit und Website-Ressourcen in Anspruch, sodass die Funktion schrittweise eingeführt wird. Eine erste Ausgabe ist zum Beispiel für den Blogazine-Beitrag zum Tellermodell hörbar.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: Update Vitamin D!
Kategorie: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 10.03.2025
Veranstaltet von: freiraum Seminare
Referierende: Prof. Sibylle Adam
Kosten/ Ermäßigung für Mitglieder: 190 EUR statt 220 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Der Hype um Vitamin D scheint nicht zu enden. Neueste Behauptung: Vitamin D soll sogar einer Infektion bzw. einer Erkrankung an COVID-19 vorbeugen. Insbesondere einige Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln treiben die Debatte um die zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten voran. Die Folge: Verbraucher*innen supplementieren das “Sonnenvitamin” oft ohne eine medizinische Notwendigkeit. Eine pauschale Supplementierung für alle ist jedoch aus ernährungsmedizinischer Sicht kritisch zu sehen. Professor Sibylle Adam setzt sich in diesem Update mit den neuesten Studien und Empfehlungen aus Sicht der Wissenschaft und der Fachgesellschaften im Rahmen einer kritischen, evidenzbasierten Betrachtung auseinander – frei von Verkaufsinteressen. Insofern will das Webinar auch “Evidenzcheck” für Ernährungsfachkräfte sein – auch unter dem Aspekt der Erarbeitung und Ableitung möglicher bzw. sinnvoller Beratungsaussagen. Das Webinar gibt neben einer Übersicht der Funktionen und Aufgaben des Vitamins eine kritische Einordnung der Referenzwerte und Zufuhrempfehlungen und reflektiert, ob und wann eine Supplementierung mit Vitamin D tatsächlich sinnvoll ist.
Inhalte:
- Funktionen und Stoffwechsel von Vitamin D
- Bedeutung für Knochenstoffwechsel, Immunsystem, Muskeltätigkeit etc.
- Vitamin-D-Status in Deutschland
- Bedeutung des Vitamin-D-Status in ausgewählten Zielgruppen (z.B. Diabetiker, Athleten)
- Vitamin-D-Supplementierungen – was macht Sinn
- Wissenschaftliche Evidenz und abgeleitete Empfehlungen
- Gruppenarbeit und Diskussion.
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