FETeV Newsletter 2025-13

07.04.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Zuckerhaltige Getränke und Mundhöhlenkrebs

Ein auffälliger Zusammenhang: Frauen, die regelmäßig zuckerhaltige Getränke konsumieren, könnten ein deutlich höheres Risiko für Mundhöhlenkrebs haben. Das legt eine große US-amerikanische Langzeitstudie nahe [Gom 2025]. Die auffällige Risikosteigerung zeigte sich unabhängig davon, ob Tabak oder Alkohol konsumiert wurden.

Das relative Risiko war bei täglichem Konsum fast fünfmal so hoch wie bei kaum oder nie konsumierten zuckerhaltigen Getränken. Doch der absolute Anstieg war gering: Drei zusätzliche Fälle auf 100.000 Frauen innerhalb von 30 Jahren. Die Forschenden betonen daher, dass die Ergebnisse im Verhältnis zum tatsächlichen Erkrankungsrisiko betrachtet werden müssen.

Die Studie wird durch bisherige Forschungsergebnisse durchaus gestützt [Gom 2024]. Ergänzend weisen weitere Studien auf mögliche biologische Mechanismen hin, wie etwa die Förderung entzündlicher Prozesse oder eine veränderte Mundflora durch Zuckerkonsum, insbesondere durch Fruktosesirup [Gór 2015]. Dieser kann entzündliche Prozesse fördern und so die Zusammensetzung der Mundflora verändern.

Wichtig dabei ist aber der Hinweis, dass der absolute Risikoanstieg gering bleibt. Auch ist bislang unklar, ob es sich um einen kausalen Zusammenhang handelt.


Umfrage: FOCUS-Befragung 2025 – Sichtbarkeit für Gesundheitsberufe stärken

Im Auftrag des Magazins FOCUS führt das unabhängige Rechercheinstitut FactField derzeit eine deutschlandweite Befragung für die Empfehlungslisten der FOCUS Gesundheitsberufe 2026 durch. Die Teilnahme steht qualifizierten Fachkräften aus verschiedenen Therapieberufen offen, darunter auch der Ernährungsberatung und Ernährungstherapie. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für Herbst 2025 geplant.

Ziel der Erhebung ist es, Patientinnen und Patienten bei der Suche nach qualifizierten Ansprechpersonen zu unterstützen und gleichzeitig die Sichtbarkeit engagierter Fachkräfte zu erhöhen. Grundlage der Auswertung ist ein wissenschaftlich fundierter Kriterienkatalog, der unter anderem Ausbildung, Berufserfahrung, Behandlungsangebot, Fortbildungen sowie Verbandsmitgliedschaften berücksichtigt. Ergänzt werden die Ergebnisse durch öffentlich zugängliche Bewertungen und Feedbacks.

Die Teilnahme an der Online-Befragung ist kostenlos. Weitere Informationen zur Methodik sowie ein Überblick über die bisherigen Empfehlungslisten finden sich auf der Website der Focus Gesundheitsberufe. Die aktuelle Erhebung endet am 9. Mai 2025.


Beratungsmethodik: Stärkung statt Lenkung durch “Boosts”?

In der Ernährungsberatung geht es oft darum, Klientinnen und Klienten bei der Umsetzung gesunder Entscheidungen zu unterstützen. Ein neuer Denkansatz aus der Verhaltensforschung rückt dabei in den Fokus: sogenannte „Boosts“. Im Unterschied zu bekannten Methoden wie dem „Nudging“, das sanft in eine bestimmte Richtung lenkt, zielt Boosting darauf ab, die Entscheidungs- und Selbstkontrollkompetenz langfristig zu stärken. Dieser Ansatz vertraut darauf, dass Menschen durchaus in der Lage sind, reflektiert zu handeln – wenn sie die richtigen Werkzeuge an die Hand bekommen.

Boosts als Gegenentwurf zur Überforderung im Alltag

Die alltäglichen Entscheidungen rund um Essen, Konsum und Lebensstil finden in einem Umfeld statt, das stark beeinflusst ist – von Werbung, Social Media oder schnellen Angeboten. Boosting setzt hier an, indem es Menschen befähigt, sich besser zurechtzufinden und nicht nur auf Reize zu reagieren. Ein Beispiel ist das Training im sogenannten lateralen Lesen: Wer etwa lernen kann, Online-Informationen auf ihre Quelle und Glaubwürdigkeit zu prüfen, stärkt die eigene Unabhängigkeit und verhindert manipulative Einflussnahme. Für die Beratungspraxis ergibt sich daraus ein Perspektivwechsel – weg von kurzfristigen Verhaltenstipps hin zu einem dauerhaften Kompetenzaufbau.

Was der Ansatz für die Beratungspraxis bedeutet

Boosting bietet ein spannendes Konzept für alle, die Menschen auf ihrem Weg zu nachhaltigen Entscheidungen begleiten. In der Ernährungstherapie könnte das bedeuten, nicht nur Ernährungsempfehlungen zu geben, sondern gezielt Fähigkeiten zu fördern – etwa beim Lesen von Zutatenlisten, bei der Bewertung von Ernährungsinformationen oder beim Entwickeln realistischer Ziele. Der Ansatz ist besonders in einer Zeit relevant, in der Menschen mit widersprüchlichen Informationen konfrontiert sind und ihr Handlungsspielraum oft eingeschränkt scheint. Boosts können hier helfen, Autonomie und Motivation zu stärken – beides zentrale Pfeiler für nachhaltige Verhaltensveränderun


Blogazine: Vitalpilze (Mitgliederwunsch)

Vitalpilze – oft als „Heilpilze“ oder „Medizinalpilze“ bezeichnet – haben in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen. Ob in Tees, Kapseln oder Pulvern: Ihre angeblich immunstärkenden, leistungssteigernden und entzündungshemmenden Eigenschaften werden in sozialen Medien euphorisch beworben.

Doch was ist dran an diesen Versprechen? Und wie lassen sich Vitalpilze aus ernährungstherapeutischer Sicht einordnen – zwischen Erfahrungsmedizin, Nahrungsergänzung und spekulativer Hoffnung? Fachkräfte sehen sich damit vor neue Herausforderungen gestellt: Was lässt sich wissenschaftlich begründen? Was sind mögliche Nebenwirkungen? Und wie lassen sich Nutzen und Risiko in der Praxis abwägen? Das erfahren Sie in unserem neuen Blogbeitrag.


Online-Seminar: Depressionen und Schlafstörungen – warum der Blick auf den Darm wichtig ist!

Kategorie: Online-Fortbildung
Datum: 06.05.2025
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Dr. Elke Jaspers
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 99 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Depressionen und Schlafstörungen sind für viele Menschen leidvolle Erfahrungen. Störungen im Darm und seiner Mikrobiota sind dabei eine wichtige mögliche Ursache, an die aber insbesondere bei Depressionen nicht immer gedacht wird.

Auf Basis wissenschaftlicher Daten wird in dieser Fortbildung der Dialog zwischen Gehirn und Darm besprochen und die Entstehungswege von Depressionen und Schlafstörungen aus dem Darm heraus geklärt. Dabei spielt eine erhöhte Durchlässigkeit des Darmepithels (Leaky Gut-Syndrom) in Kombination mit einer dysbiotischen Mikrobiota eine bedeutende Rolle. Sie ziehen eine stille Entzündung (Silent Inflammation) und diese dann eine Veränderungen im Tryptophan-Kynurenin-Stoffwechsel nach sich. Chronischer Stress kann das begünstigen. Abschließend wird auf den positiven Einfluss ausgewählter Ernährungsbestandteile eingegangen.

Inhalte:

  • Die Entstehung von Depressionen und Schlafstörungen aus dem Darm heraus
  • Die Bedeutung von Leaky Gut und Silent Inflammation als Folge von Stoffwechsel- Entgleisungen (Tryptophan, Kynurenin), auch begünstigt durch chronischen Stress
  • Darmmikrobiota gegen Leaky Gut-Syndrom
  • Ernährung der „richtigen“ Darmbakterien und die Rolle der Buttersäure
  • Darmmikrobiota gegen Leaky Gut-Syndrom
  • Ernährung der „richtigen“ Darmbakterien und die Rolle der Buttersäure