FETeV Newsletter 2025-14

14.04.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: Präzise Gesundheitsmessungen direkt am Ohr

Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie haben mit „OpenEarable 2.0“ eine neue Open-Source-Plattform für Ohrhörer entwickelt, die mehr als 30 physiologische Parameter erfassen kann – darunter Herzfrequenz, Atemmuster, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur. Im Unterschied zu herkömmlichen Wearables ist die Plattform offen programmierbar und erlaubt eine präzise, individuell anpassbare Gesundheitsüberwachung.

Die eingesetzten Sensoren messen unter anderem Schädelvibrationen zur Analyse von Essverhalten, erfassen Stürze oder ermöglichen eine verlässliche Spracherkennung in lauten Umgebungen. Dank der Position am Ohr lassen sich Daten besonders genau gewinnen. Die Echtzeitanalyse erfolgt über eine App oder ein Web-Dashboard per Bluetooth LE Audio, das besonders energieeffizient arbeitet.

OpenEarable 2.0 wurde bereits in mehreren Studien erfolgreich getestet. Es zeigt sich dabei präziser als etablierte Messsysteme. Die Plattform eignet sich für medizinische Frühdiagnostik, Sicherheitsanwendungen in der Industrie oder individualisierte Leistungsanalysen im Sport.

OpenEarable 2.0 ermöglicht in der Ernährungsberatung eine objektive Erfassung von Essverhalten, Stressmustern oder auch physiologischen Veränderungen im Alltag – direkt über ohrbasierte Sensoren. Damit ließen sich Interventionen individualisieren, Verhaltensänderungen besser begleiten und Biofeedback gezielt einsetzen. Besonders interessant könnte die Plattform für digitale Tagebücher, Achtsamkeitstrainings und Forschungsprojekte mit praxisnaher Sensorintegration sein.


Kampagne/ Petition: Klimaköstlich

Die Kampagne „Klimaköstlich“ von PAN DACH betont die Bedeutung nachhaltiger Ernährungsweisen für die Gesundheit des Planeten und der Menschen. Sie informiert über die Umweltfolgen der Lebensmittelproduktion, wie hohe Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbrauch. Dabei wird eine verstärkte pflanzliche Ernährung, die Reduktion von Lebensmittelverschwendung sowie der Konsum von Bio-Produkten empfohlen.

Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist eine Petition, die deutsche Supermärkte dazu auffordert, nachhaltige Produkte prominenter zu platzieren, attraktivere Preise anzubieten und das Bio-Sortiment zu erweitern. Ziel ist es, den Verbrauchern den nachhaltigen Einkauf zu erleichtern und somit einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesundheit zu fördern.

Wem eine gesunde Ernährung und der Schutz unserer Lebensgrundlagen am Herzen liegen, kann mit seiner Unterschrift ein klares Zeichen setzen und Veränderung mit anstoßen. Weitere Informationen zur Kampagne und Möglichkeiten zur Unterstützung finden sich auf der Website von PAN DACH.

Neuauflage 2025: Handlungsleitfaden Adipositaschirurgie

Der Handlungsleitfaden Adipositaschirurgie liegt ab sofort in überarbeiteter Fassung 2025 vor. Er bleibt ein bewährtes Werkzeug für die ambulante Ernährungstherapie rund um adipositaschirurgische Eingriffe – und wurde in wesentlichen Punkten aktualisiert.

Insbesondere das Kapitel Supplemente wurde grundlegend überarbeitet und an die aktuellen Produktlandschaften sowie Praxisbedarfe angepasst. Auch das Kapitel Eiweiß – inklusive der Thematik des postoperativen Eiweißmangels – wurde neu strukturiert und fachlich erweitert. Darüber hinaus wurden kleinere Korrekturen und sprachliche Glättungen vorgenommen.

Der Leitfaden bietet weiterhin eine fundierte Verbindung zwischen Theorie und Beratungspraxis und richtet sich nicht nur an Ernährungstherapeuten, sondern auch an ärztliches, pflegerisches und weiteres Fachpersonal in Adipositaszentren.

Die personalisierbare PDF-Version ist für 74,90 EUR erhältlich und kann über die Website bestellt werden. Alle, die mit der Version 2022 arbeiten, erhalten die Aktualisierung zum Preis von 15 EUR.


Praxistransder: Studienflut und Unsicherheit – ein Dilemma für die Beratungspraxis

Ernährungsstudien erzeugen häufig Aufmerksamkeit – nicht selten mit Zuspitzungen wie „Kaffee verlängert das Leben“ oder „Zucker schadet dem Herz“. Was dabei leicht übersehen wird: Solche Aussagen basieren meist auf Beobachtungsstudien mit statistischen Zusammenhängen, nicht auf experimentellen Beweisen. Oft liegen die Unterschiede zwischen untersuchten Gruppen im Bereich von wenigen Prozentpunkten – ein mathematischer Effekt, der zwar statistisch signifikant ist, aber praktisch kaum Relevanz entfaltet. Die Konsequenz für die Ernährungstherapie: Fachkräfte geraten zunehmend in die Lage, wissenschaftlich scheinbar gesicherte Aussagen gegenüber Klientinnen und Klienten zu relativieren oder gar einzuordnen – ohne einfache Botschaften anbieten zu können.

Selbstangaben, Verzerrungen und die Illusion von Genauigkeit

Ein weiteres Problem: Die zugrundeliegenden Daten stammen meist aus Fragebögen, die auf subjektiven Angaben beruhen – zum Konsumverhalten, zur Lebensweise, zu Gesundheitszuständen. Studien zeigen, dass diese Angaben durch bewusste oder unbewusste Verzerrungen geprägt sind. Genetische Analysen legen zudem nahe, dass manche Menschen systematisch zur Unterschätzung etwa ihres Alkoholkonsums neigen. Solche Fehler beeinflussen die Auswertung – und damit auch Empfehlungen. Zwar gibt es erste Versuche, objektive Marker wie Weinsäure im Urin einzusetzen, doch solche Methoden sind bislang Ausnahmen. Für die Praxis bedeutet das: Ernährungsempfehlungen auf Basis solcher Daten müssen mit kritischer Distanz betrachtet und aktiv in ihrer Aussagekraft begrenzt werden.

Vom Zahlenspiel zur praktischen Relevanz: Was wirklich zählt

Nicht jede statistische Korrelation ist eine relevante Information für die Beratung. Wichtiger als jede neue Schlagzeile ist die Frage nach dem Nutzen einer Empfehlung im Alltag. Aussagen wie „number needed to treat“ oder „number needed to harm“ wären hier hilfreicher als abstrakte Risikoangaben. Auch der Blick auf Interventionsstudien – bei denen aktive Maßnahmen tatsächlich Veränderungen auslösen – bleibt zentral. Fachkräfte in der Ernährungstherapie stehen zunehmend vor der Aufgabe, wissenschaftliche Komplexität zu übersetzen und gleichzeitig Sicherheit zu vermitteln. In einer Zeit, in der sich Empfehlungen wöchentlich widersprechen, wird Orientierung zum wichtigsten Gut.


Blogazine + Recherchetool: Ernährungsberatung – Was Krankenkassen zahlen

Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann Beschwerden lindern, chronischen Erkrankungen vorbeugen und langfristig zur Stabilisierung der Gesundheit beitragen. Doch wer zahlt eigentlich für diese Leistungen? Und wie finden Versicherte sich im Dschungel der Zuschüsse zurecht?

Diese Fragen beantwortet unser neuer kostenfreier Blogazine-Beitrag. Unseren Mitgliedern steht zudem nach dem Login ein Recherchetool mit konkreten Erstattungsangaben der Krankenkassen zur Verfügung.


Online-Seminar: Eisenmangel bei Frauen – Prävention und effektive Ernährungstherapie

Kategorie: Online-Seminar
Datum: 
20.05.2025
Veranstaltet von: 
FEM Academy
Referierende: 
Stephanie Büchler
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 
190 EUR netto

Inhalte:

  • Grundlagen zu Eisen:
    • Was ist Eisen?
    • Funktionen im Körper
    • Eisenmetabolismus und Resorption
  • Eisenbedarf im weiblichen Körper:
    • Besondere Lebensphasen und deren Einfluss auf den Bedarf
  • Diagnostik und Status:
    • Ferritin und andere Marker
    • Latenter Eisenmangel und Eisenmangelanämie
    • Normwerte
  • Eisenmangel im Fokus:
    • Zahlen und Fakten
    • Ursachen und Risikofaktoren
    • Symptome und klinische Auswirkungen
  • Therapie bei Eisenmangel:
    • Ernährungstherapie: Lebensmittel mit hohem Eisengehalt und deren Kombination für optimale Resorption
    • Orale Supplementierung: Dosierung und Tipps zur Anwendung
    • Eiseninfusionen: Wann sind sie sinnvoll?.