13.01.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Optimales Proteinverhältnis für die Herzgesundheit
Ein ausgewogenes Verhältnis von pflanzlichem zu tierischem Protein in der Ernährung könnte maßgeblich zur Herzgesundheit beitragen. Eine groß angelegte Studie mit über 200.000 Teilnehmenden aus den USA untersuchte den Zusammenhang zwischen Proteinquellen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ein Verhältnis von 1:2 (pflanzliches zu tierisches Protein) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann [Gle 2024]. Besonders positiv wirkte sich der Ersatz von rotem und verarbeitetem Fleisch durch pflanzliche Alternativen wie Nüsse aus. Teilnehmende, die ein noch ausgewogeneres Verhältnis erreichten, profitierten von bis zu 28 % weniger Herz-Kreislauf-Risiken.
Zusätzlich zeigte sich, dass eine insgesamt höhere Proteinzufuhr in Kombination mit einem Fokus auf pflanzliche Proteine besonders vorteilhaft war. Personen, die rund 21 % ihrer Energie aus Proteinquellen bezogen und zugleich mehr pflanzliches als tierisches Eiweiß konsumierten, wiesen das geringste Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und koronare Herzkrankheiten auf. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von pflanzlichen Proteinen, nicht nur für die Vorbeugung von Erkrankungen, sondern auch für eine langfristig gesunde Lebensweise.
Obwohl die Studie deutliche Hinweise liefert, sind weitere Forschungen notwendig, um das optimale Verhältnis von pflanzlichen und tierischen Proteinen für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu bestimmen und zu bestätigen. Ein höherer Anteil an pflanzlichem Eiweiß könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein.
Vorgestellt
Doku: Doc Esser – Ich will hundert werden!
Die Dokumentation „Ich will hundert werden!“ begleitet den Mediziner Heinz-Wilhelm Esser auf seiner Reise zu den Geheimnissen eines langen und gesunden Lebens. Mit Neugier testet er, wie Ernährung, Bewegung und moderne Wissenschaft die Lebenserwartung tatsächlich steigern können. Dabei trifft er auf Altersforscher, Biohacker und beeindruckend fitte Senioren, die ihm ihre persönlichen Rezepte für ein vitales Altern verraten. Die Doku bietet spannende Einblicke in Trends wie die mediterrane Ernährung, die als Goldstandard für gesunde Ernährung gilt, das 16:8-Intervallfasten, das mit potenziellen Gesundheitsvorteilen fasziniert, und Nahrungsergänzungsmittel, die als Jungbrunnen angepriesen werden. Sie hinterfragt kritisch, welche Methoden tatsächlich wirken – und welche nicht.
Auch die Alternsforschung kommt nicht zu kurz: Von Tierversuchen, die beeindruckende Verlängerungen der Lebensspanne zeigen, bis hin zu Hightech-Ansätzen wie der hyperbaren Sauerstofftherapie oder innovativen Medikamenten. Besonders faszinierend ist die Vision der Wissenschaftler, Krankheiten frühzeitig zu reparieren und so die Gesundheitsspanne deutlich zu verlängern. Die Dokumentation liefert nicht nur fundierte Informationen, sondern inspiriert auch dazu, den eigenen Lebensstil bewusster zu gestalten.
Die einfachsten und zuverlässigsten Methoden für ein langes, gesundes Leben liegen in der Hand jedes Einzelnen. Eine ausgewogene Ernährung, wie die mediterrane Küche, liefert alle wichtigen Nährstoffe und schützt vor vielen Krankheiten. Regelmäßige Bewegung – schon 40 Minuten Spazierengehen am Tag – stärkt Herz, Kreislauf, Geist und wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit aus. Ebenso wichtig sind ausreichend Schlaf, ein rauchfreies Leben und der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum. Nicht zuletzt hat auch die mentale Gesundheit großen Einfluss: Soziale Kontakte pflegen, Neues lernen und Stress abbauen fördern ein langes, erfülltes Leben – ohne teure Pillen oder Hightech-Therapien.
Beratungspraxis
Präventionspraxis: Zuckersteuer – Notwendigkeit und Umsetzung
Die steigende Prävalenz von Adipositas und Typ-2-Diabetes stellt unsere Gesellschaft vor wachsende medizinische und finanzielle Herausforderungen. Ursächlich dafür ist der zunehmende Konsum von industriell gesüßten Getränken und gezuckerten Speisen.
Eine Zuckersteuer könnte diesen Trend aufhalten. Um eine gesundheitliche Wirkung zu erzielen, sollte sie alle zugesetzten Einfach- und Zweifachzucker umfassen. Besteuert wird der prozentuale Zuckergehalt von Getränken und Fertigprodukten bezogen auf 100 ml bzw. 100 g mit jeweils drei Steuerklassen (Getränke ≤ 2,5%; ≤ 6,25% und > 6,25% bzw. Fertigprodukte ≤ 5%; ≤ 12,5% und > 12,5%). Die niedrigste Steuerklasse bleibt in beiden Produktkategorien steuerfrei. Um eine Lenkungswirkung zu entfalten, werden für die beiden anderen Steuerklassen Steuersätze von 40 bzw. 80% empfohlen.
Daraus ergeben sich beispielhaft folgende Verteuerungen:
- 1-Liter-Tetrapack Eistee (Zuckergehalt 6,2 %) von 1,0 Euro auf 1,40 Euro.
- Coca-Cola, 330 ml (Zuckergehalt 10,6 %) von 0,79 Euro auf 1,42 Euro.
- Fruchtjoghurt, 250 (Zuckergehalt 11,2 %) von 1,54 Euro auf 2,16 Euro.
- Erdbeermarmelade, 230 g (Zuckergehalt 55 %) von 3,41 Euro auf 6,14 Euro.
- Haushaltszucker, 1 kg (Zuckergehalt 100%) von 1,49 Euro auf 2,68 Euro.
Um Substitutionseffekte zu vermeiden, werden auch Getränke und Fertigprodukte, die Zuckeralternativen enthalten, besteuert. Mit den Einnahmeüberschüssen aus der Zuckersteuer werden zweckgebunden präventive Gesundheitsprogramme finanziert. Um die Akzeptanz der Zuckersteuer bei den Verbrauchern zu erhöhen und um einkommensschwache Bevölkerungsschichten zu entlasten, entfällt im Gegenzug die Mehrwertsteuer auf naturbelassene Grundnahrungsmittel.
Begleitend dazu werden weitere ordnungspolitische Maßnahmen empfohlen. Dazu zählen in erster Linie
- Werbeeinschränkungen für zuckerhaltige Kindernahrungsmittel,
- Warnhinweise auf den Verpackungen von Süßigkeiten und Limonaden nach chilenischem Vorbild sowie
- die breite Förderung von Sportangeboten.
Die Zuckersteuer zielt nicht darauf ab, den Konsum gezuckerter Lebensmittel und Getränke zu verbieten. Es geht vielmehr darum, eine gesündere Ernährungsumgebung für die Bevölkerung zu schaffen. Wie sich der Einzelne am Ende entscheidet, bleibt ihm weiterhin selbst überlassen.
Redaktion: Dr. Franz-Werner Dippel; Vollständige Publikation: DOI: 10.1055/a-2437-9452
Interna/ Mitgliederservice
Download: Augengesundheit und Ernährung
2025 startet das neue, fortlaufend erweiterbare Beratungspaket „Unser Körper“. Es beleuchtet vielfältige Aspekte zu Organen, Geweben und Regulationssystemen mit Schwerpunkt auf Wohlbefinden und ausgewogener Ernährung.
Die einzelnen Themen eignen sich für die fundierte Ernährungs- und Gesundheitsberatung und tragen so zur Vermittlung relevanter Kenntnisse bei. Sie sind praxiserprobt und lassen sich direkt im Beratungsalltag anwenden.
In dieser Woche steht unseren Mitgliedern als erstes Thema „Augengesundheit und Ernährung“ zum Download zur Verfügung.
WANTED: Freiberufliche Ernährungsfachkräfte für die Landesinitiative BeKi – Bewusste Kinderernährung in Baden-Württemberg gesucht!
Kindern von Anfang an ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, ist unser großes Ziel im Land! Dies verfolgt die Landesinitiative BeKi – Bewusste Kinderernährung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) seit 45 Jahren in Baden-Württemberg. Die freiberuflichen Ernährungsfachkräfte der Landesinitiative, die BeKi-Referentinnen und BeKi-Referenten, sind in den Lebenswelten Kita, Kindertagespflege und Schule tätig. Sie informieren Kinder, Eltern und pädagogische sowie hauswirtschaftliche Fachkräfte – vor Ort oder digital – rund um ein ausgewogenes und genussvolles Essen und Trinken vom 6. Lebensmonat bis zur 6. Schulklasse sowie über eine lebensweltbezogene Ernährungsbildung von Beginn an.
Wer wird gesucht und was wird geboten?
Ernährungsfachkräfte, mit einer qualifizierten Berufsausbildung (anerkannter Ausbildungs- und Berufsfachschulberuf) oder ein Studium im Bereich Ernährung, Hauswirtschaft oder Gesundheitsförderung, die Freude an einer freiberuflichen sowie abwechslungsreichen Tätigkeit haben und dabei die Ernährung von Kindern nachhaltig verbessern möchten. Wir freuen uns über alle interessierten Ernährungsfachkräfte – von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern, über Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen/ Universitäten sowie bereits freiberuflich Tätigen bis hin zu aktiven Rentnerinnen und Rentnern. BeKi-Referentinnen und BeKi-Referenten sind freiberuflich und im Auftrag des MLR in Baden-Württemberg tätig. Sie bestimmen die Anzahl der Aufträge selbst und erhalten, je nach Beauftragung, ein Honorar zwischen 80€ – 350€ pro Auftrag.
Sie möchten mehr über die Tätigkeit erfahren?Herzliche Einladung zur kostenfreien Online-Infoveranstaltung am 05. Februar 2025 von 14:15 – 16:00 Uhr! Hier geht es zur Anmeldung.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: Was Protokolle erzählen – Einfach ausgewertet ohne Computerprogramm
Typ: Online-Seminar
Datum: 01.02.2025
Veranstaltet von: DiaEATa-Akademie
Referierende: Sylvia Becker-Pröbstel
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10% Rabatt auf 220 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Die Teilnehmer*innen erhalten das Handwerkszeug, um Ernährungsprotokolle (z.B.: EssStörungen/Übergewicht, Intoleranzen/Allergien, vegan) schnell zu überblicken, Nährstoffdefizite, Unverträglichkeiten uvm. zu erkennen und daraus Beratungsinhalte abzuleiten und Rahmenpläne erstellen zu können. Sie kennen verschiedene Arten der Protokollierung mit ihren Einsatzmöglichkeiten. Sie können die Patienten gut instruieren, um ein optimales zielorientiertes Protokollieren zu erreichen. Sie schaffen damit die Basis für eine nachhaltige Beratung. Fallbeispiele können mitgebracht werden.
Inhalte:
- Selbstbeobachtung / eigene Essgeschichte in der Beratung
- Unterschiedliche Protokollformen und Einsatzmöglichkeiten,
- Aussagekraft und Nutzen für unterschiedliche Situationen, Persönlichkeiten und Altersstufen
- Erarbeitung von Auswertungskriterien an Hand von Fallbeispielen (Gruppenarbeit)
- Tipps zur schnellen Erfassung und Optimierung der Nährstoffversorgung über individuelle Rahmenpläne
- Das unstimmige Protokoll – Was steckt dahinter? Folgen für die Beratungssituation
Vorarbeit: Beobachten Sie sich bitte für zwei Wochen beim Essen und Trinken. Tragen Sie Ihre Beobachtungen in das allg. Ernährungsprotokoll ein. Sie finden es auf meiner Homepage als Download. Fallbeispiele können mitgebracht werden.
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