FETeV Newsletter 2025-23

30.06.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studie: GLP-1-Agonisten und Alkoholkonsum

In einer Spezialklinik in Dublin sank der Alkoholkonsum von Patientinnen und Patienten, die zur Gewichtsreduktion behandelt wurden, um etwa zwei Drittel [O´Far 2025]. Verwendet wurden die Wirkstoffe Liraglutid und Semaglutid, die ursprünglich gegen Typ-2-Diabetes entwickelt wurden. Auch Menschen, die nur gelegentlich tranken, griffen seltener zum Glas.

Schon vor Jahren zeigten Versuche mit Mäusen: Die Mittel dämpfen das Belohnungssystem im Gehirn. Es wurde weniger Dopamin freigesetzt – ein Botenstoff, der stark mit Verlangen und Suchtverhalten verknüpft ist. Diese Wirkung scheint auch beim Menschen zumindest teilweise zu greifen.

Ob die Medikamente tatsächlich gezielt gegen Alkoholprobleme helfen, ist bislang nicht abschließend geklärt. Eine erste klinische Studie konnte keinen eindeutigen Effekt belegen. Dennoch werden sie aktuell in weiteren Studien auf ihre Wirkung bei verschiedenen Abhängigkeitserkrankungen geprüft – darunter auch Nikotin und Opiate.


Sachbuch: Smart bis zum Sarg

Demenz ist auf dem Vormarsch – und betrifft zunehmend auch jüngere Menschen. Während Heilung bisher nicht möglich ist, zeigen neue Erkenntnisse: Der Lebensstil kann einen Unterschied machen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das, was täglich auf dem Teller landet. Wissenschaftlerin Dr. Barbara Plagg fasst in ihrem Buch „Smart bis zum Sarg“ aktuelle Forschung verständlich und praxisnah zusammen und erklärt, wie Ernährung die geistige Gesundheit unterstützt.

Besonders wirksam scheint eine Ernährungsweise, die sich an der Mittelmeer-Diät und der sogenannten MIND-Diät orientiert: viel Gemüse und Blattsalate, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Beeren und Fisch sowie Olivenöl, aber wenig Süßes, rotes Fleisch oder stark verarbeitete Produkte. Studien zeigen: Wer regelmäßig so isst, hat weniger typische Ablagerungen im Gehirn und bleibt oft länger geistig fit.

Das Buch liefert keine Wundermittel, dafür aber fundiertes Wissen, klare Empfehlungen und einen alltagstauglichen Speiseplan. Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine gezielte Auswahl. Kleine Umstellungen können helfen, das Risiko zu senken und das Denkvermögen zu erhalten. Oder wie Barbara Plagg es formuliert: Ein bisschen mehr Radieschen auf dem Teller können nicht schaden – vor allem, wenn sie helfen, länger selbstbestimmt zu leben.


Best Practices: Ernährungsstrategien bei Rheuma

Immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf rheumatischer Erkrankungen spielt. Fachleute betonen, dass eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung nicht nur Beschwerden lindern, sondern möglicherweise auch den Krankheitsausbruch verzögern kann.

Vor allem der Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel scheint sich günstig auszuwirken. Als besonders problematisch gelten auch süße Getränke und Fertigprodukte. Sie stehen im Verdacht, das Risiko für bestimmte Autoimmunerkrankungen zu erhöhen.

Besser schneiden ballaststoffreiche Lebensmittel, Fisch und gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel ab. Studien zeigen, dass etwa Vitamin D und Fischöl zur Vorbeugung beitragen können – allerdings nur bei langfristiger Einnahme.

Eine pflanzenbasierte Vollkost, ergänzt durch regelmäßige Bewegung und Stressabbau, zeigte in mehreren Untersuchungen vielversprechende Effekte. Besonders empfohlen werden Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und fettreicher Fisch.

Zusammengefasste Ernährungsempfehlungen bei und gegen rheumatische/n Erkrankungen:

  • täglich: große Mengen an Gemüse und Obst
  • regelmäßig: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse in Maßen
  • 1–2x pro Woche: fettreicher Fisch (z. B. Hering, Makrele, Sardine)
  • möglichst meiden: stark verarbeitete Lebensmittel, gesüßte Getränke, Alkohol
  • reduzieren: Fleisch, Wurst, Zuckerzusätze
  • erwägen: langfristige Ergänzung mit Vitamin D und Fischöl – nur nach Rücksprache

Neuer Themen-Beitrag: GLP-1-Agonisten – Konkurrenten oder Katalysatoren für die Ernährungstherapie?

GLP-1-Agonisten revolutionieren die Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes, indem sie eine signifikante Gewichtsreduktion ermöglichen und metabolische Parameter verbessern. Der Beitrag beleuchtet die Schnittstellen zwischen medikamentöser Therapie und Ernährungstherapie, bietet Einblicke in die Wirkmechanismen und diskutiert die Herausforderungen in der Beratungspraxis. Leser erfahren, wie eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischer und ernährungswissenschaftlicher Begleitung entscheidend für den Therapieerfolg ist.

Inhalt

  1. Zwischen Faszination und Verunsicherung
  2. Was sollte ich zu den Medikamenten wissen?
  3. Das sind die wichtigsten Wirkmechanismen
  4. Welche Patientengruppen können profitieren?
  5. Das sind die relevanten Ernährungseckpfeiler
  6. Beratungsrealität: Was brauchen Klient:innen wirklich?
  7. 🔒 Fallbeispiel: 48-jährige Person mit Adipositas
  8. Fazit
  9. 10 Kernaussagen, Literaturverzeichnis und Glossar

Online-Seminar: Darmgesund im Sport – Mehr Leistung und Wohlbefinden für SportlerInnen

Kategorie: Online-Seminar
Datum: 05.09.2025
Veranstaltet von: FEM Academy
Referierende: Bettina Hohenwarter
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 190 EUR netto
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Vortragende ist BBSc. Bettina Hohenwarter – Diätologin, Ernährungswissenschaftlerin und Sporternährungscoach. Mit ihrer Plattform nutri.tini hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Ernährung und Sport innovativ zu verbinden und Menschen zu einem gesünderen Lebensstil zu verhelfen. Weitere Infos unter nutritini.

Inhalte:

  • Kein Zyklus ist gleich: Zyklusmonitoring und Bewusstseinsschaffun.
  • Der Menstruationszyklus: Auswirkungen von hormonellen Schwankungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit
  • Ernährung, Zyklus und Sport: spezielle Nährstoffbedürfnisse in den verschiedenen Phasen
  • Zyklusbasiertes Training: wann macht welches Training Sinn?
  • Ernährung rund ums Training
  • Zyklusstörungen und Beschwerden: Amenorrhö, Dysmenorrhö, PMS
  • Energieverfügbarkeit und REDs: Prävention und Behandlung