21.07.2025
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Aktuelle Wissenschaft
Studie: Patienten in Kliniken oft mangelernährt
Ein erheblicher Teil der stationär behandelten Menschen ist mangelernährt, oft ohne klare Symptome. Eine italienische Studie zeigt: Je nach Diagnosemethode liegt der Anteil der Betroffenen zwischen 26 und 42 Prozent [Mus 2025]. Besonders gefährdet sind ältere Patientinnen und Patienten sowie Personen mit Infektionen oder chronischen Krankheiten. Die Studienautor:innen sprechen von einer oft übersehenen, aber weit verbreiteten Problematik.
Die Folgen sind gravierend: Mangelernährte bleiben länger im Krankenhaus und entwickeln häufiger Infektionen wie Lungen- oder Harnwegsentzündungen. Auch Blutwerte wie Hämoglobin oder Cholesterin sind oft auffällig niedrig. Die Diagnose hängt allerdings stark vom eingesetzten Testverfahren ab, was die Vergleichbarkeit erschwert. Trotzdem herrscht Konsens: Ein frühzeitiges Ernährungsscreening ist essenziell.
Die Studie belegt zwar keine Ursache-Wirkung-Beziehung, macht aber deutlich, wie eng Ernährungszustand und Behandlungserfolg zusammenhängen. Wer sich mit Ernährung befasst, sollte diesen Zusammenhang kennen, ob beratend oder im privaten Umfeld. Denn die Ernährungslage zu erkennen und gezielt zu verbessern, kann entscheidend zum Heilungsverlauf beitragen.
Vorgestellt
S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS)
Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter und bleibt oft lange unentdeckt. Typische Beschwerden wie Zyklusstörungen, Akne oder ein unerfüllter Kinderwunsch werden oft erst spät richtig eingeordnet. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt daher ein strukturiertes, interdisziplinäres Vorgehen bei der Diagnosestellung.
PCOS ist aber nicht nur eine Frage der Reproduktionsgesundheit. Die Störung geht häufig mit Übergewicht, Insulinresistenz und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes einher. Auch Leberverfettung, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und psychische Belastungen kommen häufig vor. Viele Betroffene erleben zudem Einschränkungen der Lebensqualität und Selbstwahrnehmung.
Eine optimale Therapie zielt auf eine langfristige Verbesserung des Stoffwechsels und hormonellen Gleichgewichts ab. Bewegung, Ernährung und Gewichtsmanagement sind zentrale Bausteine, idealerweise ergänzt durch eine medizinische Betreuung. Medikamente kommen gezielt zum Einsatz, insbesondere bei Kinderwunsch oder ausgeprägten Stoffwechselstörungen.
Die Erkrankung ist ein Paradebeispiel für die enge Verbindung zwischen Lebensstil, Hormonhaushalt und Stoffwechselgesundheit. Eine ernährungstherapeutische Beratung kann helfen, individuelle Risikofaktoren zu erkennen, die Therapie zu begleiten und Folgeerkrankungen vorzubeugen. Auch gesunde Frauen profitieren von den Erkenntnissen, etwa durch Sensibilisierung für Zyklusveränderungen, Stoffwechselverhalten und Prävention.
In der Leitlinie enthaltene Hinweise zur Ernährungstherapie bei PCOS:
- Fördern eines regelmäßigen Tagesrhythmus mit ausgewogenen Mahlzeiten
- Auswahl komplexer Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index
- ausreichende Eiweißzufuhr zur Sättigung und Blutzuckerregulation
- Reduzieren gesättigter Fette und Zucker zur Entlastung des Stoffwechsels
- Unterstützen der Gewichtsregulation durch individuelle Maßnahmen
- Integrieren von Bewegung und Entspannung in den Alltag
- Vermeiden restriktiver Diäten zur Prävention von Essstörungen
- Begleiten durch ein interdisziplinäres Team, insbesondere bei Kinderwunsch oder vorhandenen Komorbiditäten
Hinweis: Beim AWMF online ist als Aktualisierungsjahr 2024 angegeben. Laut Dokumenteigenschaften wurde die Leitlinie jedoch zuletzt am 11.07.2025 aktualisiert.
Beratungspraxis
Best Practices: Ernährungsempfehlungen bei Spondylarthritis
Auch wenn noch viele wissenschaftliche Belege fehlen: Die Ernährung kann eine Rolle bei Spondyloarthritis spielen. Forschende aus Padua betonen, wie wichtig eine pflanzenbetonte, ausgewogene Kost ist. Dabei geht es nicht um spezielle Diäten, sondern um langfristige Essgewohnheiten, die das Gewicht stabil halten, Entzündungen dämpfen und den Darm unterstützen.
Als günstig gelten vor allem Lebensmittel, die eine entzündungshemmende Wirkung zeigen, darunter grünes Blattgemüse, Obst, Nüsse und fettreicher Fisch. Eine Orientierung an der Mittelmeerkost scheint sinnvoll. Sie vereint viele dieser positiven Aspekte. Gleichzeitig sollten stark verarbeitete Produkte, raffinierte Zucker, gesüßte Getränke und frittierte Speisen möglichst gemieden werden.
Zudem rückt das Darmmikrobiom stärker in den Fokus. Pro- und Präbiotika, also bestimmte Ballaststoffe und Milchsäurebakterien, könnten helfen, das Gleichgewicht der Darmflora zu stabilisieren. Eine glutenfreie Ernährung oder spezielle Diäten wie die ketogene Kost sollten nur bei guter Indikation und fachlicher Begleitung erwogen werden. Diese Umstellungen sind nicht pauschal zu empfehlen.
8 Empfehlungen im Überblick
- Zwei- bis dreimal pro Woche fettreichen Fisch wie Lachs oder Makrele einplanen.
- Auf bunte, pflanzenbasierte Vielfalt achten; besonders grünes Blattgemüse und Obst integrieren.
- Weißmehl, Zucker, Fertigprodukte und Süßgetränke reduzieren.
- Hochverarbeitete Produkte so oft wie möglich meiden.
- Mittelmeerkost als Orientierung nutzen, ohne Dogma.
- Ballaststoffreiche Ernährung fördern, z. B. mit Hülsenfrüchten und Vollkorn.
- Pro- und Präbiotika gezielt einsetzen, z. B. Joghurt oder fermentiertes Gemüse.
- Bei besonderem Interesse an Diäten: fachlich begleiten lassen.
Fazit: Für die Ernährungstherapie bei Spondyloarthritis zählen keine Dogmen, sondern alltagstaugliche Maßnahmen mit möglichem Zusatznutzen. Viele Betroffene bringen kardiometabolische Begleiterkrankungen mit, sodass die Gewichtsregulation und die Entzündungshemmung doppelt wichtig sind. Auch der Darm lässt sich durch gezielte Ernährung stärken.
Interna/ Mitgliederservice
Neue Themenbeiträge: Krankheitsbild und Ernährungstherapie bei PCOS
Es stehen 2 neue Themenbeiträge zum Polyzystischen Ovarsyndrom, kurz PCOS, zur Verfügung.
Das Krankheitsbild in 7 Aspekten
Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter – und dennoch oft unerkannt. Dieser Beitrag erklärt Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten fundiert und praxisnah. Er richtet sich an Betroffene, Fachkräfte und Interessierte, die das komplexe Krankheitsbild besser verstehen wollen.
Die besten Ernährungsstrategien
Eine gezielte Ernährungsumstellung kann bei PCOS zentrale Symptome wie Insulinresistenz, Zyklusunregelmäßigkeiten, Entzündungen und hormonelle Ungleichgewichte messbar verbessern. Durch eine vollwertige, antiinflammatorische und stoffwechselaktive Kost lassen sich Fruchtbarkeit, Stoffwechsel und Lebensqualität langfristig positiv beeinflussen.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: Strategien für mehr Resilienz im Körper (2 Termine)
Kategorie: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 15. und 22.09.2025
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Julia v. Franqué
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 229 EUR.
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:
Der Alltag von Ernährungsfachkräften ist in der heutigen Arbeitswelt von den unterschiedlichsten Herausforderungen geprägt: hohe Anforderungen, emotional belastende Beratungssituationen und vielfältige organisatorische Aufgaben.
In diesem praxisnahen Kurs lernen die Teilnehmerinnen, ihre eigene innere Stärke zu fördern, um so den beruflichen Herausforderungen mit mehr Gelassenheit und Energie begegnen zu können. Am Ende des Seminares haben die Teilnehmerinnen verschiedene Möglichkeiten kennengelernt, ihre „Energieräuber“ im Alltag zu identifizieren und zu bewältigen. Die Kursinhalte geben klare Impulse und Ideen, die eigenen Ressourcen zu entdecken und im Alltag einzusetzen. Neue Tools werden vorgestellt und ausprobiert, die helfen können, Entspannungsmomente und innere Balance herzustellen.
Das Seminar bietet eine Kombination aus theoretischen Inputs, praxisnahen Übungen (inklusive Embodiment-Methoden) und persönlichem Austausch.
Inhalte:
- Energieräuber erkennen: Gemeinsam identifizieren wir Faktoren, die Energie und Motivation rauben, und lernen Strategien kennen, um diese gezielt zu minimieren.
- Ressourcen und Kraftquellen entdecken: Teilnehmer*innen reflektieren persönliche Ressourcen und Kraftquellen, die zur Stabilität und der inneren Widerstandskraft beitragen können.
- Gesunde Abgrenzung: Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie man klare Grenzen setzt, um Überlastungen vorzubeugen.
- Praktische Resilienz-Tools: Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, die sich leicht in den beruflichen Alltag integrieren lassen, unterstützen die Teilnehmer*innen dabei, eine stabile Balance zu finden.
- Krisen als Entwicklungschancen nutzen: Die Teilnehmer*innen erhalten Impulse, wie sie aus schwierigen Situationen lernen und langfristig daran wachsen können.
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