29.09.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Fettreiches Essen fördert neutrophiles Asthma
Gesättigte Fettsäuren aus Fast Food und stark verarbeiteten Lebensmitteln können Entzündungen in den Atemwegen fördern. Besonders Kinder mit Übergewicht sind gefährdet, ein sogenanntes neutrophiles Asthma zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Form, die schwer behandelbar ist und bei der klassische Allergietests oft unauffällig bleiben. In Experimenten ließ sich allein durch eine fettreiche Ernährung eine Immunreaktion in der Lunge auslösen.
Bei den untersuchten Kindern und Versuchstieren fanden sich in den Abwehrzellen Ablagerungen von Stearinsäure. Diese langkettige Fettsäure löste Entzündungen auch dann aus, wenn keine Fettleibigkeit vorlag. Im Gegensatz dazu konnte Ölsäure, eine ungesättigte Fettsäure aus pflanzlichen Ölen, die entzündliche Aktivität abmildern. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven zur Vorbeugung und Behandlung.
Warum ist das bedeutsam? Ernährung wirkt nicht nur auf das Gewicht, sondern direkt auf Immunprozesse. Eine ungünstige Fettsäurezusammensetzung kann Atemwegsbeschwerden verschlimmern oder sogar auslösen. Für die Beratungspraxis ist entscheidend, gesunde Essgewohnheiten als Teil der Asthmaprävention und -therapie zu betonen. Für den Alltag bedeutet das: gezielte Auswahl von Fetten kann die Atemgesundheit unterstützen.
Vorgestellt
Podcast: Medfluenced (als Teil der „Sprechstunde“ vom Deutschlandfunk)
Die Sendereihe „Sprechstunde“ von Deutschlandfunk widmet sich regelmäßig medizinischen Alltagsthemen. In einzelnen Folgen unter dem Titel „Medfluenced“ nehmen Expertinnen und Experten populäre Behauptungen aus sozialen Medien unter die Lupe. Statt Schlagzeilen und Halbwahrheiten stehen hier geprüfte Informationen im Vordergrund. Ziel ist es, weit verbreitete Mythen rund um Gesundheit, Ernährung und Therapie kritisch einzuordnen und verständlich aufzuarbeiten.
Bislang sind vier von insgesamt fünf geplanten Folgen erschienen. Behandelt wurden unter anderem die Frage, ob Süßstoffe den Stoffwechsel beeinflussen, ob Soja die Fruchtbarkeit von Männern gefährdet, wie gesund Raps- und Sonnenblumenöl tatsächlich sind und ob Sonnencremes problematische Inhaltsstoffe enthalten. Die Auswahl zeigt: Es geht um Themen, die direkt im Alltag begegnen und viele Menschen verunsichern.
Das Konzept ist einfach, aber wirkungsvoll: Aussagen aus sozialen Medien werden wissenschaftlich überprüft. Dabei kommen Chancen, Risiken und praktische Konsequenzen gleichermaßen zur Sprache. Der Informationswert liegt in der nüchternen Abwägung statt in Schlagworten. Eine Expertin oder ein Experte ordnet dabei in jeder Sendung die Informationen fachlich ein.
Referenzwerte: Überarbeitete Schätzwerte für Vitamin E erschienen
Die Referenzwerte für Vitamin E wurden überarbeitet. Für Erwachsene liegt der Schätzwert nun bei 8 mg pro Tag und fällt damit niedriger aus als bisher. Für Stillende gilt ein Wert von 13 mg pro Tag, während die Empfehlungen für Säuglinge leicht angehoben wurden. Hintergrund ist die veränderte Ableitung, die sich stärker an täglichen Verlusten und an der Bioverfügbarkeit orientiert. Für die Ernährungsberatung bedeutet das, Klientinnen und Klienten weiterhin auf eine vielseitige Ernährung mit Vitamin-E-Quellen hinzuweisen.
Beratungspraxis
Best Practices: GLP-1-Therapie – Worauf im Alltag geachtet werden sollte.
Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid erleichtern zwar die Gewichtsreduktion, können aber auch Muskelmasse verringern. Für die Beratung bedeutet das, Betroffene frühzeitig auf den Erhalt von Muskeln und Knochen hinzuweisen. Ohne zusätzliche Maßnahmen steigt das Risiko für Schwäche, Stürze und eine ungünstige Körperzusammensetzung, die langfristig die Lebensqualität mindert.
Im Beratungsalltag rückt deshalb die Kombination von medikamentöser Behandlung mit Lebensstilmaßnahmen in den Vordergrund. Eine proteinreiche Ernährung, gezieltes Krafttraining und regelmäßige Kontrollen von Gewicht und Muskelkraft sollten verbindlich empfohlen werden. Auch die Gefahr von Jo-Jo-Effekten nach dem Absetzen der Medikamente macht es nötig, auf langsame Gewichtsstabilisierung und den Schutz der Muskulatur hinzuarbeiten.
Besonders ältere Menschen oder Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen sind gefährdet. Hier braucht es klare Empfehlungen, wie Muskelschwund und Knochendichteverlust vermieden werden können. Entscheidend ist es, praktische Strategien leicht umsetzbar zu vermitteln und die Motivation für Bewegung und Ernährung dauerhaft zu stärken.
Praktische Tipps für die Beratung
- Eiweißzufuhr im Speiseplan klar erhöhen.
- Kraft- oder Widerstandstraining regelmäßig einplanen.
- Alltagsbewegung wie Treppensteigen oder Spazierengehen fördern.
- Gewicht, Muskelkraft und Knochengesundheit engmaschig überprüfen.
- Nach Therapieende schrittweise Gewichtsstabilität begleiten.
- Besonders bei Älteren auf Muskel- und Knochenerhalt fokussieren.
- Ernährungspläne so gestalten, dass sie einfach im Alltag umsetzbar sind.
- Betroffene frühzeitig über Risiken und Gegenmaßnahmen aufklären.
Mitgliederservice/ Interna
Neuer Blogbeitrag: Das biopsychosoziale Modell in der Ernährungsberatung
Das biopsychosoziale Modell eröffnet Ernährungsberatern und -therapeuten (und anderen Gesundheitsfachkräften) neue Perspektiven für eine ganzheitliche Betrachtung von Gesundheit und Krankheit. Es verbindet biologische, psychologische und soziale Aspekte und zeigt auf, wie sich diese Ebenen wechselseitig beeinflussen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie das Modell in der Ernährungsberatung angewendet werden kann und welche Vorteile es für die tägliche Praxis bietet.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Krankheitsbedingte Mangelernährung erkennen und behandeln
Kategorie: Webinar/ Online-Seminar
Datum: 01.11.2025
Veranstaltet von: freiraum Seminare
Referierende: Pascal Tribolet, BSc Ernährung und Diätetik
Kosten/ Ermäßigung für Mitglieder: 210 EUR statt 240 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:
Bis zu 60 % aller hospitalisierten Patienten mit chronischen und multimorbiden Erkrankungen leiden an Mangelernährung. Dabei ist deren Einfluss auf Krankheitsverläufe, Genesungschancen und Gesundheitskosten gravierend und gut dokumentiert. Dennoch wird sie in der klinischen Praxis nach wie vor viel zu selten diagnostiziert und behandelt. Angesichts des demografischen Wandels und der steigenden Zahl alter und komplex erkrankter Menschen dürften Behandlung und Management der Mangelernährung künftig zu Schlüsselkompetenzen von Ernährungsfachkräften werden. Doch wie lässt sich Mangelernährung frühzeitig erkennen, valide diagnostizieren und wirksam therapieren – und das möglichst alltagstauglich? Der Schweizer Ernährungswissenschaftler Pascal Tribolet, der seit 20 Jahren zur Mangelernährung forscht, lehrt und berät, gibt einen praxisorientierten Überblick, wie Ernährungsfachkräfte eine Mangelernährung frühzeitig identifizieren und standardisiert diagnostizieren können und welche ernährungstherapeutischen Maßnahmen nötig und wirksam sind – stationär wie ambulant. Dabei baut der Referent das Webinar auf den wegweisenden Ergebnissen der EFFORT-Studie (..deren Mitautor er war) auf und zeigt, wie digitale Tools Ihre Arbeit im klinischen und ambulanten Alltag konkret erleichtern können. Das Webinar bietet die Gelegenheit, sich praxisnah fortzubilden, sich mit Expertinnen und Kolleginnen interaktiv, kollegial und zielgerichtet auszutauschen – für mehr Wirksamkeit im therapeutischen Alltag und bessere Perspektiven für Ihre Patient*innen.
Inhalte:
- Medizinische Grundlagen
- Screening und Diagnostik – Mangelernährung systematisch erfassen
- Therapieziele und Maßnahmen – Was ist realistisch und wirksam?
- Evidenz der Ernährungstherapie
- Praktisches Mangelernährungsmanagement in verschiedenen Settings
- Bearbeitung praxisnaher Fallbeispiele.
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