13.10.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Stress, Gehirn und Blutzucker
Ein Forschungsteam aus New York hat eine direkte Verbindung zwischen dem Angstzentrum des Gehirns und der Leber entdeckt. Diese Nervenschaltung sorgt dafür, dass bei Stress innerhalb weniger Minuten Zucker aus der Leber freigesetzt wird. Damit kann der Körper schnell Energie für eine mögliche Flucht oder Abwehrreaktion bereitstellen. Die Wissenschaftler beobachteten jedoch auch, dass sich bei wiederholtem Stress die Aktivität dieser Verbindung dauerhaft verändert. Das ist mit spürbaren Folgen für den Stoffwechsel verbunden.
Wird der Körper regelmäßig Stress ausgesetzt, kann der Blutzucker dauerhaft steigen. Das Forschungsteam beschreibt, dass sich durch die häufige Aktivierung des Angstzentrums die Steuerung der Leber verändert und die Zuckerproduktion dauerhaft angekurbelt wird. Diese Entdeckung liefert einen möglichen biologischen Mechanismus, der erklärt, warum chronischer Stress langfristig das Risiko für Stoffwechselkrankheiten wie Typ-2-Diabetes erhöht [Sta 2025].
Emotionen, Gehirn und Stoffwechsel wirken somit eng zusammen. Für die Ernährungsberatung und Gesundheitsvorsorge bedeutet das: Stressbewältigung ist mehr als psychische Hygiene, es ist auch Stoffwechselpflege. Wer Stress reduziert und achtsam isst, kann nicht nur das Wohlbefinden verbessern, sondern aktiv etwas für stabile Blutzuckerwerte und die eigene langfristige Gesundheit tun.
Vorgestellt
Tests: Urinanalysen – unterschätzte Tools in der Ernährungstherapie?
Während Blutwerte in der Ernährungsberatung längst etabliert sind, fristen Urinanalysen oft ein Schattendasein. Dabei liefert Urin ebenfalls wertvolle Hinweise auf die Nährstoffversorgung, auf Stoffwechselprozesse und sogar oxidative Belastungen. Die Tests sind dabei schmerzfrei und unkompliziert. Ob Proteinstatus, Mineralstoffausscheidung oder Vitaminverluste: Was über die Nieren ausgeschieden wird, kann therapeutisch hochinteressant sein.
Warum sie selten genutzt werden
Die Praxis zeigt aber, dass Urinanalysen oft an ganz pragmatischen Dingen scheitern. Die 24-Stunden-Sammlung ist unhandlich, die Auswertung teilweise teuer und viele Menschen empfinden das Sammeln als unangenehm. Auch das Verständnis für die Aussagekraft von Urinwerten ist oftmals begrenzt, sowohl auf Patienten- als auch auf Therapeutenseite.
Zukunftspotenzial ist vorhanden
Neue Technologien wie getrocknete Urinproben (Dried Urine Spots) oder smarte Teststreifen mit App-Auswertung könnten das ändern. Sie machen Urinanalysen alltagstauglicher und helfen, personalisierte Ernährung noch objektiver zu gestalten. Vielleicht ist es an der Zeit, diesem alten Klassiker der Diagnostik einen frischen Platz in der modernen Beratung einzuräumen.
Methoden im Überblick:
- Labordiagnostik (z. B. 24h-Urin): Für detaillierte Mikronährstoffanalysen, Hormonstatus oder toxikologische Untersuchungen. Goldstandard, aber aufwendiger.
- Urin-Teststreifen (klassisch, z.B. aus der Apotheke): Schnelltests für pH, Glukose, Ketone etc. Nützlich zur Eigenkontrolle, z. B. bei ketogener Diät oder einer Diabetes-Erkrankung.
- Automatisierte Sensorgeräte (z. B. Medipee, U-Scan Nutrio): Feste Installation an der Toilette mit App-Anbindung. Ziel ist die bequeme, kontinuierliche Analyse im Alltag.
- Dried Urine Spots (DUS): Getrocknete Urinproben, einfach zu Hause entnehmbar und per Post versendbar. Ideal für Verlaufsanalysen (z. B. Hormone, Vitamine). Spezialtechnologie, bislang meist im Forschungssetting verwendet.
Urinanalysen bieten eine spannende Möglichkeit, Ernährungszustand, Stoffwechselbelastungen und Therapieeffekte objektiv zu erfassen. Dank neuer Technologien wird der Zugang alltagstauglicher.
Beratungspraxis
Best Practices: Essen gegen chronische Schmerzen
Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Ernährung eine zentrale Rolle bei der Schmerzlinderung spielt. Eine ausgewogene, pflanzenbetonte und kalorienbewusste Kost kann Entzündungen im Körper reduzieren, das Schmerzempfinden senken und die Lebensqualität verbessern [Fie 2020].
Besonders gut belegt sind Ernährungsmuster, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch sind. Mediterrane und antientzündliche Kostformen liefern viele antioxidative und entzündungshemmende Stoffe, die die körpereigene Schmerzregulation unterstützen [Kau 2020]. Studien zeigen zudem, dass eine kalorienbewusste Ernährung mit besserer Lebensqualität und weniger Schmerzintensität verbunden ist [Lou 2022]. Auch regelmäßige Mahlzeiten und die Reduktion stark verarbeiteter Produkte tragen dazu bei, Schmerzen zu verringern [Bal 2020].
Für die Ernährungsberatung eröffnet das neue Perspektiven: Ernährung kann präventiv und therapeutisch als fester Bestandteil einer Schmerztherapie eingesetzt werden. Menschen mit chronischen Beschwerden profitieren, wenn sie den Fokus auf Ernährungsqualität, Entzündungshemmung und stabile Essgewohnheiten legen. Eine konsequent umgesetzte Ernährungsstrategie kann das Schmerzempfinden langfristig mindern und das allgemeine Wohlbefinden verbessern [Dra 2020].
Ernährungsansätze bei chronischen Schmerzen
- Mediterrane Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst, Olivenöl und Fisch.
- Pflanzlich betonte Kost mit hohem Anteil an Ballaststoffen und Antioxidantien.
- Kalorienbewusste Ernährung, um Entzündungen im Fettgewebe zu senken.
- Reduktion von Zucker, Weißmehl, verarbeitetem Fleisch und gesättigten Fettsäuren.
- Ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Algen oder Leinsamen.
- Regelmäßige Mahlzeiten und stabile Essstrukturen zur Stoffwechselregulation.
- Bevorzugen frischer und wenig verarbeiteter Lebensmittel.
- Anpassen der Portionsgrößen und bewusstes, langsames Essen.
Diese Prinzipien bilden eine wissenschaftlich fundierte Grundlage, um Schmerzen langfristig zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Mitgliederservice/ Interna
FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen
Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen hin:
Neue Veranstaltungsübersicht mit ermäßigten Fort- und Weiterbildungen für unsere Mitglieder. Planen Sie bereits erste Seminare für 2026.
Essen gegen Schmerzen: Was kann die Ernährung gegen chronische Schmerzen beitragen? 15 Ernährungsoptionen zur Linderung chronischer Schmerzen. Als Handout für unsere Mitglieder verfügbar.
Lebensmitteltabelle: Die Gehalte von Leucin (gering, moderat, hoch) von ca. 400 Grundnahrungsmitteln für unsere Mitglieder als Download verfügbar.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Multiple Sklerose und Ernährung – Grundlagen und Diätetik für eine sichere und kompetente Begleitung
Typ: Online-Seminar
Datum: 08.11.2025
Veranstaltet von: DiaEATa-Akademie
Referierende: Dr. Petra Goergens
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 220 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstaltung:
Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung (Autoimmunerkrankung), die i.d.R. zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr beginnt. Dabei kann es zu Entzündungsherden in Gehirn und Rückenmark kommen, sodass Befehle und Reize, die von unseren Gehirnzellen an Muskeln oder Organe gesendet werden, verzögert oder gar nicht an ihren Zielorten ankommen (auch umgekehrt). MS-Betroffene werden mit vielen, häufig widersprüchlichen und dogmatischen, Ernährungsratschlägen konfrontiert und verunsichert. Auf der Grundlage der jahrelangen Erfahrung in der Ernährungstherapie mit MS-Betroffenen gehen wir genau den Fragen und Themen nach, die die Betroffenen bewegen. Die Teilnehmer*innen erhalten ein stabiles Grundgerüst für die ernährungstherapeutische Beratung von MS-Betroffen, um sie sicher und kompetent zu begleiten.
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