08.12.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Neutropenische Diät nach Transplantation auf dem Prüfstand
Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus Köln zeigt, dass der strikte Verzicht auf rohe oder wenig erhitzte Lebensmittel nach einer Stammzelltransplantation keinen erkennbaren Infektionsschutz bietet. Die Auswertung mehrerer Studien legt nahe, dass die lange empfohlene neutropenische Diät ihre beabsichtigte Wirkung nicht erreicht. Stattdessen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine solche Einschränkung eher den Alltag belastet und die Ernährungssituation verschlechtert.
Besonders auffällig ist, dass Betroffene mit einer weniger strengen Ernährung häufiger ihr Körpergewicht stabil halten und von einer besseren Lebensqualität profitieren. Sie essen vielfältiger und fühlen sich weniger eingeschränkt, ohne höheren Infektionsraten ausgesetzt zu sein. Einzelne Hinweise auf ungünstige Verläufe bei Kindern verdeutlichen jedoch, dass Ergebnisse für pädiatrische Gruppen separat geprüft werden müssen.
Die Autorengruppe plädiert dafür, Ernährungsempfehlungen stärker auf Lebensmittelsicherheit, individuelle Vorlieben und gut belegte Hygieneregeln zu stützen. Pauschale Verbote erscheinen nach aktuellem Kenntnisstand unnötig. Ein flexibler Ansatz berücksichtigt die Belastung des Genesungsprozesses und ermöglicht eine bessere Energie- sowie Nährstoffzufuhr. Für viele zeigt sich damit ein gangbarer Weg zu mehr Normalität.
Vorgestellt
App und Website: Neatic
Neatic stellt eine einfache Methode vor, die den Blick für drei Zutaten schärft, die häufig zu größerem Appetit führen: Aromen, Süßungsmittel und Zucker. Die App hilft, solche Zusatzstoffe in alltäglichen Produkten zu erkennen und bewusster zu wählen. Das Modell verzichtet auf komplizierte Vorgaben und nutzt lediglich die Zutatenliste als Orientierung. Ziel ist eine natürliche Ernährungsweise, die ohne schnelle Versprechen auskommt und schrittweise stabile Gewohnheiten fördert.
Das begleitende 12-Wochen-Programm vermittelt Grundlagen, die sich ohne großen Aufwand in den Alltag einbauen lassen. Jede Woche widmet sich einem klaren Thema wie Motivation, Gewohnheiten, Einkauf oder Umgang mit Hunger und Appetit. Die Inhalte bauen aufeinander auf und geben praktische Impulse für eine langfristige Veränderung des Essverhaltens. Ergänzend stehen Rezepte, alltagstaugliche Aufgaben sowie ein strukturiertes Arbeitsbuch zur Verfügung.
Die kostenlose App erleichtert den Einstieg, indem sie bei der Lebensmittelauswahl unterstützt und den eigenen Zuckerkonsum sichtbar macht. Das Programm eignet sich für alle Altersgruppen und Lebenssituationen, da es auf realistische Schritte setzt statt auf strenge Verbote. Am Ende entsteht ein flexibler Werkzeugkasten aus Wissen, Routinen und alltagstauglichen Strategien, der dauerhaft zu bewussteren Entscheidungen führen kann.
Beratungspraxis
Best Practices: Empfehlungen für die Jodzufuhr zwischen Über- und Unterversorgung
Aktuelle Analysen zeigen eine widersprüchliche Entwicklung. Während viele Menschen in Deutschland weiterhin zu wenig Jod aufnehmen, tauchen gleichzeitig Lebensmittel auf, die extrem hohe Mengen enthalten. Besonders einige Algenprodukte weisen stark schwankende Werte auf, die ohne Kennzeichnung kaum zu erkennen sind. Dadurch entsteht ein Risiko für eine unerwartet hohe Zufuhr, obwohl Jod in der normalen Ernährung selten in übermäßigen Mengen vorkommt. Die fehlende Transparenz erschwert eine sichere Orientierung und verstärkt die Unsicherheit im Umgang mit solchen Produkten.
Gleichzeitig belegen Studien, dass die allgemeine Versorgung wieder rückläufig ist [BfR 2025]. Ein großer Teil der Bevölkerung nutzt weniger jodiertes Speisesalz, während die Lebensmittelindustrie seltener jodiertes Salz einsetzt. Dadurch sinkt die Aufnahme im Alltag, oft ohne dass es bewusst wahrgenommen wird. Das Wissen über Bedeutung und Folgen eines Mangels ist ebenfalls geringer geworden. Die Auswirkungen zeigen sich in Beschwerden, die zunächst unspezifisch erscheinen, aber langfristig deutliche Veränderungen der Schilddrüse begünstigen können.
Empfehlungen für die Praxis
- Jodsalz im Haushalt verwenden und beim Kochen bewusst einsetzen.
- Regelmäßig geeignete natürliche Quellen einbauen, jedoch Algen nur mit klaren Mengenangaben nutzen.
- Produkte mit stark schwankenden Jodgehalten kritisch prüfen.
- Bei geringerer Aufnahme ergänzende Präparate erwägen, vorzugsweise mit/ nach professioneller Beratung.
- Fertigprodukte reduzieren, da sie meist Salz ohne Jod enthalten.
Die aktuelle Lage zeigt ein Spannungsfeld zwischen zu wenig Jod im Alltag und einzelnen Lebensmitteln mit sehr hohen Konzentrationen. Eine verlässliche Einordnung hilft, Mangel vorzubeugen und unnötige Risiken zu vermeiden. Ernährungsfachkräfte können wesentlich dazu beitragen, Orientierung zu schaffen und eine stabile, alltagsnahe Versorgung zu fördern.
Mitgliederservice/ Interna
FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen
Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Plattform hin.
Vitamin D – Mythen vs. Fakten: Die wesentlichen Inhalte des Kurzprofils über Vitamin D umfassen Mythen und Fakten, darunter die Behauptung, dass Vitamin D kein echtes Vitamin ist, dass Sonnenlicht zur Deckung des Bedarfs ausreicht oder dass eine höhere Dosis nicht immer besser ist. Nutzen Sie das Handout in der Prävention und Therapie von Knochen- oder Autoimmun-Erkrankungen.
PCOS – 12 Ernährungsoptionen: Das Handout bietet 12 Ernährungsoptionen zur Linderung von PCOS-Symptomen. Wichtige Aspekte sind u.a. eine niedrigere glykämische Last, eine optimierte Proteinzufuhr, eine höhere Aufnahme an Omega-3-Fettsäuren sowie der gesteigerte Ballaststoffkonsum.
Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Ernährungstherapie bei Essstörungen (Einsteiger-Seminar)
Veranstaltungstyp: Online-Seminar bzw. Webinar
Datum: 23.01., 29.01. und 05.02.2026
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Sonja Beinlich, M. Sc. Oecotrophologie
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 10 Prozent Rabatt auf 399 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Das Seminar vermittelt einen fundierten Einstieg in die Ernährungstherapie bei Essstörungen wie Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Im Zentrum stehen das Verständnis für die spezifische Klientel sowie die Reflexion der eigenen Haltung als Ernährungsberaterin oder Ernährungsberater. Eine tragfähige therapeutische Beziehung gilt als entscheidender Erfolgsfaktor und wird daher ausführlich thematisiert.
Die Teilnehmenden lernen zentrale Konzepte der Ernährungstherapie bei unterschiedlichen Essstörungen kennen, werden auf typische Stolpersteine hingewiesen und erhalten konkrete Hilfen für die Umsetzung im Beratungsalltag. Fallbeispiele dienen dazu, das Gelernte praxisnah zu üben und zu vertiefen.
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