FETeV Newsletter 2025-44

15.12.2025

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Studiendaten: Pflanzenbasiert essen, Rosacea-Risiko senken

Eine große Auswertung britischer Gesundheitsdaten zeigt: Entscheidend ist nicht allein, wie pflanzenbasiert jemand isst, sondern welche Art pflanzlicher Lebensmittel auf dem Teller landet. Menschen, die regelmäßig Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte verzehren, erkrankten seltener an Rosacea. Dagegen war ein hoher Konsum stark verarbeiteter pflanzlicher Produkte wie Weißmehlgebäck, Süßwaren oder zuckerhaltiger Getränke mit einem höheren Risiko verbunden [Zha 2025].

Die Studie begleitete knapp 200.000 Personen über rund 13 Jahre. In dieser Zeit wurden etwas mehr als tausend neue Rosacea-Fälle registriert. Schon moderate Verbesserungen in der Ernährungsqualität wirkten sich positiv aus. Besonders günstig schienen Nüsse und Hülsenfrüchte, während viel Fleisch das Risiko deutlich steigen ließ. Die Ergebnisse galten unabhängig von Alter, Geschlecht oder Körpergewicht, waren bei hohem Alkoholkonsum jedoch ungünstiger.

Die Forschenden vermuten, dass eine gesunde pflanzenbetonte Ernährung das Immunsystem günstig beeinflusst und zu weniger entzündlichen Reaktionen beiträgt. Wer empfindliche Haut hat oder familiär vorbelastet ist, kann daher gezielt auf vollwertige pflanzliche Lebensmittel setzen. Die Basis-Empfehlung lautet: Öfter Gemüse und Vollkorn, seltener süße Snacks und raffinierte Produkte.


Umfrage: Nachhaltige Ernährung in der Berufspraxis von Ernährungsfachkräften

Die Umfrage richtet sich an berufstätige Ernährungsfachkräfte. Sie ist Teil einer Promotion am Lehrstuhl für Ernährungssoziologie der Universität Bayreuth und befasst sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit in der Berufspraxis von Ernährungsfachkräften“. Ziel der Studie ist es, Einblicke in die Barrieren und Unterstützungsbedarfe zu gewinnen, die Fachkräfte im Zusammenhang mit nachhaltigem Handeln im Arbeitsalltag erleben. 

Zur Teilnahme eingeladen sind Diätassistent:innen, Ernährungsfachkräfte und Absolvent:innen einschlägiger Studiengänge (z. B. Ökotrophologie, Ernährungswissenschaften, Public Health Nutrition) aus den Bereichen:

  • Ernährungsberatung/-therapie (ambulant oder stationär)
  • Klinisches oder betriebliches Verpflegungsmanagement
  • Stationäre oder ambulante Rehabilitation

Die Teilnahme ist anonym und dauert etwa 10 Minuten. Wir bedanken uns im Voraus für Ihre Teilnahme.


Best Practices: Optimale Vorbereitung für eine erfolgreiche Darmspiegelung

Eine aktuelle US-Expertenempfehlung zeigt, dass die Qualität der Darmreinigung stark darüber entscheidet, wie gut eine Darmspiegelung gelingt [Jac 2025]. Je sauberer der Darm ist, desto zuverlässiger lassen sich krankhafte Veränderungen entdecken und Krebs vorbeugen. Zwischen den verschiedenen Trinklösungen gibt es keine eindeutigen Sieger, aber geringe Flüssigkeitsmengen werden oft besser vertragen. Die Fachleute empfehlen zudem, die Einnahme in zwei Etappen aufzuteilen, damit der Darm gleichmäßig gereinigt bleibt.

Wichtig ist eine gute Vorbereitung am Tag vor der Untersuchung. Die Ernährung muss nicht Tage vorher eingeschränkt werden. Es genügt, am Vortag leichte Kost oder klare Flüssigkeiten zu wählen. Viele Menschen empfinden diese Empfehlung als angenehmer und halten sich besser daran. Zusätzlich können digitale Erinnerungen, Videos oder eine kurze telefonische Begleitung helfen, die Abläufe richtig einzuhalten. Das steigert die Qualität und verhindert, dass ein Termin wiederholt werden muss.

Auch vor Ort kann die Sicht verbessert werden. Ärztinnen und Ärzte sollten sich nicht allein auf Angaben der Patientinnen oder Patienten verlassen, sondern die Vorbereitung bei Bedarf direkt während der Untersuchung optimieren. Wenn die Reinigung wirklich nicht ausreicht, wird eine zeitnahe Wiederholung empfohlen, um keine wichtigen Befunde zu übersehen.

10 praktische Empfehlungen

  1. Die Anleitung zur Vorbereitung vollständig und frühzeitig lesen, um Missverständnisse zu vermeiden.
  2. Am Vortag leichte Kost oder klare Flüssigkeiten wählen und ballaststoffreiche Speisen meiden.
  3. Die Trinklösung unbedingt in zwei Etappen einnehmen, damit der Darm bis zur Untersuchung sauber bleibt.
  4. Genug zusätzliches Wasser trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und die Wirkung zu unterstützen.
  5. Smartphone-Erinnerungen oder schriftliche Checklisten nutzen, um den Zeitplan einzuhalten.
  6. Bei Unsicherheiten oder Medikamenten (z. B. gegen Diabetes oder Blutverdünner) Rücksprache mit der behandelnden Praxis halten.
  7. Stress vermeiden und genügend Zeit für Ruhepausen einplanen.
  8. Eine Begleitperson für Hin- und Rückfahrt organisieren, da man nach der Untersuchung nicht selbst fahren darf.
  9. Bei Schwierigkeiten mit der Lösung (Geschmack, Übelkeit) kleine Pausen machen, Trinktemperatur anpassen oder mit Strohhalm trinken.
  10. Rückmeldung geben, wenn die Vorbereitung trotz aller Maßnahmen nicht gelingt, damit die Praxis rechtzeitig reagieren kann.

Fachgesellschaften mahnen an, dass mindestens neun von zehn Untersuchungen mit ausreichend gereinigtem Darm stattfinden sollten. Dies dient der Sicherheit und macht die Darmkrebsvorsorge wirksamer.


Online-Seminar: Darm trifft Hirn, Mikrobiota und Ernährung bei neurologischen Erkrankungen

Veranstaltungstyp: Online-Seminar
Datum: 28.01.2026, 18:00 bis 19:45 Uhr
Veranstaltet von: DGMIM
Referierende: Prof. Dr. Marie Christine Simon, Dr. Janis Bedarf
Kosten / Rabatt für Mitglieder: Teilnahme ist kostenlos
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

Das Seminar beleuchtet die Verbindung zwischen Darm und Gehirn sowie die Rolle der Mikrobiota bei neurologischen Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Erkenntnisse zur Wechselwirkung zwischen Ernährung, Darmflora und neuronalen Prozessen. Die Veranstaltung richtet sich an Fachpersonen, die ein vertieftes Verständnis der ernährungsmedizinischen Zusammenhänge im Kontext neurologischer Erkrankungen gewinnen möchten. Das Seminar ist bei der Ärztekammer Baden Württemberg zur Anerkennung eingereicht und wird voraussichtlich mit 2 CME Punkten zertifiziert. Eine Registrierung ist erforderlich. Weitere Informationen zum Programm folgen.


Zum Abschluss

Das Jahr wiegt schwer zwischen Antworten und Fragen,
zwischen Diskussionen, Krisen und fordernden Tagen.
Ein Jahr, das mehr verlangte, als es versprach,
voll Tempo, Reibung und manchem denkwürdigen Danach.

Unsere Wertschätzung gilt Ihrem persönlichen Beitrag,
der trägt, auch wenn er nicht öffentlich sichtbar sein mag.
Sie hielten Maß, wo Extreme regierten,
und blieben zugewandt, wo andere polarisierten.

Sie prägen Qualität, Haltung und Richtung weise,
dafür danken wir Ihnen aufrichtig und leise.
Möge Ihnen Weihnachten Ruhe jenseits der Sorgen schenken,
Zeit zum Atemholen, Innehalten und zuversichtlichem Denken.

Wir verabschieden uns für dieses Jahr und bedanken uns bei allen Lesern und Mitgliedern für ihr Interesse und ihre Treue. Bis zum nächsten Jahr!