03.02.2025
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Neue Adipositas-Diagnose mit Blick auf Organe und Funktion vorgeschlagen
Die bisherige Diagnose von Adipositas orientiert sich gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem am Body-Mass-Index (BMI). Ein internationales Expertengremium schlägt nun vor, den Fokus zu erweitern [Rub 2025]. Künftig soll Adipositas nicht nur anhand des Körpergewichts, sondern auch durch Organfunktionen und Gewebegesundheit bewertet werden. Eine klare Unterscheidung zwischen klinischer und präklinischer Adipositas steht dabei im Mittelpunkt.
- Klinische Adipositas: Liegt vor, wenn Organe oder Gewebe durch das Körperfett geschädigt sind und Funktionen eingeschränkt werden. Betroffene zeigen oft Symptome wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Mobilitätseinschränkungen.
- Präklinische Adipositas: Hier sind Organe und Gewebe noch intakt, jedoch besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden.
Die Fachleute fordern, den BMI nur noch für epidemiologische Studien und Screenings zu nutzen. Auf individueller Ebene sollen Körperfettmessungen, Taillenumfang oder das Verhältnis von Taille zu Hüfte die Diagnose unterstützen. Diese differenzierte Betrachtung soll zu präziseren Therapieansätzen führen, die besser auf den Gesundheitszustand der Betroffenen abgestimmt sind.
Die Deutsche Adipositas Gesellschaft begrüßt die Initiative ausdrücklich. Sie betont, dass die neue Definition den komplexen Ursachen der Erkrankung gerechter wird und personalisierte Therapieoptionen ermöglicht. Dies könnte nicht nur die Versorgung verbessern, sondern auch die Ressourcen im Gesundheitswesen entlasten.
Vorgestellt
Report: Trendreport Ernährung 2025 – Zwischen Eigenverantwortung und Innovation
Die Art, wie gegessen wird, verändert sich grundlegend – das zeigt der aktuelle Trendreport Ernährung 2025. Essen ist längst nicht mehr nur Nahrungsaufnahme, sondern Ausdruck persönlicher Werte, Gesundheitsbewusstsein und Nachhaltigkeit. 199 ErnährungsexpertInnen haben die wichtigsten Entwicklungen analysiert. Der klare Spitzenreiter: Eine pflanzenbetonte Ernährung, die nicht auf strenge Verbote setzt, sondern auf genussvolle Vielfalt. Gleichzeitig gewinnt die personalisierte Ernährung an Bedeutung – Apps und digitale Tools ermöglichen maßgeschneiderte Empfehlungen für individuelle Bedürfnisse.
Neben neuen Ernährungsformen bestimmen technologische Innovationen die Branche. Künstliche Intelligenz hilft bei der Entwicklung neuer Lebensmittel und optimierter Ernährungspläne. Gleichzeitig stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann gesunde Ernährung für alle zugänglich bleiben? Ernährungsarmut ist ein wachsendes Problem, das soziale und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Bildungsprojekte und nachhaltige Initiativen setzen hier an, um gesunde Ernährung für möglichst viele Menschen zu ermöglichen.
Ein weiterer Trend ist die zunehmende Verschmelzung von Umweltbewusstsein und Ernährung. Konsumenten und Konsumentinnen setzen verstärkt auf regionale und saisonale Produkte, während die Landwirtschaft mit innovativen Methoden wie regenerativer Landwirtschaft reagiert. Auch die Getränkekultur verändert sich: Alkoholfreie Alternativen sind gefragt wie nie und etablieren sich als fester Bestandteil der Bar-Szene. Ob individuelle Gesundheitsoptimierung, neue Genusskultur oder nachhaltige Lösungen – die Ernährungstrends 2025 zeigen, dass bewusste Entscheidungen den Weg in eine gesündere Zukunft ebnen.
Beratungspraxis
Beratungsmethode: Mentales Kontrastieren
Mentales Kontrastieren ist eine wirkungsvolle Strategie, um Ziele nicht nur zu setzen, sondern sie auch wirklich zu erreichen. Dabei werden sowohl die positiven Aspekte des Ziels als auch mögliche Hindernisse bewusst gemacht. Diese Kombination schafft eine realistische Erwartungshaltung und erhöht die Motivation, dranzubleiben. Die Methode wurde von der Psychologin Gabriele Oettingen entwickelt. Sie ist Professorin für Psychologie an der New York University und der Universität Hamburg. Die Technik basiert auf ihren Forschungen zur Motivation und Selbstregulation und ist Teil der von ihr entwickelten WOOP-Methode (Wish, Outcome, Obstacle, Plan).
Besonders beim Abnehmen könnte sich der Nutzen dieser Technik zeigen. Wer sich nicht nur das gewünschte Ergebnis vor Augen führt, sondern auch typische Stolpersteine erkennt, kann gezielt darauf reagieren. Diese lassen sich zum Beispiel durch Wenn-Dann-Pläne entschärfen. Die vorausschauenden Strategien machen es leichter, langfristig am Ziel festzuhalten.
Theoretisches Beispiel: Abnehmen als Ziel
- Ziel definieren (Wish): Ich möchte 10 kg abnehmen, um mich fitter und gesünder zu fühlen.
- Ergebnis visualisieren (Outcome): Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt, das Ziel erreicht zu haben: Ich bin energiegeladener, meine Kleidung sitzt besser und ich fühle mich selbstbewusster.
- Hindernisse identifizieren (Obstacle): Ich überlege mir, was mich davon abhalten könnte, das Ziel zu erreichen. Zum Beispiel:
- Ich greife in Stresssituationen oft zu ungesunden Snacks.
- Nach einem langen Arbeitstag fühle ich mich zu müde, um Sport zu machen.
- Ich finde es schwierig, mich bei Einladungen oder Feierlichkeiten zurückzuhalten.
- Einen Plan entwickeln (Plan): Ich überlege mir konkrete Strategien, wie ich die Hindernisse überwinden kann. Dafür nutze ich Wenn-Dann-Pläne:
- Wenn ich gestresst bin, dann trinke ich erst ein Glas Wasser und esse einen gesunden Snack, bevor ich zu anderen Lebensmitteln greife.
- Wenn ich abends müde bin, dann mache ich zumindest eine kurze 10-minütige Bewegungseinheit, um in der Routine zu bleiben.
- Wenn ich zu einer Feier gehe, dann esse ich vorher eine kleine gesunde Mahlzeit, um weniger in Versuchung zu kommen.
Die Stärke des mentalen Kontrastierens liegt in der Verbindung von Vision und Realität. Es hilft, Ziele mit einem klaren Plan zu verfolgen, statt sich nur auf die Motivation zu verlassen. Wer sich Hindernisse bewusst macht und gezielt vorbereitet, erhöht seine Erfolgschancen deutlich – und bleibt auch bei Rückschlägen handlungsfähig.
Ein umfassender Beitrag zu den kognitiven und motivationalen Mechanismen des mentalen Kontrastierens ist auf der Website der Universität Hamburg zu finden.
Interna/ Mitgliederservice
Download: Haar-/ Nagelgesundheit und Ernährung
Anfang 2025 startete das neue, fortlaufend erweiterbare Beratungspaket „Unser Körper“. Es beleuchtet vielfältige Aspekte zu Organen, Geweben und Regulationssystemen mit Schwerpunkt auf Wohlbefinden und ausgewogener Ernährung.
Die einzelnen Themen eignen sich für die fundierte Ernährungs- und Gesundheitsberatung und tragen so zur Vermittlung relevanter Kenntnisse bei. Sie sind praxiserprobt und lassen sich direkt im Beratungsalltag anwenden.
In dieser Woche steht unseren Mitgliedern als viertes Thema „Haar-/Nagelgesundheit und Ernährung“ zum Download zur Verfügung.
Veranstaltung (extern)
Online-Seminar: BIA-Interpretation bei Adipositas XXL und Bariatrie
Typ: Online-Seminar
Datum: 13.03.2025
Veranstaltet von: EWD Meinhold
Referierende: Christof Meinhold
Kosten/ Rabatt für Mitglieder: 10 % auf 220 EUR (wenn der Rechnungsempfänger persönlich Mitglied ist)
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
In diesem Onlineseminar lernen Sie Ergebnisse der Bioelektrischen Impedanz-Analyse von Patienten mit Adipositas XXL und in der Bariatrie zu interpretieren und mit Patienten, Ärzten oder Therapeuten zu besprechen.
Unterstützen Sie Menschen in der multimodalen Adipositastherapie sowie prä- und postoperativ bei bariatrischen Eingriffen durch regelmäßige Messungen der Körperzusammensetzung und dem weitestgehenden Erhalt oder Aufbau von stoffwechselaktiver Zell- und Muskelmasse.
Trainieren Sie die BIA-Interpretation in den Bereichen Fettdepots, Körperwasser, stoffwechselaktive Zell- und Muskelmasse in Gruppenarbeiten und berücksichtigen Sie diese Erkenntnisse bei der Entwicklung von individuellen Ernährungsinterventionen.
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