FETeV Newsletter 2026-18

11.05.2026

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Scoping Review: Ernährungsstrategien unter Semaglutid und Tirzepatid sind kaum evidenzbasiert

Ein systematisches Scoping-Review hat untersucht, welche Ernährungsinterventionen oder Ernährungsassessments in Studien zu Semaglutid und Tirzepatid bei Adipositas oder Typ-2-Diabetes tatsächlich integriert wurden. Eingeschlossen wurden 12 Studien, überwiegend randomisierte kontrollierte Forschungsarbeiten, mit sehr heterogenen Ernährungskomponenten von VLCD- und (low-energy) ketogenen Ansätzen bis zu allgemeiner Lebensstilberatung und rein beobachtenden Ernährungsanalysen.

Über alle Studien hinweg zeigte sich eine deutliche Reduktion der Energieaufnahme (24 bis 39 %), gleichzeitig entfielen in einzelnen Untersuchungen bis zu 40 % des Gewichtsverlusts auf die fettfreie Masse. Das systematische Erfassen der Protein- oder Mikronährstoffzufuhr war selten. Nur drei Studien banden Ernährungsfachkräfte strukturiert ein. Real-World-Daten deuten zudem auf relevante Versorgungslücken hin, mit einer häufig unzureichenden Proteinaufnahme und breiten Mikronährstoffdefiziten sowie einer geringen Rate an ernährungstherapeutischer Begleitung.

Daraus leitet sich die Forderung ab, dass eine frühe ernährungstherapeutische Einbindung, eine proteinbetonte nährstoffdichte Kost und routinemäßiges Monitoring (inklusive Mikronährstoffen und Körperzusammensetzung) priorisiert werden sollten. Bis robuste, gut designte Studien vorliegen, erscheint eine Orientierung an bariatrienahen Standards zur Prävention von Mangelzuständen und zur Minimierung von Muskelverlust plausibel.


Fachbuch: Ernährungskunde und Diätetik

Zwischen aktueller Forschung und medialen Heilsversprechen wird Orientierung in Ernährungsfragen zunehmend anspruchsvoll. Vereinfachte Botschaften, Produktmarketing und Halbwissen führen nicht nur zu Verunsicherung, sondern können auch die Versorgungsqualität beeinträchtigen. Dieses praxisbezogene Lehrbuch setzt genau hier an und verbindet wissenschaftliche Evidenz mit konkretem Nutzen für den Berufsalltag in Beratung und Therapie.

Im Fokus stehen die Grundlagen der Ernährungskunde, die Einordnung verschiedener Ernährungsformen sowie die Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln. Ergänzend werden Ernährungsthemen in unterschiedlichen Lebensphasen aufgegriffen und die Ernährungstherapie häufiger Erkrankungen systematisch eingeordnet, darunter metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2. Das Buch ist klar strukturiert und auf Anwendbarkeit ausgelegt, sodass es sowohl zur fachlichen Einordnung als auch als belastbare Grundlage für Beratungsgespräche genutzt werden kann.

Noreen Neuwirth, Martin Smollich: Ernährungskunde und Diätetik, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, März 2026, 542 Seiten, EAN 978-3804746336


Good Practice: Ernährungsstrategien zum Knochenschutz

Für den Knochenerhalt sind in der Beratung vor allem drei Hebel praxisrelevant: eine adäquate Proteinversorgung, eine verlässliche Calcium- und Vitamin D-Zufuhr sowie ein Augenmerk auf Körpergewicht und Muskelmasse. Für ältere Menschen ab 65 Jahren mit erhöhtem Frakturrisiko wird mindestens 1,0 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag empfohlen. Die frühere Säurelast-Hypothese ist widerlegt. Nahrungsprotein senkt den systemischen pH-Wert nicht und führt nicht zu einem Calciumabbau aus den Knochen.

Calcium und Vitamin D bilden die mikronährstoffliche Basis des Knochenschutzes. Calcium sollte mit 1000 mg pro Tag vorrangig über die Nahrung gedeckt werden, insbesondere über fermentierte Milchprodukte sowie calciumreiche Mineralwässer mit über 300 mg pro Liter. Pflanzliche Calciumquellen können aufgrund von Oxalaten oder Phytaten eine geringere Bioverfügbarkeit aufweisen. Vitamin D ist für die Calciumaufnahme im Darm zwingend erforderlich und über die Ernährung kaum ausreichend erreichbar. Daher wird eine Supplementierung von 800 bis 1000 IE pro Tag empfohlen, maximal 4000 IE.

Auf einen Blick

  • Protein: ab 65 Jahren mit erhöhtem Frakturrisiko mindestens 1,0 g pro kg Körpergewicht und Tag, keine Säurelast-bedingte Knochenschädigung.
  • Calcium: 1000 mg pro Tag, primär über fermentierte Milchprodukte und calciumreiches Mineralwasser, Supplemente vor allem begleitend zur Osteoporosetherapie, Gesamtzufuhr maximal 2500 mg pro Tag.
  • Vitamin D: 800 bis 1000 IE pro Tag supplementieren, maximal 4000 IE.
  • Gewicht und Körperzusammensetzung: BMI unter 18,5 und Mangelernährung als Risikofaktoren, Fokus auf Muskelmasse, hoher Fettanteil eher ungünstig.
  • Alltagseinordnung: keine Routine-Supplementierung von Vitamin K2, Kaffee bis drei Tassen pro Tag unbedenklich, übermäßiger Alkohol erhöht das Frakturrisiko linear.

FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen

Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Website hin.

🔒 Folienset Meal Prepping: Es steht ein neues Folienset im Powerpoint-Format zum Thema Meal Prepping zum Download zur Verfügung. Die Inhalte können angepasst und einzelne Folien auch als (Info-)Grafiken gedruckt werden.

Grundlagenartikel ADHS: Der Grundlagenartikel zur Ernährung bei Betroffenen mit ADHS im Erwachsenenalter mit den zentralen Ernährungshebeln wurde überarbeitet und steht ab sofort zur Verfügung.

Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.


Online-Seminar: Stark in der BGF – Von Angebot bis Abrechnung

Veranstaltungstyp: Online-Seminar / Webinar
Datum: 03.06.2026
Veranstaltet von: essenz wissenswerk
Referierende: Dr. Heike Niemeier
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 139 EUR inkl. MwSt.
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

In der BGF braucht es klare Strukturen, auch vom Erstellen des Angebots bis zur Abrechnung. In dieser kompakten Fortbildung lernen Sie, wie Sie Angebote professionell gestalten, realistisch kalkulieren und transparent abrechnen, damit sich Ihr Engagement wirklich auszahlt.

Sie erhalten praxiserprobtes Wissen, hilfreiche Tools und Best-Practice-Beispiele.