FETeV Newsletter 2026-19

18.05.2026

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Der Newsletter erscheint bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich.


Meta-Analyse: Ernährungsinterventionen bei Diabetes mellitus Typ 2 im Vergleich

Die Meta-Analyse analysierte 18 randomisierte Studien mit knapp1.700 Personen mit Typ-2-Diabetes und verglich dabei 12 Ernährungsinterventionen. Untersucht wurden zentrale Zielgrößen wie Nüchternglukose, 2-h-Postprandialglukose, HbA1c-Wert und HOMA-Index sowie Blutfette (Gesamtcholesterin, Triglyzeride) und BMI. Die Evidenzqualität wurde mit GRADE und CINeMA bewertet und fiel für mehrere Kernendpunkte insgesamt gut aus.

Die Ergebnisse zeigen, dass es keine universell überlegene Diät gibt, sondern dass die Wirksamkeit stark vom jeweiligen Therapieziel abhängt.

  • Für die Senkung der Nüchternglukose schnitt die Medical Nutrition Therapy am besten ab.
  • Digitale Ernährungsmodelle, die unter anderem die kontinuierliche Glukosemessung und personalisierte Rückmeldeschleifen nutzen, waren am stärksten mit einer HbA1c-Reduktion assoziiert und lagen damit bei der Langzeit-Blutzuckereinstellung vorn.
  • Low-Glycemic-Index-Ansätze zeigten die beste Performance für die 2-h-Postprandialglukose und die Insulinresistenz (HOMA-Index), was zu ihrer Rolle bei der Dämpfung von Blutzuckerspitzen nach dem Essen und der Stabilisierung des Blutzuckers im Tagesverlauf passt.
  • Für die Blutfette und das Körpergewicht wurde die Kombination aus einem niedrigen glykämischen Index und einer niedrigen glykämischen Last am günstigsten eingeordnet.

Die Forschenden betonen, dass viele Studien nur kurz liefen und dass größere, längerfristige Studien notwendig sind, um Nachhaltigkeit, Alltagstauglichkeit und Sicherheit der führenden Ansätze belastbar zu beurteilen.


Test: Ampeltest hilft bei Bewertung der Darmfunktion

Obstipation (Verstopfung) ist eine häufige Nebenwirkung einer Opioidtherapie, wird im Behandlungsalltag aber oft nicht aktiv thematisiert. Ein neuer, digitaler Selbsttest der Deutschen Schmerzliga soll helfen, das individuelle Risiko strukturiert einzuschätzen und dadurch Gesprächsanlässe für die medizinische Betreuung zu schaffen.

Kern des Angebots ist der Bowel Function Index (BFI), ein Score, der speziell für Patientinnen und Patienten unter Opioidtherapie entwickelt wurde. Im Online-Fragebogen werden vier Aspekte der Darmfunktion abgefragt, jeweils auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten, darunter die Leichtigkeit der Darmentleerung, die Häufigkeit des Stuhlgangs, das Gefühl unvollständiger Entleerung und die subjektive Einschätzung der Verstopfung. Aus den Antworten wird ein Punktmittelwert berechnet, der als Ampelergebnis dargestellt wird. Grün signalisiert ein geringes Risiko, Gelb ein erhöhtes Risiko und Rot ein sehr hohes Risiko mit dem Hinweis, zeitnah ärztlichen Rat einzuholen.

Die erste Auswertung von über 1.000 Teilnehmenden deutet darauf hin, dass das Risiko häufig unterschätzt wird. Ein hoher Anteil der Teilnehmenden erhielt ein gelbes oder rotes Ampelergebnis. Das Tool könnte damit nicht nur die Selbstwahrnehmung schärfen, sondern auch die Versorgung unterstützen, indem relevante Symptome früher angesprochen und gezielter behandelt werden.


Good Practice: Personalisierte Ernährungstherapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Ernährungsinterventionen können bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen einen relevanten Beitrag zur Krankheitskontrolle leisten. Fachkräfte betonen, dass ein personalisiertes Vorgehen sinnvoll ist, das Krankheitsstadium, Phänotyp und Präferenzen der Betroffenen berücksichtigt.

Im Mittelpunkt steht die Umsetzung im interdisziplinären Team mit niedrigschwelligem Zugang zu qualifizierter und engmaschiger Ernährungsberatung. Ziel ist eine praktikable Strategie, die Therapieadhärenz unterstützt und Risiken restriktiver Diäten reduziert. Dazu zählen Nährstoffmangel, unnötige Einschränkungen sowie die Entwicklung problematischer Essmuster.

Zentrale Einordnung für die Beratungspraxis

  • Personalisation als Leitprinzip: Auswahl und Intensität der Ernährungstherapie orientieren sich an Aktivität, Schweregrad und Umsetzbarkeit im Alltag.
  • Evidenzlage differenziert: Exklusive enterale Ernährung ist am stärksten belegt, erfordert jedoch eine komplette Ernährungsumstellung über mehrere Wochen und ist oft schwer durchzuhalten.
  • Teilenterale Strategien als Option: Partielle enterale Ernährung, gegebenenfalls kombiniert mit Ausschlussdiäten, kann in bestimmten Settings unterstützend eingesetzt werden, abhängig von Indikation und Ressourcen.
  • Mediterrane Kost mit Potenzial, aber Grenzen: Hinweise sprechen für positive Effekte bei Morbus Crohn, zugleich bleibt die Evidenz für klare Empfehlungen in mehreren Fragestellungen begrenzt.

Für die praktische Arbeit ergibt sich vor allem die Konsequenz, Ernährungstherapien nicht als starre Diätvorgaben zu vermitteln, sondern als individuell abgestimmtes, kontinuierlich begleitetes Vorgehen mit klarer Risikoabklärung und Monitoring.


FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen

Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Website hin.

🔒 Folienset: Beratungstaugliche Informationen zum Krankheitsbild und zur Ernährungstherapie der Divertikelkrankheit in verschiedenen Stadien und Formen im Powerpoint-Format als Download verfügbar.

Grundlagenartikel: Aktualisierter Artikel mit den zentralen Ernährungshebeln und Lebensstilaspekten bei der Hashimoto-Thyeoiditis.

Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.


Online-Seminar: Traumatisierte Patienten in der Ernährungstherapie

Veranstaltungstyp: Online-Seminar / Webinar
Datum: 25.06.2026
Veranstaltet von: Weiterbildung Ernährung
Referierende: Sonja Pöhls
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 149 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:

In diesem Seminar erhalten Sie eine kompakte Einführung in die Grundlagen der traumasensiblen Ernährungstherapie. Sie lernen, wie Sie Anzeichen von Trauma erkennen, welche besonderen Bedürfnisse traumatisierte Patient*innen mitbringen und wie Sie in Ihrer Beratungspraxis eine vertrauensvolle und sichere Atmosphäre schaffen können. Hierbei liegt der Fokus auf der posttraumatischen Belastungsstörung.