21.09.2026
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Metaanalyse: Fasten verändert das Schilddrüsenhormonprofil
Fasten löst Anpassungen aus, mit denen der Körper den Energieverbrauch an eine fehlende Kalorienzufuhr anpasst. Eine systematische Übersichtsarbeit untersuchte erstmals, wie sich kontinuierliches Fasten auf vier zentrale Schilddrüsenwerte auswirkt. Eingeschlossen wurden 15 Humanstudien mit Fastenzeiten zwischen 24 Stunden und zehn Tagen. Intervallfasten, zeitlich begrenztes Essen und reine Kalorienrestriktion wurden nicht berücksichtigt.
Freies Trijodthyronin (FT3) ist der ungebundene Anteil des biologisch besonders wirksamen Schilddrüsenhormons T3. Freies Thyroxin (FT4) bezeichnet den ungebundenen Anteil des überwiegend von der Schilddrüse gebildeten Hormons T4. Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) steuert die Bildung und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone. Unter Fasten sanken FT3 und Gesamt-T3 deutlich. TSH sank moderat, während FT4 im Mittel unverändert blieb.
Die Ergebnisse beruhen überwiegend auf kleinen Studien mit fünf bis 58 Teilnehmenden und unterschiedlichen Untersuchungsbedingungen. Besonders bei FT3 unterschieden sich die Effekte erheblich zwischen den Studien. Zwar war der Rückgang nach mehr als drei Fastentagen in der Untergruppenanalyse stärker. Die Metaregression zeigte jedoch für keinen Laborwert einen linearen Zusammenhang mit der Fastendauer. Aussagen zu kürzeren Nüchternzeiten oder Fastenperioden über zehn Tage sind nicht möglich.
Einordnung: Das Muster – T3 stark vermindert, T4 stabil – passt eher zu einer gedrosselten Umwandlung von T4 in T3 im Gewebe als zu einer nachlassenden Hormonproduktion der Schilddrüse. Ein verändertes Hormonprofil während längerer Nahrungskarenz spricht daher nicht automatisch für eine Unterfunktion. Der Fastenstatus bildet einen wichtigen Kontext für die Befundinterpretation. Ob und wann die Veränderungen klinisch relevant werden, bleibt offen.
Vorgestellt
Rezeptbuch: Blutzuckerfreundlich genießen
Das Kochbuch „Blutzuckerfreundlich genießen“ verbindet rund 100 alltagstaugliche Rezepte mit Informationen zur blutzuckerbewussten Ernährung. Kirsten Metternich von Wolff, staatlich diplomierte Diätassistentin und Journalistin, richtet sich damit an Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, an Menschen mit Prädiabetes und an alle, die bewusster essen möchten. Im Mittelpunkt stehen ballaststoffreiche Mahlzeiten mit Gemüse, Hülsenfrüchten und Beeren. Alle Gerichte lassen sich mit Zutaten aus dem regulären Supermarkt zubereiten.
Die Rezepte stammen aus der langjährigen Arbeit der Autorin für die Rubrik „Essen und Genießen“ des Diabetes-Ankers. Sie wurden erprobt und enthalten detaillierte Nährwertangaben, Praxistipps sowie schrittweise Anleitungen. Die Zubereitungszeit beträgt laut Autorin durchschnittlich etwa 30 Minuten. Ein eigenes Kapitel widmet sich Desserts, hier kommen Erythrit und flüssiger Süßstoff zum Einsatz.
Das Buch eignet sich für Menschen, die unkomplizierte Rezepte mit Nährwertangaben und üblichen Zutaten suchen. Auch in der Ernährungsberatung kann es als Ideensammlung dienen. Eine individuelle Ernährungstherapie oder Anleitung zur Anpassung von Insulin und anderen blutzuckersenkenden Medikamenten leistet es nicht.
Titel: Blutzuckerfreundlich genießen: Rezepte für ein gesundes Leben
Autorin: Kirsten Metternich von Wolff
Verlag: MedTriX, 1. Auflage, 2026
ISBN: 978-3-87409-806-9
Preis: 29,90 Euro
Transparenzhinweis: Wir stellen dieses Buch aus redaktionellem Interesse vor. FETeV erhält dafür keine Vergütung und steht in keiner geschäftlichen Beziehung zum Anbieter.
Beratungspraxis
Kurze Beratungsimpulse
Verbindet Oxalsäure die Nieren mit dem Herz?
Bei chronischer Nierenerkrankung wird Oxalsäure schlechter ausgeschieden und kann sich im Körper anreichern. Forschende aus Würzburg und Berlin untersuchten, wie der Stoff Entzündungen und Organschäden miteinander verbindet. Im Tiermodell förderte Oxalsäure die Bildung von Interleukin-17A, einem entzündungsfördernden Botenstoff des Immunsystems. Blockierten die Forschenden Interleukin-17A, besserten sich Nierenfunktion und Herzbefunde. Auch bei Menschen mit primärer Hyperoxalurie war Interleukin-17A im Blut erhöht. Dadurch verstärkten sich Entzündungen sowie Schäden an Nieren und Herz. Ob sich daraus eine Behandlung für Menschen ableiten lässt, müssen weitere Untersuchungen klären.
Darmbarriere als Therapieansatz bei Reizdarm
Bei Reizdarm und funktioneller Dyspepsie rückt die Darmbarriere als möglicher Therapieansatz stärker in den Fokus. Sie kontrolliert, welche Stoffe aus dem Darm in den Körper gelangen. Ist diese Schutzfunktion gestört, können Immunreaktionen und Signale zwischen Darm und Gehirn verändert sein. Eine FODMAP-arme Ernährung reduziert bestimmte schlecht aufnehmbare Kohlenhydrate und kann dadurch Beschwerden lindern. Gedacht ist sie als zeitlich begrenzte Auslassphase mit anschließender Wiedereinführung, nicht als Dauerkost.
Ballaststoffe können über kurzkettige Fettsäuren und ausgewählte Probiotika über Tight Junctions sowie Muzinbildung zur Barrierefunktion beitragen. Psychologische Verfahren wirken über die Darm-Hirn-Achse und linderten in einer Metaanalyse mit 2.290 Patientinnen und Patienten die Beschwerden bis zu zwölf Monate. Für die Beratung bleibt eine individuelle Auswahl entscheidend, da die Evidenz zur gezielten Wiederherstellung der Darmbarriere noch begrenzt ist.
LP(a)-Senkung ohne Nutzen für KHK?
Seit Jahren wird daran geforscht, erhöhte Lp(a)-Werte gezielt zu senken, um Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Ereignisse zu verhindern. Die große Lp(a)HORIZON-Studie liefert nun einen überraschenden Rückschlag: Pelacarsen senkte Lp(a), verringerte die Zahl schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse bei 8.323 Teilnehmenden mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung und Lp(a) ab 70 mg/dl aber nicht. Das stellt zwar nicht infrage, dass erhöhtes Lp(a) ein wichtiger erblicher Risikofaktor ist. Es zeigt jedoch, dass ein niedrigerer Laborwert allein noch keinen nachgewiesenen Schutz bedeutet. Ob einzelne Patientengruppen profitieren oder andere Wirkstoffe bessere Ergebnisse erzielen, müssen die vollständigen Daten und weitere Untersuchungen klären. Für die Praxis bleibt vorerst die konsequente Behandlung aller anderen beeinflussbaren Risikofaktoren (LDL-Cholesterin, Blutdruck, Rauchen, Ernährung, Bewegung) entscheidend.
Hinweis: Die Angaben stammen aus einer Pressemitteilung des Herstellers; die vollständigen Daten werden auf einem Fachkongress vorgestellt.
🔒 Mitgliederservice/ Interna
FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen
Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Website hin.
🔒 Diabetes mellitus Typ 2: Das Folienset zeigt auf 31 Folien beratungstaugliche Aspekte zum Krankheitsbild und zur Ernährungstherapie im Powerpoint-Format. Mitglieder können die Folien bearbeiten oder einzeln als Infografiken für ihre Beratung und ihre Unterlagen exportieren.
🔒 Beratungsvorlagen: Ergänzend zur überarbeiteten Beratungsdokumentation (jetzt unter anderem mit Assessment-Bogen für subjektive und objektive Daten) gibt es ab sofort ein separates Verlaufsprotokoll – ein Blatt je Beratungstermin. Die Inhalte folgen der Logik des Beratungsprozesses. Am Bildschirm ausfüllbar, separat herunterladbar.
Senfallergie kompakt: Senf kann bereits in sehr kleinen Mengen allergische Reaktionen auslösen. Relevant sind vor allem stabile Speicherproteine und pollenassoziierte Kreuzreaktionen im Rahmen des Sellerie-Beifuß-Gewürz-Syndroms.
Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: Zyklus, Ernährung & Sport – Wie Hormone die Leistungsfähigkeit beeinflussen
Veranstaltungstyp: Online-Seminar / Webinar
Datum: 12.10.2026
Veranstaltet von: FEM-Academy
Referierende: Bettina Hohenwarter, M.Sc.
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 190 EUR netto; 10 % Rabatt
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Wie wirken sich hormonelle Schwankungen im Menstruationszyklus auf die sportliche Leistungsfähigkeit aus? Dieses Seminar gibt Ernährungsfachkräften und Sportinteressierten einen umfassenden Überblick über die Zusammenhänge von Zyklus, Ernährung und Training.
Der Fokus liegt auf praxisnahen Strategien für zyklusgerechtes Training, eine optimierte Ernährung rund ums Training und den Umgang mit Zyklusstörungen.
Ziel ist es, mehr Bewusstsein für die individuellen Bedürfnisse von Frauen* zu schaffen und sportliche sowie gesundheitliche Ziele ganzheitlich zu unterstützen.
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