02.02.2026
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Mehr als Ballaststoffe – Wie Hafer über das Mikrobiom den Cholesterinspiegel senkt
Hafer? Gibt’s da etwas Neues? Und ob: Wer glaubt, Hafer sei nur was für Pferde, muss sich jetzt eines Besseren belehren lassen. Schon eine einmalige zweitägige Haferintervention kann den Cholesterinspiegel überraschend stark senken. Das zeigt eine methodisch anspruchsvolle Studie unter Leitung der Bonner Professorin Marie-Christine Simon, die aktuell in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde [Sim 2026].
Untersucht wurden 68 Versuchspersonen mit metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, verbunden mit einem hohen Diabetes-Risiko. Die Probanden nahmen über zwei Tage eine stark kalorienreduzierte Kost zu sich, die fast ausschließlich aus Haferflocken bestand. „Wir wollten wissen, wie sich eine spezielle Haferkur auf die Betroffenen auswirkt“, erklärt Simon, die auch Mitglied in den Transdisziplinären Forschungsbereichen „Life & Health“ und „Sustainable Futures“ der Universität Bonn ist.
Das Ergebnis ist bemerkenswert: Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbesserten sich die Cholesterinwerte signifikant – und dieser Effekt war selbst nach sechs Wochen noch messbar. Richtig verstanden: Es handelte sich um eine Kurzzeit-Hochdosis-Haferintervention, die aus einer einmaligen, zweitägigen, stark kalorienreduzierten Haferkost bestand. Trotz dieser kurzen Dauer zeigte sich eine signifikante Senkung des Gesamt- und LDL-Cholesterins. Im Vergleich zur Kontrollgruppe fiel das Gesamtcholesterin um stolze 8 % und das LDL-Cholesterin um etwa 10 %. Die Autoren der Studie begründen diese außergewöhnliche Wirkung mit Wechselwirkungen zwischen Inhaltsstoffen des Hafers der Darmmikrobiota bzw. deren Metaboliten, wobei der signifikante Anstieg bestimmter phenolischer Verbindungen im Blut (Ferulasäure und deren mikrobielles Abbauprodukt Dihydroferulasäure) besonders auffällig war.
Und das ist wirklich neu in Studie: Hier wird erstmals gezeigt, dass die Wirkung des Hafers nicht nur auf der ernährungsphysiologischen Wirkung von Beta-Glucan und Ballaststoffen beruht, sondern auch über mikrobielle und biochemische Prozesse im Darm vermittelt wird. Die Studie ist damit die erste, die den altbekannten klinischen Effekt der Haferkur molekular erklärt, ohne sich auf vereinfachende Ballaststoffmodelle zu beschränken. Das ist in der Verknüpfung von Metabolom, Mikrobiom und Lipidparametern nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Diskussion über die gesundheitlichen Wirkungen des Hafers.
Für die Beratung heißt das: Hafer wirkt nicht nur als Ballaststofflieferant, sondern kann über die Wechselwirkung mit dem Darmmikrobiom eine aktive Rolle bei der Senkung des Cholesterins spielen. Kurzfristige, klar strukturierte Haferinterventionen können bei Menschen mit metabolischem Syndrom rasch wirksame Verbesserungen des Lipidstoffwechsels erzielen. Haferbasierte Ernährung kann damit als sinnvolle ergänzende Maßnahme zur Prävention und Behandlung lipidassoziierter Stoffwechselstörungen betrachtet werden – einfach, kostengünstig und gut verfügbar.
Dr. Friedhelm Mühleib
Änderungshinweis: In einer früheren Version wurde im ersten Absatz von einer eintägigen Haferintervention gesprochen. Das haben wir korrigiert.
Vorgestellt
Test: Abnehm-Shakes unter der Lupe – Nur zwei Formuladiäten überzeugen
Formuladiäten versprechen einfaches Abnehmen durch den Ersatz von Mahlzeiten mit nährstoffbilanzierten Shakes. Die Stiftung Warentest hat 20 marktbedeutende Pulverprodukte geprüft. Darunter sind bekannte Marken wie Almased, Slimfast, Herbalife und Formoline. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Nur zwei Produkte erhielten die Note „gut“, zwei fielen durch. Die Preise reichen von 67 Cent bis 2,87 Euro pro Portion.
Die Pulver wurden im Labor auf Nährstoffzusammensetzung, Schadstoffe und mikrobielle Belastung untersucht. Eine unabhängige Person aus der Ernährungswissenschaft bewertete den Nutzen zum Abnehmen auf Basis aktueller Studien. Testsieger wurde Optifast Drink von Nestlé mit sehr gutem Geschmack, aber auch höchstem Preis. Preistipp ist das Pulver von Layenberger für 67 Cent pro Portion.
Zentrale Testergebnisse
- Wirksamkeit: Alle Pulver können grundsätzlich beim Abnehmen helfen, wenn sie Teil eines strukturierten Diätplans mit Bewegung und ausgewogener Ernährung sind.
- Nährstoffprofile: Nur sechs Shakes zeigen ein gutes Nährstoffprofil. Oft fehlen Ballaststoffe, teilweise ist zu viel Zucker zugesetzt oder die Vitamingehalte sind zu gering.
- Schadstoffbelastung: Fünf Pulver enthielten bedenkliche Mengen an Chlorat, Aluminium oder Kadmium – jeweils mit „ausreichend“ bewertet.
- Mikrobielle Qualität: Das Pulver von Trinkkost überschritt den Warnwert für Enterobakterien deutlich, Magen-Darm-Infekte sind hier nicht auszuschließen.
- Kennzeichnung: Acht Produkte täuschten mit Bildern oder Bezeichnungen echte Vanille vor, die nicht oder kaum nachweisbar war.
- Süßstoffe: Fast alle Pulver enthalten kalorienfreie Süßstoffe wie Sucralose oder Steviolglykoside.
Für die Beratungspraxis ergibt sich: Formuladiäten können als temporäre Unterstützung beim Einstieg in eine Gewichtsreduktion sinnvoll sein, insbesondere für Menschen, die durch schnelle Anfangserfolge motiviert werden. Der dauerhafte Einsatz ist jedoch nicht zielführend, da die Produkte keine nachhaltige Ernährungsumstellung fördern. Wichtig ist die Einbindung in ein Gesamtkonzept mit Bewegung und schrittweiser Umstellung auf eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährung. Bei der Produktauswahl sollten Qualität, Nährstoffprofil und Preis-Leistungs-Verhältnis kritisch geprüft werden.
Beratungspraxis
Empfehlungen: Wie viele Eier dürfen es denn nun (täglich) sein?
Die Frage nach Eiern und Cholesterin beschäftigt Klienten regelmäßig, aber die Studienlage bleibt widersprüchlich. Während Interventionsstudien keinen Zusammenhang zwischen dem Eierverzehr und kardiovaskulären Ereignissen zeigen, deuten viele Beobachtungsstudien auf dosisabhängige Risiken hin. Der dosisabhängige Effekt von Nahrungscholesterin auf das LDL-Cholesterin ist bekannt: Pro 200 mg zugeführtem Cholesterin steigt das Gesamtcholesterin im Mittel um 0,13 mmol/l (5,1 mg/dl). Die individuelle Variabilität der intestinalen Cholesterinaufnahme ist jedoch groß und liegt zwischen 29 und 80 Prozent. Die widersprüchlichen Studienergebnisse lassen sich teilweise durch methodische Unterschiede erklären.
Praktische Beratungsempfehlungen
- Risikoprofil erheben: Bei Hypercholesterinämie, bestehender kardiovaskulärer Erkrankung oder nach Schlaganfall Eiverzehr auf 1 Ei pro Tag begrenzen; Leitlinien empfehlen unter 300 mg Nahrungscholesterin täglich (entspricht etwa 1,5 Eiern).
- Individuelle Aufnahme beachten: Cholesterinaufnahme variiert stark zwischen Personen; bei genetischer Prädisposition (familiäre Vorbelastung) zurückhaltende Empfehlung aussprechen.
- Verzehrmuster erfragen: Eier werden oft mit ungünstigen Lebensmitteln kombiniert (Weißbrot, Butter, Speck); alternative Zubereitungen empfehlen (z. B. Vollkornbrot, Gemüse, mediterrane Begleitung).
- Nährstoffdichte nutzen: Bei gesunden Personen ohne Risikofaktoren auf den Nährstoffwert hinweisen (hochwertiges Protein, Vitamine A, D, E, B12, Folat, Cholin, Selen, Eisen, Zink).
- Gesamtmuster betonen: Fokus auf mediterran orientierte Ernährung legen statt auf Einzellebensmittel; Eier können Teil einer ausgewogenen Kost sein, ersetzen aber keine pflanzenbetonten Lebensmittel.
Für die Beratung heißt das: Eine differenzierte Einschätzung ist notwendig, die sowohl die Nährstoffdichte von Eiern als auch individuelle Risikofaktoren berücksichtigt.
Mitgliederservice/ Interna
FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen
Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Website hin.
Oxidativer Stress – Grundlagen der Redox-Balance verstehen: Der Artikel erklärt, wie oxidativer Stress entsteht, wenn reaktive Sauerstoffspezies die antioxidative Kapazität übersteigen. Er betont die Rolle von ROS als essenzielle Signalmoleküle für das Immunsystem und den Stoffwechsel. Zudem wird das hierarchische antioxidative Schutzsystem vorgestellt, das als Netzwerk fungiert, um die physiologische Redox-Balance zu erhalten und chronischen Erkrankungen entgegenzuwirken.
12 Ernährungsoptionen für eine Antioxidantien-reiche Ernährung: Das Handout bietet 12 evidenzbasierte Ernährungsoptionen zur Verbesserung der antioxidativen Kapazität durch eine pflanzenbasierte, vielfältige Ernährung. Die Optionen umfassen Empfehlungen wie den täglichen Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse, die Verwendung von Olivenöl als Hauptfettquelle oder die Elimination von zuckergesüßten Getränken.
Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Vortrag: Neue Kraft trotz MS und Chronic Fatigue – Ernährung & Nährstoffe als Therapiechance
Veranstaltungstyp: Online-Seminar
Datum: 25.02.2026, 19:30 bis ca. 21:00 Uhr
Veranstaltet von: NORSAN
Referierender: Kurt Mosetter
Kosten: kostenfrei
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Multiple Sklerose ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems mit vielfältigen neurologischen Symptomen. Chronische Fatigue zählt zu den häufigsten und belastendsten Begleiterscheinungen und kann dem Krankheitsbild vorausgehen.
Im Vortrag werden ganzheitliche Therapieansätze für Multiple Sklerose und Chronic Fatigue vorgestellt. Der Fokus liegt auf Ernährung, Stoffwechselregulation und gezieltem Einsatz ausgewählter Nährstoffe. Diskutiert wird unter anderem die Rolle entzündungshemmender Omega-3-Fettsäuren für Energielevel, Belastbarkeit und Lebensqualität.
Hinweis der Redaktion: Der Veranstalter ist Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere Omega-3-Produkten. Die Inhalte des Seminars können produktnahe Beispiele oder ernährungsbezogene Empfehlungen enthalten. Die Veranstaltung ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Therapieentscheidung und dient ausschließlich der fachlichen Information.
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