23.02.2026
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Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Wissenschaft
Studie: Höherer Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee mit geringerem Risiko für Demenz verbunden
Eine prospektive Analyse aus zwei großen US-Kohorten (Nurses’ Health Study und Health Professionals Follow-up Study) mit insgesamt über 130.000 Teilnehmenden und einer Nachbeobachtung von im Mittel 36,8 Jahren zeigt einen Zusammenhang zwischen koffeinhaltigem Kaffee und einem geringeren Demenzrisiko. Auch für koffeinhaltigen Tee wurden inverse Zusammenhänge beschrieben, während entkoffeinierter Kaffee nicht mit einem geringeren Risiko assoziiert war [Zha 2026].
In Dosis-Wirkungs-Analysen lagen die deutlichsten Unterschiede bei etwa 2 bis 3 Tassen koffeinhaltigem Kaffee pro Tag oder 1 bis 2 Tassen Tee pro Tag. Als mögliche Erklärungen diskutiert das Autorenteam unter anderem Effekte von Koffein auf Adenosinrezeptoren sowie potenziell günstige Einflüsse auf neuroinflammatorische Prozesse und Stoffwechselrisiken. Zusätzlich werden bioaktive Inhaltsstoffe in Kaffee und Tee wie Polyphenole als mögliche Mitfaktoren eingeordnet.
Die Aussagen sind als Beobachtungsbefunde zu interpretieren und belegen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Kritisch zu berücksichtigen sind mögliche Störfaktoren, die Erhebung des Konsums über wiederholte Fragebögen und die Möglichkeit, dass frühe (noch nicht diagnostizierte) Veränderungen die Konsumgewohnheiten beeinflusst haben könnten. Insgesamt passt der Befund zu der wiederkehrenden Beobachtung, dass koffeinhaltige Getränke in moderaten Mengen in Kohortenstudien häufig mit günstigeren kognitiven Outcomes assoziiert sind, ohne dass sich daraus eine Prävention durch ein einzelnes Lebensmittel ableiten lässt.
Vorgestellt
Podcasts: 3 aktuelle Vorschläge
1. Ernährung als Therapie
Kurze, fokussierte Episoden zur Frage, wie Ernährung therapeutisch sinnvoll eingesetzt werden kann. Der Podcast verbindet Grundlagen mit konkreten Anwendungsbezügen, etwa bei chronischen Erkrankungen oder Immunsuppression. Geeignet für alle, die Impulse für Beratungsgespräche suchen, ohne sich durch lange Fachformate zu arbeiten.
Warum reinhören: Praxisnah, niedrigschwellig, gut in den Beratungsalltag integrierbar.
2. ’ne Dosis Wissen – Der Medizin-Podcast für Menschen im Gesundheitswesen
Tägliche Kurzeinordnung zu Studien, Leitlinien, neuen Arzneimitteln und Gesundheitspolitik. Der Fokus liegt auf Relevanz für den Versorgungsalltag im Gesundheitswesen. Auch für Ernährungsfachkräfte hilfreich, um medizinische Kontexte aktuell einordnen zu können.
Warum reinhören: Schneller Überblick über medizinische Entwicklungen, die Beratung indirekt beeinflussen.
3. HFH-Podcast: Entwicklungen im Gesundheitswesen
Gesprächsformat zu Strukturfragen des Gesundheitswesens, mit Blick auf Versorgung, Pflege, Digitalisierung und Systemlogik. Die Folgen liefern eine Einordnung zu Rahmenbedingungen, in denen Ernährungstherapie stattfindet. Weniger ernährungsspezifisch, dafür hilfreich für strategisches und systemisches Verständnis.
Warum reinhören: Erweitert den Blick über die eigene Fachdisziplin hinaus, relevant für Praxisentwicklung und Positionierung.
Beratungspraxis
Best Practices: Lebensstilfaktoren bei der Parkinson Krankheit
Eine aktuelle Literaturübersicht der letzten fünf Jahre zeigt, dass Lebensstilmaßnahmen bei Morbus Parkinson nicht nur als Ergänzung, sondern als relevanter Bestandteil des Managements betrachtet werden sollten. Im Fokus stehen Bewegung, Ernährung und Stressreduktion. Die Evidenz ist je nach Bereich unterschiedlich stark, insgesamt wird jedoch ein ganzheitlicher Ansatz als sinnvoll beschrieben.
Bewegung (stärkste Evidenz)
- Ausdauertraining stabilisiert motorische Symptome und kann bei höherer Intensität Gehfähigkeit und Lebensqualität verbessern (z.B. zügiges Gehen dreimal pro Woche)
- Tanzen gilt als besonders wirksam.
- Krafttraining verbessert Muskelkraft, Mobilität, Gleichgewicht und Freezing.
- HIIT wird als zeitsparende Option diskutiert.
- Gruppenangebote sowie digitale Formate wie Telesport und Exergaming werden gut akzeptiert und können auch bei eingeschränkter Mobilität unterstützen.
Ernährung (heterogene Evidenz)
- Eine ballaststoffreiche Kost trägt zur Unterstützung bei Obstipation bei.
- Die mediterrane Ernährung wird als gut untersuchtes Muster mit potenziellen Vorteilen für Kognition und gastrointestinalen Beschwerden beschrieben. Langzeitdaten fehlen aber.
- Für ketogene beziehungsweise Low-Carb-Ansätze fehlt es bislang an klinischer Evidenz. Es wird auf Risiken wie Malnutrition und unbeabsichtigtem Gewichtsverlust hingewiesen.
- Praktisch relevant sind mögliche Interaktionen zwischen Nahrungsproteinen und der Aufnahme von Levodopa: Proteinreiche Lebensmittel sollten zeitlich getrennt von der Medikation eingeplant werden, ohne dabei die ausreichende Proteinzufuhr aus dem Blick zu verlieren.
Stress (relevanter Baustein)
- Achtsamkeitsbasierte Verfahren, Yoga und Meditation ermöglichen Verbesserungen bei Angst, teils auch bei Depressionen, sowie positive Effekten auf Lebensqualität und motorische Symptome.
Für die Beratungspraxis ergibt sich eine klare Priorisierung: Bewegung und alltagsnahe Aktivitätsförderung sind am besten evidenzgestützt und lassen sich gut individualisieren. Ernährung sollte als langfristiges Muster gedacht werden, mit Fokus auf Nährstoffdichte, ausreichender Energie- und Proteinzufuhr sowie gastrointestinaler Verträglichkeit. Bei restriktiven Diätformen ist eine engere Risikoabwägung sinnvoll. Ergänzend können strukturierte Stressmanagement-Elemente die Betreuung insbesondere bei nichtmotorischen Symptomen stärken.
🔒 Mitgliederservice/ Interna
FETeV Plattform: Neue Veröffentlichungen und Aktualisierungen
Wir weisen auf folgende Veröffentlichungen/ Aktualisierungen auf unserer Website hin.
Arzneimittel-Recherche: Das überarbeitete Tool unterstützt die strukturierte Arzneimittelrecherche in der ernährungstherapeutischen Praxis. Sie können nach Wirkstoffen, nach Indikationen, Nebenwirkungen sowie relevanten Nährstoffinteraktionen suchen und filtern.
Parkinson Krankheit: Das aktuelle dynamische Folienset liefert praxistaugliche Slides zum Krankheitsbild und zur Ernährungstherapie bei der Parkinson Krankheit, geeignet für das Beratungsgespräch mit dem Patienten/ Klienten.
Schauen Sie auch regelmäßig bei unserer Website-Chronik vorbei.
Fort- und Weiterbildungen (extern)
Online-Seminar: BIA-Grundlagenseminar zur Bioelektrischen Impedanz-Analyse
Veranstaltungstyp: Online-Seminar / Webinar
Datum: 12.03.2026
Veranstaltet von: EWD Meinhold
Referierender: Christof Meinhold
Kosten / Rabatt für Mitglieder: 10 % Rabatt auf 220 EUR
Kurzbeschreibung laut Veranstalter:
Dieses Onlineseminar vermittelt fundiertes Basiswissen zur Bioelektrischen Impedanz-Analyse. Im Fokus stehen die methodischen Grundlagen sowie die klare Abgrenzung zu anderen Verfahren der Körperzusammensetzungsanalyse.
Anhand von Messergebnissen gesunder, normalgewichtiger Erwachsener werden Zusammenhänge zwischen Nährstoffzufuhr, Bewegung und Körperzusammensetzung erläutert. Die Teilnehmenden üben, BIA-Messwerte strukturiert zu interpretieren und adressatengerecht mit Klientinnen und Klienten, Ärztinnen und Ärzten oder Therapeutinnen und Therapeuten zu besprechen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf praktischen Fehlerquellen bei der Durchführung der Messung. Typische Störfaktoren werden analysiert und Strategien zur Vermeidung praxisnah vermittelt.
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